Mit dem richtigen Motorradhelm tun Sie viel für Ihre Sicherheit, denn bei einem Unfall schützt er Ihren Kopf vor lebensbedrohlichen Verletzungen. Hier lesen Sie alles Wissenswerte zum Thema Helm.
Motorradhelm-Formen im Überblick
Motorradhelme werden in verschiedenen Bauarten angeboten:
- Geschlossener Integralhelm (Full Face Helmet): klassische Bauform mit festem Kinnbügel, Kopf immer vollständig umschlossen, hat unter Motorradhelmen den größten Marktanteil.
- Klapphelm (Flip Up Helmet): wie geschlossener Integralhelm, aber mit hochklappbarem Kinnbügel, Kopf nur mit heruntergeklapptem Kinnteil vollständig umschlossen.
- Crosshelm (Off Road Helmet): geschlossen wie klassischer Integralhelm, meistens ohne Visier, alternativ Crossbrille erforderlich, mit Helmschirm.
- Jethelm (Open Face Helmet): Helm ohne Gesichtsschutz, Kopf nicht vollständig umschlossen, Gesicht frei, wird überwiegend von Rollerfahrern und Fahrern von Retro- und Classic-Bikes genutzt.
- Modularer Helm (Crossover Helmet): Bauform kann den Anforderungen entsprechend variiert werden, Kopf wird entweder vollständig oder nur teilweise umschlossen, hat nur geringen Marktanteil.
- Brain-Caps: einfache Kunststoffschale mit Kinnriemen, ohne ECE-Prüfung, niedriges Schutzpotenzial, einige Bereiche des Kopfes unbedeckt, nur für Show-Zwecke geeignet, erfüllt die Anforderungen der StVO nicht.
Tipps für den Helmkauf
Mit dem richtigen Motorradhelm tun Sie viel für Ihre Sicherheit. Daher ist er kein Zubehör, das man mal eben im Vorbeigehen kauft. Diese Aspekte sollten Sie auf der Suche nach dem idealen Helm beachten:
- Planen Sie für den Kauf unbedingt genügend Zeit ein. Suchen Sie Fachhändler auf, die möglichst viele Helmmarken im Angebot haben. Das steigert die Wahrscheinlichkeit, schnell einen passenden Helm zu finden.
- Die ungefähr passende Helmgröße ermitteln Sie, indem Sie Ihren Kopfumfang im Bereich der Stirn, über den Ohren und am Hinterkopf messen. Der Kopfumfang in Zentimetern entspricht üblicherweise der numerischen Helmgröße. Die Helme verschiedener Hersteller fallen trotzdem unterschiedlich groß aus. Deswegen kann nur eine Anprobe über den richtigen Helm entscheiden.
- Ihr Helm muss am ganzen Kopf fest sitzen, ohne zu drücken. Sie erkennen den richtigen Sitz daran, dass sich die Kopfhaut an der Stirn beim Drehen des Helms mitverschiebt. Die Innenausstattung gibt bei der Nutzung noch etwas nach, wählen Sie den Helm daher nicht zu groß.
- Fragen Sie Ihren Händler nach einer individuellen Innenausstattung des Helms. Bei manchen Helmen können z.B. Wangenpolster oder Pads am Oberkopf an Ihre Bedürfnisse angepasst werden.
- Die Helmpolsterung sollte auch an Ihrem Oberkopf im Bereich des Scheitels vollständig aufliegen. Probieren Sie andernfalls einen größeren Helm.
- Wenn Sie Zweifel haben, ob der Helm die optimale Größe hat, versuchen Sie, das gleiche Helmmodell eine Größe kleiner aufzusetzen. Nur wenn dies nicht möglich ist oder der infrage kommende Helm unerträglich drückt, wissen Sie, dass Sie die kleinste Größe gewählt haben.
- Für Personen mit besonders großem Kopf gibt es nur eine kleine Auswahl geeigneter Helme. Einzelne Hersteller wie z.B. HJC bieten Modelle an, die bis zur Größe XXXXL reichen. Dies entspricht einer Kopfgröße von 67 bis 68 Zentimetern.
- Ihr Helm darf sich bei geschlossenem und korrekt eingestelltem Kinnriemen auch mit hohem Kraftaufwand nicht nach vorn vom Kopf abziehen lassen.
- Der Kinnriemen sollte nicht auf dem Kehlkopf aufliegen, das Kinnriemenschloss nicht am Unterkieferknochen drücken.
- Wenn Sie Brillenträger sind, sollten Sie Ihre zum Motorradfahren genutzte Brille im Helm aufsetzen. Statt einer Sonnenbrille unter dem Helm wählen Sie lieber Helme mit eingebauter Sonnenblende.
- Tragen Sie den Helm im Laden mindestens zehn Minuten. Dieser Zeitraum reicht aus, um mögliche Druckstellen und eine mögliche Hautunverträglichkeit des Futters zu erkennen.
- Nutzen Sie unbedingt die Möglichkeit, den Helm für eine Probefahrt auszuleihen. Die individuellen Gegebenheiten auf Ihrem Motorrad lassen sich so am besten prüfen.
- Bevorzugen Sie Helme in hellen, leuchtenden Farben.
- Achten Sie darauf, dass der Luftaustausch bei geschlossenem Visier ausreichend ist. Prüfen Sie die Visier-Eigenschaften wie Beschlagneigung und optische Qualität bei vollständig geschlossenem Visier.
- Achten Sie darauf, dass das Innenfutter zur Helmpflege herausnehmbar ist. Lesen Sie die mitgelieferte Gebrauchsanleitung genau. Oft enthält sie wichtige Informationen zur Montage und Pflege der Helmteile.
- Denken Sie beim Kauf an den Service. Kundenorientierte Helmhersteller bieten einen umfassenden Reparatur- und Ersatzteilservice. Details erfahren Sie von Ihrem Händler oder aus der Gebrauchsanleitung.
Helmpflicht: "Geeigneter Schutzhelm"
In Deutschland besteht seit 1976 Helmpflicht für Motorradfahrer, seit 1978 auch für Moped- sowie Mokickfahrer. Selbst Mofafahrer müssen seit 1985 einen Helm tragen. Seit August 1980 wird eine Zuwiderhandlung zudem mit Verwarnungsgeld geahndet.
Helm ist aber nicht gleich Helm. Mancher Motorrad- oder Rollerfahrer war früher mit einer Kopfbedeckung unterwegs, die allenfalls vor Bußgeld schützte. Daher reagierte der Gesetzgeber: Seit 2006 steht im Paragraph 21a der Straßenverkehrsordnung (StVO), dass Fahrer und Mitfahrer von Krafträdern mit Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h einen "geeigneten Schutzhelm" tragen müssen. Damit ist also das Benutzen von Arbeits-, Feuerwehr- oder Militärhelmen ohne ausreichende Schutzwirkung untersagt. Die aktuelle Version ist die Norm ECE-R 22.06, mit der seit Juni 2022 geprüft wird. Seit Juni 2023 dürfen keine Helme mehr mit der früheren Norm ECE 22.05 produziert werden.
Nach ECE 22.05 geprüfte Helme dürfen natürlich weiterverwendet werden. Hier gibt es keine Austauschpflicht. Bei einer Neuanschaffung sollte man aber auf die aktuellste Prüfnorm achten.
Unabhängige Institutionen prüfen neben Stoßdämpfung und Formstabilität auch die Reißfestigkeit des Kinnriemens und machen einen Abstreiftest. Auch Visiere müssen Mindestanforderungen erfüllen, um den am Visierrand eingegossenen ECE-Stempel zu bekommen.
Wichtiger Hinweis für die Pflichtkennzeichnung von ECE-Motorradhelmen: Auf dem Prüflabel muss nicht "ECE" oder "ECE-R 22" stehen. Die Kennzeichnung mit dem E in dem Kreis und der Prüfnummer verweist ausreichend auf die Anwendung der Prüfnorm ECE-R 22.
Obwohl in Deutschland das Tragen eines ECE-Helms nicht zwingend vorgeschrieben ist (nur "geeigneter Schutzhelm"), sieht es im europäischen Ausland und ganz besonders in Italien anders aus: Wer dort als Motorradfahrer keinen ECE-geprüften Helm trägt, wird ziemlich schnell zum Fußgänger.
So schützen die Motorradhelme
Motorradhelme schützen doppelt. Die Außenschale verteilt, unabhängig vom Material, eine punktuelle Krafteinwirkung durch hohe elastische Verformungsenergie und soll das Eindringen spitzer oder kantiger Gegenstände verhindern. Die eigentliche Dämpfung übernimmt das Innenmaterial zwischen Außenschale und Futter. Das wird in der Regel aus besonderen EPS-Hartschaummaterialen der Styropor-Familie hergestellt, die Aufprall-Energie absorbieren.
Aber: Ein Aufprall führt zu einer Komprimierung und damit bleibender Verformung des Materials. Deshalb müssen Helme nach Unfällen oder Stürzen ausgetauscht werden, selbst wenn sie äußerlich scheinbar unbeschädigt sind. Die ADAC Experten raten dringend dazu, diese Herstellervorschrift zu befolgen.
Ganz wichtig: Motorradhelme sollten nicht beklebt oder lackiert werden. Im Klebstoff oder in der Farbe enthaltenes Lösungsmittel kann die Stabilität der Helmschale beeinträchtigen. Eine Ausnahme bilden die Aufkleber des Instituts für Zweiradsicherheit (IfZ), die Ersthelfer über das Öffnen des Helms oder des Verschlusssystems des Kinnriemens bei Notfällen informieren: Sie besitzen einen lösungsmittelfreien Spezial-Klebstoff.
Die zwei Materialien der Helmschalen
Zur Helmschalen-Herstellung werden zwei Werkstoff-Gruppen genutzt: thermoplastische Kunststoffe und Duroplaste. Thermoplaste wie Acrylnitril-Butadien-Styrolt (ABS), Polycarbonat oder Polyamid sind unter Hitze leicht formbar. Sie eignen sich deshalb fürs Spritzguss-Verfahren, weil sich damit leicht große Helmmengen kostengünstig herstellen lassen. Duroplaste und Verbundwerkstoffe (z.B. Aramidfasern, Glasfaserverstärkter Kunststoff, Carbon) erfordern dagegen ein aufwendiges Laminat-Verfahren. Schalen dieser Materialien sind besonders hart und bruchfest, aber teurer.
Wie Langzeit-Materialtests beweisen, altern Duroplaste weniger schnell. Bei guter Pflege währt ihre Lebensdauer mindestens acht Jahre. Helme aus Thermoplasten, die keine zusätzliche Lackschicht besitzen, können bei starker Ultraviolett-Strahlung und durch andere Einflüsse (Lösungsmittel, Benzin) früher verspröden. Die ADAC Fachleute raten dringend, wegen nachlassender Schutzwirkung solche Helme nach rund fünf Jahren auszutauschen. Dieser Fünf-Jahres-Austauschzeitraum ist allerdings bei starker Nutzung für Helme aller Bauarten empfehlenswert, da auch das Dämmmaterial nachgibt und der Helm dann nicht mehr optimal sitzt.
Praktische Tipps zur Helmpflege
Moderne, hochwertige Helme altern deutlich langsamer als Helme früherer Baujahre. Deswegen und wegen der Anpassung der aktuellen Prüfnormen sollten Sie keine Motorradhelme mehr verwenden, die nicht mindestens nach ECE-R 22.05, besser ECE-R 22.06 zugelassen wurden. Zu erkennen ist dies an einem kleinen Label, das meist am Kinnriemen angenäht ist. Beginnt die Genehmigungsnummer mit 05 oder 06, wurde der Helm nach den jeweiligen ECE-Normen geprüft. Bei regelmäßiger Verwendung des Helms gelten im Allgemeinen fünf Jahre als angemessene Nutzungsdauer.
Das Innenpolster von Helmen setzt sich bei regelmäßiger Verwendung des Helmes. Dadurch kann der ursprünglich straffe und sichere Sitz des Helmes am Oberkopf beeinträchtigt sein. Wenn möglich und vom Hersteller laut Gebrauchsanleitung so vorgesehen, sollten Sie dann das Innenfutter herausnehmen und reinigen. Das Futter bzw. der Schaumgummi dürfen dabei nicht gewrungen oder zu fest gezogen oder gepresst werden, da sonst das Futter überdehnt wird und nur noch unzureichend in die Helmschale passt. Unbedingt die Herstelleranweisungen beachten und im Zweifelsfall den Händler mit diesen Arbeiten betrauen. Nach der Reinigung und der richtigen Montage des Futters sitzt der Helm im günstigsten Fall so straff wie beim Kauf. Sollte eine Reinigung des Innenfutters nicht ausreichen, um den festen Sitz des Helmes wiederherzustellen, muss möglicherweise das Innenfutter durch ein neues ersetzt werden.
Unabhängig vom Reinigungszustand des Helmfutters sollten Sie von Zeit zu Zeit den Sitz des Helms und die Länge des Kinnriemens prüfen. Beides kann sowohl beim (schnellen) Fahren als auch bei einem Unfall entscheidenden Einfluss auf Ihre Sicherheit haben.
Darüber, wann die Schutzfunktion des Helms durch ein Ereignis eingeschränkt sein kann, lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen machen. Wenn ein Helm allerdings an einem Unfall beteiligt war, sollte er - unabhängig vom äußeren Zustand - unbedingt ersetzt werden.
Alle Dichtungen - besonders die Visierdichtungen - am Helm regelmäßig prüfen. Auch bei starken Niederschlägen ist es mit guten, beschlagfreien Visieren möglich, durchgängig mit geschlossenem Visier zu fahren.
Visiere mit beschlaghemmender Innenbeschichtung (kein Innenvisier) benötigen für eine nachhaltige Beschlagfreiheit eine ständige, wenn auch leichte Belüftung.
Nach langen Regenfahrten Helme gut trocknen lassen. Dabei möglichst keine Wärmequellen (Heizung) verwenden.
Klapphelme dürfen rein formal nur geschlossen genutzt werden. Ausgenommen sind Helme, deren Kinnteil gemäß Bedienungsanleitung entfernt werden oder z.B. komplett hinter den Helm geschoben werden kann - aber nur dann, wenn sie eine zusätzliche Zertifizierung als Jet-Helm haben. So enthält die ECE-R 22-06 auch die P/J-Norm, die auf dem meist am Kinnriemen festgenähten Prüfnorm-Label vermerkt ist. P/J steht für eine Freigabe als Integral- und auch als Jethelm, also für das "legale" Fahren mit geöffnetem Kinnteil.
Visiere: Alles, was man wissen muss
Die Angebotspalette an Visieren ist groß, und der technische Fortschritt für Motorradfahrer oftmals verwirrend. Die meisten dieser Scheiben bestehen aus Polycarbonaten, die namhaftesten Markennamen sind Makrolon und Lexan. Für einen durchsichtigen Kunststoff sind sie sehr hart, schlag- und splitterfest. Laut der europäischen Norm für Motorradhelme (ECE-22-06) wird neben Größe, optischer Qualität, Größe des Gesichtsfeldes und Oberflächengüte auch die Kratzfestigkeit von Visieren geprüft.
Verspiegelte und stark getönte Visiere müssen für den Straßenverkehr ein E-Prüfzeichen besitzen und dürfen nur bei Tageslicht und guten Wetterbedingungen genutzt werden. Schon auf Dämmerungsfahrten und natürlich bei Dunkelheit sind sie verboten, in einigen (Urlaubs-)Ländern sogar generell. Bei Missachtung dieses Verbots ist mit rechtlichen Konsequenzen und im Fall eines Unfalls sogar mit Regressforderungen der Versicherung zu rechnen. Seit einigen Jahren werden auch selbsttönende Visiere angeboten. Aber selbst schnelle Moleküle im Kunststoff brauchen Zeit, um abzudunkeln oder aufzuhellen - was beispielsweise bei Tunnel-Durchfahrten zu Problemen führen kann.
Da Visiere nicht nur bei Regen leicht beschlagen, sollten Sie beim Helmkauf Modelle mit Doppelscheiben-Visieren mit permanenter Antibeschlag-Beschichtung wählen. Gegebenenfalls sollten Sie Ihren Helm mit einem derartigen Visier nachrüsten, auch wenn das zusätzliche Kosten verursacht. Diese Investition in Ihre Sicherheit ist gut angelegtes Geld.
Einige Hersteller bieten gegen das Beschlagen zusätzlich Innenvisiere an. Günstigere Wechselvisiere ohne Spezialbeschichtungen beschlagen vor allem bei regnerischem Wetter schnell. Angebotene Sprays gegen das Beschlagen sind meist nur eine kurzfristige Lösung. Gleiches gilt für den alten Trick, unbeschichtete Visiere mit sanftem Spülmittel zu präparieren und dann mit einem Wolltuch zu polieren. Dabei bleibt eine kleine Schicht des Mittels auf dem Visier und löst die Oberflächenspannung des ausgeatmeten Wasserdampfes, der sich als Wasser gleichmäßig auf der Visieroberfläche verteilt.
Wer eine teure Antibeschlagfolie nachrüstet, ist schnell bei einem Preis, den ein gutes Visier mit Antibeschlag-Beschichtung kostet. Zudem entstehen beim Kleben oft Lufteinschlüsse, welche die Visiere schneller blind machen.
Insekten und andere Verschmutzungen auf dem Visier können bei Regen oder Dämmerung die Sicht stark einschränken oder sogar zu Täuschungen führen, besonders bei Gegenlicht. Auf längeren Touren empfiehlt sich eine regelmäßige Reinigung, z.B. während der Pausen. Dazu möglichst viel Wasser über die geschlossene Visierscheibe laufen lassen, um hartnäckige Verschmutzungen aufzuweichen und zu lösen. Auch ein nasses, über das Visier gelegtes Papiertuch erfüllt diese Funktion.
Fahrradhelm vs. Motorradhelm: Darf man das?
Helme fürs Radfahren werden nach DIN EN 1078 geprüft, die fürs Motorrad nach ECE 22.06 (bis 06/2023 noch nach ECE 22.05). Beide Prüfungen unterscheiden sich doch sehr. In der Regel hat ein als Fahrradhelm zugelassener Helm keine Zulassung als Motorradhelm, da Fahrradhelme für andere Geschwindigkeiten entwickelt wurden. Üblicherweise steht in zugelassenen Fahrradhelmen auch der Hinweis, dass sie nicht auf einem Motorrad getragen werden dürfen und nur für Fahrrad, Skateboard und Inline Skates freigegeben sind.
Rollerhelm vs. Motorradhelm
Im Prinzip gibt es zwischen Rollerhelmen und Motorradhelmen keinen Unterschied. Der Ausdruck Motorradhelm umfasst als Oberbegriff auch alle Helme, die als Rollerhelme zum Kauf angeboten werden. Welchen Helm Sie wählen, hängt hauptsächlich davon ab, wo und wie Sie ihn verwenden möchten. Fahren Sie mit Ihrem Roller nur Kurzstrecken in der Stadt oder möchten Sie damit auch große Entfernungen auf der Landstraße zurücklegen? Sind Sie bei jedem Wetter oder nur bei Sonnenschein unterwegs?
Die meisten Rollerfahrer entscheiden sich für einen Jet Helm, der das Gesicht frei lässt und damit für beste Luftzufuhr sorgt. Im Sommer verspricht ein Jethelm den höchsten Fahrkomfort im Vergleich zu anderen Helmtypen. Nebenbei sieht der Klassiker, der seit den 1960er Jahren in diversen Kultfilmen zu sehen war, besonders gut aus. Im Jethelm hat der Fahrer eine optimale Sicht, da er nicht durch ein Vollvisier sehen muss, das immer zum Beschlagen neigt. Jethelme gibt es inzwischen in vielen Varianten auch mit zusätzlicher Ausstattung. So können Sie sich zum Beispiel ein Modell mit Visier oder Sonnenblende zulegen, um flexibel auf einen Wechsel der Lichtverhältnisse zu reagieren. Mit einer Sonnenblende, die Sie während der Fahrt heben und senken können, stellen Sie sich sofort darauf ein, wenn die Sonne untergeht oder Sie in eine Unterführung einfahren.
Helmgröße messen und kaufen
Die Helmgröße zu messen und einen gut passenden Helm zu kaufen, ist für alle Zweiradfahrer ein wichtiger Beitrag zur eigenen Sicherheit, denn Helme sind Bestandteile der Schutzkleidung. Einen Helm aufs Geratewohl zu erwerben, kann dazu führen, dass der Kopfschutz genau dann, wenn er gebraucht wird, seinen Zweck nicht erfüllt. Die Helmgröße beim Fahrradhelm ist glücklicherweise identisch mit der Helmgröße fürs Motorrad - und beide lassen sich rasch ermitteln.
Helmgröße Motorrad- und Fahrradhelm Erwachsene
| Helmgröße | XXS | XS | S | M | L | XL | XXL | 3XL |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kopfumfang in cm | 50/51 | 52/53 | 54/55 | 56/57 | 58/59 | 60/61 | 62/63 | 64/65 |
Größentabelle Helm für Kinder
| Helmgröße | XXXS | XXS | XS | S |
|---|---|---|---|---|
| Kopfumfang in cm | 48/50 | 51/52 | 53/54 | 55/56 |
Klapphelm vs. Integralhelm
Der Unterschied zwischen einem Integralhelm und einem Klapphelm wird schon im Namen deutlich. Der Integralhelm, auch Vollvisierhelm genannt, ist vollständig geschlossen. Der Klapphelm ist eine Variation des Integralhelms, bei der das Kinnteil nach oben geklappt werden kann. Der Helm sieht während der Fahrt im zugeklappten Zustande aus wie ein Integralhelm, hochgeklappt während der Pause ähnelt er einem Jethelm.
Der Integralhelm bietet den bestmöglichen Schutz und eine kompakte Bauweise, der Klapphelm ist besonders praktisch und vielfältig. So sind beispielsweise auch einige Crosshelme mittlerweile als Klapphelme erhältlich.
Motorradfahrer sind sich bei der Einschätzung, ob nun ein Klapphelm oder ein Integralhelm die bessere Wahl sei, nur in einigen Punkten einig. Kaum jemand bestreitet, dass Integralhelme die beste Schutzwirkung besitzen.
Insbesondere in Bezug auf den praktischen Gebrauch - beispielsweise die Verständigung mit dem Mitfahrer beim Ampelstopp - findet der Klapphelm viel Anspruch. Dennoch gibt es einige Vorurteile gegen die Klappversion, auch wenn einige nach einem ersten Test beigelegt werden. Für viele Motorradfahrer ist völlig zurecht die Sicherheit die wichtigste Eigenschaft des Helms und viele setzen dabei, insbesondere wenn höhere Geschwindigkeiten gefahren werden, auf den Integralhelm.
Klapphelm oder Integralhelm - das ist letztlich vor allen Dingen auch Geschmacksache und abhängig vom Fahrstil. Wenn es sich um einen ECE-geprüften Motorradhelm handelt, könnt ihr einen entsprechenden Schutz natürlich erwarten. Sicher sind sie beide, auch wenn der Integralhelm durch seine Bauweise hier Vorteile hat. Andererseits hat der Klapphelm Vorzüge, wenn es um die den Komfort geht. Soll es auf die Rennstrecke gehen, ist der Integralhelm die bessere Wahl. Wichtig ist - und das ganz unabhängig von der Helm-Art - dass der Helm ideal und sicher sitzt. Nur so kann er letztlich den benötigten Schutz bieten.
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