Viele Vereine und Organisationen in Deutschland engagieren sich dafür, Flüchtlingen durch Fahrradspenden zu mehr Mobilität und Integration zu verhelfen. Diese Initiativen sammeln Fahrräder, reparieren sie und geben sie an bedürftige Menschen weiter.
Westwind Hamburg e.V.: Ein Netzwerk für Fahrradspenden
Der Westwind Hamburg e.V. ist ein Netzwerk aus Ehrenamtlichen, das seit 2015 Fahrräder und Fahrradteile auf Spendenbasis sammelt und an Flüchtlinge weitergibt. Mithilfe von ca. 30 Ehrenamtlichen werden die gespendeten Räder aufbereitet, verkehrssicher gemacht und an bedürftige Menschen gegen einen geringen Kaufpreis weitergegeben.
Westwind nimmt dabei nicht nur ganze Räder an, sondern versucht auch gut erhaltene Einzelteile weiterzuverarbeiten und in bestehende Fahrräder zu recyclen. Es gibt bereits einige Selbsthilfewerkstätten in den Flüchtlingsunterkünften. Wir unterstützen die bestehenden und ermutigen Ehrenamtliche, weitere zu gründen.
»Wir nehmen Spendenfahrräder an, organisieren Durchsicht und Instandsetzung in kooperierenden Werkstätten und geben die Räder dann zum Sozialpreis ab.
Bis heute haben wir in unserer Werkstatt mehr als 3000 gespendete Bikes verkehrssicher gemacht und an Bedürftige mit und ohne Migrationshintergrund zum Sozialpreis abgegeben.
Carmen Wilckens, Gründerin und von 2016 bis 2023 1. Vorsitzende über den Verein Westwind Hamburg e.V.
Der Verein Westwind Hamburg e.V. hat seine Wurzeln im Jahre 2015, als viele Menschen auf der Flucht vor Krieg, Terror und Gewalt aus ihren Heimatländern flüchten mussten. Da entstand die Idee, den Menschen schnell, unbürokratisch und kostengünstig Fahrräder zur Verfügung zu stellen.
Mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, heißt teilzuhaben am Leben in der Stadt: sei es Freizeit oder Arbeit, Veranstaltungen oder Schule, Behörde oder Einkäufe - das Rad bringt dich überall hin!
Die Fahrradwerkstatt: Hilfe zur Selbsthilfe
Ein Stück Freiheit bedeute das Fahrrad für einen Flüchtling, insbesondere bei der Tätigung der täglichen Einkäufe, bei Behördengängen, oder dem Besuch von Deutschkursen. Unser Anliegen ist es, die Asylsuchenden mit verkehrssicheren Fahrrädern auszustatten, denn das fördert auch ihre Integration in ihre neue Heimat.
In unserer Fahrradwerkstatt treffen sich wöchentlich Menschen aus vielen Ländern. Hier sprechen und arbeiten sie zusammen, helfen einander und tauschen sich aus. Manche Flüchtlinge kommen auch nur der Begegnung wegen, oder helfen als Dolmetscher.
Gemeinsam mit Flüchtlingen arbeiten wir gespendete Fahrräder auf, oder reparieren solche, die im täglichen Gebrauch kaputt gegangen sind. Nach und nach erlernen die Asylsuchenden so den Umgang mit der Technik.
Mit der Reparatur der Räder ist es allerdings noch nicht getan. Denn die meisten Flüchtlinge, die hier neu sind, müssen sich erst einmal mit den einen oder anderen Verkehrsregeln vertraut machen. Auch diesbezüglich hoffen wir Hilfestellung leisten zu können.
Die Ausstattung der Fahrradwerkstatt ist recht gut, Werkzeug ist vorhanden und fehlendes Material kann kurzfristig beschafft werden. Und natürlich gibt es inzwischen auch gespendete Fahrräder in vielen Größen, vom kleinen Kinderrad übers Jugendrad bis zum Herren- und Damenfahrrad.
Dennoch kann das Willkommensteam noch mehr Fahrrad-Spenden gebrauchen, denn es kommen wöchentlich neue Asylbewerber zu uns.
Unser Anspruch ist es, jedem Asylbewerber ein Fahrrad zur Verfügung stellen zu können. Hier sind wir auf IHRE Hilfe angewiesen. Bitte schauen Sie einmal, ob Sie nicht noch ein Fahrrad besitzen, dass Sie nicht mehr so häufig nutzen und es spenden möchten.
Rad & Tat: Mobilität für Flüchtlinge in Würzburg
Mobilität ist das A und O in unserer Gesellschaft. Das merken auch die Geflüchteten und Asylsuchenden in und um Würzburg. Im Januar 2013 haben wir deshalb als Caritas das Projekt „Rad & Tat“ ins Leben gerufen.
Ziel ist es, den Frauen, Männern und Kindern in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) Würzburg, gegen einen geringen Kostenbeitrag, verkehrstüchtige Fahrräder zur Verfügung zu stellen, damit sie schnell und preiswert zu den Ämtern und Behörden und auch einmal raus aus der GU kommen können.
Interessierte Menschen können in der GU (Veitshöchheimer Str. 100) bei der Caritas einen Berechtigungsschein erhalten, und dann bei der monatlichen Ausgabe dort ein Rad abholen.
Mit dem ausgegebenen Fahrradpass können die Leute zudem der Polizei gegenüber nachweisen, dass es wirklich ihr Fahrrad ist.
Wie Sie Helfen Können
- Fahrradspende: Gerne holen wir Ihr altes Fahrrad ab, reparieren es und stellen es den Flüchtlingen zur Verfügung.
- Engagement: Sie kennen sich ein wenig mit Fahrrädern aus und haben Freude am gemeinsamen Tüfteln? Das Team um Hans Madinger sucht zur Verstärkung Männer und Frauen, die bei Wartung, Reparatur oder Ausgabe der Räder mitarbeiten wollen. Aktuell versuchen wir, neben der monatlichen Fahrradausgabe, die Werkstatt / Selbsthilfewerkstatt in der GU Veitshöchheimer Str. 100, jeden Samstag zu öffnen. Speziell hierfür suchen wir noch Menschen mit etwas Schraubererfahrung, die mitarbeiten möchten.
- Geldspende: Sie finden das Projekt gut und sinnvoll. Dann unterstützen Sie es mit einer kleinen Spende. Immer wieder müssen sicherheitsrelevante Ersatzteile gekauft werden, damit die Fahrräder wirklich verkehrstauglich sind.
Sobald wir die Fahrradspende entgegengenommen haben, reparieren wir diese in ehrenamtlicher Arbeit. Dabei setzt sich unser Pool an Engagierten aus Menschen unterschiedlichster Schichten und Herkunft zusammen.
Wir haben bereits über 1500 Geflüchtete mobil machen können, vielen Menschen das Fahrradschrauben näher gebracht und darüber hinaus viele Freundschaften geschlossen. Seit nunmehr fünf Jahren leisten wir so unverändert unseren Beitrag zu einer gelingenden Integration und einer ökologisch, nachhaltigen Zukunft.
Save me Fahrradwerkstatt
Seit Mitte 2014 versorgt die Save me Fahrradwerkstatt Geflüchtete kostengünstig mit Fahrrädern. Mehrere Hundert Fahrräder für Kinder und Erwachsene haben die ehrenamtlichen HelferInnen seit Gründung der Werkstatt bereits gesammelt, repariert und für einen geringen Betrag verkauft.
Benötigt werden vor allem Kinder- und Herrenfahrräder. Der Enthusiasmus des hochmotivierten Teams ist in der Werkstatt deutlich zu spüren.
Die Ehrenamtlichen sind eine bunt gemischte Gruppe aus RentnerInnen und Berufstätigen, die sich mehrmals in der Woche einige Stunden in der Werkstatt einbringen.
Konstanz ist bezüglich der Zahl der gespendeten und verkauften Räder an Flüchtlinge unter den Städten und Gemeinden deutschlandweit ganz weit vorn mit dabei.
Unterstützung und Engagement
Wir würden uns sehr freuen, Fahrrad-Enthusiast*innen zu finden, die unseren Verein unterstützen und das Team mit ihrem Wissen bereichern! Ihr habt Zeit und Lust, Fahrräder mit uns zu reparieren? Super! Kommt einfach montags, dienstags oder mittwochs während unserer Werkstattöffnungszeiten (16-20 Uhr) vorbei, und wir finden etwas für euch.
Die Räder werden von Berliner*innen an unseren Verein gespendet. In gemeinsamer, ehrenamtlicher Arbeit von (Neu-)Berliner*innen mit und ohne Fluchterfahrung bringen wir diese wieder in einen verkehrstauglichen Zustand.
ADFC: Einsatz für Radfahrer
Wir vom ADFC Hamburg setzen uns mit Leidenschaft für komfortables und sicheres Radfahren und die Verkehrswende in Hamburg ein. Das bringt uns eine hohe Lebensqualität in Hamburg - und ist notwendiger Klimaschutz.
Was macht der ADFC?
Der ADFC ist die größte Interessenvertretung für Radfahrende weltweit und hat mehr als 240.000 Mitglieder bundesweit, davon über 9.000 in Hamburg. Als Fahrradlobby setzen wir uns für die Verkehrswende mit dem Fahrrad im Mittelpunkt ein - und damit für mehr Klimaschutz, Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität.
Der ADFC ist parteipolitisch neutral, aber parteilich, wenn es um die Interessen von Radfahrenden geht. Mit Kampagnen fördern wir den öffentlichen Diskurs und erzeugen politisch Druck. Auf Fachveranstaltungen und durch Lobbyarbeit informieren wir politische Entscheider*innen. Mit Projekten wie dem ADFC-Fahrradklima-Test schaffen wir öffentliche Aufmerksamkeit für dringend notwendige Verbesserungen der Radfahrbedingungen. Unsere Serviceangebote machen Radfahrenden das Leben leichter.
Warum Mitglied im ADFC werden?
Mit Deiner Mitgliedschaft unterstützt Du den ADFC in seiner Arbeit für bessere und sichere Radwege. Wir setzen uns für dich und deine Interessen in Politik und Öffentlichkeit ein, fordern und fördern den weiteren Ausbau der Radinfrastruktur und die Verkehrswende in Hamburg.
Vorteile der ADFC-Mitgliedschaft
Als Mitglied im ADFC bist du mitten im Geschehen, kannst am aktiven Vereinsleben teilnehmen und findest zu (fast) jedem Rad-Thema Gesprächspartner*innen.
Über deine Mitgliedschaft erhältst du mit unserer "ADFC Pannenhilfe" rund um die Uhr schnell und unkompliziert Hilfe, wenn du mal nicht mehr weiter kommst - egal, ob im Alltag, in der Freizeit oder auf Reisen (gilt für Fahrräder, Pedelecs, Lastenräder, Fahrradanhänger). Du bist als Mitglied automatisch rechtsschutzversichert, wenn Du als öffentlicher Verkehrsteilnehmer*in mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Fahrrad im ÖPNV unterwegs bist. Außerdem hast du Anspruch auf eine kostenlose anwaltliche Erstberatung.
Als Mitglied bekommst du regelmäßig das ADFC-Mitgliedermagazin Radwelt frei Haus per Post oder als E-Paper, voll mit wertvollen Tipps und Informationen rund ums Rad sowie als Hamburger*in die RadCity, das Radmagazin des Hamburger Clubs.
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Verkehrssicherheit des Fahrrads
Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen.
Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben.
Wo kann man Fahrräder und Ersatzteile spenden?
- re.cycle (ZukunftArbeit gGmbH)
- Westwind Hamburg e.V.
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