Achtmal sicherer als ein Helm soll der FAHRRAD-AIRBAG aus Schweden sein. Warum tragen wir ihn dann nicht alle? Es gibt gute Gründe, die dafür sprechen, aber auch einige dagegen. Der Nutzen steht außer Frage. Für einige Helmmuffel könnte der Fahrrad-Airbag des schwedischen Herstellers Hövding eine Alternative sein.
Was ist ein Fahrrad-Airbag?
Der Fahrrad-Airbag wird auch Helm-Airbag oder Kopf-Airbag genannt. Er schützt Dich vor Stürzen oder Unfällen mit dem Fahrrad im Straßenverkehr. Dir ist wichtig das du auch auf dem Fahrrad gut aussiehst und dabei nicht an Sicherheit einbüßt. Radfahren bedeutet für dich Freiheit, wenn da dieser Helm nicht wäre.
Der Hövding 3 im Detail
Der Hövding 3 löst beim Dooring-Unfall schnell und zuverlässig aus. Aber der Airbag-Helm schützt nicht bei jedem Unfallszenario. Der Airbag wird wie ein Kragen um den Hals gelegt und kann und über den vorderen Reißverschluss geschlossen werden. Es ist wichtig das dieser vollständig geschlossen ist, damit die Funktion des Kragens auch so wie geplant verfügbar ist.
Aufbau und Funktionsweise
Er wird als Kragen um den Hals getragen. Aufsetzen und mit dem Reißverschluss vorne am Kragen schließen. Der Kragen sollte eng anliegen, mit dem Boa-Drehverschluss lässt sich die Weite stufenlos einstellen. Dann noch den Bezug als Abdeckung drüber, fertig. Die Gasdruck-Kartusche schießt hinten aus der keilförmigen Einheit und baut schlagartig eine neun Zentimeter dicke Polsterung auf, die sich über den Kopf stülpt. Das geht so schnell, dass man es kaum bewusst wahrnimmt: Ein lautes „Peng“, der Airbag ist da. Wie eine riesige Kapuze zieht sich der Airbag weit über den Kopf. Das Material, ein dichtes Nylongewebe, fühlt sich an wie eine etwas dünnere LKW-Plane. Das Gewebe ist verschweißt, vernäht und überlappt sich im vorderen Bereich.
Komfort und Tragegefühl
Der Kragen ist nicht wirklich angenehm zu tragen, er kratzt zwar nicht, aber es ist schon ein großes Gerät, das da um den Hals hängt. Während der Fahrt ist das aber schnell vergessen, es stört nicht weiter und der Kopf ist frei. Im Winter mit Pullover und dicker Jacke sitzt der wetterfeste Kragen noch ein Stück höher, was die Bewegungsfreiheit etwas einschränkt, berichtet mir ein Freund, der seit Jahren mit dem Hövding durch die Stadt zur Arbeit pendelt, ansonsten aber von dem System überzeugt ist. Vielleicht hatte ich den Kragen zu eng eingestellt, jedenfalls hatte mich der Airbag direkt nach dem Überschlag ziemlich im Würgegriff, was zu minimaler Panik geführt hat.
Sicherheit und Schutz
Und das Ganze hat auch seinen Sinn: Der Nacken wird stabilisiert und die empfindliche Wirbelsäule geschützt. Wenn der Airbag auslöst, bietet er einen weitreichenden Rundumschutz, wenn er nicht auslöst, weil die typische Bewegung fehlt, schützt er nicht. Der riesige, prall gefüllte Airbag-Helm schützt Kopf und Nacken umfassend. Die Geschwindigkeit und Wucht, mit der er aus dem Kragen schießt, ist beeindruckend. Die Leistung, die Verarbeitung und das Sicherheitsgefühl haben mich überzeugt, dass der Hövding 3 im Ernstfall besser schützen kann als ein Fahrradhelm.
Technische Details
Der Hersteller betont: Das System ist nur während der Fahrt zu aktivieren, denn der Algorithmus in der Steuereinheit auf dem Rücken ist mit den typischen Bewegungsmustern von Fahrradunfällen program- miert. Die Stufen zum Bäcker hochstolpern, könnte sonst mit einem teuren Knalleffekt vor der Theke enden. Um die Software mit Bewegungsdaten zu füttern, wurden laut Hersteller tausende Stürze und Unfälle mit Stuntfahrten und Crashtest-Dummies nachgestellt. Sensoren registrieren 200 Mal pro Sekunde die Positionsänderung. Erkennt das System einen Sturz, wird der Airbag in weniger als 0,1 Sekunden ausgelöst.
Erfahrungen und Tests
Bisher hat der Airbag einmal ausgelöst, die Situation war etwas grenzwertig: Von einem rasenden Radfahrer bedrängt, sei er damals mit dem Rad seitlich aufs Knie gefallen. Auf Kulanzbasis habe er damals einen neuen bekommen, sich aber zunächst über die Kosten geärgert, denn der Hövding kann nicht wiederverwendet werden und kostet 349 Euro. In der Regel greift nach einem Unfall der Crash Replacement Service des Herstellers.
App-Funktionen
Der Hövding 3 verbindet sich auf Wunsch mit einer Smartphone-App. Diese verlangt zunächst eine Registrierung, dann die Verbindung über Bluetooth mit dem Hövding 3. Das klappt im Test auf Anhieb. Die sinnvollste Funktion der App ist die Notfallbenachrichtigung. Nach der Erlaubnis des Zugriffs auf den Standort und der Angabe eines Notfallkontakts schickt die App beim Auslösen des Airbags eine SMS an den hinterlegten Kontakt. Das funktioniert im Test problemlos. In ihr steht der Name des Verunfallten, die Adresse des Unfallorts und ein Link zu Google Maps.
Wann löst der Hövding aus?
Um zu testen, wann der Hövding 3 auslöst, fahren wir einen anspruchsvollen Wald-Trail mit dem spaßigen E-Mountainbike Laotie FT100 (Testbericht). Wir wollen vor allem den Zeitpunkt definieren, wann der Hövding 3 auslöst. Kann man ihn auch auf Trails und Abfahrten nutzen? Oder ist er doch eher für das gemütliche Cruisen durch die Stadt? Grundsätzlich sollte man beim Hövding darauf achten, dass die magnetische Sicherheitslasche vor dem Absteigen vom Fahrrad gelöst wird. Ansonsten soll es wohl öfter mal vorkommen, dass der Fahrrad-Airbag versehentlich auslöst, obwohl man gar nicht mehr Fahrrad fährt.
Vor- und Nachteile des Hövding 3
- Vorteile: Sehr hoher Schutz vor Kopfverletzungen bei Auslösung, einstellbarer Kragen, wechselbarer Bezug, LED-Anzeige für Akkustand, App-Verfügbarkeit.
- Nachteile: Nicht in jeder Unfallsituation optimaler Schutz, eingeschränkter Tragekomfort im Vergleich zu Helmen.
ADAC Test
Der Hövding 3 wurde im Rahmen des großen ADAC Fahrradhelm-Tests außer Konkurrenz getestet und erhält daher kein ADAC Urteil. Aber einige Erkenntnisse haben die Tester gewonnen. "Ein spannendes Produkt mit einer sehr hohen Schutzfunktion vor Kopfverletzungen, wenn er sich voll entfaltet hat", sagt Peuckert, der auch bei der Ausstattung Stärken sieht.
Konkurs von Hövding
Eins gleich vorneweg: Im Dezember 2023 meldete Hövding Konkurs an. Auslöser war ein Erlass für ein Verkaufsverbot der schwedischen Verbraucherschutzbehörde wegen Sicherheitsmängeln. Zwar klagte Hövding dagegen und bekam Recht, doch der erlittene Schaden war zu hoch. Der Verkaufspreis liegt seit dem Konkurs bei 250 Euro (Ebay). Viele Geräte scheint es im Abverkauf nicht mehr zu geben. Ein Austauschprogramm gibt es nicht mehr.
Alternativen zum klassischen Fahrradhelm
Airbag Helme - maximaler Schutz für den NotfallDer Einsatz eines verlässlichen Airbags gehört in der heutigen Zeit für viele Autofahrer zum absoluten Standard. Mittlerweile kommen die beliebten Airbags jedoch nicht mehr im Zusammenhang mit der motorisierten Welt, sondern auch im Rahmen des Fahrradfahrens zum Einsatz. Hier überzeugen Sie im Allgemeinen durch dieselbe Funktionsweise wie im Auto. Im unbenutzten Zustand nehmen sie vergleichsweise wenig Platz in Anspruch, um den Nutzer im Notfall vor schwerwiegenden Folgen, wie zum Beispiel einem Schädel-Hirn-Trauma, zu schützen.
Weitere Fahrradhelme im Test
Wir hatten insgesamt 59 Fahrradhelme im Test, 49 davon sind aktuell noch erhältlich. Der Uvex Urban Planet LED bietet dank seiner tiefergezogenen Bauweise zusätzlichen Schutz im Heck- und im Schläfenbereich. Er lässt sich sehr angenehm tragen und perfekt auf die Kopfform und Kopfgröße einstellen. Der Urban Planet ist sehr robust und mit einem rückseitigen LED-Licht ausgestattet. Zusätzliche Vorteile sind reflektierende Gurtbänder, ein weiches Kinnpolster und ein durchdachter Verschluss.
Wenn die Insekten fliegen, die Sonne knallt, der Regen peitscht oder der Wind pfeift, ist der Uvex Finale Visor das optimale Modell. Denn er verfügt über ein klappbares Visier. Zudem ist der Fahrradhelm mit Beleuchtung und Insektenschutz ausgestattet.
Dieses Feature ist einmalig: Der Abus Pedelec 2.0 hat einen Regenschutz integriert, der hinten in einem Geheimversteck untergebracht ist. Nasse Haare im Regen gehören somit der Vergangenheit an. Für bestmögliche Erkennbarkeit im Dunkeln ist der Helm zudem mit einem LED-Licht ausgestattet.
Farblich ist der schicke POC Omne Beacon Mips ein echter Hingucker. Speziell in der Lackierung in leuchtendem Orange und mattem Grün ist der POC Omne Beacon Mips ein echter Hingucker.
Ein vernünftiger Helm muss nicht viel kosten: Das beweist der Fischer Urban Plus Brooklyn. Für gerade mal rund 30 Euro bietet er Beleuchtung, Sonnen- und Insektenschutz, einen gepolsterten Kinnriemen und in die Helmgurte eingewebte Reflexstreifen. Außerdem zeichnet sich der leichte Fahrradhelm durch einen guten Tragekomfort aus.
Sicherheit beim Radfahren
Fahrradhelme können schwere Kopfverletzungen verhindern und Leben retten. Das haben bereits verschiedene Studien und Untersuchungen belegt. Laut Bundesverkehrsministerium ist ein guter Fahrradhelm dazu in der Lage, bis zu zwei Drittel der Energie zu absorbieren, die bei einem Sturz ohne Helm auf den Kopf einwirken würde. Ein Fahrradhelm kann ebenfalls dazu beitragen, dass ein Radler im Straßenverkehr besser gesehen wird. Zudem bieten viele Fahrradhelme zusätzlichen Komfort. Mit einem Sonnenschutz versehen, reduzieren sie einfallendes Licht. Ein wasserdichter Überzug bietet Schutz bei Regen.
Wie findet man den richtigen Helm?
Idealerweise sollten Sie einen Fahrradhelm vor dem Kauf immer anprobieren. Nur so können Sie feststellen, ob er optimal zu Ihrer Kopfform passt. Er sollte stramm sitzen, aber nicht drücken. Als Faustformel gilt: Wenn Sie den Helm vor- und zurückbewegen, sollte die Stirn ein wenig Falten schlagen. Dann sitzt der Fahrradhelm fest genug. Ist der Kinnriemen geschlossen, darf sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lassen.
Grundsätzlich ermöglicht es so gut wie jeder Fahrradhelm, die Größe über ein Drehrädchen anzupassen. Dennoch ist es wichtig, einen Fahrradhelm zu kaufen, der von seiner Dimension her zu Ihrem Kopf passt.
Unfallstatistik
Die Fahrradbranche boomt und speziell E-Bikes tragen zur enormen Popularität der Zweiräder bei. Durch das höhere Tempo der elektrifizierten Räder steigt allerdings auch die Unfallgefahr. Bei knapp 27.400 Radunfällen ohne weitere Beteiligte verletzten sich im Jahr 2023 rund 6.400 Menschen schwer und 147 tödlich. Darauf weist die Unfallforschung der Versicherer (UDV) im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hin. Rad-Alleinunfälle hätten sich in den vergangnen 15 Jahren mehr als verdoppelt, dabei sei die Dunkelziffer hoch, heißt es. Dabei sind nicht nur Gehirnerschütterungen, sondern schwere Kopfverletzungen bei Stürzen die häufigste Unfallfolge. Laut Deutscher Gesellschaft für Unfallchirurgie könnten 60 bis 70 Prozent der tödlichen Hirnverletzungen mit Kopfschutz vermieden werden.
Preisvergleich Airbag Helme
Das günstigste Produkt für "Airbag Helme" auf Fahrradhelm.org kostet ca. 274 Euro und das teuerste Produkt ca. 295 Euro. Der durchschnittliche Preis aller hier gezeigten Modelle beträgt laut Angebot ca. 286 Euro.
Top 3 Airbag Helme im Test (Vergleichstabelle 2025)
Hier finden Sie die aktuelle Top 3 vom Airbag Helm Test auf Fahrradhelm.org für das Jahr 2025 als Vergleichstabelle.
| Produkt | Typ(en) | Rezension | Vor- und Nachteile | Preis im Shop | Test bzw. Vergleich |
|---|---|---|---|---|---|
| [Produkt 1] | [Typ(en) 1] | [Rezension 1] | [Vor- und Nachteile 1] | [Preis 1] | [Test/Vergleich 1] |
| [Produkt 2] | [Typ(en) 2] | [Rezension 2] | [Vor- und Nachteile 2] | [Preis 2] | [Test/Vergleich 2] |
| [Produkt 3] | [Typ(en) 3] | [Rezension 3] | [Vor- und Nachteile 3] | [Preis 3] | [Test/Vergleich 3] |
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