Fahrradhelm-Test: Sicherheit, Komfort und Innovationen im Überblick

„Du Papa, warum trägt der Radfahrer vor uns keinen Helm?“ Auf Fragen wie dieser fällt es einem schwer, eine plausible Antwort zu geben. Nach einem Sturz kommt dann oft erst die Erkenntnis. Sätze wie „Hätte ich doch einen Fahrradhelm getragen!“ sind dann überflüssig!

Egal ob man im lokalen Fahrradladen oder auf den Webseiten von Radherstellern und Online-Shops stöbert, die Auswahl von Helmen erschlägt einen nahezu. Für so gut wie jeden Einsatzzweck gibt es heutzutage den passenden Helm, aber auch Allround-Helme sind hoch im Kurs. Hier hilft nur eins: Sich für das Testen Zeit zu nehmen, denn ein Helm muss genauso gut passen wie ein Wanderschuh.

Die Bedeutung von Passform und Sicherheit

Die richtige Passform ist überdies ganz entscheidend für die Sicherheit, wie Lukas Bucht von SQlab betont. Natürlich ist der Tragekomfort ein wichtiger Aspekt für einen gut sitzenden Helm. Dennoch ist die technische Sicherheit durch Materialien und Ausstattung wesentlich.

Eines der bekanntesten am Markt ist das Mips-System, welches auch bei dem Großteil der Helme im Test verbaut ist. Diese Technologie soll zusätzlichen Schutz bei schrägen Aufprallwinkeln bieten. Dazu besteht das System aus einer beweglichen Innenschale im Helm, die unabhängig von der äußeren Schale rotieren kann.

Ein weiteres Schutzsystem in unserem Test ist die SLIDTechnologie vom Helmhersteller HJC. Hier wird in das Helmpolster ein spezielles Gel eingearbeitet und soll beim Aufprall die Energie absorbieren.

Testverfahren und Ergebnisse

Um die jeweiligen Eigenschaften und Qualitäten der 18 Testprobanden im Detail herauszuarbeiten, haben wir diese in sechs Punkten miteinander verglichen. Nach der Anprobe wurde der Fahrtest auf Rad- und Feldwegen sowie bei Mountainbike-Modellen auf Trails durchgeführt. Hinzu kommen die Beschleunigungswerte (20 Prozent), welche bei einem Fallturmtest ermittelt wurden.

Mit einer Führung ausgestattet, wurden die Helme am Testkopf fixiert. Für ein klares Testergebnis wurden je zwei Helme pro Modell getestet. Je niedriger die beim Aufprall gemessenen Beschleunigungswerte sind, desto geringer ist das Gehirnerschütterungsrisiko bei einem Sturz. Um die Kräfte auf dem Kopf im Falle eines Sturzes nachzuvollziehen, sei gesagt, dass bei der Formel 1 gerade mal eine Kraft von 5 g in Kurven entsteht.

An einem Fallturm mit Schlitten wurde ein Testkopf mit einem Kopfumfang von 57,5 cm befestigt. Für ein gleichmäßiges Testergebnis wurden zwei Helme pro Modell am Testkopf befestigt, um die Beschleunigungswerte (g) zu messen.

Der Preis-Leistungs-Sieger Cube zeigt, dass auch günstige Helme für gerade mal 60 Euro eine super Passform besitzen und mit sämtlichen Features wie Mips, Mückennetz und abnehmbarem Visor ausgestattet sind. Besonders beim Fallturmtest hat er hervorragende Beschleunigungswerte erzielt.

Nicht zu toppen ist der urbane Helm von Nutcase. Aus diesem Grund unsere Empfehlung Urban. Ein absolutes Performance-Modell und unsere Empfehlung Road ist der Helm von Ekoi. Mit einem Gewicht von gerade mal 256 Gramm hat er zudem perfekte Lüftungskanäle und passt sich durch kinderleichte Bedienung angenehm an den Kopf an.

Auf ganzer Linie hat Uvex überzeugt. Hier zeigt es sich, dass „Made in Germany“ immer noch einen aussagekräftigen Wert hat. Unser Testsieger und zugleich Helmheld Nr.

Aero-Helme im Windkanal getestet

Für alle Einsatzzwecke gibt es spezielle Rennräder: Zeitfahren, Race, Langstrecke, Gravel, Cyclocross. Bei den Helmen verhält es sich inzwischen nicht grundsätzlich anders: Manche Modelle sind extrem gut belüftet, andere sind auf Geschwindigkeit ausgelegt: Aero-Helme - wie sie die Radprofis bereits seit Jahren tragen.

Diese Modelle sind glattflächig und weisen nur wenige kleine Belüftungsöffnungen auf. Wie bei allen Tests, bei denen die Aerodynamik beziehungsweise der Luftwiderstand im Vordergrund steht, heißt auch hier die Ausgangsfrage: „Wie viel Leistung und Zeit lassen sich mit Aero-Helmen gegenüber den Standard-Varianten sparen?“ Und was ist ein typischer Standardhelm? Der Abus Aventor lag nur ein Zehntel Watt unter diesem Wert. Deshalb nahmen wir ihn auch in diesen Test auf: als Standardhelm und Bezugsgröße.

Die Messungen fanden wieder im GST-Windkanal in Immenstaad am Bodensee statt. Die wissenschaftliche Leitung übernahm erneut unser freier Mitarbeiter Dipl.-Ing. Volker Buchholz von der Technischen Hochschule in Lemgo, Fachbereich Maschinentechnik und Mechatronik.

Wie bei unseren früheren Windkanaltests kam auch diesmal ein winkelverstellbarer Oberkörper-Dummy mit gekürzten Armen und Beinen zum Einsatz. Wir wählten wieder eine gemäßigte Langstreckenhaltung, vergleichbar mit der Griffposition „Unterlenker, Arme gestreckt“. Ein Kopf-Dummy hätte hier keine korrekten Ergebnisse geliefert, da besonders die hintere Hälfte des Helms großen Anteil am gesamten Luftwiderstand hat.

Grundsätzlich sind Aero-Helme technisch ausgeklügelte Produkte. Denn: Spezielle düsenförmige Öffnungen an der Front führen den kühlenden Wind durch großzügig bemessene Kanäle gleichmäßig über den Kopf, die großen Kanäle führen deshalb in der Regel zu einer größeren Bauhöhe. Gut gemachte Aero-Helme sind oft besser belüftet, als ihre geschlossene und verschalte Außenhülle vermuten lässt.

Aus Gründen der Vergleichbarkeit ist es üblich Versuche im Windkanal mit 45 Kilometern pro Stunde durchzuführen, gleichzeitig ist das auch die Bezugsgeschwindigkeit für Zeitfahrer und Triathleten.

Im Windkanal ermittelten wir für alle neun Helme die Leistung, die benötigt wird, um den Luftwiderstand zu überwinden. Gemessen wurden die Werte des Oberkörper-Dummys mitsamt Helm. Diese Werte haben nur einen theoretischen Charakter, da der Dummy gekürzte Arme und Beine hat, weiterhin wurde ohne Rennrad gemessen. Die Differenzen sind allein den Unterschieden zwischen den Helmen zuzuschreiben. Der Windkanalbetreiber GST gibt die Genauigkeit der Messungen mit plus/minus 0,5 Watt an.

In den Testbriefen finden Sie zunächst die „gewichtete Leistung“ des Dummys mit Helm. Während der Messung dreht sich der Prüfstand mit dem Versuchsaufbau von minus nach plus 20 Grad. Damit sind Seitenwindverhältnisse hier mitberücksichtigt. Einschließlich der Frontalanströmung, null Grad, erhalten wir für jedes Grad einen Messwert.

Das heißt: Die einzelnen Winkel mit den dazugehörigen Leistungen werden in dem Maße prozentual gewichtet, wie sie draußen in der Praxis auf den Straßen vorkommen. Die gewichteten Leistungen betragen bei unserem Standardhelm Abus Aventor 278 Watt - und beim Testsieger Scott Cadence Plus 267,4 Watt. Die Differenz beträgt somit 10,6 Watt.

Dies entspricht dem Leistungsgewinn zum Standardhelm. Mit anderen Worten: Mit dem Aerohelm Scott Cadence Plus lassen sich bei einer Geschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde 10,6 Watt sparen: Man kann demnach bei der gleichen Leistung schneller fahren. Ebenso ist dort die Zeit für 100 flache Kilometer bei 45 und bei 35 Kilometer pro Stunde notiert, mitsamt der gewonnenen Zeit gegenüber dem Standardhelm.

Die Basis dieser Berechnung ist eine reale Fahrsituation mit dem Rennrad, mit dem dazugehörigen Leistungsbedarf für die Sitzposition „Unterlenker mit gestreckten Armen“. Hier verrechneten wir die Leistungsgewinne der einzelnen Helme.

Immerhin lassen sich so mit dem Testsieger bei einem „45er Schnitt“ 71 Sekunden auf 100 Kilometer sparen. Bei einem „35er Schnitt“ spart man 88 Sekunden. Der Zeitgewinn ist deshalb größer, weil man mit der langsameren Geschwindigkeit auch länger unterwegs ist.

Mit den vier aerodynamischsten Helmen dieses Tests - den Modellen von Scott, Ekoi, Specialized und Giro - lassen sich rund zehn Watt bei einem „45er Schnitt“ einsparen. Nur, wenn ein engagierter Hobbyfahrer seine flache Feierabendrunde mit einem bemerkenswerten Schnitt von 35 Kilometer pro Stunde absolviert, dann bleibt vom Leistungsgewinn zehn Watt - bei 45 km/h - nur knapp die Hälfte übrig: 4,7 Watt.

Der Grund: Leistung und Geschwindigkeit verhalten sich nicht proportional zueinander - der Leistungsbedarf zur Überwindung des Luftwiderstands steigt in dritter Potenz mit der Geschwindigkeit. Desgleichen hochgerechnet bedeutet das für Elite- und Profi-Zeitfahrer: Bei einem „55er Schnitt“ werden ganze 18,3 Watt gespart. Desgleichen gewinnen Einsteiger bei einem „25er Schnitt“ nur 1,7 Watt.

Wir ermittelten die Geschwindigkeit, die sich einstellt, wenn sich der beschriebene Rennradfahrer eine zehnprozentige Gefällestrecke ohne zu treten hinabrollen lässt.

Sicherheitsmerkmale und Innovationen

Zusammengefasst können wir festhalten: Die Aero-Helme sind durchgehend besser belüftet, als ihre geschlossene Außenschale vermuten lässt. Die Top-Helme der Hersteller sind zunehmend mit dem Sicherheitssystem MIPS ausgestattet, so auch sechs Helme in diesem Test.

Der Kopf soll damit nicht nur gegen eine Stoßbelastung geschützt werden, sondern zusätzlich auch gegen eine Rotationsbeschleunigung. Beim MIPS-System kommt eine zweite, dünne, innere Helmschale zum Einsatz, die sich gegen die äußere um bis zu 15 Millimeter verdrehen kann.

Specialized geht beim Thema Sicherheit noch einen Schritt weiter. Der neue „S-Works Evade 2“ verfügt neben dem MIPS-System auch über einen Notfall-Sensor namens ANGi, der im Falle eines Sturzes automatisch eine SMS mit den Daten des Unfallortes an eine vorgegebene Adresse schickt.

Bekanntlich ist der Tropfen die strömungsgünstigste Körperform. In der Seitenansicht erkennen wir, dass beide Helme weit über den Hinterkopf hinausragen, ähnlich wie bei reinen Zeitfahrhelmen.

Die sehr guten Ergebnisse des zweitplatzierte Ekoi sind mit einer glatten Außenschale und einer eingeschränkten Belüftung erzielt worden. Der Scott Cadence Plus überzeugt nicht nur mit phantastischen Messwerten, sondern auch mit einem ausgeklügelten Belüftungssystem. Mit fünf Verschluss-Stopfen, den Aeroplugs, lassen sich die großen Belüftungskanäle einzeln verschließen. Die „offene Variante“ benötigte nur zwei Watt weniger, als die geschlossene.

Der Charakter eines Helms wird von vielen Kriterien bestimmt: Aerodynamik, Belüftung, Sicherheit, Gewicht, Optik, Preis.

Fullface-Helme für Kinder

Ein Fullface-Helm mit Kinnschutz sorgt dafür, dass Kinder beim Mountainbiken oder Skaten geschützt sind. Doch bei Kinder-Integralhelmen steht Sicherheit im Vordergrund.

Die richtige Größe beim Fullface-Helm zu finden, ist nicht einfach. Er sollte fest sitzen, ohne zu drücken. Belüftungs-Öffnungen an der Oberseite sind wichtig, damit die Kinder nicht ins Schwitzen kommen. Innen sorgen Polsterungen für ein angenehmes Tragegefühl. Nur so setzen Kinder den Helm gerne auf. Style-Element mit Sinn: Der Mundschutz lässt Platz zum Atmen und sieht obendrein noch gut aus.

Empfehlungen für Kinderhelme mit Kinnschutz

  • MTB-Helm „YouDrop FF“ von Abus: Flexibel mit abnehmbarem Kinnschutz und Break Away-Funktion.
  • Fullface-Helm für Kinder von Eulant: Geeignet für verschiedene Outdoor-Aktivitäten.
  • Fullface-Helm mit abnehmbarem Kinnschutz von Rockbros: 2-in-1-Modell mit guter Belüftung.
  • Fullface-Helm „Rupi“ von Alpina: Vielseitig und leicht, ideal für junge Mountainbiker.
  • Kinder-Fullface-Helm von Lixada: Umbaubar von Integral- zu Halbgesichtshelm.

Checkliste für den Kauf eines Kinder-Fullface-Helms

  • Größe: Muss genau passen, um optimalen Schutz zu bieten.
  • Gewicht: Sollte nicht mehr als 1.000 bis 1.200 Gramm wiegen.
  • Belüftung: Belüftungsöffnungen sind wichtig, um Überhitzung zu vermeiden.
  • Sicherheit: Erfüllung geltender Sicherheitsstandards wie EN 1078.
  • Design: Die richtige Farbe oder der Look des Kinderhelms ist wichtig für die Akzeptanz.

POC Helme im Test

Seitdem ich im sportlichen Bereich Rad fahre - und das sind nun schon viele Jahre - begleitet mich ein Satz, den mir ein guter Freund zum Einstieg mitgegeben hat: „Ohne Helm ist ohne Hirn.“ Auch wenn das etwas platt formuliert ist, bringt es die ganze Sache auf den Punkt. Ein Helm gehört auf den Kopf. Punkt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Radunfall der Kopf in Mitleidenschaft gezogen wird, ist hoch. Studien zeigen, dass Kopfverletzungen einen signifikanten Anteil der Verletzungen bei Fahrradunfällen ausmachen. Leider habe auch ich bereits einige Unfälle miterleben müssen. Bei mir selbst sind sie zum Glück immer glimpflich ausgegangen, aber es gab nahezu keinen Sturz, der keine Spuren am Helm hinterlassen hat. Ein besonderes Augenmerk auf diesen Ausrüstungsgegenstand zu legen, ist daher entsprechend wichtig.

Die POC Helme Omne Air MIPS, Ventral Air MIPS und Octal MIPS haben neben vielen Gemeinsamkeiten unterschiedliche Stärken und Einsatzbereiche.

POC Omne Air MIPS

Der Omne Air MIPS ist speziell für Rennradfahrer konzipiert, die auf Geschwindigkeit und Effizienz setzen. Er zeichnet sich durch eine aerodynamische Form aus, die den Luftwiderstand minimiert. Die Passform ist durch das 360°-Einstellsystem leicht anpassbar, was den Komfort erhöht und sicherstellt, dass der Helm auch bei langen Fahrten sicher sitzt. In der Praxis überzeugt der Omne Air MIPS vor allem durch sein geringes Gewicht und die hervorragende Belüftung.

POC Ventral Air MIPS

Der Ventral Air MIPS wurde für Gravel-Biker entwickelt, die oft auf gemischten Untergründen fahren. Der Helm bietet eine herausragende Belüftung und ist für lange Fahrten optimiert. Mit einem Gewicht von etwa 250 Gramm ist er leicht und dennoch robust genug, um den Anforderungen des Geländes gerecht zu werden. Die großflächigen Belüftungsöffnungen sorgen für eine ausgezeichnete Kühlung, selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten.

POC Octal MIPS

Der Octal MIPS spielt seine Stärken vor allem bei langen Touren aus, da er hohen Schutz und Komfort hervorragend vereint. Der Helm bietet eine umfangreiche Abdeckung des Kopfes, besonders im Bereich der Schläfen und des Hinterkopfes. Mit einem Gewicht von nur ca. Das Design des Octal MIPS zielt auf maximale Sicherheit und Komfort ab.

Dieser Testbericht war wie ein langes Trainingslager: Anstrengend, erkenntnisreich und lohnend. Wer Wert auf hohes Sicherheitsniveau und hervorragende Belüftung legt, wird bei keinem der POC Helme enttäuscht.

Helm Einsatzbereich Besondere Merkmale
Omne Air MIPS Rennrad Aerodynamisch, leicht, gute Belüftung
Ventral Air MIPS Gravel-Bike Hervorragende Belüftung, robust
Octal MIPS Lange Touren, Bikepacking Hoher Schutz, hoher Komfort

Hövding - Der Airbag-Fahrradhelm

Der Fahrradhelm mit dem Namen Hövding ist eine wahre Revolution auf dem Markt. Das Produkt wurde im Jahr 2005 von zwei Industriestudentinnen aus Schweden erfunden und weiterentwickelt. Letztlich dauerte es aber sieben Jahre, um den schützenden Airbag als zertifiziertes Produkt zu verkaufen. Bis heute sind über 60.000 Modelle für Fahrradfahrer vertreten, die mehr als 1.000 von ihnen schon bei einem Sturz geschützt haben.

Ziel ist jedoch nicht allein die Sicherheit der Radfahrer. Vielmehr ging es darum, einen Helm zu entwickeln, den wirklich jeder gern trägt. Doch warum sollte man sich ausgerechnet für so ein Modell entscheiden und gegen eigenen gewöhnlichen Fahrradhelm? Der Hövding beschützt bei einem Sturz den gesamten Kopf und auch den Halsbereich. Außerdem bleibt dein Sichtfeld stets frei und ist nicht eingeschränkt.

Du trägst diesen besonderen Fahrradhelm nicht wie andere Modelle. Der Airbag wird um den Nacken gelegt und erkennt über eine spezielle Sensorik die Bewegungsabläufe beim Radfahren. Kommt es zu einem Unfall, bläst er sich innerhalb von 0,1 Sekunden auf und umschließt den Kopfbereich und den Halsbereich.

Kernpunkt der Funktionsweise ist die Sensorik. Schließlich muss der Fahrradhelm genau erkennen, wann er aufgehen muss und wann nicht. Eine rasante Fahrt durch das Gelände ist dann also kein Problem und der Airbag bleibt geschlossen. Bei einem Sturz jedoch löst er sofort aus, obwohl ähnliche Erschütterungen herrschen.

Bis zu 200 Mal in der Minute werden deine Bewegungen erfasst und mit den gespeicherten Mustern verglichen. Im Kragen befindet sich der eingebaute Airbag. Das Gewebe bewahrt ihn vor äußeren Einflüssen und Feuchtigkeit. Für eine formschöne Optik wurde zusätzlich ein modischer Überzug entwickelt. Da du am Halsbereich vermutlich auch beim Radfahren schwitzen wirst, kannst du diesen Schutzüberzug einfach abnehmen und in der Maschine waschen.

Funktionsweise und Anwendung des Hövding

  • Der Airbag wird um den Nacken gelegt und erkennt Bewegungsabläufe.
  • Bei einem Unfall bläst er sich innerhalb von 0,1 Sekunden auf.
  • Die Sensorik unterscheidet zwischen normalen Bewegungen und einem Sturz.
  • Ein Akku hält etwa 10 - 15 Stunden und kann über USB geladen werden.
  • Der Helm ist für Kopfumfänge zwischen 52 und 59 cm ausgelegt.

Nachdem der Hövding 1.0 einige Jahre auf dem Markt getestet wurde, hat die schwedische Firma eine neue Version auf den Markt gebracht. Der Hövding 2.0 ist im August 2015 erschienen, doch was hat sich eigentlich geändert? Der Aufbau, die Materialien und auch der Schutzmechanismus sind gleich geblieben. Allerdings wurden viel mehr Datenmengen gesammelt, die die eingebauten Sensoren noch zuverlässiger machen. Daneben ist der neue Helm etwas leichter geworden und die Bedienung beziehungsweise die Anwendung wurde vereinfacht.

Testergebnisse zeigen, dass der Airbag Helm deutlich sicherer ist als ein einfacher Fahrradhelm. Bei einem Aufprall mit 25 km/h kann es schon passieren, dass du zu 90% Verletzungen trotz Helm davonträgst. Mit dem Airbag Modell liegt die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung bei 25 km/h bei 3%. Die Zahlen sprechen also für sich.

ROADBIKE Test: Rennradhelme im Vergleich

Moderne Rennradhelme versprechen top Belüftung, geringes Gewicht und bestmöglichen Schutz. ROADBIKE hat gemeinsam mit TÜV SÜD zwölf aktuelle Top-Helme zum Test eingeladen. Vorgabe an die Hersteller: das leichteste und am besten belüftete Modell im Portfolio zu schicken. Die Preisspanne ist erstaunlich groß: Gerade mal 149 Euro kostet der günstigste Helm, der Venger von Rudy Project. Für den teuersten, den neuen S-Works Prevail II Vent von Specialized, werden stolze 330 Euro fällig.

Testergebnisse im Detail

Die Testergebnisse der Helme im Detail:

  • Abus AirBreaker: Sehr gut (87 Punkte)
  • Bollé Furo MIPS: Gut (58 Punkte)
  • Bontrager Velocis MIPS: Sehr gut (75 Punkte)
  • HJC Ibex 2.0: Sehr gut (75 Punkte)
  • Lazer Genesis: Sehr gut (74 Punkte)
  • Met Trenta 3k Carbon: Sehr gut (81 Punkte)
  • Oakley Aro 3 MIPS: Gut (68 Punkte)
  • POC Ventral Lite: Überragend (91 Punkte) - ROADBIKE-Testsieger
  • Rudy Project Venger: Sehr gut (77 Punkte) - ROADBIKE-Preis-Leistungs-Tipp
  • Scott Centric Plus: Sehr gut (79 Punkte)
  • Specialized S-Works Prevail II Vent: Sehr gut (91 Punkte) - ROADBIKE-Testsieger

Schon beim ersten Check auf der Waage zeigen sich überraschende Unterschiede, was die Hersteller als "leicht" definieren: So wiegt etwa der Furo MIPS von Bollé selbst ohne die demontierbaren Aero-Cover deutlich mehr als 300 Gramm - und damit rund 50 % mehr als das leichteste Modell im Testfeld, der erst jüngst vorgestellte Ventral Lite von POC mit schlanken 203 Gramm. Ein Unterschied, der in der Praxis deutlich spürbar ist, denn das Gewicht muss von der Nackenmuskulatur gehalten werden.

Schutzwirkung und Crashtest

Ausnahmslos alle Helme erfüllen auch die verschärften Anforderungen unseres Crashtests und reduzieren die auf den Kopf einwirkenden Kräfte auf weniger als die von der Norm vorgeschriebenen 250 g - einige sogar deutlich. Die besten Ergebnisse lieferten die Modelle von Abus, Bontrager und Specialized mit Werten unter 170 g beim ersten Aufschlag.

Selbst nach einem zweiten Aufschlag, wie er in der Praxis bei einem Unfall nicht selten ist, blieb die Schale bei allen Modellen intakt. "Die meisten Helme schaffen auch beim zweiten Impact noch einen guten Wert bei der Stoßdämpfung", bilanziert Diplom-Ingenieur Frank Wittmann von TÜV SÜD. Die teils deutlich erhöhten Werte beim zweiten Aufschlag machen jedoch auch klar, wie wichtig es ist, einen Helm nach einem heftigen Stoß auszutauschen.

Das etwas unerwartete Gesamtergebnis des Crashtests: Obwohl er mit 234 g zu den leichtesten Helmen gehört, bietet der S-Works Prevail II Vent den insgesamt besten Schutz, knapp vor dem ebenfalls superleichten Ventral Lite von Poc und dem AirBreaker von Abus.

Belüftung und Tragekomfort

Für die Belüftung wurde gemessen, wie viel Wasser in einem definierten Zeitraum auf dem Prüfkopf verdunstete. Je höher der Wert, desto besser die Belüftung.

Top-Werte bei Gewicht, Schutz und Belüftung erscheinen schnell zweitrangig, wenn sich der Helm nicht angenehm trägt und drückt. Auch sollte er leicht einzustellen sein, damit er sicher auf dem Kopf sitzt und nicht verrutscht - sonst kann er im Sturzfall auch nicht schützen.

BIKE Test: MTB-Helme im Vergleich

Gerade beim Fahrradhelm könnte schon der erste Fehlgriff fatale Folgen haben. Dann nämlich, wenn der Helm seine angedachte Funktion nicht erfüllt, beim Sturz vom Kopf rutscht oder gar zerbricht. Aber stimmt es eigentlich, dass günstige Helme schlechter schützen als teure?

BIKE hat insgesamt 15 Helme getestet, darunter auch den 60 Euro günstigen Rockrider EXPL 540. Jedes zusätzliche Feature kostet Geld, so viel ist klar. Eine anpassbare Nackenstütze, einstellbare Y-Gurte (die den Sitz unterhalb der Ohren verbessern) oder ein höhenverstellbares Visier - und das sind erst die Basics.

Der mit Abstand günstigste Anbieter Decathlon verbaut ein einfaches Anpassungssystem ohne Höhenverstellung im Nacken und an den Ohren, das Visier ist fix, die Polsterung schlicht. Doch solange der Helm zum Kopf passt, sitzt auch der Rockrider ordentlich. Einzige echte Kritik: Das Kopfband ist nicht umlaufend, was den Sitz etwas verschlechtert.

Sein großes Plus dagegen: Der Rockrider EXPL 540 ist leicht. Er wiegt gerade mal 330 Gramm und damit fast ein Drittel weniger als der Cratoni. Gerade auf langen Touren spürt man das hohe Gewicht eines Madflex schon deutlich im Nacken.

Im Hinblick auf die Belüftung kann der EXPL 540 nicht mit den besten Modellen im Test mithalten. Ein Blick auf die Innenseite erklärt warum: Aufwändige Lüftungskanäle oder große Lufteinlässe sucht man hier vergebens. Die Helmschale sitzt dicht am Kopf, was den Fahrtwind am Durchströmen hindert.

Dies ist im Übrigen unser erster Test, in dem kein Hersteller mehr auf ein MIPS-System verzichten will - oder Hersteller, die eigene Rotationssysteme verbauen, nicht am Test teilnehmen wollten. Die Tatsache, dass Drehbewegungen, wie sie bei einem Sturz mit dem Bike auf den Kopf wirken, äußerst schädlich für das menschliche Gehirn sein können, scheint auch in den Köpfen der Hersteller angekommen zu sein.

Sicherheitsbewertung des Rockrider EXPL 540

Mit einer Restkraft von 107,9 g liegt der Rockrider ziemlich genau in der Mitte unseres Testfeldes und ganze 142,1 g unterhalb des zulässigen Grenzwerts. Was uns aber noch mehr erstaunt hat, ist, dass Decathlon mit dem Standard-MIPS den besten Wert beim Rotationsschutz erzielt und damit eindrucksvoll belegt: Wer keine großartigen Ansprüche in Sachen Ausstattung erhebt, kann auch mit einem preiswerten Helm wie dem Rockrider EXPL 540 gut geschützt durchs Gelände heizen.

Der Test belegt eindeutig: Teure Helme müssen nicht unbedingt besser schützen. Weil alle Helme die Norm locker erfüllen, steht ein cleveres Anpassungssystem bei mir ganz oben auf der Checkliste. Scott, Alpina, Bell und Giro lassen sich hervorragend einstellen und reißen kein allzu großes Loch ins Budget.

Top 3 Helme aus dem BIKE Test

  • Bluegrass Rogue Core: Bester Kompromiss aus Aufprall- und Rotationsschutz, sehr gut belüftet.
  • Scott Tago Plus: Griffiges Drehrädchen, einfache Höhenanpassung, umlaufendes Kopfband und einstellbare Y-Gurte.
  • Rockrider EXPL 540: Bester Rotationsschutz, gute Stoßdämpfung und geringes Gewicht zu einem konkurrenzlos günstigen Preis.

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