Ein guter Fahrradhelm ist unerlässlich für jeden Radfahrer, insbesondere für Brillenträger. Er schützt nicht nur den Kopf bei Stürzen, sondern bietet auch zusätzlichen Komfort und Schutz vor äußeren Einflüssen wie Wind, Regen und Insekten. In diesem Artikel werden die wichtigsten Aspekte von Fahrradhelmen für Brillenträger beleuchtet, einschließlich Tests, Kaufberatung und Empfehlungen.
Warum ein Fahrradhelm mit Visier für Brillenträger sinnvoll ist
Fahrradhelme mit Visier bieten Brillenträgern zahlreiche Vorteile:
- Schutz der Augen: Das Visier schützt die Augen vor Wind, Regen, Sonne und Insekten.
- Verbesserte Sicht: Ein umfassendes Sichtfeld trägt viel zur Sicherheit beim Radfahren bei.
- Komfort: Durch den Nasenausschnitt beschlägt das Brillenglas nicht, und das Sichtfeld bleibt angenehm groß.
- Keine zusätzliche Sportbrille nötig: Eine Brille hat unter den meisten Modellen problemlos Platz.
Aufbau und Materialien
Ein solcher Fahrradhelm besteht meist aus einer harten Kunststoffschale. Je nach Gewicht kommen auch Carbon oder Polycarbon zum Einsatz. Wichtig sind eine aerodynamische Form und der Abbau der Aufprallkräfte. Das funktioniert mittels einer EPS Schale im Inneren. Das Material ist fest in die Schale aus Kunststoff eingeschäumt und sichert seinen Kopf bei einem Sturz. Teilweise setzen die Hersteller sogar auf unterschiedliche Materialien im Helm, dem sogenannten MIPS-System.
Vor allem die Helme für den Rennsport besitzen eine aerodynamische Form. Sie laufen hinten leicht spitz zu oder haben eine spezielle Abrisskante. Damit entstehen weniger Luftverwirbelungen hinter deinem Kopf und du fährst deutlich schneller im Luftstrom.
Wichtig: Nach einem Sturz muss der Helm unbedingt getauscht werden.
Das Visier: Schutz und Komfort
Das Visier unterstützt dich bei schnellen Fahrten und sorgt in erster Linie für einen guten Gesichtsschutz. Regen, Schnee und sogar Insekten im Sommer hält es effektiv ab und ermöglicht dir ein sicheres Fahren.
Je nach Tönung bekommst du einen optimalen Sonnenschutz und brauchst keine Sonnenbrille mehr zusätzlich zu tragen. Bei manchen Helmen lässt es sich je nach Witterung umstecken. So gibt es ein Modell für Regenwetter und ein Modell mit Tönung für starke Sonneneinstrahlung. Achte also darauf, ob das Visier getauscht werden kann oder sich klappen lässt. Dadurch bekommst du noch mehr Flexibilität.
Du entscheidest, ob du den Sichtschutz wirklich brauchst und nimmst ihn über zwei kleine Schrauben einfach wieder ab. Wichtig hierbei: die Schrauben müssen stabil genug sein und nicht nur aus einfachem Kunststoff bestehen.
Die richtige Tönung des Visiers
Vielen Radsportlern stellt sich hier die Frage: welche Tönung ist überhaupt die richtige? Zunächst kommt es auf die Stärke der Tönung an. Meist wird diese Angabe in Prozent gemacht und beschreibt, wie sehr das Visier abdunkelt. Eine graue Tönung bis 85 Prozent ist ideal für starke Sonneneinstrahlung geeignet und kommt im Sommer als Ersatz für die Sonnenbrille zum Einsatz. Die Sichtverhältnisse können gut mit einer Sonnenbrille verglichen werden. Der Visierhelm bietet aber einen besseren Tragekomfort und ein breiteres Sichtfeld.
Eine Tönung von etwa 40 Prozent kommt bei bunten Farben zum Einsatz. Hier kommt es auf dein persönliches Empfinden an. Manche Radfahrer wählen eine Tönung in Orange. Andere entscheiden sich eher für Grün oder Grau.
Eine Besonderheit sind die automatischen Visiere. Das bedeutet: sie dunkeln sich je nach Lichteinstrahlung automatisch ab und passen sich an die Helligkeit an. Bei starker Sonneneinstrahlung werden sie dunkler und bei schlechten Lichtverhältnissen sind sie förmlich transparent.
Tipp: Das Visier muss sich leicht bewegen lassen und darf nicht vor den Augen stören.
Passform und Anpassung
Fast jeder Fahrradhelm lässt sich im Inneren noch zusätzlich an deine Kopfform anpassen. Meist ist ein Ring aus Kunststoff eingearbeitet, den du über ein Drehrad noch fester ziehst. Er darf nicht mehr wackeln oder sich vom Kopf drehen lassen. Dann sitzt er perfekt. Natürlich darf er auch nicht drücken oder unangenehm sitzen.
Unter dem Kinn laufen die zwei Riemen zusammen, die mit einem Klick verschlossen werden. Auch hier setzen Hersteller auf unterschiedliche Verschlüsse.
Die richtige Größe finden
Jetzt brauchst du nur noch die richtige Größe für deinen neuen Fahrradhelm. Dabei richtet sich die Größe immer nach deinem Kopfumfang. Miss zunächst mit einem Maßband den Umfang oder lege dir ein Stück Faden um den Kopf. Danach misst du es an einem Zollstock genau ab. Das Band muss an der Stirn entlang bis über den Hinterkopf gehen, bestenfalls an der breitesten Stelle.
Falls die Größen bei den Herstellern variieren, nimmst du immer die passende Größe zu deinem Kopfumfang. Manchmal gibt es auch Doppelgrößen, wie S/M oder L/XL. Alles kein Problem, wenn du genau deinen Kopfumfang kennst. Im Notfall entscheide dich immer für den etwas größeren Helm, falls dein Umfang genau zwischen zwei Größen liegt.
Design und Belüftung
Die Frage des Designs richtet sich nur nach dem persönlichen Geschmack. Während manche Hersteller eher auf klassische Farben und einfarbige Looks setzen, kannst du auch einen coolen oder urbanen Look in Black oder White wählen. Für Damen, Herren und Kinder sind unterschiedliche Designs im Angebot.
Am besten passt sich das Visier genau ans Design an, sodass es auf den ersten Blick kaum auffällt. Auch farblich kann es auf die Farbe des Helms abgestimmt werden.
Bist du sportlich mit dem Rad unterwegs, darf eine gute Belüftung nicht fehlen. Die meisten Modelle haben dafür an der Front einen Lufteinlass in Form von mehreren Löchern. Die Luft wird dann durch den Helm entlang nach hinten wieder heraus geleitet. Vor allem im Sommer bei sehr hohen Temperaturen kommen dir die Luftkanäle zugute. Wichtig ist, dass sie an der Front mit einem Netz geschützt sind, damit keine Fremdkörper in die Löcher eindringen können. Gerade Rennradhelme besitzen die Luftkanäle auch an der Seite des Helms. Sie sollten deine Aerodynamik nicht negativ beeinflussen, sondern noch verbessern.
Sicherheitssiegel und Haltbarkeit
Beim Kauf gibt es verschiedene Sicherheitssiegel, die dein Helm aufweisen sollte. Dazu gehören in erster Linie das GS-Siegel sowie das CE-Siegel. Auch vom TÜV sind viele Modelle abgenommen und entsprechend gekennzeichnet. Ein wirklicher Falltest wird laut EU Norm EN 1078 durchgeführt. Hier bekommt ein Dummy den Helm auf und muss den Falltest überstehen.
Die meisten Fahrradhelme besitzen eine Haltbarkeit von vier bis fünf Jahren. Danach geben die Materialien langsam nach und sollte ausgetauscht werden. Das Visier musst du vielleicht öfter wechseln, wenn es zerkratzt ist oder andere Spuren aufweist.
Einsatzbereich
Ein Fahrradhelm mit Visier kommt auch beim MTB oder Downhill zum Einsatz. Hierbei handelt es sich aber nicht um einen Sichtschutz in Form einer Brille. Es ist eher als Sonnenblende zu verstehen und am oberen Bereich des Helms angebracht. Hier kannst du die Blende verstellen oder auch abnehmen. Ziel ist es, die Sonneneinstrahlung zu mindern und vor allem bei Waldfahrten für bessere Sichtverhältnisse zu sorgen. Dabei kann es durch das wechselnde Licht schnell zu Komplikationen kommen.
Empfehlungen und Modelle
Die meisten Hersteller haben auch mindestens ein Modell mit Visier im Angebot. Hier kommt es auf deine persönlichen Ansprüche an.
Beispiele für Fahrradhelme mit Visier
- Ventura Downhill Helmet: Vor allem für Freerider und Mountainbike-Fahrer geeignet.
- Speedario RS von Casco: Eher als Rennradhelm gedacht und bringt viel in Sachen Aerodynamik mit sich.
- ABUS In-Vizz Fahrradhelm: Das integrierte Visier lässt sich mit einer Handbewegung sicher und einfach im Helm versenken.
- Uvex City V Fahrradhelm: Sehr gut für Brillenträger geeignet, hält Schnee und Regen sehr gut ab.
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Passform des Visiers: Natürlich musst du mit deiner Brille genug Platz haben und auch Radfahrer ohne Brille benötigen ein ausreichendes Sichtfeld.
- Mechanismus des Sichtschutzes: Wie schnell ist das Visier ausgetauscht und kann es auch während der Fahrt verändert werden?
- Farbe des Visiers: Außerdem kommt nicht jeder Nutzer mit jeder Farbe klar.
- Komfort und Sicherheit: Den meisten Kunden sind nicht nur einfache Polster wichtig. Bestenfalls lassen sich die Polster schnell entnehmen und in der Maschine waschen.
- Belüftung: Weder Sichtschutz noch Polster dürfen ihn verringern.
Fahrradhelm-Test von ADAC und Stiftung Warentest (2024)
Im März 2024 haben der ADAC und die Stiftung Warentest gemeinsam Fahrradhelme getestet. Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:
Testergebnisse
| Hersteller/Modell | Mittlerer Preis in Euro | ADAC Urteil | Handhabung & Komfort | Unfallschutz | Schadstoffe |
|---|---|---|---|---|---|
| Uvex Urban Planet LED | 130 | 2,0 | 1,8 | 2,3 | 1,0 |
| Alpina Gent MIPS | 130 | 2,2 | 1,9 | 2,5 | 1,0 |
| Limar Torino | 90 | 2,2 | 1,9 | 2,5 | 1,0 |
| Lazer Codax KinetiCore | 165 | 2,6 | 2,6 | 2,7 | 1,0 |
| Lidl Crivit - Fahrradhelm mit Rücklicht | 15 | 2,6 | 1,9 | 2,9 | 1,9 |
| Giro Fixture Mips II | 110 | 2,8 | 2,5 | 2,9 | 1,0 |
| Abus HUD-Y | 120 | 3,0 | 2,8 | 3,0 | 1,0 |
| Decathlon / B´Twin City 540 Bowl | 15 | 3,1 | 2,9 | 3,1 | 1,0 |
| Prophete ECO Urban | 15 | 3,1 | 2,4 | 3,2 | 1,9 |
| Cube Fleet | 15 | 3,2 | 2,6 | 3,2 | 2,0 |
| Casco E.Motion 2 | 120 | 5,5 | 1,9 | 5,5 | 1,6 |
Empfehlungen der Tester
- Uvex Urban Planet LED: Testsieger mit Bestnoten beim Unfallschutz und in der Handhabung. Pluspunkte für Reflektorstreifen und Insektenschutz.
- Lidl Crivit: Günstiger Helm, der sich im Vergleichsfeld behaupten kann.
Tipps für Verbraucher
- Anprobieren: Da sich jede Kopfform individuell darstellt, ist es empfehlenswert, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren. Nehmen Sie am besten auch Ihre Brille zum Probetragen mit.
- Pflege: Die Pflege des Helmes entscheidet über die Dauer der Einsatzfähigkeit.
- Sichtbarkeit: Um eine möglichst gute Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollte der Helm mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sein.
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