Fahrradhelme schützen Kinderköpfe bei Stürzen. Kinderfahrradhelme sorgen dafür, dass es bei Stürzen nur bei ein paar Blessuren bleibt. Um Ihrem Kind beim Fahrradfahren den optimalen Schutz und Komfort zu bieten, sollten Sie einen zu diesem Zweck bestimmten Kinderfahrradhelm kaufen. Andere Sporthelme wie etwa Skihelme oder Reithelme sind für andere Zwecke bestimmt. Wir raten davon ab, sie zum Fahrradfahren zu verwenden. Keinen Helm zu tragen ist aus unserer Sicht auch keine Alternative.
Auch wenn in Deutschland derzeit keine Helmpflicht herrscht, gewährt ein Fahrradhelm wichtigen Schutz im Straßenverkehr auf dem Rad. Deshalb sollten Sie Ihr Kind von klein auf an das Tragen eines Helms gewöhnen.
Testsieger im Überblick
Beim aktuellen Fahrradhelm-Test von Stiftung Warentest und ADAC (04/2022) schnitten insgesamt fünf der 18 getesteten Kinder Fahrradhelme für 12 bis 100 Euro mit "gut" ab. Darunter ist auch der günstigste Helm des Discounters Lidl (Crivit), der es auf Platz 4 geschafft hat. Mit ein ins Testurteil flossen die Aspekte Unfallschutz (50 Prozent), Handhabung (40 Prozent), Hitzebeständigkeit (5 Prozent) und Schadstoffe (5 Prozent).
Gut zu wissen: Alle getesteten Helme puffern den Aufprall nach einem Sturz deutlich ab. Sie haben coole Designs, sind in vielen unterschiedlichen (auch leuchtenden) Farben erhältlich und sind laut ADAC und Stiftung Warentest sehr sicher.
Testsieger Stiftung Warentest 2022 (5,0): Dieser Kinderfahrradhelm wurde beim Helm-Test von Stiftung Warentest 2022 zum Testsieger gekürt (Note 2,2). Er ist in zwei Größen erhältlich: In der kleineren Variante S (48-54 cm) passt er im Durchschnitt bereits Kindern ab etwa 3 Jahren, die Version M (Kopfumfang 52-57 cm) ist für ältere Kinder und Jugendliche gedacht.
Für idealen Sitz wird der Innenring per Drehrad an die Kopfgröße angepasst. Insgesamt bietet der Helm hohen Tragekomfort und eine gute Belüftung. Für zusätzliche Sicherheit sorgt neben den Reflektoren ein zusätzlich integriertes Licht.
Die Top-Modelle im Detail
ABUS Helm Youn-I 2.0
Der ABUS Helm Youn-I 2.0 taugt als Schutzhelm nicht nur fürs Fahrradfahren, sondern auch zum Skateboarding oder Inlinern. Er bietet 26 Farbvarianten, eine eigene Beleuchtung am Helm und kommt in zwei Größen: S (48-54 cm) und M (52-57 cm). In Größe S wiegt der Helm 240 Gramm. Der Helm selbst besteht aus Polycarbonat, sein Futter aus expandiertem Polystyrol aka Styropor. Dank eines Verstellsystem lässt er sich individuell an die Kopfform anpassen.
Er hat Lüftungsschlitze, die mit Fliegennetzen gegen eindringende Insekten geschützt sind. Der Testsieger-Helm lässt sich dank griffigem, flexiblem Verstellrad leicht an die Kopfform eures Kindes anpassen und sorgt so für perfekten Halt. Die Schale ist sehr robust und so geformt, dass sie auch den Schläfen- und Nackenbereich schützt. Für eine gute Belüftung sorgen 8 Luftein- und 9 Luftauslässe, die durch Strömungskanäle verbunden sind.
Super ist auch das integrierte Fliegengitter, das die kleinen Fahrer vor verirrten Bienen schützt. Der Gurt am Kinn ist weich gepolstert. Größere Kinder können den Fahrradhelm mittels Steckschloss leicht öffnen und schließen. Wird es dunkel, sind unsere Kids mit dem Abus Youn-I 2.0 durch ein wahlweise leuchtendes oder blinkendes LED-Rücklicht und Reflektoren gut zu sehen.
Alpina Pico Flash
Der Alpina Pico Flash eignet sich für Kopfumfänge von 50-55 Zentimeter, misst 26 x 22,5 x 19 cm und wiegt 244 Gramm. Der Fahrradhelm ist in sieben Farbvarianten erhältlich. Der Run System Ergo Flex+ bietet die Möglichkeit, den Alpina-Fahrradhelm flexibel an den Kopf anzupassen, zwölf Lüftungsschlitze mit Fliegengittern sorgen für ausreichend Luft am Kopf, aber ohne Insekten. Der Kinnriemen ist mit einem leicht bedienbaren, verstellbaren Gurtschloss gesichert.
Der Kinderhelm Alpina Pico Flash punktet mit einer widerstandsfähigen 3-Shell Außenschale, ist leicht und trotzdem sicher. Individuell einstellen lässt er sich durch eine feine Rasterung. Gute Sichtbarkeit eures Kindes garantieren die auffälligen Designs in Neon- und Pinkfarben sowie ein Rücklicht am Hinterkopf.
Casco Mini 2
Der Casco Mini 2 ist in zwei Größen und unterschiedlichen Farbvarianten erhältlich. Der Casco Kinder Mini 2 Lucky 7 Fahrradhelm ist in der Größe S für 52-56 cm Kopfumfang laut Hersteller 360 Gramm schwer, in XS (46-52 cm Kopfumfang) gibt es ihn auch. Das Steckschloss am Riemen sorgt für schnelles und einfaches Öffnen und Schließen. Dank Disc-fit-Vario mit horizontaler und vertikaler Verstelloption kann der Helm an den Kopf angepasst werden.
Ob Weiß, im Regenbogenlook, unifarben in Knallpink oder in Rennfahrer-Optik: Casco-Helme fallen auf. Der Mini 2 ist übrigens nicht nur als Fahrrad-, sondern auch als Skihelm zugelassen. Außerdem eignet sich seine Form gut für kleine Kinder, die noch auf Mamas oder Papas Fahrrad im Sitz mitfahren.
Kaufkriterien: So finden Sie den perfekten Helm für Ihr Kind
Fahrradhelme gibt es in den verschiedensten Größen, Formen, Designs und Preisklassen. Auf die folgenden Punkte sollten Sie beim Kauf eines Kinderfahrradhelms achten:
Größe und Verstellbarkeit
Die Größe des Helmes ist eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf. Sie ist entscheidend für Sicherheit und Tragekomfort. Stellen Sie sicher, dass der Helm Ihrem Kind gut passt. Dafür sollten Sie vorher den Kopfumfang ausmessen. Wenn Sie den Helm in einem Laden kaufen, sollte er vor dem Kauf unbedingt anprobiert werden. Bei Onlinekäufen können Sie ihn zu Hause anprobieren und gegebenenfalls zurückschicken. Bedenken Sie außerdem, dass der Kopf Ihres Kindes noch wächst. Ein verstellbarer Helm kann also länger verwendet werden.
Achten Sie darauf, dass es genügend Verstell-Möglichkeiten gibt, um den Helm an den wachsenden Kopf eures Kindes anzupassen. Richtig justiert und mit einer angenehmen Polsterung (manchmal gibt es hier unterschiedliche zum Wechseln) sitzt er über längere Zeit sicher am Kopf, ohne dass er unangenehm drückt oder wackelt.
Expert*innen raten:
- Damit der Helm euer Kind optimal schützt, muss er waagerecht auf seinem Kopf sitzen - etwa zwei Finger breit über den Augenbrauen.
- Er darf weder in den Nacken, noch in die Stirn rutschen.
- Ist der innere Anpassungsring gespannt, soll der Kopf eures Kindes nur die Polster der Helmschale berühren.
- Die Gurtbänder müssen fingerbreit unter den Ohren des Kindes zusammenlaufen und ein Dreieck bilden.
- Der Kinnriemen ist optimal eingestellt, wenn noch zwei Finger zwischen den Hals des Kindes und das Band passen.
Design
Auch wenn ein Helm hauptsächlich schützen soll, spielt das Design eine wichtigere Rolle, als man denkt. Wenn dem Kind der Helm nicht gefällt, wird es ihn auch ungern oder seltener tragen. Beziehen Sie Ihr Kind deshalb in den Auswahlprozess mit ein. Die meisten Helme gibt es in mehreren Farben und Designs. Falls die Auswahl sehr groß ist, können Sie eine Vorauswahl treffen und Ihr Kind dann wählen lassen.
Klingt banal, ist aber beim Kauf nicht zu unterschätzen: Ein Helm schützt nur, wenn euer Kind ihn auch ganz selbstverständlich aufsetzt. Lasst es verschiedene sichere Modelle und Designs probieren. So kann euer Kind einen Fahrradhelm auswählen, der angenehm sitzt und den es auch anziehen mag.
Gewicht
Wenn das Kind den Helm über längere Zeit tragen soll und damit lange Strecken zurücklegt, sollte der Helm nicht zu viel wiegen. Schon deshalb empfehlen sich Mikroschalenhelme. Ein leicht ertragbares Gewicht sind etwa bis zu 300 Gramm.
Ein Kinderhelm darf nicht zu schwer sein. Das Gewicht sollte etwa zwischen 200 bis 350 g liegen. Je kleiner das Kind ist, desto leichter sollte der Helm sein.
Belüftung mit Insektenschutz
Der Helm sollte auf jeden Fall über ein gute Belüftungssystem verfügen, um unangenehmes Schwitzen zu vermeiden. Außerdem brauchen die Lüftungsschlitze einen Insektenschutz in Form eines feinmaschigen Netzes, damit beim Fahren keine kleinen Tierchen unter den Helm gelangen.
Wird es warm und euer Kind schwitzt unter dem Helm ist das richtig unangenehm - und kann bis zur Überhitzung führen. Deshalb ist es wichtig, dass der Helm atmungsaktiv ist und ein gutes Belüftungssystem hat.
Zustand
Kaufen Sie nur Helme im Neuzustand. Gebrauchte Helme können auch unsichtbar im Inneren beschädigt sein und nicht mehr genug schützen. Deshalb sollten Sie auch nach einem Unfall den Helm Ihres Kindes auf jeden Fall austauschen, auch wenn keine Schäden sichtbar sind.
Prüfsiegel
Fahrradhelme müssen ganz bestimmten Sicherheitsstandard entsprechen, um verkehrstauglich zu sein. Dafür brauchen Sie eine Überprüfung vom TÜV, sowie ein CE und GS (Geprüfte Sicherheit) Prüfzeichen. Außerdem sollte ein Hinweis auf die EU-Norm EN 1078 (Fahrradhelme) bzw. EN 1080 (Stoßschutzhelme für Kleinkinder) vorhanden sein.
Sichtbarkeit
Beim Radfahren im Straßenverkehr ist es super wichtig, dass eure Kids gesehen werden. Daher sollte der Helm knallige, auffällige Farben haben. Wichtig sind Reflektoren oder LED-Lichter, damit die Kleinen im Dunklen besser zu erkennen sind. Natürlich braucht auch das Fahrrad eine entsprechende Beleuchtung.
Größe bestimmen und Helm anpassen
Dass der Helm richtig sitzt und bei einem Unfall nicht herunterfällt, ist das A und O der Sicherheitsvorkehrungen für Ihre Kinder beim Radfahren.
Größe bestimmen: Zunächst sollten Sie einen Helm in der passenden Größe kaufen. Dabei sind Bezeichnungen wie XS, S oder M nicht immer einheitlich. Achten Sie deshalb auf den angegebenen Umfang in Zentimetern. Um den Kopfumfang Ihres Kindes zu ermitteln, können Sie ein Maßband verwenden. Setzen sie dieses an der Stirn etwa 1 Zentimeter über den Augenbrauen an und messen Sie den Umfang über den Hinterkopf. Eine reine Bestimmung nach Alter sollten Sie nicht vornehmen, da der Kopfumfang variiert. Jungen haben meist größere Köpfe als Mädchen.
Für eine ungefähre Orientierung können Sie trotzdem folgende Angaben verwenden:
- 0-3 Jahre: 44 bis 52 Zentimeter
- 2-7 Jahre: 46 bis 57 Zentimeter
- 5-12 Jahre: 52 bis 60 Zentimeter
- 12 Jahre oder älter: 52 bis 65 Zentimeter
Feineinstellung des Kopfbandes: Bei den meisten Helmen befindet sich hinten ein Rädchen, um die Größe genauer einzustellen. Setzen Sie Ihrem Kind den Helm auf und drehen Sie an dem Rad, bis der Helm fest sitzt. Drehen Sie aber nicht zu stark, sonst wird das Tragen des Helms schnell unangenehm. Um zu überprüfen, ob der Helm richtig sitzt, lassen Sie das Kind den Kopf in alle Richtungen schütteln. Er sollte sich nicht bewegen.
Einstellung des Kinnriemens: Der Haltegurt sorgt dafür, dass der Helm an Ort und Stelle hält. Dabei sollte er nicht zu fest und nicht zu locker sitzen. Der Riemen sollte unter dem Kiefer gegen den Hals entlanglaufen, nicht auf dem Kiefer auflegen. Verstellen können Sie ihn am Verschlusssystem.
Helm Pflege
Reinigen Sie den Helm regelmäßig, um eventuelle Beschädigungen besser zu erkennen. Für die Schale können Sie einfach ein in warmes Wasser getränktes Tuch verwenden. Außerdem sollten auch die Polster regelmäßig gewaschen werden. Dafür ist gut, wenn sie herausnehmbar sind. Entfernen Sie tote Insekten nach einer Fahrt aus den Netzen der Belüftungsschlitze. Wenn der Helm sauber ist, sollten Sie ihn auf beschädigte Stellen oder Risse untersuchen. Falls Sie dabei etwas finden, muss der Helm ausgetauscht werden.
Konstruktionsarten der Helmschale
Es gibt allerdings auch noch verschiedene Konstruktionsarten der Helmschale:
- Softshell-Helme: Weichschalenhelme bestehen lediglich aus einer Schicht aus Hartschaumstoff. Das macht sie besonders leicht. Diese Helme sind auch meistens günstiger als andere. Trotzdem raten wir vom Kauf eines Softshell-Helms ab, da einfach nicht genügend Schutz gewährleistet werden kann. Solche Helme gibt es auch nur noch selten zu kaufen.
- Hardshell-Helme: Bei dieser Helm-Art hat die Schaumstoffschicht noch einen Überzug aus hartem Kunststoff. Das macht sie robuster, aber auch schwerer als Weichschalenhelme. Solche Helme werden hauptsächlich für Erwachsene im Downhill-Bereich verwendet.
- Mikroschalen-Helme: Die am meisten verwendete Helm-Variante sind Mikroschalen-Helme. Auch hier ist der Schaumstoffkern mit einer Kunststoffschicht überzogen. Diese ist aber weniger hart als bei Hardshell-Helmen. Mikroschalenhelme schützen deutlich besser als Softshell-Helme und wiegen nicht so viel wie Hartschalenhelme. Am besten ist es, wenn die beiden Schichten mittels In-Mold-Verfahren miteinander verschweißt sind.
Unfallschutz im Fokus
Die ADAC Unfallforschung belegt, dass ein Helm beim Sturz effektiv vor vielen Kopfverletzungen schützen kann. Auch der schlechteste Helm im Test kann im Ernstfall Leben retten, wenn er richtig getragen wird. Daher gilt: Immer nur mit Helm fahren und diesen auch richtig aufsetzen und anpassen!
Checkliste für den Kauf
- Passform: Der Helm muss richtig sitzen und darf nicht verrutschen.
- Normen: Achten Sie auf Prüfzeichen wie CE und GS sowie die EU-Norm EN 1078.
- Komfort: Der Helm sollte leicht sein und über eine gute Belüftung verfügen.
- Sichtbarkeit: Reflektoren oder LED-Lichter erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr.
- Design: Wählen Sie ein Design, das Ihrem Kind gefällt, damit es den Helm gerne trägt.
Tabelle: Top Kinderfahrradhelme im Vergleich
| Modell | Größe | Gewicht | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| ABUS Youn-I 2.0 | S (48-54 cm), M (52-57 cm) | 240 g (Größe S) | LED-Rücklicht, Fliegengitter |
| Alpina Pico Flash | 50-55 cm | 244 g | Run System Ergo Flex+, 12 Lüftungsschlitze |
| Casco Mini 2 | XS (46-52 cm), S (52-56 cm) | 360 g (Größe S) | Disc-fit-Vario, Skihelm-Zulassung |
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