Der Kopf ist das sensibelste Körperteil, das es gerade beim Fahrradfahren zu schützen gilt. Und auch wenn es keine Pflicht ist, ist es dennoch ratsam, stets einen Helm zu tragen. Alternativ gibt es den Fahrrad-Airbag der dritten Generation vom schwedischen Hersteller Hövding. Der Fahrrad-Airbag wird auch Helm-Airbag oder Kopf-Airbag genannt. Er schützt Dich vor Stürzen oder Unfällen mit dem Fahrrad im Straßenverkehr.
Funktionsweise des Airbag-Kragens
Dieser Kragen wird einfach um den Hals gelegt und per Front-Reißverschluss fixiert, damit er nicht herunterfällt oder verrutscht. Erkennen die Sensoren einen Unfall, reagieren diese sofort. In nur einer Zehntel-Sekunde öffnet sich der Airbag und bewahrt dich somit vor einem Aufprall mit dem Kopf. Kommt es zu einem Unfall, soll er wie ein Airbag im Auto auslösen und den ganzen Kopf (außer das Gesicht) mit einer Art Luftkissen umschließen.
Laut Hövding misst ein Algorithmus 200 Mal pro Sekunde die Bewegungen des Radfahrers. Wird ein Unfall registriert, löst der Airbag innerhalb von 0,1 Sekunden aus, wodurch der Nacken und der Kopf des Fahrradfahrers effektiv geschützt werden. Im hinteren rechteckigen Teil des Hövding 3, das etwas in den Nacken ragt, befindet sich der sogenannte Kaltgasgenerator, der mit Helium gefüllt ist. Dieses schiesst bei einem Crash in den Airbag und bläst ihn auf. Nachdem der Airbag ausgelöst hat, verbleibt der Druck noch einige Zeit in dem Kissen, sodass der Fahrradfahrer auch bei mehreren aufeinanderfolgenden Stößen geschützt wäre. Erst kurz darauf beginnt das Gas zu entweichen.
Hat sich der Airbag einmal aufgeblasen hält er diesen Zustand mehrere Sekunden an, somit ist man selbst nach dem Sturz immer noch optimal geschützt.
Die ersten Schritte vor der Nutzung
Als erstes muss der Kragen aufgeladen werden, um ihn nutzen zu können. Per BOA-Drehregler kann der Fahrradfahrer dann den Hövding 3 auf seine Hals-Größe einstellen, ein wechselbarer Überzug sorgt für einen bequemen Sitz. Zudem kann der smarte Kragen mit einer dazugehörigen App gekoppelt werden, um weitere Zusatzfunktionen zu nutzen. Neben dem Tracking der zurückgelegten Fahrtstrecken kann der Fahrradfahrer Notfallkontakte hinterlegen, die bei einem Unfall alarmiert werden.
IMTEST simuliert einen Unfall
Ob und wie dieser besondere Fahrrad-Airbag funktioniert, wollte IMTEST selbst herausfinden und hat zusammen mit Stuntman Thomas Bloem einen Unfall simuliert. Für den simulierte Unfall hat Stuntman Thomas Bloem, natürlich mit Einsatz von Schutzkleidung und Protektoren, eine Vollbremsung gemacht und ist dann über den Fahrradlenker nach vorne geflogen. Noch in der Luft schwebend hat der Hövding 3 den Unfall registriert, sodass der Airbag sofort aufgegangen ist.
Der IMTEST-Stuntman ist zumindest am Kopf weich gelandet ist. Nach seiner Schilderung hat sich Thomas Bloem sehr sicher gefühlt, wenngleich der explosionsartige Knall seinen Ohren ordentlich zugesetzt hat. Im realen Fall eines Unfalls wird man dies aber vermutlich kaum registrieren, weil meist alles so schnell passiert und der Körper dann eh unter Adrenalin steht. Thomas Bloem hat diesen Stunt für IMTEST sogar zweimal durchgeführt. Beide Male hat der Hövding 3 zuverlässig reagiert.
Dabei sei noch erwähnt, dass man den Hövding 3, nachdem er einmal ausgelöst hat, entsorgen muss, da er danach unbrauchbar wird. Das gleiche gilt aber auch für einen Helm, der nach einem Unfall auch erneuert werden muss.
Crash Replacement Service
Nehmen wir an du bist bei einem Unfall mit dem Fahrrad gestützt und der Airbag wurde ausgelöst. Was jetzt? Wie geht es weiter? Deshalb ist es wichtig, dass du Dich direkt nach dem Kauf für das "crash replacement"-Programm (auf deutsch bedeutet das einfach "Austauschservice") registrierst. Alle Infos erhält man dafür direkt beim Kauf. Ausgelösten Airbag Helm und Crash Replacement Bestätigung an folgende Adresse schicken: Sport Import GmbH, z. Hd. Kontakt mit der Sport Import GmbH aufnehmen.
Für wen eignet sich der Hövding 3
Im Grunde kann jeder Fahrradfahrer ab einem Alter von 15 Jahren den Hövding 3 nutzen. Der Hersteller selbst gibt dazu noch die Vorgabe, dass der Kopfumfang zwischen 52-59 Zentimetern betragen muss, der Halsumfang zwischen 32-45 Zentimetern. Wer keinen Helm tragen möchte, weil er vielleicht zu klobig wirkt oder die Frisur kaputt macht, für den bietet der Kragen eine gute und sichere Alternative.
Meist fällt sie kaum auf und spricht vermutlich am meisten Menschen an, die besonders Wert auf Lifestyle-Produkte legen. Allerdings ist die Zielgruppe aufgrund des Preises von rund 300 Euro vermutlich eher klein. Zum Vergleich: Ein guter Fahrradhelm ist je nach Modell etwa drei- bis viermal günstiger.
Dir ist wichtig das du auch auf dem Fahrrad gut aussiehst und dabei nicht an Sicherheit einbüßt. Radfahren bedeutet für dich Freiheit, wenn da dieser Helm nicht wäre.
Für den optimalen Halt des Hövding Airbags an deinem Hals, gibt es ihn in verschiedenen Größen. Auch wenn diesen Moment sich keiner wünscht, aber genau dafür wurde der Kragen hergestellt.
Tests und Meinungen
Auf der Suche nach einem ausführlichen Test aus Deutschland, musst du aktuell leider noch warten. Es hat sich noch keine der großen am Markt dazu durchgerungen, den Airbag zu testen. Jedoch haben viele Online Magazine oder einfach interessierte den Hövding getestet und sich dabei gefilmt oder filmen lassen. Die besten Videos davon sind hier zusammengetragen. Alle Tests zeigen wie gut der Fahrrad Airbag aus Schweden wirklich funktioniert.
Außerdem hat ANTENNE BAYERN einen ansehnlichen Test mit dem Produkt vorgenommen und in einem YouTube Video veröffentlicht.
Akkulaufzeit und Aufladen
Wie anfangs schon erwähnt, muss der Fahrrad Airbag aufgeladen werden. Einmal aufgeladen hält der Hövding ca. 18 Stunden, bis er wieder aufgeladen werden muss. Jetzt kann man sich überlegen wie oft man den Airbag Helm wieder aufladen muss. Sollte es doch soweit sein und der Akku neigt sich dem Ende zu, dann zeigen dies die LEDs und ein Tonsignal an. Dieses ertönt ca. 1 Stunde bevor man den Hövding wieder neu aufladen muss.
Design und Zubehör
Der Fahrrad Airbag ist an sich ja schon ein sehr modernes und stylisches Produkt. Wem das noch nicht reicht, der kann ihn mit weiterem Zubehör bestücken. Es gibt verschiedene Überzüge die den Airbag ein eigenes Outfit geben und somit sich jeder seinen persönlichen Hövding gestalten kann. Den Überzug gibt es als Zubehör zu kaufen. Der Preis bewegt sich dafür zwischen 15 € und 60 €. Für jeden Geldbeutel ist also etwas dabei.
Allein der Fahrrad Airbag hat ein Gewicht von ca. 635g ohne Überzug. Sollte man sich für einen Überzug als Zubehör und Schutz entscheiden, kommen noch einmal einige Gramm dazu.
Insolvenz von Hövding und aktuelle Alternativen
Im Dezember 2023 überschlugen sich plötzlich die Ereignisse und führten zum Crash von Hövding, des europaweit bekannten schwedischen Herstellers für den alternativen Kopfschutz beim Radfahren. Ein neuer Hersteller steht dagegen in den Startlöchern.
Wer beim Fahrradfahren keinen Helm tragen möchte und trotzdem auf Kopfschutz Wert legt, der kennt den Airbag-Helm von Hövding. Das schwedische Unternehmen brachte den Kragen, der sich beim Sturz innerhalb eines Sekundenbruchteils zu einem Airbag für den Kopf entfaltet, im Jahr 2011 auf den Markt.
Doch jetzt legt der Hersteller selbst eine Bruchlandung hin. Hövding macht dafür die schwedische Verbraucherschutzbehörde verantwortlich. Diese habe nach negativ verlaufenen Testes des aktuellen Modells Hövding 3 am 1. November 2023 ein zunächst vorläufiges Verkaufsverbot gegen das Unternehmen erlassen und am 15. Dezember 2023 ein dauerhaftes Verkaufsverbot sowie einen Rückruf für Hövding 3 angekündigt.
Der sofortige Verkaufsstopp und der Rückruf wurden damit aufgehoben. Der Hersteller kommt jedoch zum Schluss: „Der Schaden, der durch das Verhalten der schwedischen Verbraucherschutzbehörde entstanden ist, so groß, dass der Vorstand keine Grundlage für die Weiterführung des Unternehmens sieht.“
Ob dafür allein das Verhalten der Verbraucherschutzbehörde verantwortlich gemacht werden kann, ist allerdings laut Branchenkreisen fraglich. Denn schon vorher hatte es gelegentlich Klagen über Qualitätsmängel, unzureichenden Service und zu kurze Akkulaufzeiten gegeben.
Wie sich die Insolvenz nun auf den Service der bereits verkauften Produkte auswirkt, ist offen. Fakt ist: Die wenigsten Kunden können sich selbst bei einem Test von der Funktionsfähigkeit der Helme überzeugen. Sie müssen also auf die Technik vertrauen.
Danach muss er aber aus Sicherheitsgründen wie ein herkömmlicher Helm ersetzt werden.
Alternativen zum Hövding
Die Minerva-AS GmbH aus Erding macht zunehmend auf sich aufmerksam. Das Unternehmen entwickelt nach eigener Aussage bereits seit 2017 Airbag-Systeme. Statt eines Schals wie bei Hövding wird dieser aber in einem Rucksack verstaut. Als „Airding“ wird das Produkt in Eigenregie mit verschiedenen Airbag-Designs von MASE (Minerva Airbag Systems Erding) vertrieben. Es gibt beispielsweise Varianten mit einem zusätzlichen Schulterschutz.
Eine andere Alternative zum Hövding hat das Berliner Innovationsbüro nFrontier entwickelt: den Helm Pylo. Seine Besonderheit: Er beherbergt einen Airbag für das Gesicht.
ADAC Test: Dooring-Unfall Simulation
Der Albtraum eines jeden Radfahrers: Ein Autofahrer reißt plötzlich seine Tür auf, der Radfahrer knallt rein oder wird auf die Fahrbahn geschleudert. Solche Dooring-Unfälle sind sehr gefährlich und kommen immer häufiger vor. In der Crashanlage des ADAC Technik Zentrums Landsberg wurde 2021 dieses Szenario nachgestellt, um den Airbag-Helm Hövding 3 zu testen.
Nach 80 Millisekunden ist der Fahrrad-Airbag entfaltet. "Der Airbag hat sich innerhalb kürzester Zeit, nach 80 Millisekunden, voll entfaltet", sagt Michael Peuckert, ADAC Projektleiter für Produkttests.
Eine Untersuchung der Universität Straßburg bescheinigt dem Hövding einen sehr guten Schutz vor Kopfverletzungen. So lässt sich der Airbag-Kragen auf den Halsumfang des Trägers einstellen, man kann den Bezug wechseln, der Akkustand wird per LED angezeigt und eine App ist verfügbar.
Als größte Schwäche sehen die Tester, dass der Airbag-Kragen bauartbedingt nicht in jeder Unfallsituation schützen kann. Dazu kommt der im Vergleich zu Helmen eingeschränkte Tragekomfort.
Vor- und Nachteile des Fahrrad-Airbags
Achtmal sicherer als ein Helm soll der FAHRRAD-AIRBAG aus Schweden sein. Warum tragen wir ihn dann nicht alle? Es gibt gute Gründe, die dafür sprechen, aber auch einige dagegen. Der Nutzen steht außer Frage. Für einige Helmmuffel könnte der Fahrrad-Airbag des schwedischen Herstellers Hövding eine Alternative sein. Er wird als Kragen um den Hals getragen. Aber auch er ist nicht frei von Nachteilen.
Der Kragen sollte eng anliegen, mit dem Boa-Drehverschluss lässt sich die Weite stufenlos einstellen. Dann noch den Bezug als Abdeckung drüber, fertig. Aufsetzen und mit dem Reißverschluss vorne am Kragen schließen.
Der Hersteller betont: Das System ist nur während der Fahrt zu aktivieren, denn der Algorithmus in der Steuereinheit auf dem Rücken ist mit den typischen Bewegungsmustern von Fahrradunfällen program- miert. Die Stufen zum Bäcker hochstolpern, könnte sonst mit einem teuren Knalleffekt vor der Theke enden.
Sensoren registrieren 200 Mal pro Sekunde die Positionsänderung. Erkennt das System einen Sturz, wird der Airbag in weniger als 0,1 Sekunden ausgelöst. Die Gasdruck-Kartusche schießt hinten aus der keilförmigen Einheit und baut schlagartig eine neun Zentimeter dicke Polsterung auf, die sich über den Kopf stülpt.
Wie eine riesige Kapuze zieht sich der Airbag weit über den Kopf. Das Material, ein dichtes Nylongewebe, fühlt sich an wie eine etwas dünnere LKW-Plane. Wenn der Airbag auslöst, bietet er einen weitreichenden Rundumschutz, wenn er nicht auslöst, weil die typische Bewegung fehlt, schützt er nicht.
Der riesige, prall gefüllte Airbag-Helm schützt Kopf und Nacken umfassend. Die Geschwindigkeit und Wucht, mit der er aus dem Kragen schießt, ist beeindruckend.
Ein Stuntman wagte in einem Crashtest für uns den Sprung über den Lenker. Dabei blies sich der Airbag rechtzeitig vor dem Aufprall auf den Boden auf. Anders dürfte es jedoch aussehen, wenn der Radfahrende mit dem Kopf direkt gegen ein Hindernis prallt, etwa eine sich öffnende Lkw-Tür in Kopfhöhe oder einen Ast.
Manche Radler und Radlerinnen verzichten auf einen Helm, weil er die Frisur zerstört. Der Hövding lässt Locken und Haartollen in Ruhe.
Der Airbag registriert plötzliche Beschleunigungen und soll sich beim Sturz in Sekundenbruchteilen aufblasen.
Innovative Schutzsysteme von Mase: Airding
Ein Sicherheitssystem, das Kopf, Nacken und Oberkörper schützt und das selbst ohne Fahrradhelm? Mase will mit dem innovativen Airding einen neuen Standard in Sachen Unfallschutz auf dem E-Bike bieten. Die deutsche Firma Mase hat nun ein Schutzsystem entwickelt, das aktuell wohl die bestmögliche Sicherheit für Fahrradfahrer bietet.
Ob bei rasanten Touren oder dem täglichen Pendeln in der Stadt - bei nur 1.100 g Gewicht spürst du den Rucksack mit dem integrierten Minerva-Airbag-System kaum. Die Airbags sind rund um Kopf, Nacken und Oberkörper platziert und verfügen über einen Steißbeinschutz.
Alle 3,6 Millisekunden berechnet der Airding die Lage neu und überprüft auf potenzielle Stürze. Mit einer einfachen Auslösung via App können Fahrer testen, ob das System funktioniert und ihre Sicherheit gewährleistet ist. Zudem lässt sich der Akkustand in der Minerva-AS-App ablesen.
Nach einem Unfall oder eben der Testauslösung kann der Schutz mit dem sogenannten Mase Inflator, einer Ersatz-Gaskartusche für 50 Euro, wiederhergestellt werden.
Der Hövding 3 im Praxistest
Wir haben den Hövding 3 ausprobiert. Dabei wollen wir wissen, wie bequem er ist, wie die App funktioniert und - natürlich - wann er auslöst und wie sich das anfühlt.
Tragekomfort
Der Hövding 3 legt sich wie ein etwas zu starrer Schal um den Hals. Auf dem Rücken liegt eine etwa faustgroße Steuereinheit mit Technik, Akku und Gaskartusche auf. Vorne sorgt ein Reißverschluss für den festen Halt. Ein Drehelement, wie man es von den meisten Fahrradhelmen kennt, zurrt den Hövding 3 fest.
Tatsächlich fühlt sich der Hövding 3 beim Anlegen wenig bequem an. Das gilt vor allem dann, wenn man keinen Pullover oder keine Jacke trägt. Er drückt vorne unter dem Kinn und hinten im Nacken. Ist dagegen etwas Stoff zwischen Hals und Hövding 3, wird die Sache deutlich angenehmer.
Beim Fahrradfahren selbst bemerkt man den Fahrrad-Airbag schon nach kurzer Zeit kaum noch. Der Hövding 3 scheint auf die Körperhaltung beim Fahrradfahren optimiert zu sein. Wir ziehen bezüglich des Komforts den Hövding 3 einem klassischen Fahrradhelm vor, schließlich bleibt der gesamte Kopf frei.
App-Funktionen
Der Hövding 3 verbindet sich auf Wunsch mit einer Smartphone-App. Diese verlangt zunächst eine Registrierung, dann die Verbindung über Bluetooth mit dem Hövding 3. Das klappt im Test auf Anhieb. Die sinnvollste Funktion der App ist die Notfallbenachrichtigung. Nach der Erlaubnis des Zugriffs auf den Standort und der Angabe eines Notfallkontakts schickt die App beim Auslösen des Airbags eine SMS an den hinterlegten Kontakt.
Wann löst der Hövding aus?
Um zu testen, wann der Hövding 3 auslöst, fahren wir einen anspruchsvollen Wald-Trail mit dem spaßigen E-Mountainbike Laotie FT100 (Testbericht). Wir wollen vor allem den Zeitpunkt definieren, wann der Hövding 3 auslöst.
Doch dann ist es soweit: Das Vorderrad verhakt sich in einem Loch, wir geraten in Vorlage. Der Hövding 3 erkennt sofort eine kritische Situation und löst die Gaskartusche aus. Mit einem lauten Knall pumpt sich der Fahrrad-Airbag innerhalb einer zehntel Sekunde auf und stülpt sich vom Hals über den gesamten Kopf. Dabei füllt sich auch die Halskrause mit Gas und stabilisiert die Nackenpartie.
Auch wenn der Hövding 3 alles richtig gemacht hat: Etwas erstaunt sind wir dennoch. Schließlich waren wir gerade dabei, vom Fahrrad zu springen und mit den Füßen auf dem Waldboden zu landen. Im Grunde bestand keine Gefahr für den Kopf, doch das weiß der Hövding 3 natürlich nicht.
Revolution auf dem Fahrradhelm-Markt
Der Fahrradhelm mit dem Namen Hövding ist eine wahre Revolution auf dem Markt. Das Produkt wurde im Jahr 2005 von zwei Industriestudentinnen aus Schweden erfunden und weiterentwickelt. Ziel ist jedoch nicht allein die Sicherheit der Radfahrer. Vielmehr ging es darum, einen Helm zu entwickeln, den wirklich jeder gern trägt.
Der Hövding beschützt bei einem Sturz den gesamten Kopf und auch den Halsbereich. Außerdem bleibt dein Sichtfeld stets frei und ist nicht eingeschränkt. Du behältst deine Frisur und kannst unter Kunststoff und Hartschaum nicht schwitzen. Lediglich der Hals wird von dem Airbag System umschlossen.
Funktionsweise im Detail
Der Airbag wird um den Nacken gelegt und erkennt über eine spezielle Sensorik die Bewegungsabläufe beim Radfahren. Kommt es zu einem Unfall, bläst er sich innerhalb von 0,1 Sekunden auf und umschließt den Kopfbereich und den Halsbereich. Im Inneren befindet sich ein Gasdruck, der für einige Sekunden gleichmäßig gehalten werden kann.
Gefertigt ist das Produkt aus einem hoch resistenten Nylonstoff. Das bedeutet: selbst bei sehr spitzen oder rauen Oberflächen reißt das Material nicht ein. Verletzungen an der Schädeldecke, am Nacken und im Halsbereich werden vermieden.
Kernpunkt der Funktionsweise ist die Sensorik. Schließlich muss der Fahrradhelm genau erkennen, wann er aufgehen muss und wann nicht. Die Sensorik besitzt einen speziellen Algorithmus, der jahrelang entwickelt und in unzähligen Tests ausprobiert wurde.
Akku und Aufladen
In jedem Hövding ist ein Akku eingearbeitet, der etwa 10 - 15 Stunden hält. Danach muss er wieder aufgeladen werden. Im ausgeschalteten Zustand hält der Akku sogar bis zu 36 Tage.
Das Laden erfolgt über USB-Ladekabel. So steckst du den Airbag Helm einfach an deinen Computer an. Bei kompletter Entladung muss der Helm etwa 6 Stunden am Kabel hängen.
Größe und Design
Der Hövding kann unabhängig vom Körpergewicht eingesetzt werden. Allerdings ist er nur bis zu einem Kopfumfang von 59 cm nutzbar. Köpfe mit einem größeren Umfang sind noch nicht erprobt und schwerer. Vom Kopfumfang her ist der Fahrradhelm für alle Größen zwischen 52 und 59 cm ausgelegt.
Mittlerweile gibt es aber viele bunte Designs. Wer es lieber unauffällig mag, entscheidet sich für einen schwarzen Look. Hier wirkt es teilweise, als ob du einen Schal trägst oder ein modisches Tuch.
Hövding 2.0
Nachdem der Hövding 1.0 einige Jahre auf dem Markt getestet wurde, hat die schwedische Firma eine neue Version auf den Markt gebracht. Der Hövding 2.0 ist im August 2015 erschienen, doch was hat sich eigentlich geändert?
Allerdings wurden viel mehr Datenmengen gesammelt, die die eingebauten Sensoren noch zuverlässiger machen. Daneben ist der neue Helm etwas leichter geworden und die Bedienung beziehungsweise die Anwendung wurde vereinfacht.
Anwendung und Aktivierung
Wichtig ist, dass du das System immer erst unmittelbar vor dem Fahren aktivierst und stets den Akkustand prüfst. Die LEDS befinden sich an der Vorderseite des Kragens. Ist der Akku zu schwach und fällt während der Fahrt aus, bietet er natürlich keinen Schutz mehr.
Achte darauf, dass der Reißverschluss komplett geschlossen ist. Für die Aktivierung verbindest du nun den Druckknopf am Reißverschluss mit einem Teil auf der rechten Kragenseite.
Sicherheitsstandards
Jeder verkaufte Fahrradhelm braucht in Europa eine CE-Kennzeichnung. Auch der Hövding hat eine solche Kennzeichnung bekommen durch einen Prüfungsprozess im Schwedischen Technischen Forschungsinstitut.
Die Testergebnisse sind überraschend: der Airbag Helm ist deutlich sicherer als ein einfacher Fahrradhelm. Bei einem Aufprall mit 25 km/h kann es schon passieren, dass du zu 90% Verletzungen trotz Helm davonträgst. Mit dem Airbag Modell liegt die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung bei 25 km/h bei 3%.
Hövding Helm 2.0
Heute sind die Helme nach langer Entwicklungsarbeit in 16 europäischen Märkten und in Japan verfügbar. Der Hövding Helm 2.0 bewahrt dich mit seinem Airbag bei den unterschiedlichsten Unfällen im Straßenverkehr.
Du legst den Airbag um deinen Hals und schließt den Reißverschluss. Auf den ersten Blick ist es eine erweitere Jacke oder ein Schal, den du trägst. Er sichert dich jedoch deutlich besser vor Verletzungen als ein einfacher Fahrradhelm.
Sie beschreiben einen angenehmen Tragekomfort und ein korrektes Auslösen. Nur bei der Auswahl der Größe musst du genau aufpassen.
Überzüge für den Hövding
Ein Hövding Airbaghelm besteht immer aus dem Kragen an sich mit der Sensorik und Technik und einem Überzug. Den Überzug gibt es in verschiedenen Farben und Mustern.
Für den Hödving-2.0 Helm gibt es verschiedene Überzüge. Du legst den Stoff einfach über den Kragen und verschließt ihn mit einem Reißverschluss. Danach legst du das komplette Modell um deinen Hals.
Einsatzbereich
Ein Wort zum Einsatzbereich - dieser Airbag ist nur für Cityradfahrer geeignet. Dabei ist nur das Fahren in der Stadt und auf Straßen zu verstehen. Für Off-Road-Strecken oder mit dem BMX-Bike sind die Helme nicht ausgelegt.
Wichtige Hinweise
Nur die Version 2.0 kann auch mit einem Minifahrrad oder mit einem Faltrad genutzt werden. Die alte Version ist ausschließlich für Stadtfahrräder konzipiert. Auf einem Tandem oder auf Spezialrädern ist der Helm nicht zu verwenden, ebenso wenig beim Sport.
Keine großen Ohrringe tragen. Der Bereich über der Naht muss immer frei bleiben und darf nicht mit einem Tuch abgedeckt werden. Das Tragen einer Kapuze ist möglich. Ein Turban oder ein anderer Helm lassen sich nicht mit dem Airbag kombinieren.
Pflege und Lebensdauer
Die Materialien lassen sich bei Verschmutzung immer mit einem feuchten Tuch abwischen. Der Überzug ist sogar in der Maschine zu reinigen.
Je nach Intensität der Nutzung hält ein solcher Helm bis zu 7 Jahre. Der Stoff wird wohl die ersten Spuren der Abnutzung zeigen. Der Akku ist etwa 300 Mal zu laden, bevor er langsam seine Kapazität verliert. Nach einem Unfall ist der Helm sofort auszutauschen.
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