So bleibt dein Haar perfekt trotz Fahrradhelm: Tipps und Tricks

Du liebst Radfahren, aber dein Helm hinterlässt platte, strähnige oder wilde Haare? Mit diesen Tricks sitzt deine Frisur auch nach der Fahrt! Nicht garantiert, aber vielleicht.

Warum deine Haare nach dem Helmtragen wild aussehen

Das Phänomen ist vielen Radfahrer:innen vertraut: Morgens noch mit frischem Styling aus dem Haus, ab dem Moment, in dem der Helm abgenommen wird, ist die Frisur Geschichte. Doch woran liegt’s?

Zunächst einmal erzeugt der Helm einen mechanischen Druck auf die Haare. Er sitzt stramm am Kopf, damit er im Ernstfall schützt - auf Kosten des Volumens. Besonders feines Haar ist davon betroffen.

Dazu kommt: Wärme und Feuchtigkeit stauen sich unter der Helmschale. Das führt zu Schweiß auf der Kopfhaut, der das Haar kraftlos wirken lässt oder bei manchen Haartypen unschöne Wellen entstehen lässt.

Und nicht zu unterschätzen ist die Reibung: Jede noch so kleine Bewegung kann das Haar aufrauen oder aufladen - was dann in fransigen Spitzen oder statischem Fliegen endet.

Die besten Tipps gegen platte Haare unterm Fahrradhelm

Hier sind einige Tipps und Tricks, die nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer gelten, um eine "Bad Hair Ride" zu vermeiden:

  • Nicht mit frischgewaschenen und/oder noch feuchten Haaren den Helm aufsetzen. Haare komplett trocknen lassen - andernfalls kleben sie formlos und platt am Kopf, zudem begünstigt die Reibung mit feuchtem Haar unter Umständen Haarbruch.
  • Tragen Sie - selbst wenn die Haare sauber sind - Trockenshampoo vor der Fahrt auf. Dadurch sind und bleiben die Haare automatisch etwas voluminöser.
  • Oder Sie verwenden Powder-Cloud: Dieser Haarpuder gibt Grip und ist für Personen mit sehr feinem Haar geeignet. Zuerst die Frisur stylen, Powder-Cloud auftragen, Helm aufsetzen. Beim Abnehmen einfach die Haare kurz aufschütteln.

Die richtige Frisur wählen

Ein lockerer Zopf, ein geflochtener Zopf oder ein tief sitzender Dutt am Nacken helfen, das Volumen zu bewahren und gleichzeitig Reibung zu minimieren. Wer’s ganz lässig mag, setzt auf einen "Messy Bun" - der sieht sogar nach der Fahrt noch gewollt aus. Auch ein seitlicher Pferdeschwanz ist eine gute Option, da er keine unschöne "Helmlinie" erzeugt.

Da der hohe Pferdeschwanz mit Helm etwas schwierig wird, haben wir die sehr tief sitzende Version für uns entdeckt. Sie ist nicht nur ideal unter dem Helm, sondern auch für nicht ganz frisch gewaschene Haare.

Hier sind einige schnelle Langhaar-Frisuren für den Fahrrad-Alltag:

Es gibt auch einige Flecht- und Steckfrisuren, die für Helmträgerinnen geeignet sind. Prinzipiell gilt bei Helmfrisuren: Der Oberkopf bzw. die Kopfhaut sollten frei bleiben, geflochten oder gesteckt sollte nur im Nackenbereich bzw. unterhalb des Helmrandes werden.

  1. Ein seitlicher Bauernzopf drückt nicht unter dem Helm und macht richtig was her. Dazu einen tiefen Seitenscheitel ziehen und vom Ansatz herunter flechten.
  2. So einfach und die Trend-Frisur der Stunde: der tiefe Pferdeschwanz! Setzt euren Helm auf, bevor ihr den tiefen Pferdeschwanz bindet. So merkt ihr ganz schnell, wo das Zopfgummi nicht drückt. Fixiert den Zopf mit ein wenig Stylingcreme und fertig!
  3. Bei einer Radtour sehen auch zwei seitlich geflochtene Zöpfe cool aus. Wer mindestens schulterlanges Haar hat, kann diese Frisur nachmachen. Dazu einen Mittelscheitel ziehen und rechts und links jeweils drei gleich große Strähnen teilen und locker flechten. Spezielle Braid-Lotionen beugen Frizz vor.

Ein dünnes Stirnband als Geheimwaffe

Besonders bei feinem Haar oder Locken wirkt ein leichtes Stirnband wahre Wunder. Es nimmt Feuchtigkeit auf, verhindert Reibung und sorgt dafür, dass die Frisur nicht direkt mit dem Helminneren in Kontakt kommt. Alternativ funktionieren auch Haarnetze aus Seide oder atmungsaktive Hauben.

Stylingprodukte clever einsetzen

Ein Volumenschaum oder ein Spritzer Trockenshampoo vor der Fahrt können das Haar griffiger machen und ihm mehr Stand verleihen. Wer danach noch einmal Hand anlegen möchte, hat am besten eine kleine Reisegröße Haarspray oder ein Texture-Spray griffbereit, um die Frisur schnell wieder aufzufrischen.

Wer mit einem Helm unterwegs ist, sollte vorher lieber auf festigendes Gel, Haarspray oder Schaumfestiger verzichten. Die Körperwärme und der Druck des Helms pressen die Frisur ansonsten zusammen und es entsteht die unliebsame Helmfrisur. Nach der Fahrt kriegt man die Haare zudem nur schwer auseinander.

Den richtigen Helm wählen

Helm ist nicht gleich Helm. Achte auf Modelle mit guter Belüftung und möglichst individuell einstellbarem Innenring. So lässt sich der Druck besser verteilen, Hitze staut sich nicht so schnell - und deine Frisur hat deutlich bessere Karten.

Ist der Helm hinten verstellbar, stellt der Helm meist auch für die Frisur - ob kurz oder lang - kein Problem dar.

Specialized Women Modelle: Die speziellen Women Modelle haben ein sogenanntes HairPort SL System, d.h. ein vierfach höhenverstellbares System, wodurch die Öffnung ausreichend Platz für eure Pferdeschwanzfrisuren bietet. Das System funktioniert auch tatsächlich supergut, auch bei dicken Haaren. Das Gute an diesem System ist, dass der Zopf nicht direkt im Nacken aufliegt und man dadurch dort viel weniger schwitzt. Der Helm hat innen eine sehr angenehme Polsterung und durch das Visier blendet euch die Sonne nicht.

Haare nach der Fahrt auffrischen

Sobald der Helm ab ist: kurz kopfüber schütteln, mit den Fingern auflockern - das bringt sofort Volumen zurück. Ein bisschen Wasser oder Stylingprodukt in den Händen kann helfen, abstehende Strähnen zu bändigen. Und wenn’s schnell gehen muss: Sonnenbrille auf und einfach lässig bleiben.

Weitere Tipps

  • Frisch gewaschene Haare vor dem Aufsetzen des Helms komplett durchtrocknen lassen. Setzt man den Helm auf leicht feuchtes Haar, kleben die Haare formlos und platt am Kopf und lassen sich nach dem Absetzen kaum noch retten. Zudem kann die Reibung des feuchten Haars mit dem Helm Haarbruch begünstigen.
  • Wer sein Haar lang trägt, kann es trotz Helm gut frisieren: Die Haare einfach mit einem Zopfgummi locker am Nacken zu einem Dutt oder Pferdeschwanz binden.
  • Flechtfrisuren eignen sich hervorragend, um sie unter dem Helm zu tragen: Sie halten lästige Strähnen aus dem Gesicht, fixieren die ganze Mähne zuverlässig und sehen dazu noch ziemlich stylisch aus. Bestes Beispiel? Double Braids, also ganz einfach zwei geflochtene Zöpfe. Für die Flechtfrisur einfach einen Mittelscheitel ziehen, pro Seite einen Zopf flechten und diese nach vorn über die Schultern legen oder über den Rücken fallen lassen.
  • Eine weitere Flechtfrisur, die sich für das Tragen unter dem Helm eignet, ist der Bauernzopf, auch French Braid genannt. Dazu einfach einen tiefen Seitenscheitel ziehen, das Haar in drei Strähnen unterteilen und vom Ansatz herunter flechten.
  • Bubble Braids können Abhilfe schaffen. Je nachdem, wie lange die Haare sind, benötigen Sie dafür mehrere Haargummis. Nun einfach einen tiefen Zopf binden und jeweils ein Haargummi nach einander, mit einem Abstand von circa zwei Zentimetern befestigen.

Frisuren für kurze Haare

Wenn Sie Ihre Haare kurz tragen, sollten Sie ebenfalls vor der Fahrt keine Stylingprodukte verwenden, sondern lieber am Zielort etwas nachhelfen. Denken Sie daran, Ihre Utensilien immer dabei zu haben, dann können Sie einfach den Helm absetzen, in Ihren Taschenspiegel schauen und Ihre Frisur mit etwas Haargel, Wachs oder Spray wieder richten.

Frisuren mit Abstufungen und Zwischenlängen eignen sich gut für Helm-Trägerinnen. Denn: Die Haare lassen sich einfacher mit den Fingern auflockern, nachdem der Helm abgesetzt wird. Tragen Sie einen Long Bob?

Bewusst machen, warum wir Helme tragen

Die Helmfrisur gehört dazu. Vielleicht gibt es Kniffe, wie man die Auswirkungen der Schutzschale auf die Filigranfrisur minimieren kann, aber in erster Linie soll ein Helm dafür sorgen, dass wir uns auch morgen noch die Haare richten können. Er soll schützen. Gerne auf die bestmögliche, komfortabelste Art und Weise.

Gründe, keinen Helm zu tragen, gibt es eigentlich keine. Ausreden auch nicht. Natürlich steht es aber jedem frei, zu entscheiden, wie man auf dem Rad unterwegs ist.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0