Ob Kinder oder Erwachsene, ob Kurzstrecke oder lange Fahrradtour - ein Fahrradhelm ist ein Muss für die Sicherheit. Ein beträchtlicher Anteil der verunglückten Fahrradfahrenden erleiden schwere und tödliche Verletzungen im Kopfbereich. Durch das Tragen von Fahrradhelmen werden zwischen 20 Prozent der Kopfverletzungen bei Leichtverletzten und bis zu über 80 Prozent der Kopfverletzungen bei besonders schwer Verletzten vermieden.
Dass der Fahrradhelm wirksam schützt, zeigte 2014 eine umfangreiche Analyse realer Verkehrsunfälle von Radfahrenden der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Radfahrende mit Helm erlitten höchstens leichte Kopfverletzungen, schwere Kopfverletzungen waren nur bei Radfahrenden ohne Helm zu beobachten. Von den 117 getöteten Fahrradfahrenden der SUD wies fast jeder mindestens eine Kopfverletzung auf; in über der Hälfte war ein Schädelhirntrauma todesursächlich.
Die Studienlage scheint eindeutig zu sein: Wenn der Fahrradhelm die Frisur nicht zerstören würde, würden mehr Menschen einen Kopfschutz benutzen. Das ergab eine Umfrage von 1.000 Radfahrenden, die TNS Emnid im Auftrag von ABUS durchführte. Knapp zwei Drittel der Befragten sind immer „oben ohne" unterwegs. Von ihnen gaben 24 Prozent an, sie würden einen Helm tragen, wenn er die Frisur erhalten würde. Dabei spielen das Alter und das Geschlecht eine Rolle. Fast jede dritte Frau sorgt sich hierbei um ihre Haarpracht, während es bei den Männern nur jeder Zehnte ist. Jugendliche und junge Erwachsene sowie die Generation 60plus legen mehr Wert auf ihre Frisur beim Radeln.
Tipps und Tricks für eine gute Frisur trotz Fahrradhelm
Viele Radfahrer kennen das Problem: Morgens mit frischem Styling aus dem Haus, und nach der Fahrt mit dem Fahrradhelm ist die Frisur dahin. Doch woran liegt das?
- Der Helm erzeugt einen mechanischen Druck auf die Haare.
- Wärme und Feuchtigkeit stauen sich unter der Helmschale, was zu Schweiß auf der Kopfhaut führt.
- Jede noch so kleine Bewegung kann das Haar aufrauen oder aufladen.
Aber keine Sorge, es gibt einige Tricks, mit denen Sie Ihre Frisur auch nach der Fahrt mit dem Fahrradhelm retten können:
Die richtige Frisur wählen
Ein lockerer Zopf, ein geflochtener Zopf oder ein tief sitzender Dutt am Nacken helfen, das Volumen zu bewahren und gleichzeitig Reibung zu minimieren. Wer’s ganz lässig mag, setzt auf einen "Messy Bun" - der sieht sogar nach der Fahrt noch gewollt aus. Auch ein seitlicher Pferdeschwanz ist eine gute Option, da er keine unschöne "Helmlinie" erzeugt.
Ein dünnes Stirnband als Geheimwaffe
Besonders bei feinem Haar oder Locken wirkt ein leichtes Stirnband wahre Wunder. Es nimmt Feuchtigkeit auf, verhindert Reibung und sorgt dafür, dass die Frisur nicht direkt mit dem Helminneren in Kontakt kommt. Alternativ funktionieren auch Haarnetze aus Seide oder atmungsaktive Hauben.
Stylingprodukte clever einsetzen
Ein Volumenschaum oder ein Spritzer Trockenshampoo vor der Fahrt können das Haar griffiger machen und ihm mehr Stand verleihen. Wer danach noch einmal Hand anlegen möchte, hat am besten eine kleine Reisegröße Haarspray oder ein Texture-Spray griffbereit, um die Frisur schnell wieder aufzufrischen.
Den richtigen Helm wählen
Helm ist nicht gleich Helm. Achte auf Modelle mit guter Belüftung und möglichst individuell einstellbarem Innenring. So lässt sich der Druck besser verteilen, Hitze staut sich nicht so schnell - und deine Frisur hat deutlich bessere Karten.
Haare nach der Fahrt auffrischen
Sobald der Helm ab ist: kurz kopfüber schütteln, mit den Fingern auflockern - das bringt sofort Volumen zurück. Ein bisschen Wasser oder Stylingprodukt in den Händen kann helfen, abstehende Strähnen zu bändigen. Und wenn’s schnell gehen muss: Sonnenbrille auf und einfach lässig bleiben.
Die richtige Helmpflege und -auswahl
Fahrradhelme werden aus Hartschaumstoff (EPS: expandierter Polystyrol) gegossen, der stoßarbsorbierende Eigenschaften aufweist. Der Schaumstoff wird aus Gründen der Verbindungsfestigkeit direkt in eine Schale aus Kunststoff expandiert („In-Mold-Verfahren“). Im Inneren von Qualitätsfahrradhelmen findet sich neben dem CE-Prüfzeichen und der Größenangabe (meist Kopfumfang in cm) auch das Herstellungsdatum des Helms (Monat bzw. Quartal, Jahr). Hintergrund ist die Alterung des Hartschaums: Mit der Zeit dünstet er aus, wird porös, die Schutzfunktion lässt nach.
Äußere Einwirkungen wie Witterung, Sonne und Schweiß beschleunigen dies. Darum sollten Radhelme nach etwa fünf Jahren Verwendung ersetzt und besser nicht gebraucht gekauft werden. Bei schlechter Pflege, Handhabung und Behandlung, kann ein Helm auch nach kürzerer Zeit nicht mehr „gut“ sein. Ein Austausch des Helms muss auch zwingend nach einem Unfall oder schwerer Stoßeinwirkung erfolgen - auch wenn die Vorschädigung äußerlich nicht sichtbar ist.
Ein Helm wird daher nach Kopfumfang ausgewählt. Bei Kindern muss die Größe regelmäßig überprüft werden. Der Helm darf weder straff auf dem Kopf sitzen, noch zu locker. Zwischen Kinnriemen und Kiefer sollte nicht mehr als ein Fingerbreit Luft sein. Zugleich sollte der Helm mittig auf der Stirn sitzen, d. h. nicht über die Augenbrauen gezogen werden (können), noch die gesamte Stirn freilassen.
Helmquote in Deutschland
Die Helmquote, das heißt der Anteil von Radfahrenden, die in Deutschland regelmäßig einen Helm tragen, lag 2021 bei knapp 32 Prozent, so die Daten der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Über alle Altersklassen hinweg ist sie seit der Vorjahreserhebung um etwa 5 Prozent gestiegen und erreicht damit ihren bisherigen Höchststand.
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Helmtragequote in verschiedenen Altersgruppen:
| Altersgruppe | Helmtragequote 2020 | Helmtragequote 2021 |
|---|---|---|
| 6 bis 10 Jahre | 82% | 78% |
| 11 bis 16 Jahre | 54% | 38% |
| 31 bis 40 Jahre | ca. 15% | ca. 30% |
Dennoch besteht in allen Altersgruppen erhebliches Potential für mehr Verkehrssicherheit durch eine Steigerung der Helmtragequote.
Vorurteile und Fakten rund um den Fahrradhelm
Trotz der überzeugenden Forschungslage lassen sich „Helmgegner“ schwer umstimmen, denn der Kopfschutz wird in der Radfahr-Szene auch als Symbol einer verfehlten Mobilitätspolitik gesehen. Es herrscht Konsens darüber, dass zuallererst Unfälle verhindert werden müssen. Aber Unfälle passieren. Selbst wenn der Helm keine Garantie gegen Kopfverletzungen ist, kann er sie aber innerhalb der Grenzen seines Wirkungsbereichs verhindern oder zumindest abmildern.
Ein weiteres Vorurteil gegen den Helm ist das vermeintliche Zurückdrängen des Radverkehrs. Der Helm rettet nachweislich Leben und macht den Radverkehr dadurch sicherer.
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