Wer im Dunkeln mit dem Fahrrad unterwegs ist, weiß, dass eine Helmlampe entscheidend für den Spaß und die Sicherheit beim Nightride ist.
Eine Helmlampe bietet in diesem Zusammenhang gleich zwei Vorteile: Während die Fahrradhelmbeleuchtung Reflektoren am Rad in optimaler Weise ergänzt, hilft sie zudem dabei, dass der Radfahrer sich seinen Weg sicher bahnen kann.
Aber was macht eine gute Helmlampe aus? Es kommt nicht nur auf die reine Leuchtweite an.
Wichtige Aspekte bei der Auswahl einer Helmlampe:
- Helligkeit (Lumen)
- Akkulaufzeit
- Gewicht
- Bedienung
- Montage am Helm
- Ausleuchtung
Moderne Fahrradlampen mit Akku sorgen für eine zuverlässige Beleuchtung, um sicher unterwegs zu sein und bieten eine hohe Leuchtleistung. Ebenso entscheidend ist die Benutzerfreundlichkeit.
Komplizierte Technik kann einem schnell den Spaß verderben. Eine intuitive Bedienung ist daher Gold wert. Und natürlich darf man das Thema Energie nicht vergessen: Eine lange Leuchtdauer ist wichtig, aber ein zu schwerer Akku kann zur Last werden.
Lumen ist die Einheit des Lichtstroms und beschreibt die Helligkeit einer Lampe.
Amperestunde (Ah) ist eine Maßeinheit bei Batterien und Akkus, die das zur Verfügung stehende Ladungsspeichervermögen angibt.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Bevor Sie sich für eine Helmlampe entscheiden, sollten Sie einen Blick auf Ihren Helm werfen.
Passt die Lampe problemlos darauf? Nicht jedes Modell ist mit jedem Helm kompatibel.
Insbesondere lange Visiere können problematisch sein, da sie womöglich Schatten werfen.
Es lohnt sich, den Helm beim Kauf dabei zu haben und die Montage direkt auszuprobieren.
Manche Hersteller bieten Klebepads für mehr Flexibilität an, aber auch hier ist die richtige Position am Helm entscheidend.
Ist dieses sehr lang und dazu hoch am Helm angebracht, so lässt sich die Helmlampe nicht so weit vorne am Helm anbringen.
Infolge beleuchtet die Lampe Teile des Visiers - dieses wirft entsprechend einen Schatten auf den Boden. Dadurch kann der Bereich unmittelbar vor dem Vorderrad abgeschattet werden.
Dazu kommt, dass nicht jede Helmhalterung an jedem Helm befestigt werden kann.
Wir empfehlen daher im Zweifelsfall, den Helm zum Kauf im Einzelhandel mitzunehmen und auszuprobieren.
Manche Helmlampen-Hersteller liefern auch Klebepads mit.
Mit diesen ist man zwar flexibler, aber auch für diese muss sich eine passende Stelle auf dem Helm finden.
Sitzt die Helmlampe zu weit hinten und ist das Visier zu groß, so kann ein lästiger Schatten entstehen.
Sicherheit und Umwelt
Das Fahren mit einer Helmlampe ermöglicht es, die Natur in einem ganz neuen Licht zu erleben. Allerdings sind viele Tiere in der Dämmerung und Nachts aktiv. Biker werden dann schnell zum Störenfried. Um Energieverschwendung und Stress für die Tiere zu vermeiden, sollten Sie für Ihre Nachtfahrten daher Gebiete wählen, die auch tagsüber viel befahren werden und abgelegene Orte meiden.
Praxistipps für die Nutzung von Helmlampen
Das Fahren mit Helmlampe hat seine Tücken. Hohe Geschwindigkeiten und das von oben kommende Licht können die Wahrnehmung beeinträchtigen und sind gewöhnungsbedürftig. Hindernisse wie Bodenwellen oder Wurzeln werden möglicherweise unterschätzt.
Neben der Ausleuchtung des Fahrweges interessiert uns dabei unter anderem auch die Bedienung und das Handling der einzelnen Lampen. Natürlich fließen auch diese Daten ins Testergebnis ein.
Interessant ist beim Einsatz von Helmlampen unter anderem das Lichtfeld: Hier erkennt man neben der Leuchtweite die generelle Ausleuchtungs-Charakteristik unserer getesteten Lampen.
Denn die Leuchtweite allein sagt wenig über die Qualität des Einsatzes auf dem Trail.
Oft haben nämlich Helmlampen mit großer Leuchtweite einen sehr gebündelten Lichtstrahl.
Das kann dazu führen, dass der Bereich unmittelbar vor dem Vorderrad zu wenig Licht abbekommt. Außerdem kann der Lichtkorridor zu schmal sein.
Die Supermächte der Fahrrad-Lampenwelt
Die Supermächte der Fahrrad-Lampenwelt heißen Cateye, Lupine und Magicshine.
Es scheint, als lieferten sich diese drei Hersteller ein Wettrüsten wie die Großmächte USA, Russland und China.
Mit dem Unterschied, dass es nicht um die schlagkräftigste Streitmacht, sondern um den hellsten Strahler für nachtaktive Mountainbiker geht.
Aktuell hält Lupine mit der 6830 Lumen starken Alpha das Zepter bei Helmlampen fürs MTB fest in der Hand.
Ihr extrem heller Schein wirkt fast, als könne sie auf ausgedörrtem Herbstlaub einen Waldbrand entfachen.
Doch brauchen Biker wirklich so viel Licht?
Um das herauszufinden, gesellen sich zu den drei Superstrahlern sechs klassische Helmlampen fürs MTB mit 1600 bis 3000 Lumen.
Selbst die günstigste Helmlampe im Test, die Acid HPA 2000, ist mit knapp 1600 Lumen alles andere als unterbelichtet.
Auf dem Trail wird schnell klar: Nicht die reine Lichtmenge, sondern vielmehr eine breite Ausleuchtung und eine homogene Lichtverteilung entscheiden über den Fahrspaß mit dem MTB bei Nacht.
Außerdem spielen das Gewicht und die Größe der Helmlampe eine wesentliche Rolle.
Die Qual der Wahl: Welches System ist das Richtige?
Unser Tipp ist, ein getrenntes System zu verwenden: Lampe am Helm befestigen und externen Akku mit Verlängerungskabel in den Rucksack packen.
Für noch mehr Bedienungskomfort kann man diverse Modellen sogar individuell mit einer Fernbedienung am Lenker oder über eine App am Smartphone steuern.
Damit Lampen mit einer Fernbedienung, einem Smartphone oder Tablet verbunden werden können, besitzen einige aktuelle Modelle in diesem Test eine Bluetooth-Funktion, z. B. Lupine, Magicshine oder SIGMA.
Nicht nur als Fernbedienung für den Lenker ist diese kabellose Steuerung sehr nützlich.
TEST: Lupine Piko
Die Lupine Piko ist ein kleine, leichte Helmlampe mit Akkumontage am Helm - made in Germany.
Qualität made in Germany - die Lupine Piko entspringt deutscher Ingenieurskunst und ist dementsprechend sauber und wertig verarbeitet.
Mit 384 € hat das aber auch seinen Preis.
Das System sieht die Montage des Akkus auf dem Helm vor, was auf Grund des geringen Gewichtes kein Problem darstellen dürfte.
Die Piko richtet sich an Bike-Enthusiasten, die eine kompakte, leichte und verlässliche Helmlampe suchen.
Mit 2100 lm ist das System zwar ordentlich hell - für ultimative Highspeed-Trails könnte aber mehr erforderlich sein.
Die Piko verspricht aus mehreren Gründen große Vielseitigkeit: Erstens lassen sich verschiedene Leuchtstufen programmieren - entweder direkt an der Lampe selbst oder noch umfangreicher per App. Zweitens bietet Lupine sehr viele Erweiterungsmöglichkeiten wie beispielsweise diverse Halterungen, Ladeadapter und vieles mehr.
Vielseitigkeit und Erweiterungen
Dazu kommt, dass Lupine über Jahre hinweg Ersatzteile bereit hält und zudem einen Reparaturservice bietet.
Teilweise ist sogar der Austausch von LEDs gegen neue, leistungsstärkere Modelle möglich.
All das Zubehör sowie diverse Ersatzteile lassen sich bequem über den hauseigenen Onlineshop von Lupine beziehen.
Das mitgelieferte Zubehör erlaubt die Montage des Akkus nur am Helm.
Der Lampenkopf der Piko findet auf einer der kompaktesten Helmhalterungen in unserem Test platz.
Das Aufstecken der Helmlampe ist leichtgängig und sie rastet sauber ein.
Blind über dem Kopf erfordert der Prozess jedoch einiges an Übung und macht auch nicht viel Sinn, da auch der Akku aufgesteckt und das Kabel verlegt werden muss.
Obwohl das Gesamtsystem keine 200 g wiegt, wäre uns die Platzierung des Akkus im Rucksack, der Hipbag oder der Hosentasche lieber.
Allerdings spendiert Lupine der Piko kein Verlängerungskabel.
Bei der Akkumontage zeigt sich nämlich, dass diese je nach Helm nicht so einfach ist.
Bei unserem Testhelm (Uvex Finale) war eine Montage nur oben direkt hinter der Lampe möglich.
Lupine schlägt eine Kabelführung innerhalb des Helmes vor.
Der Halterungsbügel ist dezent, im Neigungswinkel lässt sich die Piko einfach verdrehen.
Bedienung und Komfort
Die grundlegende Bedienung der Lupine Piko ist sehr intuitiv: Per Druck auf den transparenten Taster schaltet man durch die verschiedenen Helligkeitsstufen.
Auf diesen lassen sich übrigens verschiedene Leuchtstufeneinstellungen programmieren.
Ab hier wird es allerdings komplex: Nur unter Zuhilfenahme der Bedienungsanleitung kann man hier sinnvolle Einstellungen finden und benötigt unter Umständen ein paar Versuche, diese auch wirklich einzuspeichern.
Per Blinken des Tasters wird übrigens auch der Akkufüllstand angezeigt - hier muss man allerdings bis zu 16 Blinkvorgänge mitzählen, um den Stand herauszufinden.
Deutlich einfacher geht dies über die Prozent-Anzeige auf dem Akku selbst.
Diese kann übrigens auch im Dauerbetrieb als Rücklicht eingesetzt werden - eine geniale Idee und praktisch, wenn man für ein paar Meter einer Straße folgen muss.
Wer mehr Komfort für die Programmierung möchte, greift auf die hauseigene App zurück.
Mit dieser lassen sich - einmal eingerichtet - sämtliche Einstellungen einfach ändern.
Zudem können hier auch die einzelnen Helligkeitsstufen komplett individuell angepasst werden.
Leider zeigt die App die Helligkeitswerte aber nur in Watt an, nicht in Lumen.
Letzteres würde für eine bessere Vorstellung der zu erwartenden Helligkeit sorgen.
Interessant ist auch die Bedienung per Fernbedinung am Lenker.
Diese ist per Gummiriemen in Sekundenschnelle mit der Lampe verbunden und ermöglicht so ein komfortables Durchschalten der verschiedenen Helligkeitsstufen.
Schnell geht das Laden des 3500 mAh Akkus: In gerade mal 1:50 h ist er wieder voll!
Das mitlieferte Ladegerät mit hauseigenem Anschluss verrichtet also gute Arbeit.
Die Leuchtdauer der Piko hängt ganz von den programmierten Leuchtstufen ab.
Für unseren Test haben wir das vierstufige Programm mit 2100 lm, 1100 lm 450 lm und 55 lm gewählt.
Hier liegen die Laufzeiten entsprechend bei 1:15 h, 2:30 h, 8 h und 80 h.
Das gesamte System der Lupine Piko bringt knapp unter 200 g auf die Waage und ist sehr flach auf dem Helm angebracht.
Auf unseren Testfahrten war es zwar wahrnehmbar, hat uns aber in keinem Moment gestört.
Die maximale Helligkeit von 2100 lm zeigt sich auch in schnelleren Trailabfahrten jenseits der 25 km/h als ausreichend - auch hier haben wir uns wohl gefühlt.
In Puncto Bedienung war der Taster auf der Lampe mit etwas dickeren Winterhandschuhen nicht immer optimal erfühlbar.
Dafür ist die Bedienung per Bluethooth-Fernbedienung sehr komfortabel und einfach.
Durch ihre Kompaktheit passt sie problemlos zwischen Griff und Klemmung der Schalt- und Bremshebel.
Das Lichtfeld der Piko hat uns auf Trailabfahrten besonders zugesagt.
Die Fokussierung der Helligkeit auf ein Zentrum ist gut gewählt und sorgt für etwas mehr Kontrast auf dem Trail.
Dagegen steht etwas der Uphill auf Forstpisten und Feldwegen: Hier stellt sich bei niedrigen Leuchtstufen eher ein Tunnelblick ein.
Auf unseren Testfahrten hat uns wie erwähnt die vierstufige Programmierung gut gefallen: 2100 lm für die Abfahrt sind gesetzt, die 1100 lm fanden wir angenehm für Uphillflow auf Trails.
450 lm eigenen sich gut zum gemütlichen Dahinrollen auf Forst- und Feldwegen, während sich im Uphill mit 55 lm der Akkustand schonen lässt.
Auf Dauer strengt das wenige Licht aber die Augen zu sehr an.
Zusätzlich besitzt die Piko eine diffuse LED, die auch als Leuchtstufe programmiert werden kann.
Der direkte Vergleich zwischen voller und minimaler Leistung bringt die Kameratechnik an ihre Grenzen: Der Helligkeitsunterschied ist so groß, dass die Kamera die geringste Helligkeitsstufe sehr dunkel darstellt.
Das Lichtfeld
4 Helligkeitsstufen: Das Lichtfeld zeigt eine auf den Mittelpunkt fixierte Ausleuchtung des Fahrweges mit weichen Übergängen im Randbereich. Es entsteht kaum Tunnelblick.
Unser Aufbau: Orange und blaue Hütchen wechseln sich mit 5 Meter Abstand ab.
Nachhaltigkeit und Langlebigkeit
Lobend wollen wir an dieser Stelle noch einmal die Ersatzteilversorgung und den Reparaturservice erwähnen: Lupine bietet hier über Jahre hinweg die Möglichkeit, den Produkten ein längeres Leben zu schenken.
Teilweise gibt es sogar die Möglichkeit, Lampen mit neueren LED-Modulen aufzuwerten.
Daher sind Lupine-Lampen keine schnelllebigen Wegwerfprodukte, sondern können ihrem Besitzer auch über viele Jahre hinweg treuen Dienst leisten.
Auch in der Firmenpolitik achtet Lupine auf Nachhaltigkeit, beispielsweise mit eigener Stromgewinnung.
Weitere getestete Helmlampen (Auswahl)
Im Folgenden eine Auswahl weiterer getesteter Helmlampen und deren Kurzbeschreibung:
- Cateye Volt6000: Brutale 6600 Lumen, breiter und homogener Kegel, etwas begrenzte Leuchtweite.
- Lupine Alpha: Hellste Lampe am Markt (6830 Lumen), extreme Helligkeit mittig und in der Ferne, aber nicht ganz homogene Ausleuchtung.
- MagicShine Monteer 6500: Annähernd so hell und weit wie die Alpha, homogeneres und breiteres Leuchtbild.
- Acid HPA 2000: Preis-Leistungs-Tipp, gute Leuchtkraft, schmale aber ausreichende Lichtverteilung.
- Gloworm X2: Gute Wahl für ausgedehnte Wintertouren, Kegel recht schmal, aber ausreichend hell in der Mitte.
- Light&Motion Seca 2500: Breiter, homogener Kegel, ideal für technische Trails.
- Moon X-Power 2500: Nahezu 3000 Lumen, weicher und ausreichend breiter Kegel, gute Leuchtweite.
- Silva Exceed 3X: Sehr hochwertige Multisport-Helmlampe, schmaler Leuchtkegel.
Übersicht: Technische Daten ausgewählter Helmlampen
| Marke | Modell | Lichtmenge (Lumen) | Akkulaufzeit (volle Leistung) | Gewicht (Lampe + Akku) |
|---|---|---|---|---|
| Cateye | HL-EL1000RC Volt1200 LED | 1200 | 2 Std. | 173 g |
| Hope | Vision R2 LED | 1000 | 1 Std. | 298 g |
| Knog | Blinder Outdoor 400 USB LED | 400 | 2 Std. | 105 g |
| Lupine | Neo 4 LED | 700 | 3,25 Std. | 175 g |
| Sigma | Buster 200 HL LED | 200 | 2,00 Std. | 104 g |
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