Fahrradhelm mit Airbag: Revolutionäre Sicherheit für Radfahrer

Im Stadtverkehr gehört der Fahrradhelm glücklicherweise zum gewohnten Bild. Doch immer häufiger fallen Radfahrer ohne Helm auf, die dafür eine Art Halskrause tragen. Dann sind Sie dem Airbagkragen Hövding bereits begegnet. Was oder wer dahintersteckt (die Schweden) und ob diese Halskrause einen Helm ersetzen kann, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Der Fahrrad-Airbag wird auch Helm-Airbag oder Kopf-Airbag genannt. Er schützt Dich vor Stürzen oder Unfällen mit dem Fahrrad im Straßenverkehr. Dir ist wichtig das du auch auf dem Fahrrad gut aussiehst und dabei nicht an Sicherheit einbüßt. Radfahren bedeutet für dich Freiheit, wenn da dieser Helm nicht wäre.

Der Hövding: Ein "unsichtbarer" Helm

Der Fahrradhelm mit dem Namen Hövding ist eine wahre Revolution auf dem Markt. Das Produkt wurde im Jahr 2005 von zwei Industriestudentinnen aus Schweden erfunden und weiterentwickelt. Letztlich dauerte es aber sieben Jahre, um den schützenden Airbag als zertifiziertes Produkt zu verkaufen. Bis heute sind über 60.000 Modelle für Fahrradfahrer vertreten, die mehr als 1.000 von ihnen schon bei einem Sturz geschützt haben. Ziel ist jedoch nicht allein die Sicherheit der Radfahrer. Vielmehr ging es darum, einen Helm zu entwickeln, den wirklich jeder gern trägt.

Der „unsichtbare Helm“ Hövding 3 hat die Fahrradwelt schon 2011 durch seine innovative Technologie aufgemischt. Der Hövding liegt wie ein Kragen um den Hals und bläst sich bei einem Sturz innerhalb von 80 Millisekunden auf. Obwohl der Hövding aktuell nicht neu nachproduziert wird, sieht man den Airbag-Kragen immer öfter auf den Straßen - ein Phänomen, das viele überrascht. Aber warum setzen Radfahrer nach wie vor auf diese Technologie?

Der Airbag wird wie ein Kragen um den Hals gelegt und kann und über den vorderen Reißverschluss geschlossen werden. Es ist wichtig das dieser vollständig geschlossen ist, damit die Funktion des Kragens auch so wie geplant verfügbar ist. Und damit ist schon ein wichtiger Punkt angesprochen, der Kragen Airbag muss aufgeladen werden. Praktisch! Erkennen die Sensoren einen Unfall, reagieren diese sofort. In nur einer Zehntel-Sekunde öffnet sich der Airbag und bewahrt dich somit vor einem Aufprall mit dem Kopf. Außerdem hat ANTENNE BAYERN einen ansehnlichen Test mit dem Produkt vorgenommen und in einem YouTube Video veröffentlicht. Hat sich der Airbag einmal aufgeblasen hält er diesen Zustand mehrere Sekunden an, somit ist man selbst nach dem Sturz immer noch optimal geschützt.

Funktionsweise des Hövding

Du trägst diesen besonderen Fahrradhelm nicht wie andere Modelle. Der Airbag wird um den Nacken gelegt und erkennt über eine spezielle Sensorik die Bewegungsabläufe beim Radfahren. Kommt es zu einem Unfall, bläst er sich innerhalb von 0,1 Sekunden auf und umschließt den Kopfbereich und den Halsbereich. Im Inneren befindet sich ein Gasdruck, der für einige Sekunden gleichmäßig gehalten werden kann. Selbst bei sehr hohen Geschwindigkeiten und bei weiten Stürzen liegt der Kopf sicher im Luftpolster.

Im Nacken befindet sich ein Kaltgasgenerator. Er füllt den Airbag im Ernstfall mit Helium. Dadurch entsteht eine Art Kapuze, die sich schützend um den Kopf legt und das Sichtfeld frei lässt. Gefertigt ist das Produkt aus einem hoch resistenten Nylonstoff. Das bedeutet: selbst bei sehr spitzen oder rauen Oberflächen reißt das Material nicht ein. Der Helm bietet die Sicherheit also immer genau dann und an den Stellen, wo sie nötig ist. Verletzungen an der Schädeldecke, am Nacken und im Halsbereich werden vermieden.

Kernpunkt der Funktionsweise ist die Sensorik. Schließlich muss der Fahrradhelm genau erkennen, wann er aufgehen muss und wann nicht. Eine rasante Fahrt durch das Gelände ist dann also kein Problem und der Airbag bleibt geschlossen. Bei einem Sturz jedoch löst er sofort aus, obwohl ähnliche Erschütterungen herrschen. Wie funktioniert das? Die Sensorik besitzt einen speziellen Algorithmus, der jahrelang entwickelt und in unzähligen Tests ausprobiert wurde. Bewegungsmuster ohne Unfall sind also genau von einem Aufprall oder einem Sturz zu unterscheiden. Daher ist es für dich auch keine Gefahr, den Kopf einfach zu drehen, einen Schulterblick zu machen oder dich zu bücken. Bis zu 200 Mal in der Minute werden deine Bewegungen erfasst und mit den gespeicherten Mustern verglichen.

Akku und Aufladen

Wie anfangs schon erwähnt, muss der Fahrrad Airbag aufgeladen werden. Einmal aufgeladen hält der Hövding ca. 18 Stunden, bis er wieder aufgeladen werden muss. Jetzt kann man sich überlegen wie oft man den Airbag Helm wieder aufladen muss. In unserem Rechenbeispiel gehen wir einfach mal ein paar Alltags-Situationen durch. Sollte es doch soweit sein und der Akku neigt sich dem Ende zu, dann zeigen dies die LEDs und ein Tonsignal an. Dieses ertönt ca. 1 Stunde bevor man den Hövding wieder neu aufladen muss.

In jedem Hövding ist ein Akku eingearbeitet, der etwa 10 - 15 Stunden hält. Danach muss er wieder aufgeladen werden. Im ausgeschalteten Zustand hält der Akku sogar bis zu 36 Tage. Energie verbrauchen in erster Linie die Sensoren, da sie ständig aktiv sind. Über den On-Schalter prüfst du problemlos den Akkustand. Die LED-Anzeige gibt an, wie gut der Akku geladen ist. Außerdem gibt es ein Tonsignal bei einem zu geringen Batteriestand. Das Laden erfolgt über USB-Ladekabel. So steckst du den Airbag Helm einfach an deinen Computer an. Aber auch herkömmliche Ladegräte für Smartphones und Micro-USB-Kabel laden den Akku schnell auf und machen den Airbag wieder verwendbar. Bei kompletter Entladung muss der Helm etwa 6 Stunden am Kabel hängen.

Vor- und Nachteile des Hövding

Der Hövding beschützt bei einem Sturz den gesamten Kopf und auch den Halsbereich. Außerdem bleibt dein Sichtfeld stets frei und ist nicht eingeschränkt. Du behältst deine Frisur und kannst unter Kunststoff und Hartschaum nicht schwitzen. Lediglich der Hals wird von dem Airbag System umschlossen.

Vorteile

  • Schützt Kopf und Nackenbereich
  • Freies Sichtfeld
  • Frisur bleibt erhalten
  • Angenehmer Tragekomfort

Nachteile

  • Nicht in allen Unfallszenarien optimaler Schutz
  • Akku muss geladen sein
  • Teurer als herkömmliche Helme

Testergebnisse und Sicherheit

In Crashtests bei ADAC und Stiftung Warentest konnte der Hövding 3 beweisen, dass er Kopfverletzungen sicher verhindern kann. Das ADAC Technikzentrum Landsberg stellte dafür eigens einen sogenannten „Dooring-Unfall“ nach, denn diese kommen gerade im Stadtverkehr häufig vor. Dabei öffnet ein Autofahrer die Tür und der Radfahrer prallt dagegen. Die Universität Straßburg bestätigte ebenfalls den hohen Schutz vor Kopfverletzungen. Sobald sich der Airbag entfaltet, bietet er einen weitaus besseren Rundumschutz als herkömmliche Helme.

Durch den Rund­umschutz erzielte der aufgeblasene Airbag bessere Sicher­heits­noten als die Helme des Tests. Er schützt den Kopf sehr gut und verringert das Risiko für Hirn­verletzungen deutlich.

Die Testergebnisse sind überraschend: der Airbag Helm ist deutlich sicherer als ein einfacher Fahrradhelm. Bei einem Aufprall mit 25 km/h kann es schon passieren, dass du zu 90% Verletzungen trotz Helm davonträgst. Mit dem Airbag Modell liegt die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung bei 25 km/h bei 3%. Die Zahlen sprechen also für sich. Auf der G-Kraft-Skala erreichen herkömmliche Fahrradhelme etwa 196 bis 294 g. Je niedriger dieser Wert ausfällt, desto besser.

Alternativen und neue Entwicklungen

Mit der neuen Mase Airding-Serie hat das Unternehmen Minerva-AS aus Erding (Mase) gerade eine echte Hövding-Alternative vorgestellt. Diese gibt es in drei unterschiedlichen Ausführungen: Der neue Airride sowie der Airtour sind eine Ergänzung zum klassischen Helm und schützen zusätzlich Gesicht, Halswirbelsäule, Schlüsselbeine, Schultern und den Oberkörper. Für alle, die komplett auf den Helm verzichten wollen, ist dagegen der Aircruise die passende Alternative.

Der Mase Airding Compact

Auf der Eurobike 2025 in Frankfurt stellt die Minerva-AS GmbH aus Erding ein neues Produkt für Radfahrer vor: den Mase Airding Compact. Das Airbag-System richtet sich an Menschen, die beim Radfahren Wert auf Schutz und Bewegungsfreiheit legen.

Der Mase Airding Compact unterscheidet sich von bisherigen Airbag-Lösungen. Das System kommt ohne Rucksack aus und wird direkt am Körper getragen. Mit einem Gewicht von unter einem Kilogramm bleibt es beim Fahren kaum spürbar. Besonders für Pendler, Tourenfahrer und Sportler ist das eine praktische Lösung.

Minerva-AS AirRide Fahrrad-Airbag

Das neueste Modell in der MASE Airding-Serie soll fortschrittliche Technologie mit angenehmen Tragekomfort und hohem Schutz bei Stürzen auf dem Fahrrad vereinen. Der AirRide Fahrrad-Airbag wiegt laut Hersteller 1200 Gramm, zu dem noch ein austauschbarer Inflator hinzukommt. In nur 150 Millisekunden soll sich der Fahrradairbag aufblasen - das kann in Notfällen entscheidend sein.

Die Sensoren des AirRide-Rucksacks messen 300-mal pro Sekunde die Position, Beschleunigung und Bewegungen des Fahrradfahrers. Ein speziell entwickelter Algorithmus analysiert diese Daten kontinuierlich und erkennt potenzielle Stürze, so der Hersteller. Im Falle eines Unfalls soll der Airbag automatisch ausgelöst werden und so vor Verletzungen schützen.

Wiederverwendbarkeit und Nachhaltigkeit

Nach einer Auslösung lässt sich der Airbag einfach wieder einsatzbereit machen. Der sogenannte Inflator kann gewechselt werden. Der Akku hält bis zu 30 Stunden und eignet sich damit auch für längere Fahrten.

Leider lässt sich der Hövding nach einer Auslösung nicht wiederverwenden. Sobald er einmal ausgelöst hat, muss ein neuer Kragen her.

Made in Bavaria heißt im Falle von Minerva auch: Der AirRide soll nicht nur hohe Sicherheitsstandards erfüllen und komfortabel sein, sondern auch noch nachhaltig. Nach einer Auslösung lässt sich der Airbag zusammenfalten und der Inflator kann ausgetauscht werden. Dieses wiederverwendbare Sicherheitskonzept ist ideal für umweltbewusste Radfahrer/innen.

Design und Zubehör

Der Fahrrad Airbag ist an sich ja schon ein sehr modernes und stylisches Produkt. Wem das noch nicht reicht, der kann ihn mit weiterem Zubehör bestücken. Es gibt verschiedene Überzüge die den Airbag ein eigenes Outfit geben und somit sich jeder seinen persönlichen Hövding gestalten kann. Den Überzug gibt es als Zubehör zu kaufen. Der Preis bewegt sich dafür zwischen 15 € und 60 €. Für jeden Geldbeutel ist also etwas dabei. Allein der Fahrrad Airbag hat ein Gewicht von ca. 635g ohne Überzug. Sollte man sich für einen Überzug als Zubehör und Schutz entscheiden, kommen noch einmal einige Gramm dazu. Ein Standard Fahrrad Helm bringt im Vergleich dazu ca.

Kauf und Registrierung

Du hast dich also entschieden einen Airbag für das Fahrradfahren zu kaufen. Der Preis für diesen Traum an Sicherheit ist rund 280 € inkl. Auch wenn der Preis dich überraschen mag, ist er für dieses Produkt gerechtfertigt. Für den optimalen Halt des Hövding Airbags an deinem Hals, gibt es ihn in verschiedenen Größen.

Deshalb ist es wichtig, dass du Dich direkt nach dem Kauf für das "crash replacement"-Programm (auf deutsch bedeutet das einfach "Austauschservice") registrierst. Alle Infos erhält man dafür direkt beim Kauf. Ausgelösten Airbag Helm und Crash Replacement Bestätigung an folgende Adresse schicken: Sport Import GmbH, z. Hd. Kontakt mit der Sport Import GmbH aufnehmen.

Einsatzbereich

Ein Wort zum Einsatzbereich - dieser Airbag ist nur für Cityradfahrer geeignet. Dabei ist nur das Fahren in der Stadt und auf Straßen zu verstehen. Für Off-Road-Strecken oder mit dem BMX-Bike sind die Helme nicht ausgelegt. Manche Kunden beschreiben jedoch auch ein ungewolltes Auslösen, beispielsweise als der Helm nur auf dem Tisch lag. Hier ist es wichtig, dass du die Aktivierung nur kurz vor dem Fahren durchführst. Beim Abnehmen muss der Hövding wieder deaktiviert werden. Sobald er deaktiviert ist, kann der Airbag nicht einfach ungewollt auslösen.

Der Hövding 2.0

Nachdem der Hövding 1.0 einige Jahre auf dem Markt getestet wurde, hat die schwedische Firma eine neue Version auf den Markt gebracht. Der Hövding 2.0 ist im August 2015 erschienen, doch was hat sich eigentlich geändert? Der Aufbau, die Materialien und auch der Schutzmechanismus sind gleich geblieben. Allerdings wurden viel mehr Datenmengen gesammelt, die die eingebauten Sensoren noch zuverlässiger machen. Daneben ist der neue Helm etwas leichter geworden und die Bedienung beziehungsweise die Anwendung wurde vereinfacht.

Noch ein Tipp: Nur die Version 2.0 kann auch mit einem Minifahrrad oder mit einem Faltrad genutzt werden. Die alte Version ist ausschließlich für Stadtfahrräder konzipiert. Auf einem Tandem oder auf Spezialrädern ist der Helm nicht zu verwenden, ebenso wenig beim Sport.

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