Fahrradhelme schützen Kinderköpfe bei Stürzen. Kinderfahrradhelme sorgen dafür, dass es bei Stürzen nur bei ein paar Blessuren bleibt. Hier unser großer Fahrradhelm-Test.
Worauf du bei einem Kinder-Fahrradhelm achten musst
Ob schon früh am Rad der Eltern im Kindersitz, auf dem ersten Laufrad oder auf einem richtigen Fahrrad: Kinder sollten bei allen drei Varianten einen Fahrradhelm am Kopf tragen. Schließlich ist die Koordination der kleinen Radler noch nicht vollkommen entwickelt und schnell bahnt sich der nächste Sturz an. Der Kopf ist nahezu ungeschützt und Verletzungen können ohne Helm sehr schwere Ausmaße annehmen. Eltern sollten deshalb ihre Kinder frühzeitig an den Fahrradhelm gewöhnen und am besten natürlich mit gutem Beispiel vorangehen.
Aufbau und Funktion eines Kinderfahrradhelms
Ein moderner Kinderhelm ist mit einer harten Außenschale und einem gepolsterten Innenleben ausgestattet. Direkt unter der Außenschale befindet sich baugleich eine Schale aus Hartschaum, die fest mit dem Oberteil verschweißt ist. Sie muss mindestens 2 cm dick sein und den kompletten Helm auskleiden. Der Hartschaum fängt Stöße optimal ab und bietet Isolation bei zu kalten oder sehr heißen Temperaturen. Darunter befindet sich das Innenpolster, das die Verbindung zum Kopf herstellt und einen angenehmen Tragekomfort liefert. Schließlich darf der Helm nicht drücken oder ungünstig am Kopf anliegen. Belüftungslöcher sorgen dafür, dass die Kinder beim Tragen nicht zu stark schwitzen.
Im hinteren Kopfbereich befindet sich ein Verstellmechanismus, um den Helm erst locker aufsetzen und dann festziehen zu können. Der Kinnriemen ist das letzte Bauteil und dient als Verschluss. Er ist meist zusätzlich mit einem Polster versehen, damit der Verschluss keine Druckstellen am Kinn hinterlässt. Im Vergleich zu den Erwachsenenmodellen umschließen Kinderhelme fast den gesamten Hinterkopf und sind sehr weit in die Stirn bis über den Schläfenbereich gezogen.
Allein das Tragen eines Helms soll das Verletzungsrisiko am Kopf um 30 Prozent verringern. Kommt es zu einem Aufprall, ist der Helm das schützende Element, was die Energie deutlich besser verteilt.
Wichtige Kriterien beim Kauf
Auf die folgenden Punkte sollten Sie beim Kauf eines Kinderfahrradhelms achten.
- Größe und Verstellbarkeit: Die Größe des Helmes ist eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf. Sie ist entscheidend für Sicherheit und Tragekomfort. Stellen Sie sicher, dass der Helm Ihrem Kind gut passt. Dafür sollten Sie vorher den Kopfumfang ausmessen. Wenn Sie den Helm in einem Laden kaufen, sollte er vor dem Kauf unbedingt anprobiert werden. Bei Onlinekäufen können Sie ihn zu Hause anprobieren und gegebenenfalls zurückschicken. Bedenken Sie außerdem, dass der Kopf Ihres Kindes noch wächst. Ein verstellbarer Helm kann also länger verwendet werden.
- Design: Auch wenn ein Helm hauptsächlich schützen soll, spielt das Design eine wichtigere Rolle, als man denkt. Wenn dem Kind der Helm nicht gefällt, wird es ihn auch ungern oder seltener tragen. Beziehen Sie Ihr Kind deshalb in den Auswahlprozess mit ein. Die meisten Helme gibt es in mehreren Farben und Designs. Falls die Auswahl sehr groß ist, können Sie eine Vorauswahl treffen und Ihr Kind dann wählen lassen.
- Gewicht: Wenn das Kind den Helm über längere Zeit tragen soll und damit lange Strecken zurücklegt, sollte der Helm nicht zu viel wiegen. Schon deshalb empfehlen sich Mikroschalenhelme. Ein leicht ertragbares Gewicht sind etwa bis zu 300 Gramm.
- Belüftung mit Insektenschutz: Der Helm sollte auf jeden Fall über ein gute Belüftungssystem verfügen, um unangenehmes Schwitzen zu vermeiden. Außerdem brauchen die Lüftungsschlitze einen Insektenschutz in Form eines feinmaschigen Netzes, damit beim Fahren keine kleinen Tierchen unter den Helm gelangen.
- Zustand: Kaufen Sie nur Helme im Neuzustand. Gebrauchte Helme können auch unsichtbar im Inneren beschädigt sein und nicht mehr genug schützen. Deshalb sollten Sie auch nach einem Unfall den Helm Ihres Kindes auf jeden Fall austauschen, auch wenn keine Schäden sichtbar sind.
- Prüfsiegel: Fahrradhelme müssen ganz bestimmten Sicherheitsstandard entsprechen, um verkehrstauglich zu sein. Dafür brauchen Sie eine Überprüfung vom TÜV, sowie ein CE und GS (Geprüfte Sicherheit) Prüfzeichen. Außerdem sollte ein Hinweis auf die EU-Norm EN 1078 (Fahrradhelme) bzw. EN 1080 (Stoßschutzhelme für Kleinkinder) vorhanden sein.
Größe bestimmen und richtig anpassen
Dass der Helm richtig sitzt und bei einem Unfall nicht herunterfällt, ist das A und O der Sicherheitsvorkehrungen für Ihre Kinder beim Radfahren. Zunächst sollten Sie einen Helm in der passenden Größe kaufen. Dabei sind Bezeichnungen wie XS, S oder M nicht immer einheitlich. Achten Sie deshalb auf den angegebenen Umfang in Zentimetern. Um den Kopfumfang Ihres Kindes zu ermitteln, können Sie ein Maßband verwenden. Setzen sie dieses an der Stirn etwa 1 Zentimeter über den Augenbrauen an und messen Sie den Umfang über den Hinterkopf. Eine reine Bestimmung nach Alter sollten Sie nicht vornehmen, da der Kopfumfang variiert. Jungen haben meist größere Köpfe als Mädchen.
Für eine ungefähre Orientierung können Sie trotzdem folgende Angaben verwenden:
- 0-3 Jahre: 44 bis 52 Zentimeter
- 2-7 Jahre: 46 bis 57 Zentimeter
- 5-12 Jahre: 52 bis 60 Zentimeter
- 12 Jahre oder älter: 52 bis 65 Zentimeter
Feineinstellung und Kinnriemen
Bei den meisten Helmen befindet sich hinten ein Rädchen, um die Größe genauer einzustellen. Setzen Sie Ihrem Kind den Helm auf und drehen Sie an dem Rad, bis der Helm fest sitzt. Drehen Sie aber nicht zu stark, sonst wird das Tragen des Helms schnell unangenehm. Um zu überprüfen, ob der Helm richtig sitzt, lassen Sie das Kind den Kopf in alle Richtungen schütteln. Er sollte sich nicht bewegen. Der Haltegurt sorgt dafür, dass der Helm an Ort und Stelle hält. Dabei sollte er nicht zu fest und nicht zu locker sitzen. Der Riemen sollte unter dem Kiefer gegen den Hals entlanglaufen, nicht auf dem Kiefer auflegen. Verstellen können Sie ihn am Verschlusssystem.
Helmtypen
Es gibt allerdings auch noch verschiedene Konstruktionsarten der Helmschale.
- Softshell-Helme: Weichschalenhelme bestehen lediglich aus einer Schicht aus Hartschaumstoff. Das macht sie besonders leicht. Diese Helme sind auch meistens günstiger als andere. Trotzdem raten wir vom Kauf eines Softshell-Helms ab, da einfach nicht genügend Schutz gewährleistet werden kann. Solche Helme gibt es auch nur noch selten zu kaufen.
- Hardshell-Helme: Bei dieser Helm-Art hat die Schaumstoffschicht noch einen Überzug aus hartem Kunststoff. Das macht sie robuster, aber auch schwerer als Weichschalenhelme. Solche Helme werden hauptsächlich für Erwachsene im Downhill-Bereich verwendet.
- Mikroschalen-Helme: Die am meisten verwendete Helm-Variante sind Mikroschalen-Helme. Auch hier ist der Schaumstoffkern mit einer Kunststoffschicht überzogen. Diese ist aber weniger hart als bei Hardshell-Helmen. Mikroschalenhelme schützen deutlich besser als Softshell-Helme und wiegen nicht so viel wie Hartschalenhelme. Am besten ist es, wenn die beiden Schichten mittels In-Mold-Verfahren miteinander verschweißt sind.
Reinigung und Pflege
Reinigen Sie den Helm regelmäßig, um eventuelle Beschädigungen besser zu erkennen. Für die Schale können Sie einfach ein in warmes Wasser getränktes Tuch verwenden. Außerdem sollten auch die Polster regelmäßig gewaschen werden. Dafür ist gut, wenn sie herausnehmbar sind. Entfernen Sie tote Insekten nach einer Fahrt aus den Netzen der Belüftungsschlitze. Wenn der Helm sauber ist, sollten Sie ihn auf beschädigte Stellen oder Risse untersuchen. Falls Sie dabei etwas finden, muss der Helm ausgetauscht werden.
Empfehlenswerte Marken und Modelle
Fahrradhelme von Uvex oder auch woom zählen zu den Bestsellern. Die Modelle von Abus, Casco oder Alpina zeigen bei Testergebnissen auf und sind gute Alternativen.
Modelle der bewährten Marken starten bei Preisen von etwa 30 Euro. Wirklich gute Helme kosten allerdings mehr als 70 Euro. Von günstigen Modellen, die es zum Teil etwa in Supermärkten und Discountern zu kaufen gibt, raten wir ab. Diese sind oft nicht nach den Anforderungen der DIN Norm geprüft.
Testsieger und Bestseller
Unabhängige Verbraucherorganisationen, Testinstitute, Clubs und spezialisierte Fachmagazine testen Produkte in standardisierten Verfahren nach objektiven Kriterien.
Hier eine Übersicht von getesteten Kinderfahrradhelmen:
| Modell Fahrradhelm | Note |
|---|---|
| Abus Youn-I 2.0 | Gut (2,2) bei Stiftung Warentest 03/2022 |
| Alpina Pico Flash | Gut (2,4) bei Stiftung Warentest 03/2022 |
| Casco Mini 2 | Gut (2,4) bei Stiftung Warentest 03/2022 |
| Lidl Crivit Kinder Fahrradhelm | Gut (2,4) bei Stiftung Warentest 03/2022 |
| Bell Sidetrack II Mips | Gut (2,5) bei Stiftung Warentest 03/2022 |
Wir haben die beliebtesten Fahrradhelme für Kinder inklusive Angebote in einer Bestseller-Liste aufbereitet (die Auswahl wird täglich aktualisiert).
Einzelne Modelle im Detail
Einige beliebte Modelle werden hier genauer betrachtet:
- ABUS Kinderhelm Smiley 3.0: Bietet vorne wie hinten verstärkten Unfallschutz, tiefe Passform, In-Mold-Verfahren, stufenlose Anpassung, Belüftung mit Fliegennetz und Reflektoren.
- ALPINA Ximo Flash Fahrradhelm: Microschalen-In-Mold-Helm, stufenlose Größenanpassung, verdrehsicherer Ratschenverschluss, 11 Belüftungsöffnungen, LED-Rücklicht und reflektierende Elemente.
- ABUS Fahrradhelm Youn-I 2.0: Robuster In-Mold-Helm, stufenlose Anpassung, Belüftung mit Fliegennetz, LED-Rücklicht und Reflektoren.
- KED Meggy II Kinderfahrradhelm: Leichter Microschalen-In-Mold-Helm, stufenlose Anpassung, Rastersteckschloss mit Kinnpolster, 5 Belüftungsöffnungen und Doppel-LED Blinklicht.
Wir raten davon ab, sie zum Fahrradfahren zu verwenden. Keinen Helm zu tragen ist aus unserer Sicht auch keine Alternative. Auch wenn in Deutschland derzeit keine Helmpflicht herrscht, gewährt ein Fahrradhelm wichtigen Schutz im Straßenverkehr auf dem Rad. Deshalb sollten Sie Ihr Kind von klein auf an das Tragen eines Helms gewöhnen.
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