Viele Radfahrer nutzen gerne die Möglichkeit, ihr Fahrrad im Zug mitzunehmen, um entspannt zum Startpunkt einer Radtour zu gelangen oder um längere Strecken komfortabel zurückzulegen. Hier finden Sie wichtige Informationen und Tipps zur Fahrradmitnahme im Zug in Deutschland.
Grundlegende Informationen zur Fahrradmitnahme
Grundsätzlich gilt: Die Fahrradmitnahme ist nur möglich, wenn der Platz im Fahrzeug dafür ausreicht. Die Beförderung von Fahrgästen, Kinderwägen und Rollstühlen hat stets Vorrang. Einen Anspruch auf Mitnahme Ihres Rads haben Sie somit nicht.
Stoßzeiten vermeiden
Vor allem, wenn Sie als Reisegruppe eine Fahrradtour unternehmen, sollten Sie Stoßzeiten auf jeden Fall vermeiden. Sie außerhalb der Zeiten mit starkem Fahrgastaufkommen, z. B. im Berufsverkehr oder an Wochenenden und Feiertagen, reisen.
Fahrradmitnahme in Bayern
Die Fahrradmitnahme in Bayern ist in der Regel kostenpflichtig (Ausnahmen). Dabei bieten Ihnen alle Züge des Nahverkehrs im Freistaat die Möglichkeit, Ihr Rad mitzunehmen. Ausgeschlossen sind die Hauptverkehrszeiten in den S-Bahnen München (vor- und nachmittags) und Nürnberg (vormittags)*.
Bitte beachten Sie generell, dass es an besonders schönen Sonnentagen zu Kapazitätsengpässen kommen kann. Eine Fahrradmitnahme kann daher nicht garantiert werden. Bitte berücksichtigen Sie dies bei Ihrer Reiseplanung.
*Außer in den bayerischen Schulferien. Baustellenbedingt kann es zu Ausfällen im Verkehr der Fahrradzüge kommen. Für Gruppen ab fünf Personen wird eine Anmeldung empfohlen. Bitte beachten Sie auch regionale Sonderregelungen bzgl.
Spezielle Fahrradzüge in Bayern
Zusätzlich zu den Taktzügen des Regelverkehrs verkehren in touristisch bedeutenden Regionen im Bahnland Bayern Ausflugszüge. In diesen gibt es erweiterte Mehrzweckbereiche bzw. Fahrradstellplätze. Auch die im täglichen Taktverkehr fahrenden Züge sind grundsätzlich für die Fahrradmitnahme geeignet, da auch diese über Fahrradstellplätze bzw. Mehrzweckbereiche verfügen und außerdem einen umsteigefreien Linienverlauf haben.
Fahrrad-Reisegruppen, die Ausflugszüge bzw. im regulären Taktverkehr fahrende Züge nutzen wollen, empfehlen wir eine Voranmeldung. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft fördert in Zusammenarbeit mit den bayerischen Bahnen attraktive Angebote, die speziell auf die Bedürfnisse von Radfahrern abgestimmt sind.
Verhalten im Zug
Steigen Sie in geordneter Reihenfolge möglichst zügig ein bzw. Sichern Sie Ihr Rad gegen Umfallen. Stellen Sie es in die vorhandenen Ständer, an die Abteilwand, oder lehnen Sie es platzsparend in Gegenrichtung an ein anderes Rad. Klären Sie mit den anderen Radler(innen) ab, wer wo aussteigt.
Fahrradtickets und Reservierungen
Mit dem Fahrplanwechsel der Bahn zum 15. Dezember können Fahrradtickets im Fernverkehr bis zu 12 Monate im Voraus gebucht werden. Der ADFC rät Radreisenden, die schon feste Pläne für 2025 haben, so früh wie möglich Stellplätze zu buchen - und erklärt, was man bei der Radmitnahme in der Bahn noch wissen muss.
Jedes Fahrrad braucht ein eigenes Ticket und eine Stellplatzreservierung. Eine Fahrradkarte im Fernverkehr kostet innerhalb Deutschlands ab 7,99 Euro. Online können Tickets für bis zu fünf Fahrräder gebucht werden - wer mehr Plätze reservieren möchte, muss die Service-Telefonnummer 030-2970 anrufen oder am Schalter buchen.
Ein deutschlandweit gültiges Fahrradticket für den Nahverkehr kostet am Automaten oder in der App 6,50 Euro. Jeder Verkehrsverbund hat aber eigene Regeln und eigene Tarife zur Fahrradmitnahme, in manchen Regionen ist sie kostenlos. Fahrradanhänger müssen zusammengeklappt werden und brauchen ein Extra-Ticket. Für spezielle Fahrräder, etwa Tandems oder Liegeräder, gibt es Ausnahmeregeln, der Kundenservice gibt Auskunft. Lastenräder müssen aufgrund ihrer Größe draußen bleiben; kompakte Modelle, bei denen man etwa den Lastenkorb zusammenklappen kann, werden oft geduldet. Übrigens: Zusammengeklappte Falträder fahren als Gepäckstück kostenlos mit.
Sie brauchen eine Fahrradkarte pro Fahrrad, z.B. die Fahrrad-Tageskarte Nahverkehr, mit der sie einen Tag lang in ganz Deutschland fahren. Es gibt keine Garantie für die Mitnahme von Fahrrädern.
Planung der Reise
Bevor die Reise losgeht, lohnt sich ein Online-Check der Bedingungen am Abfahrts- und Zielbahnhof. Sind die Bahnsteige barrierefrei erreichbar? Gibt es ausreichend große Aufzüge, Rolltreppen, Auffahrrampen? Am Gleis selbst sollte man vorab schauen, wo das Fahrradabteil ist - etwa über den Wagenstandsanzeiger im Aushang auf dem Bahnsteig oder über die App - und von vorneherein im richtigen Gleisabschnitt auf den Zug warten.
Planen Sie am Reisetag genug Zeit ein. So sind Sie entspannt, falls sich spontan etwas ändern sollte. Aktivieren Sie am besten die Funktion "Benachrichtigungen zur Reise". Auf dem Bahnsteig warten Sie am besten in dem Abschnitt, in dem das Fahrradabteil hält. In der Regel ist das bei den Nahverkehrs-Zügen am Zug-Anfang oder -Ende.
Die Fahrrad-Stellplätze der Fernverkehrszüge sind immer in der 2. Klasse. Manchmal sind sie auf mehrere Wagen verteilt. Die Wagenstansanzeiger am Bahnsteig zeigen Ihnen, in welchem Abschnitt die Stellplätze sind. Die Wagen sind mit einem Fahrradsymbol gekennzeichnet. Unsere App DB Navigator informiert Sie live über die Wagenreihung.
Tipps für die Fahrradmitnahme
- Das Einladen und Abstellen Ihres Fahrrads im Abteil ist leichter, wenn Sie vorab alle Gepäckstücke, auch Satteltaschen, vom Fahrrad abnehmen.
- Je nach Zugtyp und Platzangebot werden die Fahrräder hängend oder stehend transportiert. So sind Ihre Fahrräder beim Transport sicher.
- Sprechen Sie sich mit den anderen Reisenden mit Fahrrad im Zug ab, wer wann aussteigt.
- Bei Pedelecs muss der Akku während der gesamten Fahrt am Rad montiert bleiben.
Alternativen zur Fahrradmitnahme im Zug
Wer das eigene Fahrrad nicht in der Bahn mitnehmen will oder kann, kann es bei der Bahn auch als Gepäckstück aufgeben, dafür muss das Rad aber in der Regel teilweise auseinandergebaut werden. Eine andere Option ist, am Urlaubsort ein Fahrrad auszuleihen. In den meisten Regionen, die auf Touristen eingestellt sind, gibt es Leihradanbieter.
Auf bahn.de/fahrrad finden Sie Alternativen zur Fahrradmitnahme - wie z.B. das Bikesharing Call a Bike oder den Fahrrad-Versand mit DB Gepäckservice.
In der VBB-Livekarte können Sie sich neben den aktuellen Bus- und Bahnfahrten zusätzlich Fahrradvermieter in Brandenburg sowie Bikesharing-Anbieter in Berlin mit Buchungslinks und Verfügbarkeitsangabe anzeigen lassen.
Besonderheiten in Berlin und Brandenburg
Mit dem eigenen Fahrrad auf Entdeckungstour durch Brandenburg und Berlin zu gehen und dabei das Fahrrad mit in den Zug zu nehmen, wird immer beliebter. Fahrräder können Sie in S- und U-Bahnen, in Regional- und Straßenbahnen in den gekennzeichneten Wagen sowie in einigen Bussen und Fähren mitnehmen, sofern es der Platz erlaubt (im Zweifelsfall entscheidet darüber das Personal). Ist wenig Platz vorhanden, haben Rollstuhlfahrer und Kinderwagen Vorrang. Ein Anspruch auf Mitnahme des Fahrrads besteht nicht.
Dafür gibt es extra gekennzeichnete Mehrzweckabteile, die von außen sichtbar mit einem Fahrradsymbol markiert sind. Dort befinden sich Stellflächen, in den Zügen zumeist auch Anschnallgurte zum Sichern des Fahrrades.
Bei schönem Wetter sind die Züge am Wochenende und an den Feiertagen in Richtung Uckermark, Mecklenburgische Seenplatte, Ostsee und in den Spreewald meist stark ausgelastet. In den Hauptverkehrszeiten (morgens 6:00 bis 9:00 Uhr und nachmittags 16:00 bis 19:00 Uhr) ist die Fahrradmitnahme daher schwierig.
Wählen Sie einen späteren Zug oder planen Sie Ihren Ausflug entgegengesetzt zur Hauptverkehrszeit. Eine weitere Möglichkeit ist, die Radtour nicht mit der Regionalbahn, sondern an einem S-Bahnhof zu starten oder zu beenden. Die S-Bahn fährt mindestens alle 20 Minuten und bietet vergleichsweise viel Platz für Fahrräder. Es lohnt sich meist!
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