Fahrradhelme sind entscheidend für die Sicherheit im Straßenverkehr und können bei Unfällen schwere Kopfverletzungen verhindern. Neben der Einhaltung aktueller Sicherheitsnormen spielt auch der passgenaue Sitz eine zentrale Rolle.
Sicherheitsaspekte von Fahrradhelmen
Bei einem Sturz können 250 g auf den Kopf einwirken, was ohne Helm tödlich sein kann. Daher ist es wichtig, dass ein Helm die Norm nicht nur erfüllt, sondern einen optimalen Schutz bietet. Je geringer die Beschleunigung, die bei einem Sturz auf den Kopf wirkt, desto kleiner ist auch das Verletzungsrisiko.
Seit immer mehr Fahrradfahrer Helme tragen, gibt es deutlich weniger schwere und tödliche Verletzungen. Es gibt viele gute Helme auf dem Markt, aber nur wenn die Hersteller auch auf die kleinen Details achten, wird ein sehr guter Helm daraus.
Rotationssysteme und Gehirnerschütterungsrisiko
Das schwedische Unternehmen MIPS gilt als Vorreiter, wenn es um die Reduzierung schädlicher Rotationskräfte auf das Gehirn geht. Neben MIPS existieren noch weitere Systeme wie 360° Turbine (Leatt), WaveCell (Bontrager) oder Smartshock (100%). Außer bei MIPS konnten wir im Test allerdings nur bei WaveCell einen positiven Effekt gegen die Rotationskräfte nachweisen.
Beide senken das Risiko einer Gehirnerschütterung im Schnitt um mehr als 50 Prozent im Vergleich zu Helmen ohne diese Systeme. Die Wahrscheinlichkeit, mit einem mit MIPS ausgestatteten Helm eine Gehirnerschütterung zu erleiden, liegt im Schnitt bei ca. 16 Prozent. Im Vergleich beträgt das Risiko bei Modellen ohne MIPS 35,5 Prozent. MIPS senkt das Risiko, eine Gehirnerschütterung zu erleiden, deutlich, allerdings abhängig vom verbauten System.
Die folgende Tabelle zeigt die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Biker bei einem simulierten Sturzszenario eine mittlere Gehirnerschütterung erleiden würde:
| System | Risiko einer Gehirnerschütterung |
|---|---|
| MIPS | 16,2% (im Schnitt) |
| Ohne MIPS | 35,5% (im Schnitt) |
Beschleunigungswerte
Alle Helme im Test bleiben bei den Beschleunigungswerten weit unterhalb der Norm (250 g). Die Spanne reicht jedoch von 84,2 g (Specialized) bis zu 129,7 g (Endura) und zeigt, dass die Helme durchaus unterschiedlich gut schützen. Ein Zusammenhang zwischen reduzierter Rotationsbeschleunigung und guter Stoßdämpfung ist aber nicht festzustellen.
Komfort und Passform
Ungeachtet seiner Schutzfunktion muss ein Helm natürlich auch nach Stunden im Sattel bequem sitzen. Deshalb haben wir zusätzlich zu den Crash-Prüfungen die Belüftung gemessen, das Gewicht ermittelt und das Anpassungssystem beurteilt. Um den optimalen Helm zu finden, lohnt sich also ein Blick in die Steckbriefe. Weil bei der Passform die persönliche Kopfform aber eine entscheidende Rolle spielt, kommt man um eine Anprobe des Wunschhelms nicht herum.
Die richtige Passform ist fast so wichtig wie der Schutzfaktor. Lässt sich der Helm nicht optimal einstellen, ist das ein Sicherheitsrisiko. Es darf höchstens ein Finger zwischen Schaumschale und Kopf passen. Also: eng, doch bequem.
Alternative Rotationssysteme
Neben MIPS finden sich im Test noch drei weitere Technologien zur Reduzierung von Rotationskräften:
- Smartshock / 100%: Kleine, bewegliche Elastomere sind zwischen Helmschale und Polster integriert, zeigen aber keine überzeugende Wirkung im Test.
- WaveCell / Bontrager: Eine komprimierbare Zellstruktur an der Innenseite der Helmschale, die unter dem Durchschnitt der MIPS-Werte liegt.
- 360˚ Turbine / Leatt: Kleine, um 360 Grad bewegliche Scheiben, die im Vergleich zu Helmen mit MIPS ein deutlich höheres Risiko einer Gehirnerschütterung aufweisen.
Fahrradhelme mit Beleuchtung
Nicht nur im Winter sollte man als Radfahrer unbedingt auf seine Sichtbarkeit im Straßenverkehr achten. Mittlerweile gibt es sogar Helme mit integrierter Beleuchtung, weswegen wir an dieser Stelle die wohl spannendsten Modelle einmal vorstellen wollen:
- Alpina Brighton MIPS: Integriert die Beleuchtung formschön in die Schale und setzt auf einen MIPS-Schutz.
- Unit1 Faro Smart Helm: Bietet eine üppige und helle Lichtleiste vorne und hinten sowie ein verstecktes flächiges Licht im Heck.
- Lumos Ultra E-Bike: Verfügt über integrierte Vorder-, Rück-, Brems- und Blinklichter mit einer Vielzahl von COB-LED-Modulen.
- Uvex City Light: Kommt mit vier LED-Bändern, die unterhalb der Helmschale liegen und über einen Knopf aktiviert werden.
- MET 20 Miles: Ist mit reflektierenden Aufklebern und einem integrierten LED-Rücklicht ausgestattet.
- Alpina Altona: Kommt mit einem integrierten Visier und einem Plug-In-Light an der Helmrückseite.
- Alpina Brooklyn: Verfügt über ein integriertes Licht und ein Textilschild mit dezentem Reflektorabschluss.
- Giro Bexley MIPS: Verfügt über ein integriertes Rücklicht, das die gesamte hintere Seite des Helms zum Leuchten bringt.
- Giro Camden MIPS: Verfügt über ein integriertes rotes Rücklicht und ist mit dem MIPS-System ausgestattet.
- Lazer Urbanize: Hat eine wiederaufladbare LED-Heckleuchte in die hintere Seite des Helms integriert.
- Livall BH51M Neo: Ist mit einer Vielzahl an Techniken ausgestattet, darunter 360° Rundum-Beleuchtung, Blinker-Funktion, Medienwiedergabe und Sturzsensor.
Empfehlungen aus dem F.A.Z. Kaufkompass
Der F.A.Z. Kaufkompass hat aktuelle Fahrradhelme getestet. Neben der Top-Empfehlung gibt es auch Preistipps und die besten Modelle für spezielle Anforderungen:
- Uvex Urban Planet LED: Bietet hohen Komfort, prima Sicherheit und gute Ausstattung inklusive LED-Licht.
- Fischer Urban Plus Brooklyn: Überzeugt mit seinem Preis, für den dennoch gute Qualität und ein hoher Komfort geboten werden.
- Uvex Finale Visor: Ein praktisches Visier bietet mehr Sicherheit und ungestörte Sicht beim Fahren.
- Abus Pedelec 2.0: Bietet eine Regenhaube, die im Helm integriert ist, sowie eine Beleuchtung und einen prima Tragekomfort.
- POC Omne Beacon MIPS: Bietet MIPS-Technik für mehr Sicherheit bei Unfällen und ist stylisch mit integrierten LEDs.
Weitere wichtige Aspekte beim Kauf eines Fahrradhelms
- Fester, korrekter Sitz: Ein Helm sollte fest sitzen, ohne zu drücken.
- Kinnriemen: Achten Sie darauf, dass sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lässt, wenn der Kinnriemen geschlossen ist.
- Passform: An fast jedem Helm befindet sich ein Drehrädchen, mit dem sich die Passform an die Kopfgröße anpassen lässt.
- Altersgruppe: Helme und ihre Größen lassen sich in vier Altersgruppen unterteilen.
- Kletteinsatz: Dank der Kletteinsätze kann der Helm noch präziser an die individuelle Kopfform und -größe angepasst werden.
- Farbe: Sichtbarkeit im Straßenverkehr kann Radfahrern das Leben retten.
- Probetragen: Ob ein Helm gut sitzt, hängt stark von der individuellen Kopfform ab.
- MIPS-Technik: Fahrradhelme mit MIPS bieten zusätzliche Sicherheit, sind aber in der Regel teurer.
Verschiedene Arten von Fahrradhelmen
Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von Fahrradhelmen:
- Softshell-Helme: Besonders leicht, aber bieten nur bedingt den Aufprallschutz.
- Hardshell-Helme: Robuster, aber auch deutlich schwerer.
- Microshell-Helme: Ein harter Schaumstoffkern überzogen mit Kunststoff macht den Helm effektiv, da Stöße gut abgefedert werden.
Verwandte Beiträge:
- Fahrradhelm mit Kragen Test: Schutz & Komfort im Vergleich
- Fahrradhelm Damen Matt Schwarz: Stil & Sicherheit vereint
- Günstige Fahrradhelme für Herren: Top Modelle im Vergleich
- KED Fahrradhelm Hello Kitty: Test & Kaufberatung
- Shimano 105 Bremssattel hinten: Test, Kaufberatung & Ersatzteile
- Hüftschmerzen beim Radfahren? So erkennen und behandeln Sie die Ursachen effektiv!
Kommentar schreiben