Auch wenn das Tragen von Fahrradhelmen im Straßenverkehr nicht verpflichtend ist, ist es doch unbestritten, dass Radhelme lebensgefährliche Kopfverletzungen vermeiden oder zumindest stark abmildern können. Erfreulicherweise ist zu beobachten, dass immer mehr Menschen diesen Nutzen wertschätzen und einen Helm tragen. Dabei ist der richtige Sitz ausschlaggebend für den Schutz des Kopfes. Oft sitzt der Helm jedoch nicht korrekt waagerecht auf dem Kopf, sondern verrutscht zur Seite oder in den Nacken. Wir möchten Ihnen hier eine kleine Anleitung geben, damit Sie erstens den richtigen Helm für Ihren Kopf finden und zweitens ihn auch perfekt aufsetzen bzw. anpassen.
Den richtigen Helm finden und anpassen
Kaufen Sie Ihren neuen Radhelm am besten bei einem Fachhändler, der Ihnen eine solide Marken-Qualität garantieren kann. Achten Sie zudem auf die EU DIN Norm: CE EN-1078. Sie enthält u. a. Anforderungen an das Material, Konstruktion, Stoßdämpfungsvermögen, Haltbarkeit und das Anpassungssystem. Wenn Sie Ihr Rad als Sportgerät nutzen und schnell oder halsbrecherisch unterwegs sind, sind die Helme in Hinsicht auf Belüftung, Tragekomfort und umfassenden Kopfschutz mit spezifischeren Features ausgestattet. Insbesondere sollten sie über die Mips Protektion nachdenken. Bitte beachten Sie noch: Nach einem schweren Aufprall muss der Fahrradhelm unbedingt ausgetauscht werden! Der stoßabsorbierende EPS-Innenschaum kann brechen, ohne dass dies mit bloßem Auge erkennbar wäre. Allein bei Bobshop finden Sie ca. 15 verschiedene Radhelm-Marken. Jede Marke hat ihre eigenen Ausstattungsmerkmale und auch ihre eigenen spezifischen Passformen. Auch wenn man sich selten mit der eigenen Kopfform beschäftigt, für den Helm Kauf sollten Sie das unbedingt tun. Definieren Sie also als erstes Ihre Kopfform und messen sie dann Ihren Kopfumfang.
Wie man den Kopfumfang richtig misst
Das Messen geht am einfachsten mit einem Maßband, das über Hinterkopf, oberhalb der Ohren und ca. Probieren Sie Fahrradhelme von unterschiedlichen Marken und Modelle entsprechend Ihrer Kopfgröße. Helme werden in 2 oder 3 Größenskalen angeboten oder aber in Universalgröße. Sie merken selbst am besten, welcher Helm perfekt mit Ihrem Kopf matcht.
So stellen Sie Ihren Fahrradhelm richtig ein: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Anpassung der Helmweite: meist per Drehrad am Hinterkopf. Der innenliegende Kopfring wird damit millimetergenau um den Kopf gespannt.2. Einstellung der Gurtlänge: Schließen Sie die Gurte und passen Sie die Länge an: Nicht zu fest, nicht zu locker, es haben sich 2 Fingerbreit Platz unter dem Kinn bewährt. Überhängendes Gurtband kann per Gummiband fixiert werden oder abgeschnitten und mit einem Feuerzeug kurz abgeflammt werden, damit es nicht franst.3. Der Fahrradhelm sollte nun ca. 1-2 cm über den Augenbrauen und über den Ohren sitzen. Das Drehrad zur Weiteneinstellung sollte sich am Übergang zum Nacken befinden.Es ist nicht nur wichtig, dass Sie überhaupt einen Helm beim Fahrradfahren tragen. Es ist auch wichtig, dass der Helm perfekt auf Ihren Kopf passt, in der richtigen Position sitzt und ideal eingestellt ist. Nur so kann er Schutz bieten. Wenn Sie viel Fahrradfahren sollten Sie auch die Belüftung und die Innenpolster im Blick haben, damit ein angenehmer Tragekomfort gewährleistet ist.
DIY: Fahrradhelm lackieren - So geht's!
Du willst einen alten Helm aufpeppen? Gönn’ ihm einen neuen Lack! Wir können es empfehlen: Unsere Do-it-yourself-Lackierung war zwar etwas knifflig, hat etwas Zeit und auch ein bisschen Geld gekostet, uns aber richtig Spaß gemacht. Und das befriedigende Gefühl, mit einem selbst designten und frisch lackierten Helm rumzufahren - unbezahlbar!
Helm selbst lackieren - Unbezahlbares FREERIDE Tutorial
* Schwierigkeit: 8/10* Zeit: 7/10* Kosten: 4/10
Das brauchst du:Zeit und Geduld, Schleifpapier der Körnung 120-400, Abdeckband, Eine scharfe Klinge, Isopropylalkohol, Mikrofasertücher, Lackiermaske, Grundierung, Farbe und Klarlack.
Tipps:+ Versuche, alle Spray-Dosen von der gleichen Marke zu kaufen, da einige Marken und Farbtypen nicht miteinander kompatibel sind. Der Hersteller weist in der Regel darauf hin, wenn seine Produkte nicht mit anderen Produkten kompatibel ist.+ Obwohl er mehr als ein 1K-Lack kostet, empfehlen wir die Verwendung eines 2K-Klarlacks. 2K-Lacke sind haltbarer und widerstandsfähiger.+ Versuche, beim Sprühen einen Abstand von 20 cm zwischen Dose und Helm einzuhalten. Dies kann aufgrund der gewölbten Oberfläche schwierig sein. Übe vor dem Sprühen die Technik, der Helmkrümmung mit der Hand zu folgen.+ Ideal ist es, wenn die Außen-Temperatur zwischen 15 und 25 °C liegt.
Arbeitsschritte
Damit das aus der Welt geschafft ist, klären wir zuerst die Frage: “Den alten Fahrradhelm selbst lackieren, darf man das?” Und dann kann’s auch schon losgehen.
1. Entscheide dich für dein Design
Wahrscheinlich hast du bereits ein Design im Kopf. Je einfacher das Design, desto leichter, billiger und wahrscheinlicher wird es sein, dass dir die Lackierung glückt.
2. Farbe kaufen
Du brauchst Grundierung, Farbe und Klarlack . Es ist sehr wichtig, dass du die richtige Grundierung für das Material deines Helms kaufst. Ein Standardhelm aus Verbundwerkstoff benötigt normalerweise eine normale Grundierung, die mit Kunststoffen kompatibel ist. Wenn dein Helm, wie bei uns, aus Carbon besteht, ist es wichtig, dass du eine Grundierung kaufst, die für Carbon geeignet ist.
3. Schleifen
Nachdem du das Visier entfernt hast, fang an zu schleifen. Einige sagen, es sei ausreichend, den alten Klarlack ab- oder gar nur anzuschleifen. Aber manchmal reagieren neue Farben mit dem alten Lack, was zu Blasen und schlechter Haftung führen kann. Wenn du Zeit hast, ist es also besser, die alte Farbe ganz abzuschleifen. Starte mit einer Körnung von 120-200, um den alten Klarlack und die Farbe zu entfernen. Wenn du die Schale des Helms siehst, wechsle zu einer Körnung von 250-350. Achte darauf, nicht zu stark zu schleifen, da dies die Helmstruktur schwächen könnte.
Achtung:Beim Abschleifen sollte man drauf achten, nicht ins Gewebe zu schleifen. Sonst schädigt man die Struktur. Danach sorgfältig abkleben!
4. Vorbereiten
Jetzt kommt der spaßige Teil. Entferne so viel Polsterung wie möglich und klebe alles ab, was nicht lackiert werden soll, mit Kreppband und Papier. Dann reinige den Helm gründlich mit Isopropylalkohol und einem Mikrofasertuch, um Schleifstaub und Fett zu entfernen.Bitte beachte, dass die nächsten drei Schritte von den Empfehlungen der von dir verwendeten Sprühdosen abhängen. Befolge die Anweisungen für die Anzahl der Anstriche, die Überlappungszeit und die vollständige Trocknungszeit.
5. Grundierung
Nachdem du die Dose gut geschüttelt hast, trage zwei dünne, gleichmäßige Schichten auf und lasse die Grundierung zwischen den Schichten 15 Minuten trocknen, wie auf der Dose angegeben. Professionelle Maler schleifen oft zwischen den Schichten leicht, aber für Heimwerker ist es normalerweise in Ordnung, das nicht zu tun. Überprüfe, ob dies für deine Farben empfohlen wird.
6. Farbe und Design
Das Vorgehen für die Farbe ähnelt dem der Grundierung. Tipp: Trage mehrere dünne Schichten anstelle einer einzigen dicken auf. Für unser Design haben wir zuerst den gesamten Helm mit zwei Schichten Grün besprüht und dann abschnittsweise Blau und Violett aufgetragen. Zum Anschluss haben wir Abdeckband in Wellenlinien geschnitten und den Helm und das Visier abgeklebt. Schließlich haben wir zwei Schichten Schwarz aufgetragen und den Lack einen halben Tag trocknen lassen. Anschließend haben wir das Abdeckband vorsichtig mit einem scharfen Messer entfernt.
7. Klarlack
Achte darauf, dass der Helm mindestens so lange trocknet, wie die volle Aushärtungszeit vorschreibt. Insgesamt haben wir drei Schichten aufgetragen, mit zunehmender Dicke und 50% Überlappung bei jedem Durchgang, wie auf der Dose empfohlen. Die ersten beiden Schichten waren leicht, um eine raue Oberfläche zu erzeugen, was beabsichtigt war. Dadurch bietet die dritte Schicht eine gute Basis, auf der sie haften kann, was zu einer langlebigen Beschichtung führt. Unsere letzte Schicht war ziemlich nass, was wir wollten, aber es gab einige kleine Läufer. Wenn das passiert, keine Panik, versuche nicht, sie zu entfernen. Wenn der Helm fertig ist, wirst wahrscheinlich nur du diese Unvollkommenheiten bemerken.
8. Letzte Griffe
Nachdem der Klarlack vollständig ausgehärtet ist, entferne das Abdeckband, setze die Polster wieder ein und dreh eine Runde mit deinem frisch lackierten Helm!
Fazit:Wenn du Zeit und Geduld hast, probiere die DIY-Lackierung einfach aus. Am besten mit einem alten Helm, wenn du nicht viel Erfahrung im Lackieren hast. Denn es kann einiges schief gehen.
Alternativen zum Lackieren
Wenn du nicht das Geld oder die Zeit investieren möchtest, die für das Lackieren eines Helms nötig sind, aber dennoch deinen Helm aufpeppen möchtest, kannst du Aufkleber kaufen und den Helm in nur 10 Minuten komplett verändern. Zum Beispiel könntest du bei einem einfarbigen Helm Leoparden-Aufkleber anbringen.
Folieren vs. Lackieren:
Folieren:* wieder entfernbar* günstiger* sehr friemelig, erfordert viel Skill* Kein Risiko, den Helm zu beschädigen
Farbe:* einfacher, um aufwendigere Designs zu erstellen* weniger Skill erforderlich* haltbarer, robuster
Kosten für ein Neudesign
Vinyl-Verpackung Pro:Die Preise liegen bei etwa 180 € für einen einfachen Farbwechsel und bei etwa 280-360 € für ein komplizierteres Design.
Folieren DIY:Einen Helm selbst zu folieren ist sehr schwierig, weil die Folie sehr sorgfältig auf die Helmrundung geklebt werden muss, soll sie ohne Falten und Blasen anliegen. Dennoch ist es eine recht kostengünstige Möglichkeit, einem alten Helm einen neuen Look zu geben.
Profi-Lackierer:Spitzendesigner verlangen ab 700-1500 Euro für ein Design. Da lohnt es kaum, einen alten Helm hinzuschicken.
Interview mit Profi-Lackierer Lars Diedenhofen (70id.de)
FREERIDE: Was kostet eine individuelle Helmlackierung bei dir?Lars: Das geht bei 200 Euro los für eine Uni-Lackierung, bis 500 mit mehreren Farben und Logos.
FREERIDE: Das ist viel Geld. Im Internet gibt’s viele "Do it yourself"-Tutorials. Was sagst du dazu?Lars: Als Profi-Lackierer rate ich davon natürlich ab. Fakt ist: Da kann eine Menge schief gehen und am Ende sieht es hässlich aus.
FREERIDE: Was kann konkret schief laufen?Lars: Schon bei der Vorbereitung tun sich viele schwer. Sie schleifen z. B. zu viel runter und verletzen die Struktur. Damit büßt der Helm im schlimmsten Fall Sicherheit ein. Oft sieht der Helm danach schlichtweg übel aus, z.B. weil’s Lacknasen gab oder die Farbe unter die Abklebungen gekrochen ist. Ergebnis: eine Riesensauerei und nix gewonnen.
FREERIDE: Was sind deine Tipps für Hobby-Lackierer?Lars: Nicht in Aktionismus verfallen! Erst sich Youtube-Tutorials anschauen, z.B. von Etoe Design. Da erfährt man eine ganze Menge. Doch Theorie und Praxis sind zwei Paar Stiefel. Daher mein Appell: üben. Lieber erst an einem Karton oder Alurohr testen, ob du z. B. den richtigen Abstand drauf hast mit der Sprühdose. Auch das Abkleben erfordert Erfahrung und das richtige Tape.
Spezielle Farben und Airbrush
Ein Fahrradhelm sollte ausschließlich mit einer Airbrush-Pistole lackiert werden, da Sprühflaschen die Farbe mit einem viel zu geringen Druck verteilen und die Helmoberfläche relativ grob wird. Einfache Sprühlacke aus dem Baumarkt sind tabu, da diese den Kunststoff angreifen und ihn porös machen können. Zudem können chemische Reaktionen Beschädigungen wie kleine Risse im Helm erzeugen, die kaum sichtbar sind, aber bei einem Unfall fatale Folgen für den Helmträger haben können. Daher sollten Sie nur spezielle Farben nutzen, die auch für Fahrradhelme zugelassen sind.
Schritte zum Lackieren mit Airbrush
1. Zerlegen Sie den Helm.2. Schleifen Sie die Außenschale (die obere Klarlackschicht) ab. Die alte Farbe bleibt erhalten.3. Sprühen Sie die neue Farbe mit einer Airbrush-Pistole auf die alte Farbschicht.4. Bei bunten Motiven werden die Farbschichten nach und nach aufgetragen. Wichtig: Lassen Sie eine Farbschicht immer richtig austrocknen, bevor Sie eine andere auftragen.
Wichtige Hinweise
Lesen Sie zuerst die Bedienungsanleitung Ihres Helmes. Bei vielen Fahrradhelmen sind Veränderungen nicht erlaubt. Wer das ignoriert, riskiert den hohen Schutz, den der Helm bietet.
| Aspekt | DIY-Lackierung | Folierung | Professionelle Lackierung |
| Kosten | Gering bis mittel | Gering | Hoch |
| Schwierigkeitsgrad | Hoch | Mittel bis hoch | Niedrig (aber teuer) |
| Haltbarkeit | Mittel bis hoch (bei richtiger Ausführung) | Mittel | Sehr hoch |
| Benötigte Zeit | Hoch | Mittel | Gering (durch Profi) |
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