Egal, ob man ein hartgesottener Ganzjahres-Fahrradfahrer oder eher ein Sommerradler ist, ein Fahrradhelm kann die Sicherheit entscheidend erhöhen. Verletzungen am Kopf machen immerhin 25 Prozent der Verletzungen durch Fahrradunfälle aus, laut der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Bei den lebensgefährlichen Verletzungen durch Fahrradunfälle ist der Kopf sogar fast immer betroffen. Es lohnt sich also, Helm zu tragen.
Stiftung Warentest hat seit 2021 insgesamt 28 verschiedene Fahrradhelme getestet. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden zuletzt in der April-Ausgabe des „Test“-Magazins (2024) veröffentlicht. Von diesen haben neun ein gutes Ergebnis erzielt, 16 wurden für befriedigend befunden, und einer fiel als mangelhaft durch. Insgesamt am besten abgeschnitten hat der Uvex Urban Planet LED, der mit rund 125 Euro jedoch auch einen stolzen Preis hat.
Unter den neun guten Fahrradhelmen, die noch erhältlich sind, kosten einige deutlich weniger als der Testsieger. Der günstigste gute Fahrradhelm unter den getesteten Modellen ist der Fischer Urban Plus, welcher bereits 2021 getestet wurde. Er ist bereits ab 35 Euro erhältlich. Bei den neueren, 2024 getesteten Fahrradhelmen ist der Limar Torino für rund 60 Euro der günstigste gute Fahrradhelm.
Günstige Fahrradhelme im Test
Die Stiftung Warentest hat im Labor unterschiedliche Modelle einem Härtetest unterzogen. Am besten schnitt ein Helm ab, der 45 Euro kostet. Der »Fischer Urban Plus« bekam bei der Unfallsicherheit die meisten Punkte.
Allerdings habe er einen Nachteil: Seine Größe lasse sich nur schwer anpassen. Dadurch sitze er nicht auf jedem Kopf so gut. Passgenauigkeit ist aber ein wichtiger Faktor bei der Auswahl.
Von 15 getesteten Fahrradhelmen für Erwachsene, die zwischen 35 und 160 Euro kosten, schnitten sieben Modelle mit »gut« ab. Die anderen bieten mit »befriedigend« aber auch einen »wirksamen Schutz vor Kopfverletzungen«, so die Crashtest-Experten. Sie raten auch zu den teureren Modellen »Uvex City«, »i-vo Mips«, »Alpina Haga LED« und »Nutcase Vio Mips LED«, die bis zu 160 Euro kosten. Viele Anbieter hätten beispielsweise den Schutz der Schläfen in den letzten Jahren verbessert. Den letzten Platz belegte ein Falthelm.
Die Top-Empfehlungen unter 50 Euro
- Der insgesamt günstigste gute Fahrradhelm ist der Fischer Urban Plus. Mit dem Gesamturteil 2,4 hat er von Stiftung Warentest insgesamt eine gute Bewertung erhalten.
- Mit der Gesamtnote 2,2 („gut“) ist der Limar Torino, der günstigste neue Fahrradhelm, noch etwas besser als der Fischer Urban Plus.
Details zu den getesteten Modellen
Die Stiftung Warentest testete in den Kategorien „Unfallschutz“ (50 Prozent der Gesamtwertung), „Handhabung und Komfort“ (40 Prozent), „Hitzebeständigkeit“ (5 Prozent) sowie „Schadstoffe“ (5 Prozent). Einige der Tests seien strenger, als es die Prüfnorm für Fahrradhelme vorsehe, so die Tester. Der billigste Helm bildet das Schlusslicht, zeigt sich aber "befriedigend" (2,9). Alle Helme schützen laut Stiftung Warentest wirksam vor Kopfverletzungen. Jeder Helm sei besser als keiner.
Der mit 45 Euro zweitbilligste Helm "Fischer Urban Plus" (Note 2,4) ist "gut" und bietet sogar den besten Unfallschutz (gut). In diesem Punkt schneiden noch vier weitere der insgesamt guten Modelle gut und drei befriedigend ab.
Im Blick auf Handhabung und Komfort schneidet dieser als einziger der mit „gut“ bewerteten Helme daher befriedigend ab. Die Größe lasse sich beim zweitbilligsten Modell nur schwer anpassen. Es sei aber wichtig, dass der Helm zum Kopf passe. Die anderen so benoteten Helme zeigen sich in dieser Kategorie gut, zwei sogar sehr gut.
Das zweitbilligste Modell mit "gut" ist für 60 Euro der "Specialized Align II" (2,1).
Worauf man beim Kauf achten sollte
Damit ein Helm richtig schützt, sollte er etwa zwei Fingerbreit oberhalb der Augenbrauen waagerecht auf dem Kopf sitzen und nicht rutschen, so die Empfehlung. »Die Gurtbänder sollen fingerbreit unter dem Ohr zusammenlaufen und ein Dreieck bilden. Der Riemen mit dem Schloss sollte unter dem Kinn liegen und nicht gegen den Hals drücken«, schreiben die Unfallexperten.
Bei den Aufprallsimulationen war die Stiftung Warentest nach eigenen Angaben teils strenger, als es die Prüfnorm für Fahrradhelme vorschreibt. So ließ sie die Helme nicht nur auf einen flachen Sockel aufschlagen, sondern auch auf eine schiefe Ebene. Bei 22 Kilometern pro Stunde wurde der Aufprall auf Stirn, Hinterkopf und die Seite simuliert. Die untersuchten Helme sind dabei ausdrücklich für normale Fahrräder ohne Elektroantrieb vorgesehen. E-Bike-Fahrer bräuchten wegen der höheren Geschwindigkeit robustere Helme.
Weitere Informationen
Einige Anbieter versprechen Extra-Schutz durch Mips oder ähnliche Systeme wie Kineticore von Lazer. Mips steht für Multidirectional Impact Protection System, zu Deutsch: Schutzsystem für Zusammenstöße aus verschiedenen Richtungen. An der Helm-Innenseite ist eine Kunststoffschale befestigt, die sich unabhängig bewegt. Sie soll Rotationskräfte abfangen, die während eines Aufpralls auf das Gehirn wirken. Der Fahrradhelm-Test der Stiftung Warentest zeigt, dass Mips keine Voraussetzung für einen guten Fahrradhelm ist. Auch einige Helme ohne dieses System schützen gut vor Kopfverletzungen.
Zusätzliche Sicherheit bieten Fahrradhelme mit Licht, die im Dunkeln gut zu sehen sind. Die Prüfer leuchteten alle Kopfschützer mit Scheinwerfern an. Sehr gut sichtbar sind Modelle, die an allen Seiten und am Gurt mit Reflektoren ausgerüstet sind und am Hinterkopf ein Licht tragen. Eine perfekte Ausstattung ist aber eher die Ausnahme.
Um den besten Fahrradhelm zu küren, simulierten wir mithilfe von Dummys Unfälle - mit Geschwindigkeiten von bis zu 21,6 km/h (für S-Pedelec-Helme bis 23,4 km/h) und verschiedenen Aufprallszenarien (Stirn, Hinterkopf, Seite). Wir prüfen teils strenger, als es die Prüfnorm für Fahrradhelme vorsieht. So mussten die Helme nicht nur auf einen flachen Sockel aufschlagen, sondern auch auf eine schiefe Ebene. Dadurch drehten sie sich beim Aufprall. Ein guter Helm muss das Gehirn auch vor dieser Rotationsbewegung schützen. Zudem prüften wir, ob der Helm nach hinten vom Kopf rutschen kann.
Fahrradhelme im Test - Ergebnisse
Hier eine Übersicht von Fahrradhelmen mit verschiedenen Eigenschaften.
| Fahrradhelm | Eigenschaften | Ergebnis | Preis |
|---|---|---|---|
| Alpina Mythos 3 | Sehr leichte Bauweise, Verstellbares Kopfband | 4,5 / 5 | ab 99,95 € |
| Cratoni Pacer Plus | Leichte Bauweise, Gepolsterter Kinnriemen | 4,5 / 5 | ab 48,32 € |
| Casco Active 2 | Reflektierende Streifen, 26 Lüftungsöffnungen | 4,3 / 5 | ab 94,95 € |
| ABUS Urban-I 3.0 | Integriertes Rotlicht, guter Magnetverschluss | 4,1 / 5 | ab 64,95 € |
| Lazer Helm Beam | Leichte Bauweise, Verschiedene Farben | 4 / 5 | ab 28,82 € |
| Uvex City i-vo MIPS | Leichte Bauweise, LED Beleuchtung | 1,8 | ab 85,99 € |
| Alpina HAGA | Leichte Bauweise, LED Beleuchtung | 1,9 | ab 119,95 € |
| Nutcase Vio MIPS | Stabile Bauweise, 360° LED Beleuchtung | 2,1 | N/A |
| Bell Trace MIPS | Sehr leichte Bauweise, Einfach einstellbar | 2,4 | ab 70,47 € |
| Casco Cuda 2 | Lufteinlässe, Mit Reflektoren | 2,4 | ab 105,91 € |
| Cratoni Velo-X | Sehr leichte Bauweise, Einfach einstellbar | 2,4 | ab 69,99 € |
| Fischer Urban Plus | Große Lufteinlässe, LED Beleuchtung | 2,4 | ab 26,99 € |
| Scott IL Doppio Plus | LED Beleuchtung | 2,6 | ab 37,56 € |
| Abus Urban i 3.0 MIPS | Gute Einstellmöglichkeit | 2,7 | ab 95,07 € |
| Giro Register MIPS | Einfache Handhabung | 2,8 | ab 79,85 € |
| POC Omne Air Spin | Moderne Optik | 2,8 | N/A |
Stand der Daten in den Tabellen: 27. August 2025
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