Viele Radfahrer in Deutschland verzichten auf den Fahrradhelm, weil sie ihn für zu klobig, zu uncool oder unpassend für ihre Kopfform halten. Fakt ist jedoch, dass ohne Kopfschutz das Verletzungsrisiko enorm steigt und gerade schwere Kopfverletzungen mit einem Helm deutlich reduziert werden können. Auch wenn es (noch) keine Helmpflicht gibt, lohnt sich die Anschaffung des richtigen Modells, denn moderne Fahrradhelme überzeugen längst mit hoher Sicherheit, guter Belüftung, hohem Tragekomfort und stylischem Design, das den Helm zu einem echten Accessoire macht.
Die besten Fahrradhelme im Überblick
Im Folgenden werden einige der besten Fahrradhelme vorgestellt, die Tragekomfort, guten Schutz und Stil vereinen. Dabei werden besonders Helme für Pendler, Freizeitausflüge sowie Rennrad- und Pedelec-Fahrer berücksichtigt. Auch die besten Fahrradhelme aus dem aktuellen Test der Stiftung Warentest werden vorgestellt.
- GQ Editor’s Pick: POC Omne Air MIPS
- Stiftung Warentest Testsieger: Uvex Urban Planet LED
- Preistipp: Fischer Urban Plus
Testkriterien
Entscheidend für die Auswahl der Produkte waren Sicherheitsmerkmale wie eine CE-Zertifizierung, ein GS- oder TÜV-Siegel sowie weitere Technologien wie das Schutzsystem MIPS. Außerdem zählten der Tragekomfort, Belüftungsschlitze und Insektenschutz sowie das Gewicht und das Design. Pluspunkte gab es für zusätzliche Features wie LED-Lichter, Visiere, integrierte Schutzbrillen oder Brillenhalterungen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Schutz im Stadtverkehr, etwa auf stark befahrenen Straßen oder bei Dunkelheit. Es wurden jedoch auch weitere Modelle für verschiedene Einsatzzwecke berücksichtigt.
GQ Editor’s Pick: POC Omne Air MIPS
Egal, ob Sie in der Stadt pendeln oder in Ihrer Freizeit Touren unternehmen, der “POC Omne Air MIPS” bietet den besten Rundumschutz bei Stürzen und Unfällen. Dank Multi-Directional Impact Protection System (MIPS) schützt der Helm vor gefährlichen Drehbewegungen, die ansonsten auf das Gehirn wirken würden. Ein besonderer Pluspunkt ist das minimalistische und schlanke Design, das Ihr Outfit garantiert nicht ruinieren wird. Wenn Ihnen Helme bisher zu klobig waren, dann ist der POC Omne Air MIPS genau der richtige Fahrradhelm für Sie. Trotz schlankem Design und geringem Gewicht bietet er hohen Rundumschutz mit MIPS-Technologie.
Vorteile:- Starke Belüftung
- Minimalistischer Look
- Schöne Farbauswahl
- Hoher Preis
Stiftung Warentest Testsieger: Uvex Urban Planet LED
Mit einem aufladbaren LED-Rücklicht, Fliegengittern und Reflektoren ist der “Uvex Urban Planet LED” der beste Fahrradhelm für die Stadt und damit der Testsieger der Stiftung Warentest. Der Fahrradhelm im Urban-Look schützt laut Testurteil zuverlässig bei Unfällen und lässt sich gut handhaben. Auf längeren Pendelstrecken durch die Stadt ist der Uvex Urban Planet LED die beste Wahl. Der Stiftung-Warentest-Testsieger besitzt ein LED-Licht am Hinterkopf, damit Sie im Dunkeln besser gesehen werden, und schützt zuverlässig vor Stößen und Schlägen. Der Helm ist außerdem aerodynamisch geformt und mit Lüftungsschlitzen ausgestattet.
Vorteile:- Einfache und gute Passformeinstellungen
- Integriertes LED-Licht
- Nachhaltige Produktion
- Kein Sonnenschutz
Unsere Testsieger: Die besten Fahrradhelme im Test 2025
Wer sagt, dass Sicherheit nicht gut aussehen kann? Diese Fahrradhelme glänzen mit modernem Look und erstklassigem Schutz und machen auf dem Rennrad genauso viel her wie beim Pendeln.
- Der Alpina Gent Mips ist wie gemacht für sportlich aktive Pendler und Radfahrer in der Stadt, die einen sicheren und stilvollen Helm suchen.
- Auf längeren Pendelstrecken durch die Stadt ist der Uvex Urban Planet LED die beste Wahl.
- Der POC Omne Air MIPS bietet hohen Rundumschutz mit MIPS-Technologie.
- Der Uvex Finale Visor schützt sowohl Hinterkopf als auch Augen und das Visier schützt vor Regen, Wind und Sonne.
- Der Abus Pedelec 2.0 erfüllt die hohen Anforderungen, die es für einen guten City-Helm braucht: tiefer Schläfenbereich, Reflektoren, eine integrierte Regenhaube, LED-Licht und ein Visier.
- Der Lazer Codax Kineticore ist ein solides Basismodell, das dank eigener Knautschzonen Aufprallkräfte zuverlässig abfedert. Zusätzlich besitzt der Helm ein Visier, Belüftungsschlitze und Insektenschutznetze.
- Mit seinen Features wie einem LED-Licht am Hinterkopf und reflektierenden Elementen kann der Fischer Urban Plus problemlos mit deutlich teureren Modellen mithalten. Er ist TÜV- und GS-geprüft und schützt den Kopf zuverlässig bei Stürzen und Unfällen.
Gibt es wirklich schöne Fahrradhelme?
Losgelöst von der Schönheit der Fahrradhelme - primär müssen die Helme sicher sein. Ein guter Fahrradhelm kann schließlich Leben retten. Mehrere Studien haben bereits bewiesen, dass er vor bösartigen Kopfverletzungen schützen kann. Unfallchirurgen erklären, dass ein Fahrradhelm bei einem Zusammenprall mit einem Auto den Aufprall dämpft. Außerdem: Integrierte Reflektoren machen Fahrradfahrer im Dunkeln für Mitmenschen erkennbar.
Die Fahrradhelme in unserem Test müssen also zunächst erstmal eines sein - sicher. Doch die Optik sollte auch nicht zu kurz kommen. Deswegen haben wir darauf geachtet, besonders sportliche und moderne Modelle im Test zu inkludieren. Welcher Helm gefällt, ist trotzdem vor allem Geschmackssache.
Worauf muss ich beim Kauf eines Fahrradhelmes achten?
Bevor Sie sich für einen Fahrradhelm entscheiden, sollten Sie die folgenden Kriterien beachten:
- Die Passform: Ein Fahrradhelm kann noch so stabil sein - passt er nicht richtig, entfaltet er nicht seine gewünschte Funktion. Ein schöner Fahrradhelm sollte immer fest am Kopf sitzen, sogar bei ruckartigen Bewegungen. Aber nicht übertreiben: Sitzt der Helm zu fest am Kopf und Sie klemmen sich Hautpartien ein, sind Verletzungen vorprogrammiert. Ein Fahrradhelm sollte letztlich bequem, aber stabil auf dem Kopf sitzen.
- Lüftungsschlitze: Achten Sie auf Lüftungsschlitze, um Luft an Ihren Kopf zu lassen.
- Sicherheit: Um sicherzustellen, dass der Fahrradhelm für spritzige Fahrradtouren geeignet ist, sollten Sie auf das CE-Prüfsiegel achten. Dieses besagt, dass der Helm den Sicherheitsanforderungen der EG-Richtlinien entspricht. Das GS-Zeichen heißt, dass der Fahrradhelm den Sturztest überstanden hat und für eine ausgezeichnete Sicherheit steht. MIPS steht für Multi-Directional Impact Protection System. Das System federt gefährliche Drehbewegungen ab, die sonst auf das Gehirn wirken würden.
- Gewicht: Achten Sie also auf einen möglichst leichten Helm. Wichtig sind außerdem eine gute Polsterung und verstellbare Riemen.
- Sichtbarkeit: Gerade, wenn Sie oft im Dunkeln unterwegs sind, sollten Sie auf Features wie ein LED-Rücklicht, reflektierende Elemente oder ein Visier achten.
Wie finde ich die richtige Größe für meinen Fahrradhelm?
Die richtige Helmgröße ist entscheidend für Ihre Sicherheit. Messen Sie Ihren Kopfumfang mit einem Maßband, um die passende Größe zu finden. Achten Sie außerdem auf hochwertige Innenpolster - diese sorgen für zusätzlichen Komfort.
Testergebnisse des ADAC Fahrradhelm-Tests 2024
Der ADAC hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest elf City- und Urban-Fahrradhelme sowie drei S-Pedelec-Helme in den Kategorien Sicherheit, Komfort, Handhabung und Schadstoffgehalt getestet. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:
| Hersteller/Modell | Mittlerer Preis in Euro | ADAC Urteil | Handhabung & Komfort | Unfallschutz | Schadstoffe |
|---|---|---|---|---|---|
| Uvex Urban Planet LED | 130 | 2,0 | 1,8 | 2,3 | 1,0 |
| Alpina Gent MIPS | 130 | 2,2 | 1,9 | 2,5 | 1,0 |
| Limar Torino | 90 | 2,2 | 1,9 | 2,5 | 1,0 |
| Lazer Codax KinetiCore | 165 | 2,6 | 2,6 | 2,7 | 1,0 |
| Lidl Crivit - Fahrradhelm mit Rücklicht | 31 | 2,6 | 1,9 | 2,9 | 1,9 |
| Giro Fixture Mips II | 110 | 2,8 | 2,5 | 2,9 | 1,0 |
| Abus HUD-Y | 120 | 3,0 | 2,8 | 3,0 | 1,0 |
| Decathlon / B´Twin City 540 Bowl | 15 | 3,1 | 2,9 | 3,1 | 1,0 |
| Prophete ECO Urban | 15 | 3,1 | 2,4 | 4 | 1,9 |
| Cube Fleet | 55 | 3,2 | 2,6 | 4 | 2,0 |
| Casco E.Motion 2 | 120 | 5,5 | 1,9 | 5,5 | 1,6 |
Das Modell Urban Planet LED erhielt im Vergleich Bestnoten beim Unfallschutz und in der Handhabung. Da der Helm zudem keine Schadstoffe aufwies, kam er mit der Gesamtnote 2,0 auf Platz eins.
Mit 385 Gramm ist der Uvex kein Leichtgewicht, dafür bietet er an der Rückseite ein aktives Licht mit drei unterschiedlichen Beleuchtungsmodi.
Ebenfalls positiv fielen den Testern Reflektorstreifen in den Trageriemen und das Innenfutter auf - es dient gleichzeitig als Insektenschutz. Kleines Manko: Da die Gurtenden der Trageriemen nicht umgenäht sind, kann sich der Verschluss vom Trageriemen lösen.
Gut geschlagen hat sich der günstigste Helm im Test: Mit einer Gesamtnote von 2,6 kann sich der Crivit-Fahrradhelm von Lidl im Vergleichsfeld behaupten. Von insgesamt elf Modellen belegt er einen Platz im Mittelfeld.
Hier wurde im Fahrradhelm-Test zusätzlich zur Normprüfung nach vorne auch die Möglichkeit des Abstreifens nach hinten geprüft. Diese wurde beim E.Motion 2 von Casco nicht erfüllt, da bei der Abziehprüfung das Gurtschloss brach.
So zum Beispiel bei der Abstreifsicherheit der Helme. Hierbei wird gemäß der DIN-Norm EN 1078 versucht, den Helm von hinten nach vorne vom Testkopf abzuziehen.
Drücken sollte ein Fahrradhelm beim Tragen allerdings nicht. So geschehen beim Helm von Decathlon.
Keinerlei Sichtbarkeit im Dunkeln zeigten Lazer, Giro und Cube. Bessere Ergebnisse erzielten dagegen die Helme von Uvex, Limar und Lidl.
Die Ergebnisse dieses Tests können Sie hier nachlesen:
ADAC Test 2021: Fahrradhelme für Erwachsene
Tipps für Verbraucher
- Da sich jede Kopfform individuell darstellt, ist es empfehlenswert, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren.
- Die Pflege des Helmes entscheidet über die Dauer der Einsatzfähigkeit.
- Um eine möglichst gute Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollte der Helm mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sein.
Design Fahrradhelm
Die Produkte zeugen von trendigen Farben, besonderen Mustern und außergewöhnlichen Materialien. Der eigene Geschmack steht hier natürlich mit an oberster Stelle. Doch auch die Größe und die Passform müssen stimmen.
Für den optimalen Sitz sorgen die Einstellungsmöglichkeiten im Inneren. Ein Ring aus weichem Kunststoff umgibt deinen Kopf und über ein Drehrad an der Rückseite ziehst du diesen Ring immer fest.
Passend zu deinem Look wird man also auf den ersten Blick kaum sehen können, dass es sich um einen Fahrradhelm handelt. Während sich die Herren gern für eine Art Schiebermütze oder den Retro-Look entscheiden, sind die Frauen von Strohhüten als Fahrradhelm begeistert. Die Firma ABUS stellt Artikel in dieser Variante her.
Die Marke Nutcase ist bekannt für ausgefallene Designs und die hohe Qualität. Bei dem Gen-3-Modell handelt es sich um einen Halbschalenhelm, der im Hinterkopfbereich etwas tiefer gezogen ist und auch an den Schläfen umfassenden Schutz bietet.
Unter dem Stoff befindet sich aber ein hochwertiger Helm nach In-Mold-Technologie. Das bedeutet: die harte Außenschale ist fest mit dem Hartschaum im Inneren verschweißt.
KED bietet mit dem Modell Meggy Reptile einen grünen formschönen Helm mit einem Krokodil an der Seite. An der Front sind die Öffnungen mit einem Sicherheitsnetz versehen.
Die Marke Closca setzt beim Aufbau zum Beispiel auf mobile Ringe, die sich ineinander schieben lassen. So kannst du den Helm auch unterwegs gut transportieren.
Wichtig dabei ist, dass die Größe und die Passform immer noch an erster Stelle stehen. Nur ein perfekt sitzender Helm kann dir die gewünschte Sicherheit bei einem Sturz oder Aufprall bieten.
ROADBIKE und TÜV SÜD Rennradhelm-Test
Die Preisspanne ist erstaunlich groß: Gerade mal 149 Euro kostet der günstigste Helm, der Venger von Rudy Project. Für den teuersten, den neuen S-Works Prevail II Vent von Specialized, werden stolze 330 Euro fällig.
| Helm | Preis/Gewicht | Größen | Schutzwirkung | Belüftung | Tragekomfort | Gewicht | Anpassbarkeit | Testfazit | Testurteil |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Abus AirBreaker | 249,95 Euro/ 214 g | 51-55; 52-58; 59-61 | Herausragend leicht, sehr gut belüftet und dennoch überzeugend bei der Schutzleistung: Der AirBreaker überzeugt auf ganzer Linie. | Sehr gut (87 Punkte) | |||||
| Bollé Furo MIPS | 200 Euro/ 337 g | 52-55; 55-59; 59-62 | Trotz der weniger offenen Schale ist der Furo von Bollé sehr gut belüftet, auch der Schutz überzeugt. Nur das hohe Gewicht kostet Punkte. | Gut (58 Punkte) | |||||
| Bontrager Velocis MIPS | 219 Euro/ 270 g | 51-57; 54-59; 58-63 | Beim Schutz gehört der Velocis MIPS zur Spitzengruppe, auch Belüftung und Tragekomfort überzeugen, allerdings ist er nicht der leichteste. | Sehr gut (75 Punkte) | |||||
| HJC Ibex 2.0 | 249 Euro/ 231 g | 51-56; 55-59; 58-61 | Leicht, sicher und gut belüftet: Durch die Bank zeigt sich der Ibex von HJC stark, ohne in den einzelnen Disziplinen Spitzenwerte zu liefern. | Sehr gut (75 Punkte) | |||||
| Lazer Genesis | 168 Euro/ 211 g | 52-56; 55-59; 58-61 | Leicht, sicher und gut belüftet: Durch die Bank zeigt sich der Ibex von HJC stark, ohne in den einzelnen Disziplinen Spitzenwerte zu liefern. | Sehr gut (74 Punkte) | |||||
| Met Trenta 3k Carbon | 330 Euro/ 220 g | 52-56; 56-58; 58-61 | Dank der weichen Pads trägt sich der Trenta von Met angenehm, zudem lässt er sich sehr gut anpassen und ist leicht. Andere schützen besser. | Sehr gut (81 Punkte) | |||||
| Oakley Aro 3 MIPS | 180 Euro/ 295 g | 52-56; 54-58; 56-60 | Der Aro 3 von Oakley punktet in Sachen Schutz und Belüftung, auch die Anpassung gefällt. Allerdings gehört er zu den schwereren Modellen. | Gut (68 Punkte) | |||||
| POC Ventral Lite | 270 Euro/ 203 g | 50-56; 54-59; 56-61 | Leichter ist keiner: Mit 203 Gramm setzt der POC Ventral Lite den Bestwert. Auch Schutz und Belüftungseigenschaften sind top: Testsieg! | Überragend (ROADBIKE-Testsieger) (91 Punkte) | |||||
| Rudy Project Venger | 149,95 Euro/ 237 g | 51-55; 55-59; 59-62 | Der günstigste Helm im Test punktet mit hohem Tragekomfort, auch das Gewicht und die Belüftung sind konkurrenzfähig - Preis-Leistungs-Tipp! | Sehr gut (ROADBIKE-Preis-Leistungs-Tipp) (77 Punkte) | |||||
| Scott Centric Plus | 199,95 Euro/ 219 g | 51-55; 55-59; 59-61 | Das geringe Gewicht und die sehr gute Anpassbarkeit gefallen beim Centric Plus von Scott, auch die Schutzwirkung kann absolut überzeugen. | Sehr gut (79 Punkte) | |||||
| Specialized S-Works Prevail II Vent | 330 Euro/ 234 g | 51-56; 55-59; 59-63 | Bester Schutz und beste Belüftung - und zudem sehr leicht. Specializeds neuer S-Works Prevail II Vent setzt Maßstäbe und holt sich den Testsieg! | Sehr gut (ROADBIKE-Testsieger) (91 Punkte) |
Schon beim ersten Check auf der Waage zeigen sich überraschende Unterschiede, was die Hersteller als "leicht" definieren: So wiegt etwa der Furo MIPS von Bollé selbst ohne die demontierbaren Aero-Cover deutlich mehr als 300 Gramm - und damit rund 50 % mehr als das leichteste Modell im Testfeld, der erst jüngst vorgestellte Ventral Lite von POC mit schlanken 203 Gramm. Ein Unterschied, der in der Praxis deutlich spürbar ist, denn das Gewicht muss von der Nackenmuskulatur gehalten werden.
Wichtig zu wissen: Nicht alle Helme fallen trotz nominell gleicher Größe gleich aus, manche Hersteller formen ihre Helm-Ovale länglicher, andere legen sie etwas breiter an. So passt längst nicht jeder Helm jedem Fahrer gleich gut - das Ausprobieren verschiedener Modelle unterschiedlicher Hersteller vor dem Kauf lohnt sich!
Die erfreuliche Antwort: Ausnahmslos alle Helme erfüllen auch die verschärften Anforderungen unseres Crashtests und reduzieren die auf den Kopf einwirkenden Kräfte auf weniger als die von der Norm vorgeschriebenen 250 g - einige sogar deutlich.
Die besten Ergebnisse lieferten die Modelle von Abus, Bontrager und Specialized mit Werten unter 170 g beim ersten Aufschlag. Aber selbst der "schwächste" Helm im Vergleich, der Venger von Rudy Project, hat mit 217 g noch reichlich Reserven zur Norm.
Das etwas unerwartete Gesamtergebnis des Crashtests: Obwohl er mit 234 g zu den leichtesten Helmen gehört, bietet der S-Works Prevail II Vent den insgesamt besten Schutz, knapp vor dem ebenfalls superleichten Ventral Lite von Poc und dem AirBreaker von Abus.
Die Bestnoten gab es für die Helme, die sowohl im Labor wie auch in der Praxis überzeugten: Wie schon beim Gewicht und der Schutzwirkung belegt auch in dieser Disziplin das Trio Prevail, Ventral und Airbreaker die vorderen Plätze, aber auch der Furo MIPS von Bollé beeindruckte und lieferte im Labor den Bestwert - trotz der weniger "offenen" Helmschale.
Auffällig: Einige Hersteller vernähen die Riemendreiecke fest, sodass sie nicht justiert werden können. Der Vorteil: Sie können sich auch nicht verstellen, und durch den Verzicht auf zusätzliche Clips liegen sie bequemer an. Die Kopfweitenanpassung erfolgt über ein meist hinten platziertes Drehrädchen. Innovativ ist hier die gut funktionierende Automatik- Lösung von HJC, die ein solches Einstellrad überflüssig macht.
Die ADAC Unfallforschung
Die ADAC Unfallforschung belegt, dass ein Helm beim Sturz effektiv vor vielen Kopfverletzungen schützen kann. Auch der schlechteste Helm im Test kann im Ernstfall Leben retten, wenn er richtig getragen wird.
Fahrradhelme können schwere Kopfverletzungen verhindern und Leben retten. Das haben bereits verschiedene Studien und Untersuchungen belegt. Laut Bundesverkehrsministerium ist ein guter Fahrradhelm dazu in der Lage, bis zu zwei Drittel der Energie zu absorbieren, die bei einem Sturz ohne Helm auf den Kopf einwirken würde.
Laut Deutscher Gesellschaft für Unfallchirurgie könnten 60 bis 70 Prozent der tödlichen Hirnverletzungen mit Kopfschutz vermieden werden.
Hier zeigt es sich, dass „Made in Germany“ immer noch einen aussagekräftigen Wert hat.
Empfehlungen an die Hersteller
- Die Anforderungen der geltenden Norm müssen eingehalten werden. Hier darf kein Gurtschloss brechen (passiert beim Helm von Casco).
- Nur ein angenehmer und gut einzustellender Helm wird getragen. Die Anpassungen am Kopf müssen einfach, gut und sicher durchgeführt werden können.
- Sichtbarkeit bedeutet Sicherheit. Daher sollten die Fahrradhelme zumindest mit Reflektoren ausgestattet sein.
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