Fahrradhelm für Babys und Kinder im Anhänger: Sicherheit und Komfort

Fahrradanhänger sind eine beliebte und sichere Möglichkeit, Kinder zu transportieren. Doch wie steht es um die Sicherheit der kleinen Passagiere? Sollten sie im Anhänger einen Helm tragen? Dieser Frage gehen wir nach und geben Ihnen wichtige Tipps für die Auswahl des richtigen Helms.

Verschiedene Crashtests bestätigen, dass ein Fahrradanhänger für Kinder ab 6 Monaten die sicherste Transportmöglichkeit ist. Auch wenn es nicht in jedem Land eine offizielle Helmpflicht gibt, sprechen viele Gründe dafür, einen Helm im Fahrradanhänger zu tragen.

Gesetzliche Bestimmungen und Empfehlungen

Laut der aktuellen gesetzlichen Lage besteht in Deutschland keine gesetzlich vorgeschriebene Helmpflicht. Das gilt sowohl für Fahrradfahrer als auch für Beifahrer im Kinderfahrradsitz und im Kinderfahrradanhänger. Die Entscheidung obliegt also den Eltern, ob die Kinder einen Helm tragen oder nicht. Es bestehen dabei auch keine Ausnahmeregelungen für bestimmte Altersgruppen.

Laut der österreichischen Fahrradverordnung müssen Kinder unter 12 Jahren einen Helm tragen - auch wenn sie im Fahrradanhänger oder Fahrradsitz unterwegs sind.

Die Schweiz handhabt es in puncto Helmpflicht im Vergleich zu Österreich wie Deutschland und schreibt diese nicht verpflichtend vor. Stattdessen sind die Schweizer ihrer eigenen Verantwortung überlassen und können frei entscheiden, ob sie selbst als Fahrradlenker einen Helm tragen und ob sie ihren Kindern im Fahrradanhänger einen Helm anziehen.

Wir raten dir, dich vor Ausflügen oder Reisen mit dem Fahrrad samt Fahrradanhänger im Urlaubsland über die gesetzlichen Vorschriften zu informieren. Unter Umständen ist es im Zielland gesetzlich verpflichtend, dass du als Fahrradlenker und dein Kind einen Helm tragen müssen.

Warum ein Helm im Fahrradanhänger wichtig ist

Der Fahrradanhänger ist aufgrund seiner Bauweise das sicherste Transportmittel für Kinder. Die Verletzungsgefahr ist darin deutlich geringer als im Vergleich zu Fahrradsitzen auf dem Gepäckträger. Auch wenn die Kinder im Fahrradanhänger sicher aufgehoben sind und bei möglichen Unfällen durch die Kabine sowie einen stabilen Überrollbügel geschützt sind, kann es dennoch zu Kopfverletzungen kommen.

Über 70 % der schweren Verletzungen bei Kindern sind bei Radunfällen Kopfverletzungen. Um diesen vorzubeugen, sollten laut Experten Kinder einen Helm im Fahrradanhänger tragen, denn er kann bis zu zwei Drittel der aufprallenden Energie absorbieren.

Manche Modelle verfügen über seitliche Protektoren oder eine spezielle Kopfpolsterung. Diese ersetzen aber keinesfalls einen Helm und bieten auch nicht denselben Schutz. Sie sind ergänzend dazu angebracht und erhöhen in den meisten Fällen den Komfort, weil sie als Stütze dienen.

Befürworter argumentieren damit, dass ein Helm bei Unfällen vor massiven Kopfverletzungen schützt und dadurch auch Hirntraumata vorbeugt. Außerdem wird durch auffällige Farben und zusätzliche Reflektoren die Sichtbarkeit erhöht.

Unsere Empfehlung lautet jedoch ohnehin, selbst wenn es gesetzlich nicht verpflichtend ist, trotzdem einen Helm zu tragen. Gerade als Eltern sollten wir als Vorbild vorausgehen und den Kindern verantwortungsvolles Verhalten vorleben.

Die richtige Wahl des Fahrradhelms

Sicher stellst du dir als Elternteil oft die Frage, ob im Fahrradanhänger ein Kinder-Helm angenehm zu tragen ist. Meist sieht es ja so aus, als würde er die Bewegungsfreiheit einschränken und einengen. Mit der richtigen Passform und der entsprechenden Form, die ein Helm für Fahrradanhänger aufweisen sollte, ist das Tragen bequem und sicher zugleich.

Ein abgeflachter Helm für Fahrradanhänger schützt den kleinen Kopf vor groben Kopfverletzungen, sollte es einmal zum Sturz kommen. Durch die abgeflachte Form am Hinterkopf engt der Helm auch nicht ein und ist für dein Kind auch nicht sperrig. Achte dabei auf den richtigen Sitz auf der Stirn.

Kaufentscheidung: Wichtige Faktoren

  1. Passform: Damit der Helm dem Kopf des Kindes optimalen Schutz bietet, muss er gut sitzen und perfekt passen. Ein fester Sitz ist wichtig - der Helm soll weder rutschen noch wackeln, auch nicht wenn dein Kind seitlich den Kopf schüttelt. Ein abgeflachter Helm ist für Fahrradanhänger am besten geeignet, da sich die Kleinen damit bequem zurücklehnen können.
  2. Form: Ein perfekter, aber bequemer Sitz sorgt für sicheren Schutz. Der Helm soll nicht nur den Kopf schützen, sondern auch Schläfen und Nacken miteinbeziehen. Dabei darf er nicht zu weit in den Nacken reichen, um die Bewegungsfreiheit nicht einzuschränken.
  3. Anpassung: Kinder wachsen unheimlich schnell. Ideal ist ein mitwachsendes Modell, sollte jedoch der Helm zu klein werden, unbedingt einen neuen kaufen. Die Anpassung ist wichtig, damit der optimale Sitz eingestellt werden kann. Zudem erhöht eine angenehme Polsterung den Tragekomfort und schützt vor unangenehmen Druckstellen. Achte auch auf ausreichende Luftöffnungen, um übermäßigem Schwitzen vorzubeugen.
  4. Gewicht: Kinderhelme dürfen nicht zu schwer sein. Als Orientierungspunkt nennen Experten dazu 200 bis 350 g. Grundsätzlich gilt, je kleiner das Kind, desto leichter sollte der Helm sein.
  5. Sichtbarkeit: Knallige Farben und zusätzliche Reflektoren erhöhen die Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Mit blinkenden LED-Lichtern sind die Kleinen auch nachts oder in der Dämmerung besser sichtbar.

Um das perfekte Modell zu finden, solltest du dein Kind verschiedene Varianten ausprobieren lassen. Wichtig sind ein einfaches Handling, ein komfortabler und optimaler Sitz sowie ein zuverlässiger Schutz.

Moderne Technologien für zusätzlichen Schutz

Modernste Technologien versprechen einen zuverlässigen Rundum-Schutz, wie z.B. das Mips-System, welches ein Schutzsystem für Zusammenstöße aus verschiedenen Richtungen bietet. Dabei soll eine bewegliche Kunststoffeinlage beim Sturz vor Drehkräften schützen. Stiftung Warentest erklärt allerdings, dass guter Schutz nicht von MIPS abhängig ist.

Testergebnisse und Empfehlungen

Stiftung Warentest hat 18 Fahrradhelme für Kinder getestet. Wie beim Test 2016 wurde auch dieses Mal die Abstreifsicherheit, Belastbarkeit von Verschluss und Riemen sowie die Sichtbarkeit geprüft. Dabei schnitten lediglich fünf Modelle mit dem Gesamtergebnis „gut“ ab. Eines der besten Modelle war bereits um EUR 12,00 erhältlich.

Kinderfahrradhelm Größe Testergebnisse
Abus Youn-I 2.0 2 Größen (48 - 57 cm) Testsieger Fahrradhelm für Kinder (Gesamtnote 2,2) bei Stiftung Warentest 2022
Alpina Pico Flash 50 - 55 cm „gut“ (Gesamtnote 2,4) bei Stiftung Warentest 2022
Casco Mini 2 46 - 52 cm „gut“ (Gesamtnote 2,4) bei Stiftung Warentest 2022
Lidl Crivit Kinder Fahrradhelm Art.-Nr. 366848 2 Größen (46 - 54 cm) „gut“ (Gesamtnote 2,4) bei Stiftung Warentest 2022
Woom Kids Helm 3 Größen (46 - 56 cm) „befriedigend“ (Gesamtnote 2,6) bei Stiftung Warentest 2022

Der KED Fahrradhelm Meggy Originals ist unserer Meinung nach ein toller Helm für den Fahrradanhänger für dein Kind. Der tiefsitzende Helm geht bis fast zu den Ohren und verfügt über 5 Lüftungsschlitze. Mit dem stabilen Drehverschluss lässt sich der Helm gut einstellen. LEDs und Reflektoren sorgen für eine gute Sichtbarkeit.

Weitere Sicherheitsaspekte

Verschiedene Tests und Studien aus dem Jahr 2021 haben ergeben, dass ein Fahrradanhänger für Kinder ab ca. 6 Monaten als sicheres Transportmittel geeignet ist. Da Babys ohnehin nur in einem speziellen Babyeinsatz transportiert werden dürfen, macht in diesem Alter ein Baby-Helm im Fahrradanhänger auch noch keinen Sinn.

Kinder im Lastenrad und Anhänger anschnallen: Eine gesetzliche Anschnallpflicht gibt es momentan nur in Autos. Dennoch empfehlen wir aufgrund der allgemeinen Verkehrssicherungspflichten Kinder im Lastenrad und Fahrradanhänger immer anzuschnallen.

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