Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) aus dem Jahr 2020 zeigte, dass immer mehr Radfahrer zum Fahrradhelm greifen. Über alle Altersgruppen hinweg sind es 26 Prozent, also gerade einmal rund ein Viertel der Radelnden. Warum sind das nur relativ wenige? Braucht der Kopf nicht einen besonderen Schutz? Das fragt sich nicht nur die Deutsche Verkehrswacht angesichts der Tatsache, dass rund 91 Prozent der Deutschen ihr Handy mit einer mehr oder weniger stabilen Hülle schützen.
Vielleicht verspricht ein Fahrradhelm zu wenig Sicherheit, oder er ist einfach uncool und unbequem? Dabei hat der Fahrradhelm längst seinen Weg gefunden vom reinen Kopfschutz hin zum schicken Accessoire. Fast für jeden Typ oder Stil gibt es heute den passenden Helm. Insbesondere für Stadtradler, E-Biker und Digital Natives werden Fahrradhelme heute auch mit Elektronik vollgepackt.
Smarthelme im Test: Was können die Modelle?
Ein Smarthelm findet seine Zielgruppe, vor allem, wenn man damit beim Radeln telefonieren oder der Sprachnavigation folgen kann, ohne die Hände vom Lenker zu nehmen. Sicherheitsorientierte Radfahrer freuen sich über helle LED-Lichter, die zusätzlich eine Blink- und Bremslichtfunktion haben können. Allerdings lassen sich alle diese Funktionen nur anwenden, wenn die Akkus geladen sind. Und das muss je nach Nutzungsintensität täglich erfolgen.
Außerdem haben technische Innovationen nicht nur positive Aspekte. Die Überfrachtung mit Elektronik am Kopf kann gerade in puncto Sicherheit leider auch ins Gegenteil umschlagen. Nicht nur der ADFC befürchtet, dass insbesondere im Stadtverkehr das Telefonieren und eine Musikberieselung den Radfahrer zu sehr ablenken und dadurch die Unfallgefahr zunimmt. Außerdem würden sich viele Radfahrer zu sehr auf die Lichter am Helm verlassen, die jedoch keineswegs eine gute Beleuchtung am Fahrrad und die Handzeichen für Richtungswechsel ersetzen.
Ein moderner Smarthelm für Radfahrer kann seine vielen Funktionen nur mithilfe des Smartphones oder einer Smartwatch bieten. Je nach Helmmarke lädt man sich die kostenlose App aus dem App- bzw. Google-Play-Store und verbindet per Bluetooth das Handy mit dem Fahrradhelm. Je nach Ausstattung ermöglicht die App dann, dass der Helm blinkt, das Bremslicht aufleuchtet, dass man Musik hören, telefonieren oder der Sprachnavigation folgen kann.
Fünf Smarthelm-Modelle im Detail
Wir haben fünf Smarthelm-Modelle ausprobiert. Vier davon haben uns „schwer“ beeindruckt. Wobei sich schwer insbesondere auf das hohe Gewicht bezieht. Die zusätzliche Elektronik bringt doch eine Menge zusätzliche Gramm auf die Waage. Und das bedeutet vor allem für sportliche Tourenradler und Pendler ein Minus an Tragekomfort. In puncto Sicherheit erfüllen jedoch alle Helme die verpflichtende Euronorm EN 1078.
Cratoni Smartride
Die Optik des Cratoni Smartride, des teuersten Smarthelms in der Auswahl, erinnert mit seiner Form und dem ansteckbaren Visier etwas an einen Motorradhelm. Kein Wunder, denn er hat auch die Zulassung für die schnellen S-Pedelecs, die als Kraftrad eingestuft sind und für die Helmpflicht besteht. Die S-Pedelec-Norm setzt eine größere Stabilität und Bruchsicherheit als gewöhnliche Fahrradhelme voraus. Die Helmschale ist weit in den Nacken gezogen und bietet einen guten, wertigen Rundumschutz.
Das aufsteckbare Visier lässt sich auch für Brillenträger anpassen, allerdings ein bisschen hakelig. Wenn es unter dem ziemlich schweren Smarthelm zu warm wird - was durchaus vorkommt -, kann man sich oben mehr Luft verschaffen mittels eines Schiebereglers. Beleuchtung und Blinker können über die Fernbedienung am Lenker eingeschaltet werden. Diese muss jedoch zuerst per Cratoni-App und Bluetooth mit dem Helm verbunden sein.
Über die App und einen Crash-Sensor kann im Notfall eine Nachricht mit den Koordinaten des Fahrers an einen zuvor eingetragenen Notfallkontakt gesendet werden. Die App zeichnet zudem die persönlichen Tourendaten auf und stellt einen Kontakt zur individuellen Musiksammlung auf dem Smartphone her, sodass man sich unterwegs mit Musik berieseln lassen kann. Fahren in einer Gruppe mehrere Radler mit dem Cratoni Smartride, können sich diese über eine Walkie-Talkie-Funktion verständigen, falls sie nicht allzu weit auseinander radeln.
Praktisch ist das abnehmbare Visier, das sich auch für Brillenträger einstellen lässt.
Details zum Smarthelm
- Preis: 349,95 Euro
- Gewicht: 560 Gramm
- Größen: S/M 54 - 58 cm, M/L 58 - 61 cm
- Features/Ausstattung: Helmbeutel, abnehmbares Visier (für Brillenträger geeignet), regulierbare Lüftungsöffnung, reflektierendes Gurtband, LED-Blinker, Rücklicht, Micro-USB-Ladekabel, Fernbedienung für Lenker, Cratoni-App, Unfall-Sensor mit SOS-Notruf, integriertes Mikrofon und Lautsprecher, Walkie-Talkie-Funktion
Vor- und Nachteile
- Plus: Gute Verarbeitung, gut sichtbare Rück- und Blinklichter, regulierbare Belüftung, aufsteckbares Visier, für S-Pedelecs zugelassen
- Minus: Sehr schwer, teuer
Fazit zum Smarthelm von Cratoni
Ein kostspieliger, überaus schwerer, aber robuster Helm für technikaffine E-Biker und S-Pedelec-Fahrer.
Livall BH51 M Neo
Der Livall BH51 M Neo zählt eher zu den Schwergewichten unter den Fahrradhelmen und wiegt rund das Doppelte eines guten Rennradhelmes. Fast ein Pfund Gewicht auf dem Kopf empfinden viele Radfahrer inklusive E-Biker höchstens auf Kurzstrecken noch als angenehm, auch wenn der Smarthelm noch so schick und modern aussieht. Dafür kann dieses Modell mehr mit seinen Funktionen punkten: Zum Beispiel LED-Beleuchtung vorne und hinten mit Blinker. Das Rücklicht leuchtet aufgrund eines Geschwindigkeits-Sensors beim Bremsvorgang auf.
Mittels Bluetooth und integrierter Lautsprecher sowie Mikrofon kann man beim Radeln telefonieren und Musik hören bei mittelmäßiger Tonqualität. Bei einem Sturz wird eine SMS an einen Notfallkontakt gesendet. Und wenn ein Mitradler auch einen Livall-Helm trägt, kann man mit ihm per Gegensprechfunktion kommunizieren, falls er nicht weiter als rund 500 Meter entfernt ist.
Um die erweiterten Funktionen des BH51 M Neo nutzen zu können, müssen Helm, Fernbedienung und App miteinander gekoppelt werden. Soll der Smarthelm nur blinken, sind Smartphone und App nicht nötig, das funktioniert auch über die Fernbedienung am Lenker. Die Ladezeit des Helmakkus per Magnet-USB-Kabel beträgt zwei Stunden, die aktive Betriebszeit bis zu zehn Stunden. Die Knopfbatterie für die Fernbedienung soll bis zu zwei Jahre halten. Wer sich nur für Beleuchtung und Blinkfunktion sowie Sturz-Sensor interessiert, für den genügt das 40 Euro günstigere Modell Livall BH51 T Neo - gleiche Schale, weniger Elektronik.
Der Livall BH51 M Neo hat nicht nur hinten am Helm eine Beleuchtung, sondern auch vorne.
Details zum Smarthelm
- Preis: 169,99 Euro
- Gewicht: 480 Gramm (L)
- Größen: M 54 - 58 cm, L 57 - 61 cm
- Features/Ausstattung: Rücklicht, LED-Licht vorne, Bremslicht, Blinker mit Pieps-Ton, Fernbedienung inklusive Knopfbatterie für Lenker, Magnet-USB-Ladekabel, Livall-Riding-App, Lautsprecher, Mikrofon, Sturz-Sensor mit SOS-Alarm-System, Dunkelheits-Sensor, Walkie-Talkie-Funktion
Vor- und Nachteile
- Plus: Gut sichtbare Lichter und Blinker
- Minus: Sehr schwer, Belüftung, spezielles USB-Ladekabel, App
Fazit zum Smarthelm von Livall
Gewichtiger Smart-Helm in urbanem Design. Pluspunkte sind die Lichtausstattung und Blinkfunktion.
Livall BH60 SE
Der Livall BH60 SE sieht nicht nur aus wie ein klassischer Tourenhelm; mit seinen 310 Gramm liegt er im Gegensatz zu anderen Smart-Modellen auch in einer komfortablen Gewichtsklasse. Leider nicht auf der Höhe der Zeit ist die Größenauswahl. Mit einer Einheitsgröße für Kopfumfänge von 55 bis 61 Zentimetern ist die Auswahl etwas eingeschränkt, trotzdem bietet das Modell für gängige Kopfgrößen eine bequeme Passform.
Die Sicherheit der Helmschale ist mit der Euronorm EN 1078 bestätigt. Weitere Sicherheits-Funktionen sind die acht LED-Rücklichter und je drei Blinklichter, die über eine per Gummiband leicht zu installierende Fernbedienung am Lenker bedient werden. Zum weiteren technischen Innenleben zählen zwei Lautsprecher und ein Mikrofon.
Wird der Smarthelm per Livall-Riding-App mit einem Smartphone gekoppelt, kann man damit Telefongespräche empfangen, Musik hören oder den Sprachansagen einer Navi-App folgen. Und das funktioniert sogar relativ gut, wobei die Lautsprecher am Helm so angebracht sind, dass der Nutzer auch die Umgebungsgeräusche noch gut mitbekommt. Bei lautem Verkehrslärm stößt die Verständigung per Telefon jedoch an ihre Grenzen.
Interessant für die Sicherheit des Radfahrers ist der Sturzsensor im Helm. Bei einem Aufprall verständigt dieser den eingetragenen Notfallkontakt, allerdings nur, wenn sich der Radler nicht in einem Funkloch befindet. Das Laden der Akkus dauert rund zwei Stunden, die Laufzeit beträgt acht bis zehn Stunden. Diese kann sich jedoch halbieren, wenn jemand viel Musik hört und oft mit Licht fährt.
Die Bedienung der Funktionen erfolgt über Tasten am Helm oder über die Schalter am Lenker.
Details zum Smarthelm
- Preis: 139,99 Euro
- Gewicht: 310 Gramm
- Größen: 55 - 61 cm (One Size)
- Features/Ausstattung: Fernbedienung für den Lenker, USB-Kabel, Livall-Riding-App, 14 LED-Rücklichter in unterschiedlichen Farben, 3 Blinklichter je Seite, integriertes Mikrofon und Lautsprecher
Vor- und Nachteile
- Plus: Vergleichsweise leicht und preiswert, gute Headset-Verbindung, Belüftung
- Minus: Nur eine Einheitsgröße, kryptische App
Fazit zum Smarthelm von Livall
Smarter Einsteigerhelm mit gutem Tragekomfort zum relativ günstigen Preis. Durch das geringe Gewicht ist der Livall BH60 SE auch für längere Touren geeignet.
Lumos Kickstart
In Form und Design ähnelt der Lumos Kickstart auf den ersten Blick durchaus einem klassischen Fahrradhelm. Auf den zweiten Blick fallen dann an der Front und am Heck die Leisten bzw. Flächen mit LED-Lichtern auf. Vorne sind zehn weiße LEDs eingelassen, hinten sind es jeweils elf LEDs links und rechts.
In puncto Gewicht macht sich beim Lumos Kickstart dann doch die zusätzliche Technik im Inneren bemerkbar. Mit 380 Gramm wiegt er immerhin rund 80 bis 100 Gramm mehr als ein gewöhnlicher Tourenhelm ohne Elektronik in der Schale, was sich aber nur bei längerem Tragen als unangenehm am Kopf herausstellt. Der Blinker lässt sich über große Tasten an einer Bluetooth-Fernbedienung am Lenker betätigen.
Die Fernbedienung ist mithilfe von Gummiringen schnell zu befestigen, ist aber deshalb auch nicht diebstahlsicher. Bei eingeschaltetem Blinker ist zudem ein akustisches Signal hörbar, und der Lenkerschalter blinkt mit. Außerdem blinken die Front-LEDs in der Fahrtrichtung. Geladen werden die Fernbedienung wie auch der Smarthelm in rund zwei Stunden mittels eines speziellen USB-Kabels mit Magnet-Anschluss.
Die Akkulaufzeit bei voller Helmbeleuchtung beträgt etwa drei Stunden, in einem der drei Blink-Modi bis zu doppelt so lange. Richtig smart wird der Lumos Kickstart mithilfe der Lumos-App (IOS und Android). Damit werden vor allem die Geschwindigkeits-Sensoren im Helm aktiviert. Das heißt, beim Bremsen leuchtet das rote Rücklicht als Bremslicht auf. Außerdem zeigt die App den Ladestand des Helmakkus, und über die Auto-Ride-Tracking-Funktion werden Daten zu Aktivitäten gesammelt, die an eine Health App oder die Fitness-App Strava weitergeleitet werden können. Der Helm kann auch mit der Apple-Watch gekoppelt werden.
Details zum Smarthelm
- Preis: 179,99 Euro
- Gewicht: 370 Gramm
- Größen: 54 - 61 cm (Einheitsgröße)
- Features/Ausstattung: USB-Ladekabel, kabellose Bluetooth-Fernbedienung mit Lenkerhalterung, Lumos-App, 10 weiße LEDs vorn, 11 orange und 16 rote LEDs hinten, Blinker und automatisches Bremslicht, MIPS-Ausstattung (gegen Aufpreis!)
Vor- und Nachteile
- Plus: Einfache Bedienung, gute Belüftung, gute Sichtbarkeit im Dunkeln
- Minus: Nur Einheitsgröße, kein Kinnpolster
Fazit zum Smarthelm von Lumos
Der Helm ist für Radler interessant, die sich mehr gefühlte Sicherheit wünschen. Die Helmbeleuchtung ersetzt zwar nicht die Radbeleuchtung, aber man wird im Dunkeln als Verkehrsteilnehmer besser wahrgenommen.
Sena R1 Evo
Sena gilt als Spezialist für Motorradzubehör. Und unter Motorradfahrern sind Helme mit eingebautem Funk und Gegensprechanlage längst keine Innovation mehr. Diese Expertise überträgt Sena nun in den Fahrradbereich. Beim Gewicht tendiert der Sena R1 Evo mit mehr als 400 Gramm schwer in Richtung Motorrad. Bei längeren Touren beginnt die Last am Kopf zu drücken. Aufgrund der Einstellmöglichkeiten und der drei Modellgrößen findet zumindest (fast) jeder Radler die passende Schale. Polsterung und Belüftung können dabei durchaus überzeugen.
Auftrumpfen kann der Sena R1 Evo mit seinem technischen Innenleben: Im Smarthelm ist neben Lautsprechern und Mikrofon auch ein UKW-Radio integriert, das nach Installation der Sena-Cycling-App nutzbar ist. Bis zu zehn Sender werden über die App oder - etwas fummelig - direkt am Helm gesucht. Viel interessanter und nützlicher ist jedoch die Bluetooth-Verbindung zum Smartphone oder GPS-Navigationsgerät.
Die Sprachansagen zum Beispiel von Komoot sind gut über die eingebauten Lautsprecher verständlich, ohne dass die ganze Umgebung mithören kann. Mithilfe der Freisprecheinrichtung kann man auch unterwegs telefonieren, ohne dass der Fahrtwind allzu sehr stört. Wer sich unterwegs gerne mit seinen Mitradlern verständigt, kann dies mithilfe einer Funk-Gegensprechanlage tun. Vorausgesetzt, die anderen tragen auch einen Sena-Helm.
Die Reichweite der Funkverbindung liegt im Schnitt je nach Umgebung bei rund 500 bis 600 Metern. Die Einrichtung dieser technischen Features ist gut im Handbuch beschrieben, aber trotzdem etwas diffizil in der Praxis. Der Ladevorgang des Smarthelm-Akkus per USB-Kabel dauert zwei bis drei Stunden. Die Betriebsdauer reicht bis zu zwölf Stunden.
Die Lautsprecher sind seitlich in die Helmschale eingelassen.
Details zum Smarthelm
- Preis: 199 Euro
- Gewicht: 430 Gramm (Gr. M)
- Größen: S, M, L
- Features/Ausstattung: Helmhülle, Sonnenblende, reflektierende Halteriemen, Rücklicht, integriertes Mikrofon und Lautsprecher, Mikro-USB-Kabel, Tastensteuerung am Helm und Sprachsteuerung, Sena-Cycling-App
Vor- und Nachteile
- Plus: Gut belüftet, Gegensprechanlage
- Minus: Schwer, kleines Rücklicht, Fernbedienung für den Lenker nur zum Zukaufen
Fazit zum Smarthelm von Sena
Ein Smarthelm für Radler, die gerne beim Fahren kommunizieren, entweder per Smartphone oder mittels Gegensprechanlage.
Weitere Fahrradhelme mit Licht im Überblick
Neben den oben genannten Smarthelmen gibt es auch noch weitere Modelle, die über eine integrierte Beleuchtung verfügen:
- Uvex Urban Planet LED: Bietet zusätzlichen Schutz im Heck- und Schläfenbereich, ist robust und mit einem rückseitigen LED-Licht ausgestattet.
- Uvex Finale Visor: Verfügt über ein klappbares Visier, Beleuchtung und Insektenschutz.
- Abus Pedelec 2.0: Hat einen Regenschutz integriert und ist mit einem LED-Licht ausgestattet.
- Fischer Urban Plus Brooklyn: Bietet Beleuchtung, Sonnen- und Insektenschutz, einen gepolsterten Kinnriemen und Reflexstreifen.
Worauf Sie beim Kauf eines Fahrradhelms achten sollten
Idealerweise sollten Sie einen Fahrradhelm vor dem Kauf immer anprobieren. Nur so können Sie feststellen, ob er optimal zu Ihrer Kopfform passt. Er sollte stramm sitzen, aber nicht drücken. Als Faustformel gilt: Wenn Sie den Helm vor- und zurückbewegen, sollte die Stirn ein wenig Falten schlagen. Dann sitzt der Fahrradhelm fest genug. Ist der Kinnriemen geschlossen, darf sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lassen.
Grundsätzlich ermöglicht es so gut wie jeder Fahrradhelm, die Größe über ein Drehrädchen anzupassen. Dennoch ist es wichtig, einen Fahrradhelm zu kaufen, der von seiner Dimension her zu Ihrem Kopf passt. Achten Sie beim Kauf auf zusätzliche Reflektoren oder eine für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbare Farbe. Dunkle Fahrradhelme erwärmen sich bei Sonne stärker als helle.
Auf der Verpackung und dem Helm sollte das Produktionsdatum abgedruckt sein. Fahrradhelme, die in der EU verkauft werden, müssen den Anforderungen der DIN EN Norm 1078 entsprechen. Alle Helme in unserem Test erfüllen diese Norm. Wer noch mehr Wert auf Sicherheit legt, kann beim Kauf nach der Norm NTA 8776 Ausschau halten. Nach einem Sturz sollten Sie Ihren Fahrradhelm durch ein neues Modell ersetzen.
Unfallzahlen und Prävention
Die Fahrradbranche boomt und speziell E-Bikes tragen zur enormen Popularität der Zweiräder bei. Durch das höhere Tempo der elektrifizierten Räder steigt allerdings auch die Unfallgefahr. Bei knapp 27.400 Radunfällen ohne weitere Beteiligte verletzten sich im Jahr 2023 rund 6.400 Menschen schwer und 147 tödlich.
Dabei sind nicht nur Gehirnerschütterungen, sondern schwere Kopfverletzungen bei Stürzen die häufigste Unfallfolge. Laut Deutscher Gesellschaft für Unfallchirurgie könnten 60 bis 70 Prozent der tödlichen Hirnverletzungen mit Kopfschutz vermieden werden.
Die Stiftung Warentest und der ADAC haben getestet
Die Stiftung Warentest und der ADAC haben im März 2024 gemeinsam einige Fahrradhelme getestet. Der Uvex Urban Planet LED schneidet unter den neu getesteten Helmen mit der Gesamtnote 2,0 (gut) am besten ab. In den Bereichen »Unfallschutz« und »Handhabung und Komfort« vergeben Stiftung Warentest und ADAC jeweils ein »gut« (2,3 bzw. 1,8).
»Der etwas schwere, aber gut verarbeitete Helm von Uvex geht als Testsieger hervor. Das Innenfutter dient gleichzeitig als Insektenschutz und vermittelt angenehmen Tragekomfort. Das Kopfband ist 6-fach höhenverstellbar und mittels Drehrad im Umfang verstellbar. Er besitzt Reflektorstreifen in den Trageriemen und ist mit einem aktiven Licht an der Rückseite (3 Modi) ausgestattet.
Funktionsweise von Fahrradhelmen mit Blinker
Fahrradhelme mit Blinker verfügen neben der Beleuchtung, die in der Regel aus LED Birnen besteht, auch eine Blinkerfunktion, die einen Richtungswechsel anzeigen kann. Zur Bedienung des Helms mit Blinkern ist eine Fernbedienung im Lieferumfang enthalten, die am Fahrradlenker befestigt wird. Über eine Bluetooth Verbindung werden Helm und Fernbedienung gekoppelt und das Abbiegen kann mit einem Tastendruck am Lenker über die Helmbeleuchtung angezeigt werden. Oft steht zudem auch eine Smartphone App zur Verfügung, die nach entsprechender Bluetooth Kopplung Informationen über die Akkulaufzeit und mögliche Einstellungen anzeigt. Teilweise sind Fahrradhelme mit Blinkern auch mit einer Apple Watch kombinierbar, so dass diese als Fernbedienung fungieren kann.
Zusätzliche Funktionen von Fahrradhelmen mit Blinker
Ein Fahrradhelm mit Blinker hat über die Blinker Möglichkeit hinaus oft weitere Funktionen wie zum Beispiel:
- Anzeige von Richtungswechseln mit der Blinkfunktion
- Funktion des Helm-Rücklichts als Bremslicht
- Frontscheinwerfer bzw. Frontlicht integriert im Helm
- Rücklicht um von herannahenden Verkehrsteilnehmern besser gesehen zu werden
Kosten eines smarten Fahrradhelms
Je nach Ausführung und Anzahl der Funktionen kostet ein smarter Fahrradhelm zwischen 130 Euro und 400 Euro. Viele Fahrradhelme mit Blinker kosten jedoch um die 200 Euro.
Geeignetheit von Fahrradhelmen mit Licht und Blinker
Fahrrad Helme mit Blinker eignen sich für alle Personen, die auf dem Fahrrad im Straßenverkehr unterwegs sind und besser gesehen werden möchten. Vorrangig sind dies Commuter auf dem Weg zur Arbeit oder Personen die oft in der Dunkelheit mit dem Fahrrad unterwegs sind.
Hersteller von Fahrradhelmen mit Blinker
Fahrradhelme mit Blinker werden von verschiedensten Herstellern angeboten. Ein smarter Fahrradhelm schützt nicht nur den Kopf. Er bietet im besten Fall außerdem Bluetooth, SOS-Notfallfunktion, Licht, Blinker und Lautsprecher.
Die besten Smart-Helme im Überblick
Ein ganz besonderer Fahrradhelm, der eigentlich kein Helm ist, löst bei einem Unfall sogar einen Airbag aus, der sich wie eine Haube über den Kopf des Fahrers legt.
Sena R1 Evo
Der Sena R1 Evo ist ein gelungener smarter Fahrradhelm, der vor allem mit dem Mesh-Intercom ein sehr nützliches Feature bietet. Die Verarbeitung ist hochwertig, die Passform lässt sich flexibel anpassen. Schade ist, dass es kein Frontlicht und keinen Blinker gibt. Wer darauf verzichten kann und einen zuverlässigen Helm zum Telefonieren und für Gruppenfahrten sucht, wird mit dem Sena R1 Evo aber gut bedient sein.
- Vorteile: Mesh-Intercom für Gruppenfahrten & Möglichkeit zum Telefonieren, Musik- und Podcast-Wiedergabe, flexibles Verschlusssystem
- Nachteile: Kein Frontlicht und kein Blinker, keine App-Anbindung, Lautsprecher ohne Bass
Livall Evo 21
Der Livall Evo 21 ist ein guter Helm. Uns gefällt besonders das gut sichtbare Licht, welches dank Umgebungslichtsensor zuverlässig leuchtet, wann es draußen dunkel ist. Auch der Blinker funktioniert gut über die Fernbedienung und die SOS-Funktion kann im Zweifelsfall eine echte Hilfe sein.
- Vorteile: 360-Grad-Licht, Blinker mit Fernbedienung, Umgebungslichtsensor, Bremslicht, SOS-Funktion
- Nachteile: Proprietärer Ladestecker, Licht kann nicht dauerhaft leuchten, Frontlicht nicht sehr hell
Hövding 3
Wer überwiegend gemütlich in der Stadt unterwegs ist und das entsprechende Kleingeld hat, für den ist der Fahrrad-Airbag Hövding 3 eine reizvolle Alternative zum klassischen Helm. Er trägt sich beim Fahren angenehm und ruiniert keine Frisur. Für anspruchsvolle Trails und Abfahrten können wir ihn nicht empfehlen. Denn es könnte passieren, dass er an der falschen Stelle auslöst.
- Vorteile: Schützt Kopf und Nacken zuverlässig, für viele bequemer als ein klassischer Helm, benachrichtigt bei einem Unfall einen Kontakt
- Nachteile: Hövding ist insolvent, löst manchmal ungewollt aus, löst nicht aus, wenn der Fahrer gegen LKW-Spiegel knallt, teuer; kann nicht wiederverwendet werden
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