Fahrradanhänger im Test: Was Sie vor dem Kauf wissen müssen

Fahrräder mit Anhänger sind eine flexible Alternative zum Lastenrad und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Ob Lasten-, Kinder- oder Hundetransport: Ein kleiner oder großer Fahrradanhänger kann die flexible Alternative zum Lastenrad sein. Verglichen mit Lastenrädern sind sie flexibler: wird der Fahrradanhänger nicht benötigt, trennt man ihn einfach vom Rad und hat ein ganz „normales“ Fahrrad zur Verfügung.

Arten von Fahrradanhängern

Fahrradanhänger gibt es in unterschiedlichen Bauarten und für verschiedene Einsatzzwecke. Es gibt spezielle Fahrradanhänger für Kinder, ob für ein Kind, wie den Croozer Fahrradanhänger Kid Vaaya 1 oder für zwei Kinder, etwa den Qeridoo Speedkid2. Es gibt spezielle Anhänger für Hunde - den Cabby L von Hafenbande zum Beispiel - und Anhänger für den Lastentransport. Manche dieser Fahrradanhänger haben ein Verdeck, oder können damit nachgerüstet werden, um das Transportgut zu schützen.

Einspurig vs. Zweispurig

Einspurige Modelle sind die schmalsten Fahrradanhänger. Sie beeinflussen das Fahrverhalten weniger als zweispurige Modelle, da sie sich mit in die Kurve legen. Allerdings stehen sie nicht stabil, will man sie abgekoppelt manövrieren, gelingt das mit dem leeren Anhänger noch einigermaßen. Als Fahrradanhänger für das Gelände sind die einspurigen Modelle wie der Bob Yak von Croozer optimal, da mit ihnen auch schmale Trails befahren werden können.

ADAC Test von Fahrradträgern für Anhängerkupplungen

Der ADAC hat 13 kipp- und faltbare Fahrradträger für die Anhängerkupplung mit Platz für zwei Fahrräder getestet. Bei Handhabung, Qualität und Sicherheit gab es geringere Unterschiede, beim Preis jedoch größere. Die Ergebnisse.

Die Preisspanne ist bei Heckträgern groß, doch der Test hat gezeigt, dass ein guter Fahrradheckträger nicht so teuer sein muss. Zwar wurde das teuerste Model von Uebler für den Preis von 730 Euro Testsieger und erhielt als einziges Modell das ADAC Urteil "sehr gut". Aber auch für rund 400 Euro ist schon ein guter Fahrradträger zu bekommen. Die ADAC Experten bewerteten im Test ein Modell mit "sehr gut", zehn Modelle mit "gut" und zwei Modelle mit "befriedigend".

Testergebnisse im Detail

Das Modell von Menabo war mit einem Preis von 327 Euro einer der günstigen Fahrradträger im Test. Das günstigste Modell von Fischer kostete nur rund 280 Euro und erhielt im Test mit einer Gesamtnote von 2,6 das zweitschlechteste Ergebnis.

Fix4Bike-System

Zusätzlich wurde mit drei Fahrradträgern überprüft, wie gut die Anhängerkupplungs-Variante der Trägerbefestigung fix4Bike in der Praxis funktioniert. Fix4Bike ist eine neue Variante der Trägerbefestigung, die anstelle der Klemmung am Kugelkopf eine Fixierung über zwei Zapfen unterhalb des Kugelkopfs ermöglicht. Die Handhabung ist sehr einfach: Dank dieses Befestigungssystems wird der Fahrradträger mit nur einem Klick montiert und sofort ausgerichtet.

Die Bedienung ist einfach: Bei geöffneter Halterung kann der Träger auf die zum System passende Kupplung gesetzt werden. Wenn der Winkel stimmt, rastet die Fix4Bike-Halterung automatisch ein. Absolut einwandfrei funktionierte das bei den Heckträgern von Thule und MFT. Nur das Modell von Oris verhakte sich bei der Demontage regelmäßig und konnte dann nur mit Kraftaufwand wieder gelöst werden.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Nicht ganz unwichtig ist, immer auch das Gewicht der Fahrradträger zu beachten, da die Stützlast des Autos nicht überschritten werden darf. Generell gilt: Je leichter ein Träger ist, desto schwerer dürfen die zu transportierenden Fahrräder sein. Vor dem Kauf eines Heckträgers sollte stets geklärt werden, ob die Haltevorrichtung zum eigenen Bike passt.

Wichtig ist auch die Breite der Schiene, auf der die Fahrräder montiert werden. Ist diese zu schmal, kann die Montage von dicken Mountainbike-Reifen erschwert sein. Aber auch sehr schmale Rahmen oder Reifen wie zum Beispiel beim Rennrad sollten vor dem Kauf mit dem Träger probemontiert werden.

Vor dem Kauf zu beachten:

  • Maximal zulässige Stützlast des Autos ermitteln (siehe Fahrzeugschein).
  • In Bedienungsanleitung des Autos auch maximale Stützlast für Fahrradheckträger überprüfen.
  • Gewicht zu transportierender Fahrräder ermitteln.
  • Auf die passende Steckverbindung achten (7 oder 13 Pole).

Vor der Fahrt zu beachten:

  • Anhängerkupplung muss sauber und fettfrei sein.
  • Beladungshinweise des Trägers beachten.
  • Fahrradträger und Fahrräder auf sicheren Halt überprüfen.
  • Funktion der Beleuchtungsanlage prüfen.

Methodik der ADAC Tests

Für den Test wurden 13 Heckträgermodelle für zwei Fahrräder anonym beschafft und abwechselnd sechs unterschiedliche Fahrräder darauf montiert. In einem Praxistest wurden die Fahrradträger überprüft auf ihre Handhabung (40 Prozent der Gesamtnote), Qualität (40 Prozent der Gesamtnote) und Sicherheit (20 Prozent der Gesamtnote).

Bewertungskriterien

  • Handhabung: Bedienungsanleitung, Erstmontage, Montage am Auto, Auf- und Abladen, Zugang zum Kofferraum, Reparaturfreundlichkeit und Faltmechanismus.
  • Qualität: Material und Verarbeitung, Gewicht und Diebstahlsicherung.
  • Sicherheit: Sicherheitshinweise, Verhalten bei Vollbremsungen und Ausweichmanövern.

Kinderfahrradanhänger im Test

Kinder-Fahrradanhänger als Einsitzer oder Zweisitzer: von Federung und Sicherheit bis hin zu Handhabung und Stauraum. Hier stellen wir die aktuellen Testsieger vor.

Testsieger und Empfehlungen

Der Croozer Kid Vaaya 2 bietet ein sehr gutes Gesamtpaket: Verarbeitung, Bremsen, Kupplung und Ausstattung sind einfach top. Der Chariot Cross 1 ist ein echter Hingucker und macht in Sachen Fahrtkomfort keine Abstriche. Auch die Ausstattung ist vorbildlich.

Unsere Favoriten für Kinderfahrradanhänger:

  • Hamax Outback: Vielseitiges und komfortables Transportmittel, kann auch als Kinderwagen genutzt werden.
  • Thule Chariot Cross 2: Bietet Platz für zwei Kinder, vielfältige Verwendungsmöglichkeiten, sehr gute Sichtbarkeit.
  • Qeridoo Kidgoo 1 Ivy Green: Multifunktionaler Einsitzer, der als Fahrradanhänger, Buggy und Jogger verwendet werden kann.
  • KESSER® Kinderfahrradanhänger Sport-RX: Kombiniert Vielseitigkeit mit Sicherheit und Komfort für Eltern von 1-2 Kindern.

Weitere Aspekte beim Kauf von Kinderanhängern

Bei Fahrradanhänger wird oft befürchtet, dass sie vor allem im Stadtverkehr leicht zu übersehen sind, weil sie zum einen sehr niedrig sind und Autofahrer zum anderen nicht unbedingt damit rechnen, dass hinter einem Fahrrad noch etwas dranhängt.

Andererseits sitzen Kinder in einem Fahrradanhänger fest angeschnallt in einem sicheren Käfig mit Überrollbügel und sind damit bei einem Unfall wesentlich besser geschützt als in einem Lastenrad oder in einem Kindersitz. Experten sind sich daher einig, dass Fahrradanhänger für den Transport von Kindern am sichersten sind. Stürzt bei einem Unfall das Fahrrad, bleibt der Anhänger meist stehen.

Einspuranhänger im Detail

Einspuranhänger weisen eine niedrigere maximale Zuladung auf, diese liegt im Testfeld zwischen 28 und 32 Kilogramm. Der Vorteil der Konstruktion liegt im geringeren Eigengewicht. Außerdem sind vor allem FollowMe und Topeak schmal gebaut und passen auch durch Engstellen.

Bob Ibex im Test

Der Ibex neigt bei eckigen, kurzen Lenkbewegungen ein bisschen zum Schlingern. Ein Plus ist das große, flexible Ladevolumen. Für Straßenfahrer könnte der ungefederte Yak vom gleichen Hersteller die bessere Lösung sein.

Details zum Bob Ibex:

  • Preis: 770 Euro (ohne Tasche), 870 Euro mit Tasche
  • Gewicht: 7,7 Kilo
  • Maximale Zuladung: 32 Kilo

Lastenanhänger im Vergleich

Die Lastenanhänger unterscheiden sich teils deutlich in Einsatzzweck und Konstruktion.

Kupplungssysteme

Ein neuralgischer Punkt für einen Lastenanhänger ist seine Kupplung an das Zugfahrzeug, denn hier werden die Kräfte übertragen. Im Test setzen alle Anhänger an einem Schnellspanner am Hinterrad an. Bei allen Anhängern mit zwei Reifen kann die vorhandene Achse ergänzt werden.

Normen und Vorschriften

Für Fahrradanhänger gibt es eine europäische Norm (DIN EN 15918), diese gibt das zulässige Höchstgewicht eines Anhängers (Eigengewicht plus Zuladung) mit 60 Kilogramm an. Daher geben viele Hersteller die maximale Beladung mit etwa 45 Kilogramm an.

Wartung

Der Wartungsaufwand hält sich bei den Anhängern zum Glück in Grenzen. Wichtig ist es, regelmäßig den Luftdruck zu prüfen, da die Reifen häufig stark belastet werden, zudem sollte der Luftdruck in beiden Reifen gleich groß sein.

Tabelle: Vergleich ausgewählter Fahrradanhänger

Modell Typ Max. Zuladung Besonderheiten
Croozer Kid Vaaya 2 Kinderanhänger 45 kg AirPad-Federung, Buggy-Set
Thule Chariot Cross 1 Kinderanhänger 34 kg Vielseitig, Buggy-Räder
Bob Ibex Lastenanhänger 32 kg Einspurig, gefedert
Weber Kargo Comfort Lastenanhänger 80 kg Auflaufbremse

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0