Mit dem Hövding Airbag 3.0 genießt Du einen freien Kopf auf dem Rad oder E-Bike. Der Hövding Airbag 3.0 ist als Fahrradhelm für alle geeignet, die sich mit einem herkömmlichen Helm schwertun und lieber den Fahrtwind am Kopf genießen. Den Airbag-Kragen aus Schweden legst Du wie eine Halskrause an. Er wird per Reißverschluss geschlossen und auf Knopfdruck aktiviert.
Mit seinem Preis ab rund 290 € ist der Hövding Airbag 3.0 eine kostspielige Alternative zu gängigen Cityhelmen. Als Crash Replacement bietet der Hersteller einen Rabatt von 100 € auf einen neuen Helm an. Er empfiehlt sich für weniger sportliche Fahrten in der Stadt oder auf Landstraßen.
Allerdings lässt er sich an kalten Tagen nicht gut zusammen mit einem Schal oder einer dicken Jacke tragen. Zudem muss der Akku regelmäßig aufgeladen werden. Der Fahrrad-Airbag Hövding liegt um den Hals und schützt bei einem Sturz Kopf und Nacken angeblich besser als ein Helm. Das funktioniert im Test gut - aber nicht für alle.
Eins gleich vorneweg: Im Dezember 2023 meldete Hövding Konkurs an. Auslöser war ein Erlass für ein Verkaufsverbot der schwedischen Verbraucherschutzbehörde wegen Sicherheitsmängeln. Zwar klagte Hövding dagegen und bekam Recht, doch der erlittene Schaden war zu hoch. Der Verkaufspreis liegt seit dem Konkurs bei 250 Euro (Ebay). Viele Geräte scheint es im Abverkauf nicht mehr zu geben. Ein Austauschprogramm gibt es nicht mehr.
Funktionsweise und Sicherheit
Ein Helm schützt vor allem den Kopf, die Nackenpartie ist bei einem Unfall nach wie vor starken Kräften ausgesetzt. Hier setzt der Hövding-Airbag an. Denn er schützt beim Auslösen eben nicht nur den Schädel. Der Airbag zieht sich wie eine Haube über den Kopf. Zusätzlich komprimiert und stabilisiert er die gesamte Nackenpartie und will so einem Schleudertrauma und ähnlichen Verletzungen vorbeugen. Wir haben den Hövding 3 ausprobiert. Dabei wollen wir wissen, wie bequem er ist, wie die App funktioniert und - natürlich - wann er auslöst und wie sich das anfühlt.
Der ADAC hat den Hövding im Crashtest (24.06.2021) geprüft und einen Stuntman auf eine geöffnete Autotür auffahren lassen. Der Airbag-Kragen entfaltete sich in 80 Millisekunden mit einem lauten Knall und schützte den Fahrer sehr zuverlässig vor Kopfverletzungen. Aber: Baubedingt könne der Airbag-Kragen nicht in allen Unfallsituationen Schutz gewährleisten. Beim Crash mit einem LKW-Spiegel oder einer LKW-Tür schützt ein klassischer Helm besser und schneller - nämlich sofort.
Auch die Testjury von ElektroRad (14.08.2020) macht Einschränkungen bei der hohen Sicherheitsstufe des Hövding und emfiehlt den Airbag-Kragen nur für Fahrräder und E-Bikes bis 25 km/h.
Wie funktioniert der Hövding Airbag 3.0?
Der Fahrrad-Airbag wird als eine Art Kragen um den Nacken gelegt und vor dem Radafahren aktiviert. Sensoren prüfen während der Fahrt, ob eine Unfallbewegung vorliegt. Wird eine Fallbewegung registiert, wird ein kopfumschließendes Luftpolster ausgelöst. Das schützt den Kopf vor Stößen und Drehkräften.
Wie sicher ist der Hövding Airbag 3.0?
Laut Hersteller handele es sich um den sichersten Fahrradhelm der Welt. Im Test des ADAC (6/2021) bestätigt sich ein schnelles Auslösen und ein sehr guter Schutz des Kopfes. Es wird auch drauf verwiesen, dass ein Sturz mit anschließendem Schlag auf den Kopf das einzige Szenario bleibt. Wird der Sturz bereits durch einen Kopfaufprall, etwa bei einem Busspiegel oder einer LKW-Tür, ausgelöst, würde ein klassischer Helm besser abschneiden.
Tragekomfort und Alltagstauglichkeit
Im Unterschied zu seinem Vorgänger kann der Hövding Airbag der 3. Generation mit einem innenliegenden BOA-Verschluss punkten: Stufenlos kannst Du die Kragenweite exakt anpassen und zum Beispiel im Winter für eine Jacke etwas Platz lassen. An sommerlichen Tagen kann es mit dem dicken Kragen unangenehm heiß werden. Auch das häufige Akkuladen - laut Herstellerangaben alle 14 bis 16 km - mindert den Komfort. Er ist für lange Touren nicht geeignet.
Tatsächlich fühlt sich der Hövding 3 beim Anlegen wenig bequem an. Das gilt vor allem dann, wenn man keinen Pullover oder keine Jacke trägt. Er drückt vorne unter dem Kinn und hinten im Nacken. Ist dagegen etwas Stoff zwischen Hals und Hövding 3, wird die Sache deutlich angenehmer.
Beim Fahrradfahren selbst bemerkt man den Fahrrad-Airbag schon nach kurzer Zeit kaum noch. Der Hövding 3 scheint auf die Körperhaltung beim Fahrradfahren optimiert zu sein. Wir ziehen bezüglich des Komforts den Hövding 3 einem klassischen Fahrradhelm vor, schließlich bleibt der gesamte Kopf frei. Nichts drückt auf Ohr oder Kopf und der Fahrtwind streicht angenehm durch das Haar. Auch Damen und Herren, die Wert auf ihre Frisur legen, könnten auf die Lösung von Hövding schielen. Schließlich wird sie nicht von einem Helm plattgedrückt.
App-Funktionen
Der Hövding 3 verbindet sich auf Wunsch mit einer Smartphone-App. Diese verlangt zunächst eine Registrierung, dann die Verbindung über Bluetooth mit dem Hövding 3. Das klappt im Test auf Anhieb. Die sinnvollste Funktion der App ist die Notfallbenachrichtigung. Nach der Erlaubnis des Zugriffs auf den Standort und der Angabe eines Notfallkontakts schickt die App beim Auslösen des Airbags eine SMS an den hinterlegten Kontakt. Das funktioniert im Test problemlos.
In ihr steht der Name des Verunfallten, die Adresse des Unfallorts und ein Link zu Google Maps. Daneben zeigt die App unter anderem weniger spannende Informationen wie die Anzahl der Fahrten, die zurückgelegte Distanz, die benötigte Zeit und die CO2-Ersparnis im Vergleich zur Fahrt in einem Auto.
Wann löst der Hövding aus?
Um zu testen, wann der Hövding 3 auslöst, fahren wir einen anspruchsvollen Wald-Trail mit dem spaßigen E-Mountainbike Laotie FT100 (Testbericht). Wir wollen vor allem den Zeitpunkt definieren, wann der Hövding 3 auslöst. Kann man ihn auch auf Trails und Abfahrten nutzen? Oder ist er doch eher für das gemütliche Cruisen durch die Stadt?
Grundsätzlich sollte man beim Hövding darauf achten, dass die magnetische Sicherheitslasche vor dem Absteigen vom Fahrrad gelöst wird. Ansonsten soll es wohl öfter mal vorkommen, dass der Fahrrad-Airbag versehentlich auslöst, obwohl man gar nicht mehr Fahrrad fährt.
Zunächst fahren wir bestimmt 15 Minuten lang über Stock, Stein, Wurzel und Schlagloch. Alles kein Problem. Der Helm scheint genau zu wissen, welche auch heftigere Bewegungen zum Ausgleich der wilden Fahrt gehören. Mit dabei sind auch krassere Seitlagen und schnelle Balance-Bewegungen.
Doch dann ist es soweit: Das Vorderrad verhakt sich in einem Loch, wir geraten in Vorlage. Der Hövding 3 erkennt sofort eine kritische Situation und löst die Gaskartusche aus. Mit einem lauten Knall pumpt sich der Fahrrad-Airbag innerhalb einer zehntel Sekunde auf und stülpt sich vom Hals über den gesamten Kopf. Dabei füllt sich auch die Halskrause mit Gas und stabilisiert die Nackenpartie. Das ist für den Fahrer vielleicht sicher, aber nicht gerade angenehm. Wir müssen schnell den Reißverschluss lösen, weil wir kaum noch Luft bekommen.
Auch wenn der Hövding 3 alles richtig gemacht hat: Etwas erstaunt sind wir dennoch. Schließlich waren wir gerade dabei, vom Fahrrad zu springen und mit den Füßen auf dem Waldboden zu landen. Im Grunde bestand keine Gefahr für den Kopf, doch das weiß der Hövding 3 natürlich nicht. Er agierte in dem Fall nach dem Prinzip: Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig ausgelöst.
Für wen ist der Hövding 3 geeignet?
Wer anspruchsvolle Trails und Abfahrten mit seinem (E-)Mountainbike entlang heizt, wird am Hövding 3 nicht lange Freude haben. Schließlich kommt es doch ab und an mal vor, dass der Fahrer vom Fahrrad fällt, der Airbag auslöst, aber er sich eigentlich problemlos noch hätte abfangen können. Solche Fahrer wünschten sich in dem Moment, doch eher auf einen konventionellen Helm gesetzt zu haben.
Wer jedoch auf der gemütlichen Kaffeefahrt mit dem Fahrrad den Wind in den Haaren spüren, oder wer morgendlich auf dem Fahrradweg zur Arbeit seine Frisur nicht mit einem Helm versauen will, für den ist der Hövding 3 eine Alternative.
Der ADAC bescheinigt dem Hövding 3 in den meisten Situationen einen besseren Schutz, als es konventionelle Helme bieten können. Doch nicht in allen Situationen. So löst der Hövding 3 etwa nicht aus, wenn ein Fahrradfahrer mit dem Kopf gegen den Seitenspiegel eines LKWs knallt.
Vor- und Nachteile im Überblick
Vorteile:- Vielseitig einsetzbar
- Zuverlässiger Schutz
- Tragekomfort mittelmäßig
- Hoher Preis
Kann der Fahrrad-Airbag nach dem Auslösen wiederverwendet werden?
Nach einem Unfall mit Auslösen des Airbags kann der gleiche Hövding 3.0 nicht mehr genutzt werden. Dies trifft allerdings auch auf herkömmliche Fahrradhelme zu, wenn diese eine Stoß abbekommen haben.
Alternativen und Ergänzungen
Der Helm schützt Ihren Kopf - doch wie ist Ihr Thorax mit der Wirbelsäule im Falle eines Unfalls geschützt? Hier gibt es die erste smarte Airbag-Weste für Fahrradfahrer. Die Airbag-Weste ist die optimale Ergänzung zum Fahrradhelm. Wir empfehlen, den Airbag immer zusammen mit einem Helm zu tragen. Genießen Sie die Sicherheit. Die Airbag-Weste gibt es in zweierlei farblichen Ausführungen. Sie hat einen hohen Tragekomfort, da sie leicht und atmungsaktiv ist. Reflektoren bieten weiteren Schutz bei Dunkelheit. Die Airbag-Kartusche muss nach der Auslösung getauscht werden. Wir empfehlen allerdings immer zur Jacke auch einen Helm zu tragen. Besuchen Sie uns einfach und sehen Sie sich die Weste live an.
Preis und Verfügbarkeit
Der Hövding 3 kostet im Abverkauf bei Ebay 250 Euro. Neue Modelle werden nicht produziert. Er kann nach dem Auslösen nicht wiederverwendet werden.
Fazit
Wer überwiegend gemütlich in der Stadt unterwegs ist und das entsprechende Kleingeld hat, für den ist der Fahrrad-Airbag Hövding 3 eine reizvolle Alternative zum klassischen Helm. Er trägt sich beim Fahren angenehm und ruiniert keine Frisur. Für anspruchsvolle Trails und Abfahrten können wir ihn nicht empfehlen. Denn es könnte passieren, dass er an der falschen Stelle auslöst. Dann gibt es keinen Ersatz, denn er wird nicht mehr produziert.
Das Auslösen selbst geht innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde. Nach einem lauten Knall stülpt sich der Airbag über den kompletten Kopf und schützt zusätzlich die empfindliche Nackenpartie. Außerdem erhält der Notfallkontakt eine SMS mit Ortsdaten. Der Verunfallte sollte den Hövding 3 jedoch schnell lösen, da er heftig den Hals zusammendrückt und das Atmen stark erschwert. Im Fall einer Bewusstlosigkeit nach einem Sturz könnte das theoretisch sogar gefährlich werden.
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