Hitze, Schweiß, Erschöpfung - und kühlender Fahrtwind. Dies gehört zum Rennradfahren im Sommer dazu. Bei hohen Temperaturen braucht man nicht viel: Rad, Schuhe, Socken, Helm, Brille, Trikot, Hose. Gerade bei der Bekleidung gilt: weniger ist oft mehr.
Leichtgewicht, Atmungsaktivität, wenig Stoff für eine gute Belüftung - unter anderem darauf achteten wir in unserem großen Test von insgesamt 66 Rad-Trikots und Hosen für Männer und Frauen. Bei vielen Kurzarmmodellen ist das Material sehr dünn und teilweise sehr großporig. Oft sind die Abschlüsse an den Ärmeln nicht vernäht. Die Schnitte fallen oftmals enganliegend aus, während die Dehnbarkeit der Stoffe hoch ist. Unterschiedliche Gewebearten werden strategisch kombiniert.
Glatte feine Stoffe an der Vorderseite und an den Ärmeln sollen teilweise auch der Aerodynamik dienen und einen Luftstrom mit möglichst wenigen Verwirbelungen ermöglichen. Am Rücken werden häufig Stoffe mit einer raueren Struktur verarbeitet. Dies dient vor allem dem Schweißtransport. Hersteller wie etwa Ekoi und De Marchi bieten zudem Bekleidung mit einem Graphen-Anteil in den Fasern. Graphen soll die Wärme noch besser ableiten können.
Auffällig ist: Das wohl einfachste Mittel für ein besonders „luftiges“ Trikotdesign ist die Gestaltung des Kragens. Viele der Testprodukte verfügen über ein nahezu kragenloses Design. Manche dieser Modelle sind zudem besonders enganliegend und aerodynamisch optimiert geschnitten. Zugunsten einer möglichst faltenfreien und körpernahen Race-Passform sind sie vorne am Bauch klar kürzer gehalten als an der Rückenpartie. Oft können etwas muskulösere Fahrertypen deshalb eine größere Größe als üblich wählen.
Um die Robustheit und die Passform nicht zu sehr zu beeinträchtigen, sparen viele Hersteller bei ihren „Sommer-Radhosen“ nur wenig Material ein. Sportful beispielsweise belässt den dickeren, robusteren Stoff an der Innenseite und verarbeitet nur an der Außenseite ein sehr dünnes netzähnliches Gewebe. Assos verzichtet ganz auf einen Rückeneinsatz zwischen den Trägern und spart bei seinem Top-Modell zudem viele Nähte ein. Entscheidend ist, wie immer bei Radhosen, dass der Stoff das Sitzpolster eng am Körper und ohne Verrutschen stabilisieren kann. Perforierte Sitzpolster können die Belüftung dabei in der Regel insgesamt deutlich verbessern.
Die Sitzpolster, die in Damen-Modell-Radhosen verarbeitetet werden, sind in der Regel speziell der weiblichen Anatomie angepasst. Bei manchen Modellen sind sie etwas dicker gehalten, gerade im Bereich der Sitzknochen. Anders als bei Männer- werden viele Frauen-Radhosen auch als Modelle ohne Träger angeboten. Hinsichtlich des Dauer-Tragekomforts liegen jedoch in den meisten Fällen Träger-Modelle vorne.
Einen speziellen Weg hinsichtlich der Sitzpolster schlagen hier die Ergonomie- und Sattelspezialisten von SQ-Lab ein. Ihre Ingenieure haben ein Polster entwickelt, das in der Premium-Version gerade einmal vier Millimeter dünn ist. Das Sitzgefühl: hart. Das Gefühl nach mehreren Fahrstunden auf dem Rennrad: Das Konzept funktioniert. SQLab hat es geschafft, dass dieses harte Pad genauso gut „atmet“ wie ein klassisches. Der Grund für die klassische Herstellungsweise ist unter anderem, dass Hose und Körper an dieser Stelle nicht übermäßig erhitzen sollen. In diesem Testfeld verwende die Gonso-Damen-Bibshorts dieses Chamois - wenn auch in der günstigeren sechs bis acht Millimeter dicken Variante. Unsere Testerinnen überzeugte dieses Konzept.
Wie auch bei den Tests der vergangenen Jahre kategorisieren wir die Sets in verschiedenen Preis-Levels. Diese müssen wir aufgrund der Preissteigerungen immer wieder anheben. Am stärksten spürbar ist dies in der günstigsten Preisgruppe. Hier sind oft Preisaufschläge von zehn oder gar 20 Euro pro Trikot beziehungsweise Hose festzustellen.
Die besten Fahrradbekleidungen Herren: Wählen Sie Ihren persönlichen Testsieger aus der Bestenliste
Hier ist eine Übersicht der Top-Fahrradbekleidungen für Herren, basierend auf verschiedenen Tests und Vergleichen:
| Produkt | Bewertung | Besondere Merkmale | Preis (ungefähr) |
|---|---|---|---|
| Lixada Herren Radtrikot Set | Sehr gut | Atmungsaktiv, schweißabsorbierend, Mesh-Gewebe unter der Achsel, 3D Silica Gel Pad | ab 43,00 € |
| Souke Sports Winter Herren Fahrradhose | Sehr gut | Wärmeisolierung, winddicht, wasserabweisend, weiches Fleecefutter | ab 53,00 € |
| X-Tiger Herren Langarm-Radtrikot-Set | Sehr gut | 5D Gel-Polsterung, atmungsaktiv, rutschfestes und reflektierendes Band | ab 56,00 € |
| Cycorld MTB Hose Herren | Sehr gut | 4D Gel-Polsterung, atmungsaktiv, gute Elastizität, hervorragende Verarbeitung | ab 38,00 € |
| Vaude Qimsa Herren Shorts | Sehr gut | Integrierte Innenhose mit Sitzpolster, umweltfreundliche Herstellung | ab 119,00 € |
| Vaude Active - Fahrradhose | Sehr gut | Atmungsaktiv, gute Passform, angenehmes Design | ab 34,00 € |
| Lixada Radtrikot Set | Sehr gut | Atmungsaktiv, schweißabsorbierend, bequem, hochelastisch, 3D Schutzpolster | ab 36,00 € |
| Inbike Radtrikot QG194 | Sehr gut | 3D Sitzpolster, guter Halt durch Silikonnoppen, bequem und elastisch | ab 29,00 € |
| Inbike Fahrradtrikot Set | Gut | Atmungsaktiv, komfortabel, hohe Elastizität, reflektierende Elemente | ab 37,00 € |
Fahrradbekleidungen Herren-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt aus
Die Wahl der richtigen Fahrradbekleidung hängt stark von den geplanten Aktivitäten ab. Auf der MTB-Piste ist andere Bekleidung erforderlich als beim sportlichen Fahren auf der Straße. Und wer regelmäßig zur Arbeit pendeln will, hat wieder andere Bedürfnisse. Eine Handvoll Basics lassen sich aber definieren. So sollten ein Wind- bzw. Regenschutz und eine gepolsterte Radhose nicht fehlen.
Gegen Wind und Regen: Jacken für Radfahrer
Bei Radjacken ist das Rückenteil meist über das Gesäß hin verlängert und die Ärmel bedecken die Handrücken, sodass der Fahrtwind den Oberkörper nicht auskühlt. Durch den Fahrtwind kühlt man beim Radfahren schneller aus als beim Gehen. Und in einen Regenschauer kann man immer kommen. Deshalb sind Wind- und Regenjacken unverzichtbar im Kleidungssortiment eines jeden Radfahrers.
Top-Tipps für den Kauf von Fahrradjacken
- Atmungsaktivität: Achte bei der Auswahl einer Fahrradjacke nicht nur auf den Regen- und Windschutz, sondern auch auf die Atmungsaktivität. Sonst bist du zwar vor äußeren Einflüssen geschützt, hast aber trotzdem einen nassen Oberkörper vor Schweiß.
- Packmaß: Da ein Windschutz und ggf. ein Regenschutz bei jeder Tour mit am Start ist, ist ein kleines Packmaß Gold wert. So passt der Windbreaker unter Umständen sogar in die Trikottasche.
- Sichtbarkeit: Auffällige Farben und reflektierende Elemente an der Jacke sind ein großes Plus für mehr Sicherheit auf dem Rad.
Gut gepolstert: Radlerhosen für Rennrad und Mountainbike
Fahrradhosen sind beim Radsport das Verbindungsstück zwischen Sattel und Fahrer. Die Hose sollte auf keinen Fall scheuern oder drücken. Das führt im schlimmsten Fall zu unangenehmen Abdrücken und schmerzenden Körperstellen. Die meisten Radhosen besitzen ein Sitzpolster, das Beschwerden und Druckstellen während der Radtour vermeiden soll. Doch es gibt Unterschiede bei der Qualität und dem Einsatzzweck.
Wichtige Aspekte bei Radhosen
- Träger oder nicht: Radlerhosen gibt es mit Trägern (Bib-Shorts) oder ohne. Träger haben den Vorteil, dass die Hose einen besseren Halt hat, hinten nicht runterrutschen kann und nicht am Bauch einschneidet. Nachteile: Teurer und aufwändig auszuziehen (Toilettenpause).
- Drunter immer ohne: Eine Radhose trägt man direkt auf der Haut. Denn die Hosenpolster sind so konzipiert, dass sie Druck und Reibung minimieren. Eine zusätzliche Lage - in dem Fall eine Unterhose - hat Nähte, was die Reibung im empfindlichen Sitzbereich erhöht.
- Nicht überdehnen: Die Hose sollte eng anliegen, aber keineswegs zu klein ausfallen: ständige Überbeanspruchung der Dehnfähigkeit schadet auf Dauer Material und Nähten.
Nützliches Zubehör: Handschuhe, Armlinge und Beinlinge für Radfahrer
Fahrradhandschuhe schützen deine Hände vor Erschütterungen und bieten zusätzlichen Grip am Lenker. Im Winter verhindern sie das Auskühlen der Finger. Je nach Jahreszeit und Art der Ausfahrt kann man als Radfahrer noch weitere Bekleidungsstücke gut gebrauchen:
- Handschuhe: Die schützen vor allem vor Blasen an den Händen und sind auf längeren Touren unverzichtbar. Gerade dann, wenn man mal unsanft mit den Händen absteigt. Und natürlich wärmen sie im Winter.
- Armlinge und Beinlinge: Die dünnen Sleeves, die man sich bei Bedarf über Arme und Unterschenkel zieht, sorgen für zusätzliche Wärme - sind aber deutlich leichter als eine Extra-Hose oder -Jacke.
Winterequipment
Radfahren bei anhaltender Kälte und Nässe stellt eine besondere Herausforderung an die Radbekleidung da. Nützlich sind etwa Radmützen, die unter dem Helm getragen werden können, und Überschuhe, die die Füßchen warm halten.
Winter-Fahrradbekleidung im Test: Diese Merkmale sind wichtig
Gute Fahrradbekleidung hält jedem Wetter stand und schützt ideal vor Wind und Wetter. Worauf es noch bei Fahrradbekleidung für den Winter ankommt, haben wir in unserer Checkliste festgehalten.
- Wetterschutz: Gute Fahrradbekleidung für den Winter muss den Wetterbedingungen gut standhalten. Weil es in den Wintermonaten oft regnet und schneit, muss die Bekleidung in erster Linie zuverlässig vor Regen, Schnee und kaltem Wind schützen. Dafür bieten sich Materialien wie Gore-Tex, Polyester oder Polyamide an.
- Isolierung: Winterbekleidung besteht aus wärmeisolierenden Materialien wie Fleece, Thermo- oder Softshell-Materialien. Diese speichern die Körperwärme besonders gut und halten selbst bei kältestem Wetter warm. Diese Thermo- oder Basisschicht ist die unterste Schicht und schützt selbst nicht vor Wind und Wetter.
- Passform: Die perfekte Passform ist bei Fahrradbekleidung essenziell. Damit die Kleidung ideal die Körperwärme isoliert, muss sie eng sitzen. Jedoch nicht zu eng, weil sie sonst die Bewegungsfreiheit einschränkt und möglicherweise nicht komfortabel genug ist.
- Belüftung: Fahrradbekleidung besitzt oftmals Belüftungsschlitze oder Öffnungen, mit welchen die Temperatur reguliert werden kann. Ebenfalls sollte die Kleidung an sich atmungsaktiv sein, um die Feuchtigkeit vom Körper weg transportieren zu können. Wenn im Winter geschwitzt wird und das Wasser nicht kondensieren kann, kann es schneller zur Unterkühlung kommen.
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