Vaude Fahrradbekleidung für Damen im Winter: Ein umfassender Test

„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ - dieser Spruch ist zwar ein Klassiker, aber ebenso aktuell. Insbesondere, wenn ich jeden Tag, also bei Wind und Wetter, Fahrrad fahre habe ich ihn oft im Hinterkopf. Mit der richtigen Bekleidung kannst Du auch im Winter mit Deinem Fahrrad fahren. Nicht nur auf dem Weg zur Arbeit, sondern auch in Deiner Freizeit sind winterliche Mountainbike-Touren oder Ausflüge mit dem Gravelbike ein besonderes Erlebnis - vom Trainingseffekt einmal abgesehen.

Die Bedeutung der richtigen Fahrradbekleidung im Winter

Wer auch bei Regen mit dem Rad unterwegs ist, kommt um das Thema Softshell-/ oder Regenhose nicht drum rum. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Regenhosen einfach zu dicht sind und sich der Schweiß darunter unangenehm sammelt. Klar, bei einer Tagesfahrt im Dauerregen hält nur die Regenhose wirklich dicht.

Das Zwiebelprinzip

Oberstes Gebot bei der Wahl der Fahrradbekleidung im Winter: einkleiden nach dem Zwiebelprinzip. Über die geschickte Kombination mehrerer Kleidungsstücke kannst Du am besten den wechselnden Bedingungen zwischen warmen Abschnitten in der Sonne und frostigen Passagen im Schatten entgegenwirken und Dich gegen kühle Nässe von außen schützen. Zudem hilft Dir eine flexibl kombinierbare Garderobe dabei, Deine Kleidung möglichst optimal an die Bedingungen Deiner Tour anzupassen.

Grundlagen der Winter-Fahrradbekleidung

Unterwäsche

Beim Biken im Winter eignet sich Unterwäsche mit Merinowolle sehr gut, denn hier kommt es häufig zu großen Temperaturschwankungen. Auf große Hitze bei einem schweißtreibenden Anstieg folgt schneidende Kälte bei der Abfahrt. Merinowolle spielt bei derartigen Bedingungen ihren großen Vorteil gegenüber Synthetikfasern aus: Das Garn speichert die Wärme und kühlt nicht abrupt durch Kälteeinflüsse aus. Als Alternative zu Merino ist aber auch die Kunstfaser in Funktionsunterwäsche gut für Winterbiker geeignet. Die Fasern kühlen zwar im Fahrtwind im Einzelfall rascher aus. Trägst Du sie als erste Schicht im Zwiebelprinzip, sorgen die guten Trocknungseigenschaften und der rasche Abtransport von Feuchtigkeit jedoch zuverlässig für ein gutes Trageklima.

Mittlere Schicht

Die zweite Schicht im Zwiebelprinzip ist hauptsächlich für die Wärmeisolierung zuständig. Im Winter besteht das perfekte Bike-Outfit aus mehreren Schichten. Zusätzlich werden die Stoffe oft innen angeraut, damit sie mehr Wärme speichern können. Natürlich kommt auch dabei ein entsprechender Anteil an Elastan (Spandex) zum Einsatz, um Trikots und Radhosen elastisch genug zu halten. Durch den Einsatz winddichter Membrane und Softshell-Materialien an den richtigen Stellen, wie etwa Gore-Tex Infinium Windstopper, kann Dir kalter Fahrtwind beim Biken nichts mehr anhaben.

Äußere Schicht

Die dritte und oberste Schicht der Fahrradbekleidung ist üblicherweise eine wind- und wasserdichte Fahrradjacke für den klassischen Wetterschutz gegen Regen, Schnee, Sturm sowie eine wasserabweisende Hose.

Schuhe

Analog zur Kleidung stellt Dich der Winter auch in Sachen Schuhe vor eine Herausforderung. Anders als beim Laufen sind die Füße beim Fahrradfahren nicht bzw. weniger in Bewegung. Sie kühlen dadurch sehr schnell aus. Der Fahrtwind verstärkt zusätzlich den Einfluss der Kälte. Winterfeste Fahrradschuhe bzw. -stiefel bieten einen verlängerten Schaft, der auch den Knöchelbereich vor Kälte und Feuchtigkeit schützt. Überschuhe sind besonders im Radbereich etablierte Ausrüstungsteile, um Dich winterfest zu machen. Bei Bedarf werden sie einfach über die gewohnten Fahrradschuhe gezogen, um diese je nach Konstruktion und Funktionalität vor Feuchtigkeit zu schützen und/oder zu isolieren. Besonders bei langen Winter-Ausfahrten mit dem Fahrrad sind gefütterte Überschuhe ein heißer Tipp, der für warme Füße sorgt.

Tipp für warme Füße

Wenn kalte Füße beim Radfahren für Dich ein großes Thema sind, dann schau Dir die Überschuhe von Gonso mit Primaloft-Isolierung an. Auch die Vaude Capital Plus überschuhe sind mit einer Isolierung ausgestattet.

Accessoires

Neben einem warmen Radtrikot und einer Thermo-Radhose halten Dich im Winter vor allem diverse Accessoires warm. Fahrradhandschuhe, Stirnbänder, Fahrradmützen, Schlauchtücher sowie Arm- und Beinlinge komplettieren Dein Fahrrad-Winteroutfit.

  1. Spätestens ab Oktober, wenn die Temperaturen besonders in den Morgen- und Abendstunden bereits empfindlich kalt sind, brauchen Radler Fahrradhandschuhe. Für die Übergangszeit eignen sich Allwetter-Fahrradhandschuhe, zum Beispiel von Castelli. Diese sorgen für einen optimalen Schutz vor Wind und Wetter, bieten aber gleichzeitig noch ausreichend Gefühl für die Bedienung von Schaltung und Bremse.
  2. Der Mensch verliert über den Kopf die meiste Wärme. Ein dünnes Stirnband oder eine wärmende Fahrradmütze gehören bei der Fahrradbekleidung im Winter deshalb zur Grundausstattung.
  3. Multifunktionstücher sind auch beim Radfahren im Winter eine tolle Sache, das Du immer dabei haben solltest. Sie schützen den Hals und können bei Bedarf auch Wangen und Kinnbereich vor Kälte und Feuchtigkeit schützen.

Sichtbarkeit

Neben warmer Kleidung ist beim Fahrradfahren im Winter auch die Sichtbarkeit ein wichtiges Thema. Besonders Berufspendlerinnen und -pendler, die früh morgens und abends mit ihrem Fahrrad im Straßenverkehr unterwegs sind. Zusätzlich zur obligatorischen Fahrradbeleuchtung erhöhen integrierte Reflektoren an Bekleidung und Accessoires und helle Farben die Sicherheit enorm. Viele der oben ausgewählten Fahrradjacken, Hosen und Überschuhe sind bereits mit reflektierenden Elementen ausgestattet.

Vaude Qimsa Light Softshell Fahrradhose für Damen im Test

Ich durfte dazu von Vaude die Qimsa Light Softshell Fahrradhose für Damen testen. Optisch kommt die Qimsa light wie erwartet daher. Geliefert wurde die Hose Mitte Januar - optimal um die guten, sportlichen Vorsätze, falls man welche hat, umzusetzen. Dieser Winter war nicht ganz so kalt, dafür konnte die Hose auf jeden Fall direkt einmal bei leichten Minus-Temperaturen zeigen, wie gut sie den Wind abhält. Vaude gibt hier eine Wind-Dichtigkeit von 80% an, damit die Atmungsaktivität hoch bleibt.

Passform und Komfort

Ich trug aufgrund der frischen Temperaturen noch eine Tight darunter und musste feststellen, dass sie den Wind gut abhält. Die Knie kühlen hier etwas aus, da es sich um eine leichte Hose handelt (so wie sie auch vom Hersteller beschrieben wird). Die erste Tour zur Arbeit erfolgte dann bei einstelligen Plustemperaturen. Angegeben wird die Passform als „standard“ und „lang“. Wie bereits eingangs erwähnt, sitzt die Hose eher etwas lockerer, was den Vorteil hat, dass noch ein Baselayer super darunter passt. Größe M entspricht hier der Größe 40. Des Weiteren wird „lang“ angegeben, was hier eine innere Beinlänge von 80 cm bedeutet. Angezogen kann ich das nur bestätigen. Auch schön lang ist der Bund hinten.

Vielseitigkeit

Da meine Outdoorprodukte gerne auch für andere Sportarten eingesetzt werden, trug ich die Qimsa auch beim Laufen, wenn die Temperaturen um den Gefrierpunkt lagen.

Robustheit und Stauraum

Um die Robustheit der Hose zu erhöhen, wurden die Sitzflächen- und die Innenknöchel verstärkt, erkennbar an dem schwarzen Stoff. Auch an zusätzlichen Stauraum wurde gedacht. Zusätzlich zu den beiden Eingrifftaschen auf Hüfthöhe wurde eine Reißverschlussbeintasche am rechten Oberschenkel platziert. Es wurde fast an alles gedacht.

Sicherheitsaspekte

Mir persönlich fehlen für die Sicherheit eingearbeitete Reflektoren.

Nachhaltigkeit

Gefertigt wurde die klimaneutrale Hose aus recyceltem PET - hochwertiges Polyester aus recycelten PET-Flaschen. Das spart bis zu 50 Prozent Energie und CO2-Emissionen ein, weshalb die Qimsa klimafreundlich und ressourcenschonend hergestellt wurde. Aktuell nicht vermeidbare Emissionen werden vollständig über die unabhängige Non-Profit-Organisation „myclimate“ kompensiert.

Pflege

Auch dieses Outdoorprodukt muss ab und an gereinigt werden. Dazu kann die Qimsa bei Maschinenwäsche 30°C pflegeleicht gewaschen werden. Um die dauerhafte Wasser- und Schmutzabweisung wieder zu aktivieren, muss sie lediglich kalt gebügelt werden.

Vaude Yaras 3-in-1 Fahrradjacke im Test

Eine Jacke, die atmungsaktiv, wind- und wasserdicht ist mir dann besonders wichtig. Die Jacke ist sauber verarbeitet, leicht und die Oberfläche der Regenjacke wirkt sehr strapazierfähig.

Design und Funktionalität

Die Regenjacke hat hinten einen Reflektorstreifen aus kleinen silbernen Punkten, wodurch er zwar zweckdienlich ist, aber gleichzeitig auch dezent wirkt. Allerdings fehlt bei meinem Testmuster einer der Punkte. Ob das von Anfang an so war, oder er beim Test abhandengekommen ist, lies sich nicht mehr zurückverfolgen. An den Unterarmen befinden sich auch noch schmale silberne Reflektorsteifen, sodass man auf dem Fahrrad bei Dunkelheit von vorn und von hinten gesehen wird.

Komfort und Passform

Die Bündchen der Regenjacke sind mit elastischen Einsätzen versehen und am Handrücken verlängert, sodass dieser beim Radfahren wahrscheinlich geschützt ist. Leider funktionierte das bei mir nicht, da meine Arme recht lang sind und die Bündchen beim Fahren nur bis zu den Handgelenken gingen. Bei kleineren Personen bietet die Jacke dieses zusätzliche Gadget aber bestimmt 😉 Die Innenseite der Regenjacke wirkt allerdings nicht atmungsaktiv, sondern eher so, als ob sie schnell nass wird, sobald man ins Schwitzen kommt.

Innenjacke

Die innere Jacke kann bestens als eigenständige Schicht getragen werden. Sie hat Seitentaschen mit Reißverschluss, ist an der Brust etwas dicker und ansonsten in Fleecestoff gefertigt.

Praxistest

Ich habe die Yaras 3-in-1 im Winter auf meiner etwa zwanzigminütigen Fahrradfahrt zur Arbeit und beim Laufen getestet, um stärkeres Schwitzen zu simulieren wie es in wärmeren Jahreszeiten bei der täglichen Rad fahrt wahrscheinlich wäre, getestet. Die Passform ist für meinen Körperbau leider nicht die Richtige. An den Schultern sitzt die Jacke recht eng dafür, dass ich normalerweise zwei Größen kleiner trage, am Bauch ist sie hingegen definitiv zwei Nummern zu groß. Zusammen mit den zu kurzen Ärmeln gehe ich davon aus, dass die Jacke eher für etwas kleinere und zierlichere Frauen, als ich es bin, geschnitten ist.

Kombination und Wetterschutz

Ich habe aufgrund des Testzeitraumes im Winter vor allem die Kombijacke getestet. Die beiden Jacken können einfach mit Knöpfen aneinander fixiert werden. Zusammen sind sie praktisch für Übergangsmonate, also im Winter ohne sportliche Betätigung etwas zu dünn. Die Yaras 3-in-1 hält auch starken Regenschauern stand. Das Wasser perlt gut sichtbar auf der Oberfläche ab. Allerdings fliest es nicht direkt ab, sondern haftet am Obermaterial, weshalb man die Jacke besser vor der Tür ausziehen sollte.

Haltbarkeit

Obwohl ich die Jacke nicht dauerhaft während der dreimonatigen Testphase getragen habe, fehlte am Ende ein Reflektorpunkt am Rücken. Da der Reflektorstreifen aus vielen kleinen Punkten besteht, finde ich das aber nicht weiters schlimm. Es ist mir auch erst bei genauerer Betrachtung überhaupt aufgefallen.

Fleece-Jacke

Den Fleece hatte ich auch einige Male allein ohne die Regenjacke zum Sport an - und war begeistert.

Winterjacken im Test: Ein Überblick

Winterjacken-Test für Fahrradfahrer :Jetzt ist er da, der Winter - und er wird uns auch noch ein paar Wochen begleiten. Wer jetzt noch das Rad satteln möchte, braucht nicht nur warme Gedanken, sondern auch warme Sachen. Erster Stopp für uns: kuschelig-warme Winterjacken. Unsere getesteten Winterjacken für Stadtradler, Mountainbiker und Rennradfahrer beweisen, dass es auch bei kühlen Temperaturen angenehm warm bleiben kann - ohne ins Schwitzen zu kommen. Die hier gezeigten Winterjacken wurden von uns BikeX-Redakteuren über Wochen, teils Monate hinweg im Alltag gefahren und getragen, weswegen die Modelle und Preise sehr unterschiedlich ausfallen. Untereinander vergleichen kann man sie also nicht.

Damen-Winterjacken im Test

  1. ION MTB Jacke Primaloft Shelter Damen: Gut durchdachte Details wie die verstellbare Kapuze, die super über den Helm passt, zwei Reißverschlusstaschen, ein integriertes Brillenputztuch und kleines Packmaß machen die Shelter Primaloft MTB-Jacke zur gern gesehenen Begleiterin. Der atmungsaktive Fit verhindert Überhitzen, selbst bei langen Anstiegen. Das Primaloft-Futter hält kuschelig-warm wie echte Daunen.
  2. Gonso Trail Jacket Primaloft W: Die Jacke ist sehr universell einsetzbar: unter einer Hardshell-Regenjacke auf dem City-Bike oder an sehr kalten Tagen im Bikepark, an denen ich im Lift nicht frieren möchte. Sogar auf Skitour macht sie eine richtig gute Form. Die Jacke hält auch ohne Verwendung von tierischer Daune prima warm. Stattdessen verwendet sie eine Primaloft-Isolation.
  3. ION Shelter 2L Softshell Damen: "Die Shelter 2L Damen-Softshell von Ion ist bei mir im Winter im Dauereinsatz", sagt unsere Volontärin Katharina Binzenhöfer. "Ich kombiniere sie je nach Temperatur mit einer Primaloft-Weste oder -Jacke. Die Ärmel sind lang und haben eine Verschlussmöglichkeit, um die Handschuhe oben abzudichten.
  4. Gonso Marmora: Ich bin ein echter Freund von Produkten mit Primaloft-Isolierung. Die "Kunstdaune" hat kein Tierleid verursacht, ist laut Herstelleraussage in manchen Fasern aus Recycling-Material und hält in quasi allen Klamotten, die ich habe, mollig warm. So auch bei Gonsos speziell für Damen geschnittene Marmora-Jacke.

Herren-Winterjacken im Test

  1. Vaude Batura Thermojacke: Zugegeben: Eine Winterjacke ohne (!) Kapuze dürfte vielen komisch vorkommen. Nicht aber unserem Redakteur Moritz Schwertner. Der schätzt die mit Primaloft Silver gefüllte Steppjacke nämlich aus Überzieher auf langen Winterfahrten. Die Vaude lässt sich prima komprimieren und findet daher als letzte Instanz vor dem Erfrieren in der Hüfttasche oder dem Rucksack ihren Platz, mit rund 400 Gramm trägt sie dabei kaum auf. Übergezogen hält sie typisch für Primaloft mollig warm, trägt sich aber nicht schwitzig.
  2. Endura GV500 Insulated Jacket: Seit drei Jahren ist Enduras vergleichsweise sportlich geschnittene Primaloft-Jacke GV500 der treue Trainings- und Lagerfeuer-Begleiter von Redakteur Felix Krakow. Wenig verwunderlich ist die eigentlich fürs Bikepacking designte Jacke sehr leicht, 269 Gramm gibt Felix für seine Jacke in Größe M an.
  3. Gonso Bevinco: Jetzt wird's kuschelig! Gonsos Herren-Fahrradwinterjacke Bevinco ist laut BikeX-Redakteur Moritz Schwertner ein richtig warmer Begleiter für kalte Stunden auf dem Rad. Gefüllt ist die Wendejacke aus der aus recycelten PET-Flaschen hergestellten Kunstdaune "Primaloft" in der "Silver"-Variante - kommt also ganz ohne Tierleid aus.
  4. Specialized Men’s Packable Down Jacket: Die Specialized Men's Packable Down Jacket besteht aus einer sogenannten "Allied Feather + Down-Füllung" und zusätzlicher Primaloft-Isolierung. Kein Wunder also, dass die Wärmeleistung im Alltagstest bei Temperaturen um den Gefrierpunkt hervorragend funktionierte.
  5. Scott Insuloft Tech Primaloft Jacke: Die Insuloft Tech Primaloft Jacke von Scott ist eine echt leichte Primaloft-Jacke und belegt dies auf der Waage: In Größe M wiegt die Insuloft gerade mal 410 g! Die sportlich und körperbetont geschnittene Jacke deckt den Oberkörper bis zur Hüfte ab.
  6. Endura MT500 Freezing Point Jacke II: Bereits im großen Primaloft-Jacken-Vergleichstest durfte sich die schwere Endura MT500 Freezing Point II beweisen - und heimste seinerzeit auch den Testsieg in der Allround-Kategorie ein. Auch im Alltag ändert sich dieser Eindruck nicht: Mit drei Reißverschluss-Taschen, Kapuzenverstellung, Belüftungs-Reißverschlüssen, Bundverstellung und Reflektoren ist die Endura höchst funktional - und klimatisch sehr angenehm zu tragen.
  7. Gonso Save Therm: Gonsos Save Therm empfiehlt sich laut Redakteur Moritz Schwertner besonders für richtig knackig-kalte Tage unter 0° Celsius - oder eben für Frostbeulen auf dem Rad. Die abseits einer etwas längeren Rückenpartie nicht besonders radspezifisch geschnittene, dick wattierte Jacke trägt sich fluffig und fällt größentechnisch normal aus.
  8. Northwave Extreme Trail Jacket: Die Northwave Extrem Trail Jacket sieht nicht nur modern aus, sie fühlt sich auf den ersten „Sitz“ auch richtig gut an. Die sportlich-lässig geschnittene Jacke gefällt durch ihr leichtes Tragegefühl.

Regenjacken im Test: Schutz vor Nässe

Regen ist so etwas wie der natürliche Feind der Radfahrer. Wer möchte schon auf einer Radreise stundenlang durchnässt weiter in die Pedale treten oder nach dem Weg zur Arbeit nass im Büro sitzen? Regenjacken für Radfahrer und Radfahrerinnen haben einen anderen Schnitt als entsprechende Jacken für Wanderer. In der Regel sind sie vorne kürzer und lassen ausreichend Raum für die Beine. Am Rücken sind sie oft länger, um auch bei leicht gebückter Haltung auf dem Rad Schutz zu bieten. Sie haben schließbare Bündchen an den Ärmeln, damit der Fahrtwind nicht hineingreift. Die sportlichen Modelle sitzen eng an und bieten dem Wind so wenig Angriffsfläche - ein nicht zu unterschätzender Aspekt auf längeren Radtouren, aber auch bei Fahrten ins Büro mit Gegenwind.

Getestete Modelle und ihre Eigenschaften

Die von uns getesteten Modelle sind wasserdicht und teils atmungsaktiv. Eine Regenjacke soll ja erstens nicht nach einer halben Stunde durchnässen, und zweitens wollen Sie nicht übermäßig schwitzen. Keine der getesteten Jacken hat uns in diesen beiden Aspekten komplett im Stich gelassen. Unterschiede gibt es dennoch.

  • Kapuze: Fast alle Jacken in unserem Test haben eine Kapuze. Deren Verstellbarkeit ist wichtig: Einerseits muss sie eng genug sitzen, um vom Gegenwind nicht zurückgeweht zu werden. Andererseits darf sie auch beim Drehen des Kopfes nicht die Sicht behindern. Und falls Sie einen Helm tragen: Wollen Sie die Kapuze über oder unter dem Helm tragen? Nicht bei allen Regenjacken ist beides möglich.
  • Taschen: Alle Regenjacken im Test haben Taschen. Ein Smartphone können Sie jedoch nur bei einigen Modellen sicher und zugleich trocken verstauen. Die Smartphonetasche sollte zudem so hoch sitzen, dass Sie beim Treten nicht ständig mit den Beinen dagegenstoßen.

Spezifische Modelle im Überblick

  • BTWIN City 540: Eine gefütterte Regenjacke, die vor allem für den urbanen Einsatz konzipiert ist. Mit ihrem weiten Schnitt und dem doppelten Bund an den Armen ist sie alles andere als windschnittig und daher kaum für den Einsatz auf Rennrädern geeignet. Dafür hat sie breite Reflektorstreifen, die im nächtlichen Straßenverkehr für Sichtbarkeit sorgen sollen, indem sie auch schwaches Licht stark reflektieren.
  • Gripgrab EXPLR Waterproof Lightweight: Mit 268 Gramm ist sie fast so leicht die weiter unten beschriebene GV500 von Endura. Der Preis für das geringe Gewicht: Die EXPLR hat nur eine von außen zugängliche Tasche an der Brust. Seiten- oder Innentaschen fehlen. Immerhin kann ich in der Brusttasche mein Smartphone (auch große Geräte passen) trocken aufbewahren.
  • Gonso Save Jacket Essential: Mit einem eher locker sitzenden Schnitt richtet sich die Save Essential weniger an Rennradfahrer als an Pendler und Radreisende, die auf dem Rad Bewegungsfreiheit schätzen. Der Schnitt ist unauffällig, die Farben modisch. So kann man die Jacke nicht nur auf dem Rad tragen, sondern auch mal in der Mittagspause oder abends auf dem Weg zur Verabredung.
  • Elkline 1Dry2 Manteloverall: Mantel und Overall in einem Kleidungsstück. Ersonnen hat das Konzept die Hamburger Gestalterin Bianca Gabriel. Die leidenschaftliche Radfahrerin wollte ein Kleidungsstück, das auch bei kräftigem Regen den gesamten Körper schützt, gleichzeitig aber bequem ist und nicht nach Funktionskleidung aussieht.
  • Endura GV 500 Waterproof Jacket: Die GV 500 ist ein leichtes Sommermodell für Abenteurer: Sie lässt sich klein zusammenfalten, wiegt nur 228 Gramm und passt so gut zu mehrtägigen Ausfahrten mit wenig Gepäck. Sie lässt sich in die eigene, auf links gedrehte Brusttasche stecken und nimmt dann nur noch wenig Raum ein. Die abgedichtete Brusttasche eignet sich zudem gut für ein Smartphone.
  • AGU Oversized Rain Shirt: Tatsächlich hat AGU das Design eines Herrenhemdes in eine Art Regenmantel für Frauen übertragen. Im Testverlauf zeigt sich, dass das Konzept aufgeht: Der Regenmantel lässt sich einerseits gut über bürotaugliche Kleidung ziehen und fällt mit seinem Design andererseits im quirligen Hamburger Stadtteil Ottensen kaum auf.

Materialkunde: Softshell vs. Isolationsfasern

Softshell

Softshells bestehen in der Regel aus einer zweilagigen Konstruktion und unterscheiden sich vom Hardshell durch die fehlende wasserdichte Barriere. Eine wasserabweisende Oberflächenbehandlung (DWR) schützt vor leichtem Regen. Bei der Luftdurchlässigkeit findet sich das komplette Spektrum von völlig winddicht bis zu sehr luftdurchlässig. Oft werden gezielt unterschiedlich dichte Materialien eingesetzt, um den Körper partiell zu belüften. Teilweise wird die Innenseite des Softshells mit einem hohen Flor oder einer Wabenkonstruktion ausgestattet, die durch Lufteinschlüsse die Isolation verbessern.

Primaloft, Polartec Alpha & Co

Bei den Isolationsjacken finden sich hauptsächlich zwei Produkte im Test. Primaloft besteht aus ultrafeinen Polyester-Mikrofasern, die ein vernetztes Fasergewirr bilden und die Struktur und Funktion von Daunen imitieren. Die Fasern befinden sich in der Regel zwischen zwei stark bis vollständig windabweisenden Stoffschichten. Bei Polartec Alpha handelt es sich um einen grob gewirkten Stoff, der durch die weite Maschenbindung und den leichten Flor Platz für Lufteinschlüsse bietet. Beide Materialien sind besonders leicht, klein packbar und weisen eine hohe Isolationswirkung auf.

Winter-Kombis im Test: Ein Überblick

Insgesamt zehn Hersteller haben zwölf unterschiedliche Sets aus Jacke und Hose eingesandt. Darunter befinden sich sowohl Damen- als auch Herrenteile. Einige der Modelle sind zudem für beide Geschlechter erhältlich.

Hersteller Modell
Craft ADV Bike SubZ Insulate Jacket / ADV Bike Offroad SubZ Pants
Dynamics Profi Softshelljacke / Gravel Pant
Endura MT500 Freezing Point Jacket / MT500 Freezing Point Trousers
Fox W Ranger Fire Jacket / W Defend Fire Pant
Gonso Canosio / Basodino / Ferra (Damenhose)
Jack Wolfskin Morobbia Alpha Ins Jacket M / Morobbia Alpha Ins Pants M
Löffler Bike Jacket Cosmo WS Warm CF / MTB Pants AS
Pearl Izumi W Attack Amfib Lite JKT / W Summit Amfib Lite Pant
Jack Wolfskin Morobbia Jacket W / Morobbia Pants W
Pearl Izumi Canyon Ecoloft Jkt / Summit Amfib Alpha Pant
Scott Trail Storm Insuloft AL Jacket / Trail Storm Hybrid Pants
Vaude Me All Year Moab Jacket II / Me All Year Moab Pants

Materialauswahl: Primaloft und Polartec Alpha im Fokus

Besonders auffällig bei der Auswahl der Materialien: Nur noch wenige Hersteller setzen bei Winterbekleidung rein auf klassisches Softshell. In etwa der Hälfte der Testprodukte finden sich moderne Isolationsfasern wie Polartec Alpha oder Primaloft. Diese verfügen bei sehr geringem Gewicht über eine hohe Isolationswirkung. Im Vergleich zum Softshell sind sie in der Regel aber auch weniger atmungsaktiv, weil sie meist von sehr dicht gewebtem Stoff umschlossen werden. Auch der Nässeschutz fällt bei den modernen Iso-Klamotten häufig schlechter aus als bei den etwas schwereren Softshells.

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