Fahrradhelm Test: Sicherheit und Komfort im Fokus

Fahrradhelme sind entscheidend für die Sicherheit im Straßenverkehr, da sie bei Unfällen schwere Kopfverletzungen verhindern können. Neben der Einhaltung aktueller Sicherheitsnormen spielt auch der passgenaue Sitz eine zentrale Rolle.

Der F.A.Z. Kaufkompass hat inzwischen 59 Fahrradhelme für den Alltag unter die Lupe genommen. Wichtig sind immer Handhabung und Komfort. Der Helm muss sich richtig einstellen lassen und sicher auf dem Kopf sitzen.

In puncto Sicherheit bei tatsächlichen Unfällen haben die Tester die Einschätzung von Unfall-Experten in das Ergebnis einfließen lassen.

Top-Empfehlungen und Testverfahren

Im Folgenden werden die besten Empfehlungen für Fahrradhelme aus dem Test vorgestellt, zuerst in einer Tabelle, danach im Detail. Zudem erklären wir Ihnen das Testverfahren von F.A.Z.

Top-Empfehlung: Uvex Urban Planet LED

Durch den hohen Komfort, die prima Sicherheit und die gute Ausstattung inklusive LED-Licht ist der Uvex Urban Planet LED die Top-Empfehlung. Er lässt sich mühelos einstellen und selbst das etwas höhere Gewicht stört beim Tragen nicht.

Der Fahrradhelm Uvex Urban Planet LED überzeugt die Tester mit seinem Tragekomfort, der integrierten Beleuchtung sowie der Bauform mit Schläfen- und Nackenschutz. Geprüft wurde das Modell in Größe 54-58 Zentimeter, ebenfalls erhältlich ist die Größe 58-61 Zentimeter.

Der getestete Helm wiegt rund 390 Gramm, das ist vergleichsweise viel. Mit dem Verstellrädchen an der Rückseite wird der Helm an die Kopfgröße angepasst. Über die verstellbaren Kunststoffbänder an den Seiten werden Höhe und Weite geändert.

Innen ist ein nicht störendes Insektenschutzgitter angebracht. Der Helm ist im Nacken und an den Schläfen tiefergezogen, umgibt den Kopf also für zusätzlichen Schutz. Lediglich ein Sonnenschutz fehlt.

Auch die Anpassung der Gurtbänder mit Reflektorstreifen gelingt simpel und das Kinnpolster ist bequem. Öffnen und Schließen des Kinnriemens klappt problemlos, selbst mit Handschuhen. 14 Öffnungen sorgen für eine effektive Luftzirkulation.

Der Helm wirkt äußerst robust mit stabilen Nähten und Verklebungen. Er besteht aus recycelten und biobasierten Materialien.

Ein Plug-In-LED-Licht ist bei diesem Modell gleich dabei. Es wird in einer Aussparung im Hinterkopfbereich eingesetzt. Es hat mehrere Lichtmodi und wird über USB aufgeladen.

Preistipp: Fischer Urban Plus Brooklyn

Der Fischer Urban Plus Brooklyn überzeugt mit seinem Preis, für den dennoch gute Qualität und ein hoher Komfort geboten werden. Mit Sonnenschutz, Beleuchtung und Insektengitter ist der Helm tadellos ausgestattet.

Der Fischer Urban Plus Brooklyn bietet für seinen geringen Preis eine Menge: Sonnenschutz, Insektenschutz, Licht und einen guten Tragekomfort. Erhältlich ist der Fahrradhelm in den Größen S/M (52-59 Zentimeter) und L/XL (58-61 cm), mit einem Gewicht von 306 Gramm ist er recht leicht.

Die Verarbeitung zeigt keine Schwächen, alles wirkt gut verklebt. Ein mit Knopfbatterie betriebenes Rücklicht mit mehreren Leuchtmodi ist integriert, das Ein- und Ausschalten erfordert aber ein kraftvolles Drücken. Daneben sind am Helm und an den Gurten Reflektoren angebracht.

Vorne gibt es einen Sonnenschutz. Die 19 Lufteinlässe ermöglichen eine gute Belüftung und die vorderen Öffnungen haben ein Insektenschutzgitter.

Die hinten länger gezogene Form sichert den Hinterkopf zusätzlich ab und das gut erreichbare Verstellrädchen ermöglicht eine genaue Anpassung der Größe. Der gepolsterte Kinnriemen liegt bequem auf und der Ratschenverschluss lässt sich selbst mit dünnen Handschuhen ohne Probleme öffnen.

Besonderheit: Uvex Finale Visor

Ein praktisches Visier ist die Besonderheit des Uvex Finale Visor. Somit gibt es mehr Sicherheit und ungestörte Sicht beim Fahren. Der Helm überzeugt auch bei Komfort und Ausstattung. Ein LED-Licht ist integriert.

Perfekt für schwierige Wetterbedingungen ist der Uvex Finale Visor mit - wie der Name schon sagt - einem herunterklappbaren Visier. Zudem gibt es einen Insektenschutz und eine eingebaute Beleuchtung. Das Visier kann abgenommen und ersetzt werden.

Das Glas erweist sich im Test als gut entspiegelt, somit gibt es bei der Sicht keine Beeinträchtigungen. Die Tester nahmen die Größe 52-57 Zentimeter des Modells unter die Lupe, erhältlich ist auch die Größe 56-61. Der kleinere Helm wiegt rund 370 Gramm. Das kommt unter anderem vom Extragewicht durch Visier und Beleuchtung.

Der Tragekomfort ist aber eh so hoch, dass das nicht sonderlich stört. Durch die Bauform werden Schläfen und Nacken zusätzlich geschützt.

Die passende Größe lässt sich mit dem hinteren Verstellrädchen und den Gurtbändern prima einstellen. Der Kinnriemen wird mit der klassischen Ratsche geschlossen. Das Öffnen gelingt simpel.

Ein LED-Licht mit verschiedenen Lichtsignalen ist an der Helm-Rückseite angebracht. Eine Knopfzelle versorgt es mit Strom. Zusätzlich reflektieren die Logos am Uvex Finale Visor.

Regenschutz: Abus Pedelec 2.0

Der Abus Pedelec 2.0 bietet eine seltene Besonderheit: Eine Regenhaube ist im Helm integriert und lässt sich blitzschnell ausfalten. Daneben gibt es eine Beleuchtung und einen prima Tagekomfort.

Bei schönem Wetter leistet der Abus Pedelec 2.0 mit seinem Sonnenschutz bereits gute Dienste, aber insbesondere bei Regen kann sich der Fahrradhelm flink anpassen. Unter einer Abdeckung an der Rückseite befindet sich eine Regenhaube, die bei Bedarf über den Helm gezogen und eingehakt wird. Der Regenschutz ist zudem mit Reflektoren bestückt.

Ein LED-Licht befindet sich an der Helm-Hinterseite. Es wird abgenommen und per USB geladen. Sie können zwischen drei Größen wählen: S (51-55 Zentimeter), M (52-57) und L (56-62).

Die Tester prüften das große L-Modell, das mit rund 410 Gramm Gewicht auch recht schwer ist. Dafür wirkt der Helm sehr robust mit hochwertiger Verarbeitung. Die gute Luftzirkulation ist durch vier Lufteinlässe mit Insektenschutzgitter sowie neun Luftauslässe sichergestellt.

Hinten ist der Helm etwas tiefergezogen für den Nackenschutz. Mit dem Rädchen wird die Größe justiert und der gepolsterte Kinnriemen liegt weich auf. Der Magnetverschluss lässt sich auch mit einer Hand problemlos öffnen. Im hinteren oberen Kopfbereich könnte der Helm aber besser gepolstert sein.

MIPS-Technik: POC Omne Beacon MIPS

Der POC Omne Beacon MIPS bietet MIPS-Technik für mehr Sicherheit bei Unfällen. Zudem ist der Helm stylisch, unter anderem mit den vier integrierten LEDs. Der Tragekomfort gefällt, ebenso die Verarbeitung.

Der POC Omne Beacon MIPS setzt auf Stil und Design. An der Rückseite sind vier LEDs integriert, welche verschiedene Lichtsignale abgeben können. Sie werden per USB-C geladen. Zusätzlich gibt es Reflektoren an Front und Heck. Verfügbar ist der Helm in verschiedenen Farbvarianten und den Größen S (50-56 Zentimeter), M (54-59) und L (56-61).

Die verwendete MIPS-Technik (Multi-directional Impact Protection System) soll für mehr Sicherheit vor gefährlichen Rotationsbewegungen bei Stürzen sorgen. Zusätzlich ist der Helm im Nackenbereich tiefergezogen. Die robuste Polycarbonat-Hülle und der feste Schaumstoff im Innenbereich versprechen hohe Sicherheit. Die Belüftung überzeugt ebenso.

Die Größenanpassung durch das Verstellrädchen erwies sich im Test als etwas durchwachsen. Es ließ sich zwar problemlos festdrehen, hakte beim Aufdrehen aber teilweise etwas. Der Kinnriemen wird mit einem Klickverschluss geschlossen.

Kaufberatung für Fahrradhelme

Die Kosten für einen Fahrradhelm können sehr stark variieren. Was am Ende zählt, ist die Sicherheit und diese bieten mitunter auch kostengünstigere Helme ab 25 Euro. Jedoch können günstige Modelle Mängel in der Verarbeitung aufweisen, welche die Lebensdauer oder den Tragekomfort beeinträchtigen.

Wichtige Kriterien beim Kauf

  • Fester, korrekter Sitz: Ein Helm sollte fest sitzen, ohne zu drücken. Als Faustregel gilt: Beim Vor- und Zurückbewegen des Helmes, sollte die Stirn ein wenig Falten schlagen. So wissen Sie, dass der Helm fest genug sitzt. Zudem sollte der Helm so platziert sein, dass er die Schläfen, die Stirn und den Hinterkopf bedeckt. Idealerweise endet er ein bis zwei Zentimeter über den Augenbrauen und den Ohren.
  • Kinnriemen: Achten Sie darauf, dass sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lässt, wenn der Kinnriemen geschlossen ist.
  • Passform: An fast jedem Helm befindet sich ein Drehrädchen, mit dem sich die Passform an die Kopfgröße anpassen lässt - allerdings nur in einem begrenzten Rahmen. In unserem Test zeigte sich: Helme, die in mehreren Größen angeboten werden, bieten oft die bessere Passform. Messen Sie daher den Kopfumfang oberhalb der Ohren mit einem Maßband, um das passende Modell zu finden.
  • Altersgruppe: Helme und ihre Größen lassen sich in vier Altersgruppen unterteilen. Kleinkinder bis zu drei Jahren haben in der Regel einen Kopfumfang von 44 bis 53 Zentimetern. Zwei- bis Siebenjährige messen um den Kopf für gewöhnlich 46 bis 57 Zentimetern und Fünf- bis Zwölfjährige 52 bis 60 Zentimeter. Radlern über 12 passen meistens Helme von 52 bis 65 Zentimetern. Diese Werte geben lediglich eine grobe Orientierung.
  • Kletteinsatz: Dank der Kletteinsätze kann der Helm noch präziser an die individuelle Kopfform und -größe angepasst werden. Dies erhöht nicht nur den Tragekomfort, sondern sorgt auch für einen sicheren und stabilen Sitz, sodass der Helm selbst bei längeren Fahrten oder plötzlichen Bewegungen nicht verrutscht.
  • Farbe: Sichtbarkeit im Straßenverkehr kann Radfahrern das Leben retten. Deshalb ist es ratsam, zusätzliche Reflektoren zu kaufen oder beim Helmkauf auf eine gut sichtbare Farbe zu achten. Zwar ist die Farbe Geschmackssache, doch dunkle Farben erwärmen sich bei Sonnenschein schneller als helle. Wer mit dem Fahrrad oft und lang bei strahlendem Sonnenschein unterwegs ist, greift deshalb lieber zu einer hellen Farbe.
  • Probe­tragen: Ob ein Helm gut sitzt, hängt stark von der individuellen Kopfform ab: Was bei einer Person perfekt passt, kann bei einer anderen drücken. Unsere Tester bestätigten, wie unterschiedlich das Tragegefühl ausfallen kann. Deshalb gilt: Unbedingt vor dem Kauf anprobieren - jeder Kopf ist anders geformt.
  • MIPS-Technik: Das sogenannte „Multi-Directional Impact Protection System“, abgekürzt MIPS, ist eine spezielle Konstruktion bei Fahrradhelmen. Bei einem Aufprall soll eine reibungsarme und bewegliche Schicht im Inneren des Helms die schädlichen Rotationsbewegungen reduzieren und so den Kopf des Trägers besser schützen. Fahrradhelme mit MIPS bieten also zusätzliche Sicherheit, sind aber in der Regel teurer.

Verschiedene Arten von Fahrradhelmen

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von Fahrradhelmen: Softshell-, Hardshell- und Microshell-Helme. Was genau hinter diesen drei Begriffen steckt, erklären wir im Folgenden.

  • Softshell-Helme: Softshell-Helme sind besonders leicht, da sie lediglich aus einer Schale aus Hartschaumstoff bestehen. Sie sind eine sehr preisgünstige Variante. Allerdings können diese Helme nur bedingt den Aufprall abfedern. Experten raten oft von Softshell-Helmen ab.
  • Hardshell-Helme: Robuster als die Weichschalen-Variante aber auch deutlich schwerer. Hardshell-Helme kommen meist im Downhill-Bereich zum Einsatz. Sie bestehen aus hartem Kunststoff.
  • Microshell-Helme: Ein harter Schaumstoffkern überzogen mit Kunststoff macht den Helm effektiv, da Stöße gut abgefedert werden. Deshalb erfreuten sich Microshell-Helme besonderer Beliebtheit und sind weit verbreitet. Sie sind meistens leichter als Hardshell-Helme.

Sicherheitsaspekte und zusätzliche Merkmale

Im Ernstfall kann ein Fahrradhelm Leben retten und schwere Kopfverletzungen verhindern. Das erreicht er dadurch, dass er wie ein Stoßdämpfer wirkt. Die Kombination von Außenschale und Innenpolster absorbiert im Idealfall bis zu zwei Drittel der Energie, die bei einem Sturz auf den Kopf wirkt.

Ein weiterer entscheidender Sicherheitsfaktor ist die Sichtbarkeit im Straßenverkehr: Viele Fahrradhelme sind mit kleinen Lichtern, leuchtenden Farben und reflektierenden Elementen ausgestattet, die dazu beitragen, dass Fahrradfahrer von anderen Verkehrsteilnehmern besser wahrgenommen werden. Diese Merkmale erhöhen die Sicherheit, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen oder in der Dämmerung.

Auffällige Farben wie Neonorange oder -gelb verstärken diesen Effekt zusätzlich und sorgen dafür, dass der Fahrer aus größerer Entfernung sichtbar wird. So kann das Risiko von Unfällen deutlich reduziert werden.

Zwar weniger entscheidend für die Sicherheit, aber dennoch wichtig für den praktischen Gebrauch, sind Extras wie ein integrierter Sonnen- oder Insektenschutz. Vorsicht ist bei Lösungsmitteln geboten. Sie sollten nicht mit dem Helm in Berührung kommen.

Ist die Komfortpolsterung herausnehmbar, kann sie häufig mit Feinwaschmittel bis 30 Grad gewaschen werden. Detaillierte Informationen finden Sie in der Regel auf der Verpackung oder in der Bedienungsanleitung des Helms.

Wenn es um die Sicherheit beim Fahrradfahren geht, sollten Sie auch die Fahrradbeleuchtung überprüfen.

Fahrradhelme unter dem Prüfhammer: Unterschiede beim Unfallschutz

Helme mit tiefer Nackenpartie und heruntergezogenem Schläfenbereich erhöhen die Sicherheit.

Alle in der EU und der Schweiz vertriebenen Helme müssen eine Normprüfung („EN 1078“) durch ein zertifiziertes Prüfinstitut bestanden haben. Diese Prüfung umfasst zwei wesentliche Szenarien, den Fall auf eine Ebene und auf eine Kante, um den Aufprall an einem Bordstein zu simulieren. In einem Abstreiftest wird außerdem geprüft, ob die Helme beim Sturz vom Kopf rutschen. Auch die Belastbarkeit von Riemen und Verschluss wird beurteilt.

Am Ende heißt es dann aber nur: bestanden oder nicht. Ein erteiltes Prüfsiegel informiert also nicht darüber, wie gut ein Helm schützt.

Die Stiftung Warentest setzt die Messlatte in ihren Testreihen höher und lässt die Helme auf verschiedenen Punkten aufschlagen, und das mit teils deutlich höherem Tempo. Zudem wird der Schutz vor sogenannten Drehkräften ermittelt. Dazu prallen die Testhelme auf eine schiefe Ebene.

Ergebnis des aktuellen Tests: Nur 3 von 14 Helmen schützen „gut“, unter den übrigen fällt die Notenbilanz im Prüfpunkt Unfallschutz durchwachsen aus. Einer ist durchgefallen: Beim E.Motion 2 von Casco brach der Verschluss sowohl beim Belastungs- als auch beim Abstreiftest.

Schlusslichter fallen häufig auch durch eine unzureichende Schutzwirkung an Schläfen, Stirn und Nacken auf - je größer der abgedeckte Kopfbereich, umso wirkungsvoller der Schutz. Auch bei der Sichtbarkeit im Dunkeln könnten viele Helme zulegen, etwa durch Reflektoren und/oder ein Rücklicht.

Fahrradhelme mit „MIPS“: Mehr Sicherheit oder nur Marketing-Chichi?

Bei MIPS soll eine innenliegende Kunststoffschicht (gelb) vor Drehkräften beim Sturz schützen - der Effekt wird kontrovers diskutiert.

Eine der meistbeworbenen Sicherheitsinnovationen neuerer Fahrradhelme ist „MIPS“. Dabei soll eine flexible und reibungsarme Kunststoffeinlage im Sturzfall vor sogenannten Rotationskräften schützen. Die Idee: Prallt der Helm seitlich auf eine Bordsteinkante oder schräg gegen eine Mauer, dreht sich nur die Außenschale. So erhält der Kopf weniger Drall.

Illustrieren lässt sich das anhand eines Tischtennisballs im Wasserglas: Wird das Glas gedreht, dreht sich der auf dem Wasser schwimmende Ball nicht mit.

Die Stiftung Warentest kann jedoch keinen Sicherheitsvorteil erkennen: Auch Helme ohne „MIPS“ streichen bei den Warentestern gute Noten ein.

Topf sucht Deckel: Wie ermittle ich die richtige Fahrradhelm-Größe?

Knifflige Herausforderung bei der Helmwahl: die richtige Größe. Der erste Schritt, sie zu ermitteln, ist das korrekte Ausmessen des Kopfumfangs: Maßband knapp über den Augenbrauen ansetzen und oberhalb der Ohren um den Kopf legen.

Das anschließende Abgleichen mit den Größenangaben der Hersteller führt jedoch nicht immer zum Ziel, denn nicht alle Anbieter nehmen es mit den Maßen genau. Gelegentlich überschneiden sich die Größenspannen auch.

Hier kann es nur einen Rat geben: Anprobieren und gegebenenfalls zurücksenden. Richtig sitzt ein Helm, wenn er straff aufliegt, ohne unangenehm zu drücken. Wer auch in den Wintermonaten radelt, sollte auch noch etwas Luft für eine schlanke Mütze einkalkulieren.

Auch der Komfort zählt: Belüftung, Sitz und Handling

Gute Schutzeigenschaften allein reichen bei einem Fahrradhelm nicht aus, um in den Fahrradhelm-Tests einen guten Rang zu erzielen. Auch Einstellbarkeit, Tragekomfort und Handling machen die Note.

Es beginnt mit dem optimalen Sitz: Einfache Modelle lassen sich mit unterschiedlich dicken Polstern anpassen. Deutlich besser stehen Helme mit eingefasstem Kopfring da. Die Weite lässt sich leicht und präzise über ein Nackenrädchen einstellen. Gut gelöst ist das beim Urban Planet LED von Uvex, bei dem dieser Ring auch in der Höhe verstellt werden kann. Das Einstellrädchen ist platzsparend unter einer kleinen Aussparung angebracht. Das verhindert ein unangenehmes Drücken im Nacken. Besonders komfortable Fahrradhelme besitzen darüber hinaus verstellbare Gurtdreiecke.

Auch von zentraler Bedeutung: die Belüftung. Hier zeigen viele Modelle Schwächen. Vor allem bei den angesagten Skaterhelmen haben Sie eher schlechte Karten. Hier und da gibt es Ausnahmen, zum Beispiel bei Uvex (Modell Hlmt 4 CC) oder Prophete (Modell 0424). City-, Trekking, MTB- oder Rennradhelme schneiden in diesem Punkt aber generell besser ab. Doch Helmöffnungen lassen nicht nur den kühlenden Fahrtwind an den Kopf. Auch Insekten verfangen sich gerne mal unter der Haube. Eingefassten Netze halten sie auf Abstand.

Ist der Helm mit einer Blende ausgerüstet, sollte sie sich entfernen oder zumindest in der Höhe verstellen lassen. Runde Kanten verringern das Verletzungsrisiko. Auch ein Blick aufs Helmgewicht lohnt sich. Zwar nehmen sich die meisten hier nicht viel. Extras wie Rücklicht, MIPS und besonders dicke Außenschalen machen sie aber mitunter recht pfundig.

Was ist von Falthelmen zu erwarten?

Inzwischen gibt der Markt auch eine Reihe von faltbaren Fahrradhelmen her, die im Nu zusammenfaltet und im Rucksack verstaut werden können. Flächendeckend durchgesetzt konnten sie sich bislang nicht.

Bei der Stiftung Warentest landete bislang nur ein Falthelm auf dem Prüfstand, nämlich der Carrera Sport Foldable Helmet - mit eher durchwachsenem Ergebnis.

Haltbarkeit: Wann sollte ein Fahrradhelm ausrangiert werden?

Ein Fahrradhelm sollte grundsätzlich nach einem Sturz ausgetauscht werden. Denn selbst kleinste, mit dem bloßen Auge nicht sichtbare Risse im Material können die Sicherheit erheblich beeinträchtigen. Auch ohne äußere Einwirkungen wird das Material mit der Zeit schwach.

Wann es Zeit für einen Wechsel ist, verrät ein auf der Verpackung ausgewiesenes Verfallsdatum. Fehlt diese Angabe, können wir nur vom Kauf abraten. Pauschale Aussagen zur Haltbarkeit von Fahrradhelmen wiederum sind leider nicht möglich.

Smarte Fahrradhelme: Mehr als nur Schutz

Ein smarter Fahrradhelm schützt nicht nur den Kopf. Er bietet im besten Fall außerdem Bluetooth, SOS-Notfallfunktion, Licht, Blinker und Lautsprecher.

Aber einige Helme können mehr als „nur“ den Kopf schützen. Sie leuchten, blinken, spielen Musik, eignen sich zum Telefonieren und senden bei einem Unfall automatisch eine Nachricht an den hinterlegten Notfallkontakt. Ein ganz besonderer Fahrradhelm, der eigentlich kein Helm ist, löst bei einem Unfall sogar einen Airbag aus, der sich wie eine Haube über den Kopf des Fahrers legt.

Der Markt an smarten Fahrradhelmen ist überschaubar, wächst aber stetig. Im Folgenden werden einige besonders beliebte und gute Modelle vorgestellt.

Sena R1 Evo

Der Sena R1 Evo ist ein gelungener smarter Fahrradhelm, der vor allem mit dem Mesh-Intercom ein sehr nützliches Feature bietet. Die Verarbeitung ist hochwertig, die Passform lässt sich flexibel anpassen.

Schade ist, dass es kein Frontlicht und keinen Blinker gibt. Wer darauf verzichten kann und einen zuverlässigen Helm zum Telefonieren und für Gruppenfahrten sucht, wird mit dem Sena R1 Evo aber gut bedient sein.

Die Bedienung des Sena R1 Evo ist denkbar einfach. An der Rückseite befindet sich ein großer Knopf zum Ein- und Ausschalten des integrierten Rücklichts. Ein Frontlicht oder einen Blinker sucht man vergebens. Direkt unter dem Rücklicht sitzt der USB-C-Port zum Laden des Akkus. Dieser ermöglicht laut Hersteller eine Gesprächszeit von 7 bis 10 Stunden. Nach 2 Stunden an der Steckdose ist er wieder voll aufgeladen.

An der Seite des Helms befinden sich drei gut erreichbare Knöpfe. Sie bieten ein angenehmes haptisches Feedback beim Drücken. Hierüber lassen sich unter anderem die Lautstärke regeln und das Mesh-Intercom aktivieren.

Eine dazugehörige Smartphone-App gibt es nicht. Die Einstellungen und Funktionen werden direkt am Helm vorgenommen. Das ist zwar einerseits etwas schade, da so erweiterte Anpassungsmöglichkeiten fehlen. Andererseits gestaltet es die Bedienung sehr unkompliziert und man muss sich nicht erst mit einer App auseinandersetzen.

Funktionen des Sena R1 Evo

  • Telefonieren über Bluetooth
  • Musik- und Podcast-Wiedergabe
  • Mesh-Intercom für Gruppenfahrten (Reichweite bis zu 900 Meter, erweiterbar auf 3,6 Kilometer mit bis zu sechs Nutzern)

Livall Evo 21

Der Livall Evo 21 ist ein guter Helm. Uns gefällt besonders das gut sichtbare Licht, welches dank Umgebungslichtsensor zuverlässig leuchtet, wann es draußen dunkel ist. Auch der Blinker funktioniert gut über die Fernbedienung und die SOS-Funktion kann im Zweifelsfall eine echte Hilfe sein.

Optisch macht er einiges her. Das liegt vorrangig an seinem schnittigen Design. Der Tragekomfort ist hoch. Das liegt auch am für einen smarten Helm vergleichsweise geringen Gewicht von 350 Gramm und dem guten Gurtsystem. Uns gefällt das Detail, dass die Gurte in roter Farbe gehalten sind. Livall hat daran gedacht, viele Lüftungsschlitze anzubringen. Darüber wird man sich besonders an sehr heißen Sommertagen freuen.

Auffälligstes Merkmal am Livall Evo 21 ist seine Beleuchtung, die bestehend aus 38 LEDs fast komplett um den Helm reicht. Dank eines Umgebungslichtsensors leuchtet sie zuverlässig, sobald die Dämmerung einsetzt. Außerdem kommt mit dem Helm eine Fernbedienung für den Fahrrad- oder E-Scooter-Lenker. Mit ihr aktiviert man für knapp zehn Sekunden einen Blinker. Dieser ist für andere Verkehrsteilnehmer gut zu sehen.

Ein Bewegungssensor im Helm sorgt nicht nur dafür, dass er nach kurzer Ruhezeit in den Stand-by-Betrieb wechselt, um Energie zu sparen. Er aktiviert zusätzlich beim Verringern der Geschwindigkeit ein Bremslicht. Das funktioniert im Test nicht immer zuverlässig.

Funktionen des Livall Evo 21

  • 360-Grad-Licht
  • Blinker mit Fernbedienung
  • Umgebungslichtsensor
  • Bremslicht
  • SOS-Funktion

Hövding 3

Wer überwiegend gemütlich in der Stadt unterwegs ist und das entsprechende Kleingeld hat, für den ist der Fahrrad-Airbag Hövding 3 eine reizvolle Alternative zum klassischen Helm. Er trägt sich beim Fahren angenehm und ruiniert keine Frisur.

Für anspruchsvolle Trails und Abfahrten können wir ihn nicht empfehlen. Denn es könnte passieren, dass er an der falschen Stelle auslöst.

Vorteile des Hövding 3

  • Schützt Kopf und Nacken zuverlässig
  • Für viele bequemer als ein klassischer Helm
  • Benachrichtigt bei einem Unfall einen Kontakt

Ratgeber Versicherung

Fahrradfahren hat nachweislich positive Auswirkungen auf die Gesundheit - selbst E-Bikes sind viel besser als etwa Autofahren. Doch selbst die vorsichtigsten Fahrer können einen Unfall nie zu 100 Prozent ausschließen. Wir empfehlen deshalb Zusatzversicherungen, um die möglichen negativen Konsequenzen abzumildern.

Lumos Ultra

Der Lumos Ultra ist ein smarter Fahrradhelm, der mit integriertem Licht, Blinker und App-Steuerung die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht. Wir haben den schicken Helm getestet.

Vorteile des Lumos Ultra

  • schickes, stromlinienförmiges Design
  • helles Licht & Blinker mit Fernbedienung
  • gute Passform
  • abnehmbares Polster

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