Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zeigte 2020, dass immer mehr Radfahrende zum Fahrradhelm greifen. Über alle Altersgruppen hinweg sind es 26 Prozent, also gerade einmal rund ein Viertel der Radelnden. Warum sind das nur relativ wenige? Braucht der Kopf nicht einen besonderen Schutz?
Das fragt sich nicht nur die Deutsche Verkehrswacht angesichts der Tatsache, dass rund 91 Prozent der Deutschen ihr Handy mit einer mehr oder weniger stabilen Hülle schützen. Vielleicht verspricht ein Fahrradhelm zu wenig Sicherheit, oder er ist einfach uncool und unbequem? Dabei hat der Fahrradhelm längst seinen Weg gefunden vom reinen Kopfschutz hin zum schicken Accessoire. Fast für jeden Typ oder Stil gibt es heute den passenden Helm.
Neue Elektronik am Helm
Insbesondere für Stadtradler, E-Biker und Digital Natives werden Fahrradhelme heute auch mit Elektronik vollgepackt. Ein Smarthelm findet seine Zielgruppe, vor allem, wenn man damit beim Radeln telefonieren oder der Sprachnavigation folgen kann, ohne die Hände vom Lenker zu nehmen. Sicherheitsorientierte Radfahrer freuen sich über helle LED-Lichter, die zusätzlich eine Blink- und Bremslichtfunktion haben können.
Allerdings lassen sich alle diese Funktionen nur anwenden, wenn die Akkus geladen sind. Und das muss je nach Nutzungsintensität täglich erfolgen. Außerdem haben technische Innovationen nicht nur positive Aspekte. Die Überfrachtung mit Elektronik am Kopf kann gerade in puncto Sicherheit leider auch ins Gegenteil umschlagen.
Nicht nur der ADFC befürchtet, dass insbesondere im Stadtverkehr das Telefonieren und eine Musikberieselung den Radfahrer zu sehr ablenken und dadurch die Unfallgefahr zunimmt. Außerdem würden sich viele Radfahrer zu sehr auf die Lichter am Helm verlassen, die jedoch keineswegs eine gute Beleuchtung am Fahrrad und die Handzeichen für Richtungswechsel ersetzen. Wir haben fünf Smarthelm-Modelle ausprobiert. Vier davon haben uns „schwer“ beeindruckt.
Wobei sich schwer insbesondere auf das hohe Gewicht bezieht. Die zusätzliche Elektronik bringt doch eine Menge zusätzliche Gramm auf die Waage. Und das bedeutet vor allem für sportliche Tourenradler und Pendler ein Minus an Tragekomfort. In puncto Sicherheit erfüllen jedoch alle Helme die verpflichtende Euronorm EN 1078.
Kein Smarthelm ohne App
Ein moderner Smarthelm für Radfahrer kann seine vielen Funktionen nur mithilfe des Smartphones oder einer Smartwatch bieten. Je nach Helmmarke lädt man sich die kostenlose App aus dem App- bzw. Google-Play-Store und verbindet per Bluetooth das Handy mit dem Fahrradhelm. Je nach Ausstattung ermöglicht die App dann, dass der Helm blinkt, das Bremslicht aufleuchtet, dass man Musik hören, telefonieren oder der Sprachnavigation folgen kann.
Was können die unterschiedlichen Smarthelm-Modelle?
Cratoni Smartride
Die Optik des Cratoni Smartride, des teuersten Smarthelms in der Auswahl, erinnert mit seiner Form und dem ansteckbaren Visier etwas an einen Motorradhelm. Kein Wunder, denn er hat auch die Zulassung für die schnellen S-Pedelecs, die als Kraftrad eingestuft sind und für die Helmpflicht besteht. Die S-Pedelec-Norm setzt eine größere Stabilität und Bruchsicherheit als gewöhnliche Fahrradhelme voraus.
Die Helmschale ist weit in den Nacken gezogen und bietet einen guten, wertigen Rundumschutz. Das aufsteckbare Visier lässt sich auch für Brillenträger anpassen, allerdings ein bisschen hakelig. Wenn es unter dem ziemlich schweren Smarthelm zu warm wird - was durchaus vorkommt -, kann man sich oben mehr Luft verschaffen mittels eines Schiebereglers.
Beleuchtung und Blinker können über die Fernbedienung am Lenker eingeschaltet werden. Diese muss jedoch zuerst per Cratoni-App und Bluetooth mit dem Helm verbunden sein. Über die App und einen Crash-Sensor kann im Notfall eine Nachricht mit den Koordinaten des Fahrers an einen zuvor eingetragenen Notfallkontakt gesendet werden.
Die App zeichnet zudem die persönlichen Tourendaten auf und stellt einen Kontakt zur individuellen Musiksammlung auf dem Smartphone her, sodass man sich unterwegs mit Musik berieseln lassen kann. Fahren in einer Gruppe mehrere Radler mit dem Cratoni Smartride, können sich diese über eine Walkie-Talkie-Funktion verständigen, falls sie nicht allzu weit auseinander radeln.
Details zum Smarthelm
- Preis: 349,95 Euro
- Gewicht: 560 Gramm
- Größen: S/M 54 - 58 cm, M/L 58 - 61 cm
- Features/Ausstattung: Helmbeutel, abnehmbares Visier (für Brillenträger geeignet), regulierbare Lüftungsöffnung, reflektierendes Gurtband, LED-Blinker, Rücklicht, Micro-USB-Ladekabel, Fernbedienung für Lenker, Cratoni-App, Unfall-Sensor mit SOS-Notruf, integriertes Mikrofon und Lautsprecher, Walkie-Talkie-Funktion
Vor- und Nachteile
Plus: Gute Verarbeitung, gut sichtbare Rück- und Blinklichter, regulierbare Belüftung, aufsteckbares Visier, für S-Pedelecs zugelassen Minus: Sehr schwer, teuer
Fazit zum Smarthelm von Cratoni
Ein kostspieliger, überaus schwerer, aber robuster Helm für technikaffine E-Biker und S-Pedelec-Fahrer.
Livall BH51 M Neo
Der Livall BH51 M Neo zählt eher zu den Schwergewichten unter den Fahrradhelmen und wiegt rund das Doppelte eines guten Rennradhelmes. Fast ein Pfund Gewicht auf dem Kopf empfinden viele Radfahrer inklusive E-Biker höchstens auf Kurzstrecken noch als angenehm, auch wenn der Smarthelm noch so schick und modern aussieht.
Dafür kann dieses Modell mehr mit seinen Funktionen punkten: Zum Beispiel LED-Beleuchtung vorne und hinten mit Blinker. Das Rücklicht leuchtet aufgrund eines Geschwindigkeits-Sensors beim Bremsvorgang auf. Mittels Bluetooth und integrierter Lautsprecher sowie Mikrofon kann man beim Radeln telefonieren und Musik hören bei mittelmäßiger Tonqualität. Bei einem Sturz wird eine SMS an einen Notfallkontakt gesendet.
Und wenn ein Mitradler auch einen Livall-Helm trägt, kann man mit ihm per Gegensprechfunktion kommunizieren, falls er nicht weiter als rund 500 Meter entfernt ist. Um die erweiterten Funktionen des BH51 M Neo nutzen zu können, müssen Helm, Fernbedienung und App miteinander gekoppelt werden.
Soll der Smarthelm nur blinken, sind Smartphone und App nicht nötig, das funktioniert auch über die Fernbedienung am Lenker. Die Ladezeit des Helmakkus per Magnet-USB-Kabel beträgt zwei Stunden, die aktive Betriebszeit bis zu zehn Stunden. Die Knopfbatterie für die Fernbedienung soll bis zu zwei Jahre halten.
Wer sich nur für Beleuchtung und Blinkfunktion sowie Sturz-Sensor interessiert, für den genügt das 40 Euro günstigere Modell Livall BH51 T Neo - gleiche Schale, weniger Elektronik.
Details zum Smarthelm
- Preis: 169,99 Euro
- Gewicht: 480 Gramm (L)
- Größen: M 54 - 58 cm, L 57 - 61 cm
- Features/Ausstattung: Rücklicht, LED-Licht vorne, Bremslicht, Blinker mit Pieps-Ton, Fernbedienung inklusive Knopfbatterie für Lenker, Magnet-USB-Ladekabel, Livall-Riding-App, Lautsprecher, Mikrofon, Sturz-Sensor mit SOS-Alarm-System, Dunkelheits-Sensor, Walkie-Talkie-Funktion
Vor- und Nachteile
Plus: Gut sichtbare Lichter und Blinker Minus: Sehr schwer, Belüftung, spezielles USB-Ladekabel, App
Fazit zum Smarthelm von Livall
Gewichtiger Smart-Helm in urbanem Design. Pluspunkte sind die Lichtausstattung und Blinkfunktion.
Livall BH60 SE
Der Livall BH60 SE sieht nicht nur aus wie ein klassischer Tourenhelm; mit seinen 310 Gramm liegt er im Gegensatz zu anderen Smart-Modellen auch in einer komfortablen Gewichtsklasse. Leider nicht auf der Höhe der Zeit ist die Größenauswahl. Mit einer Einheitsgröße für Kopfumfänge von 55 bis 61 Zentimetern ist die Auswahl etwas eingeschränkt, trotzdem bietet das Modell für gängige Kopfgrößen eine bequeme Passform.
Die Sicherheit der Helmschale ist mit der Euronorm EN 1078 bestätigt. Weitere Sicherheits-Funktionen sind die acht LED-Rücklichter und je drei Blinklichter, die über eine per Gummiband leicht zu installierende Fernbedienung am Lenker bedient werden. Zum weiteren technischen Innenleben zählen zwei Lautsprecher und ein Mikrofon.
Wird der Smarthelm per Livall-Riding-App mit einem Smartphone gekoppelt, kann man damit Telefongespräche empfangen, Musik hören oder den Sprachansagen einer Navi-App folgen. Und das funktioniert sogar relativ gut, wobei die Lautsprecher am Helm so angebracht sind, dass der Nutzer auch die Umgebungsgeräusche noch gut mitbekommt.
Bei lautem Verkehrslärm stößt die Verständigung per Telefon jedoch an ihre Grenzen. Interessant für die Sicherheit des Radfahrers ist der Sturzsensor im Helm. Bei einem Aufprall verständigt dieser den eingetragenen Notfallkontakt, allerdings nur, wenn sich der Radler nicht in einem Funkloch befindet.
Das Laden der Akkus dauert rund zwei Stunden, die Laufzeit beträgt acht bis zehn Stunden. Diese kann sich jedoch halbieren, wenn jemand viel Musik hört und oft mit Licht fährt.
Details zum Smarthelm
- Preis: 139,99 Euro
- Gewicht: 310 Gramm
- Größen: 55 - 61 cm (One Size)
- Features/Ausstattung: Fernbedienung für den Lenker, USB-Kabel, Livall-Riding-App, 14 LED-Rücklichter in unterschiedlichen Farben, 3 Blinklichter je Seite, integriertes Mikrofon und Lautsprecher
Vor- und Nachteile
Plus: Vergleichsweise leicht und preiswert, gute Headset-Verbindung, Belüftung Minus: Nur eine Einheitsgröße, kryptische App
Fazit zum Smarthelm von Livall
Smarter Einsteigerhelm mit gutem Tragekomfort zum relativ günstigen Preis. Durch das geringe Gewicht ist der Livall BH60 SE auch für längere Touren geeignet.
Lumos Kickstart
In Form und Design ähnelt der Lumos Kickstart auf den ersten Blick durchaus einem klassischen Fahrradhelm. Auf den zweiten Blick fallen dann an der Front und am Heck die Leisten bzw. Flächen mit LED-Lichtern auf. Vorne sind zehn weiße LEDs eingelassen, hinten sind es jeweils elf LEDs links und rechts.
In puncto Gewicht macht sich beim Lumos Kickstart dann doch die zusätzliche Technik im Inneren bemerkbar. Mit 380 Gramm wiegt er immerhin rund 80 bis 100 Gramm mehr als ein gewöhnlicher Tourenhelm ohne Elektronik in der Schale, was sich aber nur bei längerem Tragen als unangenehm am Kopf herausstellt.
Der Blinker lässt sich über große Tasten an einer Bluetooth-Fernbedienung am Lenker betätigen. Die Fernbedienung ist mithilfe von Gummiringen schnell zu befestigen, ist aber deshalb auch nicht diebstahlsicher. Bei eingeschaltetem Blinker ist zudem ein akustisches Signal hörbar, und der Lenkerschalter blinkt mit.
Außerdem blinken die Front-LEDs in der Fahrtrichtung. Geladen werden die Fernbedienung wie auch der Smarthelm in rund zwei Stunden mittels eines speziellen USB-Kabels mit Magnet-Anschluss. Die Akkulaufzeit bei voller Helmbeleuchtung beträgt etwa drei Stunden, in einem der drei Blink-Modi bis zu doppelt so lange.
Richtig smart wird der Lumos Kickstart mithilfe der Lumos-App (IOS und Android). Damit werden vor allem die Geschwindigkeits-Sensoren im Helm aktiviert. Das heißt, beim Bremsen leuchtet das rote Rücklicht als Bremslicht auf. Außerdem zeigt die App den Ladestand des Helmakkus, und über die Auto-Ride-Tracking-Funktion werden Daten zu Aktivitäten gesammelt, die an eine Health App oder die Fitness-App Strava weitergeleitet werden können. Der Helm kann auch mit der Apple-Watch gekoppelt werden.
Details zum Smarthelm
- Preis: 179,99 Euro
- Gewicht: 370 Gramm
- Größen: 54 - 61 cm (Einheitsgröße)
- Features/Ausstattung: USB-Ladekabel, kabellose Bluetooth-Fernbedienung mit Lenkerhalterung, Lumos-App, 10 weiße LEDs vorn, 11 orange und 16 rote LEDs hinten, Blinker und automatisches Bremslicht, MIPS-Ausstattung (gegen Aufpreis!)
Vor- und Nachteile
Plus: Einfache Bedienung, gute Belüftung, gute Sichtbarkeit im Dunkeln Minus: Nur Einheitsgröße, kein Kinnpolster
Fazit zum Smarthelm von Lumos
Der Helm ist für Radler interessant, die sich mehr gefühlte Sicherheit wünschen. Die Helmbeleuchtung ersetzt zwar nicht die Radbeleuchtung, aber man wird im Dunkeln als Verkehrsteilnehmer besser wahrgenommen.
Sena R1 Evo
Sena gilt als Spezialist für Motorradzubehör. Und unter Motorradfahrern sind Helme mit eingebautem Funk und Gegensprechanlage längst keine Innovation mehr. Diese Expertise überträgt Sena nun in den Fahrradbereich. Beim Gewicht tendiert der Sena R1 Evo mit mehr als 400 Gramm schwer in Richtung Motorrad. Bei längeren Touren beginnt die Last am Kopf zu drücken.
Aufgrund der Einstellmöglichkeiten und der drei Modellgrößen findet zumindest (fast) jeder Radler die passende Schale. Polsterung und Belüftung können dabei durchaus überzeugen. Auftrumpfen kann der Sena R1 Evo mit seinem technischen Innenleben: Im Smarthelm ist neben Lautsprechern und Mikrofon auch ein UKW-Radio integriert, das nach Installation der Sena-Cycling-App nutzbar ist.
Bis zu zehn Sender werden über die App oder - etwas fummelig - direkt am Helm gesucht. Viel interessanter und nützlicher ist jedoch die Bluetooth-Verbindung zum Smartphone oder GPS-Navigationsgerät. Die Sprachansagen zum Beispiel von Komoot sind gut über die eingebauten Lautsprecher verständlich, ohne dass die ganze Umgebung mithören kann.
Mithilfe der Freisprecheinrichtung kann man auch unterwegs telefonieren, ohne dass der Fahrtwind allzu sehr stört. Wer sich unterwegs gerne mit seinen Mitradlern verständigt, kann dies mithilfe einer Funk-Gegensprechanlage tun. Vorausgesetzt, die anderen tragen auch einen Sena-Helm.
Die Reichweite der Funkverbindung liegt im Schnitt je nach Umgebung bei rund 500 bis 600 Metern. Die Einrichtung dieser technischen Features ist gut im Handbuch beschrieben, aber trotzdem etwas diffizil in der Praxis. Der Ladevorgang des Smarthelm-Akkus per USB-Kabel dauert zwei bis drei Stunden. Die Betriebsdauer reicht bis zu zwölf Stunden.
Details zum Smarthelm
- Preis: 199 Euro
- Gewicht: 430 Gramm (Gr. M)
- Größen: S, M, L
- Features/Ausstattung: Helmhülle, Sonnenblende, reflektierende Halteriemen, Rücklicht, integriertes Mikrofon und Lautsprecher, Mikro-USB-Kabel, Tastensteuerung am Helm und Sprachsteuerung, Sena-Cycling-App
Vor- und Nachteile
Plus: Gut belüftet, Gegensprechanlage Minus: Schwer, kleines Rücklicht, Fernbedienung für den Lenker nur zum Zukaufen
Fazit zum Smarthelm von Sena
Ein Smarthelm für Radler, die gerne beim Fahren kommunizieren, entweder per Smartphone oder mittels Gegensprechanlage.
Weitere Fahrradhelme im Test
Die Stiftung Warentest und der ADAC haben im März 2024 gemeinsam einige Fahrradhelme getestet. Der Uvex Urban Planet LED schneidet unter den neu getesteten Helmen mit der Gesamtnote 2,0 (gut) am besten ab. In den Bereichen »Unfallschutz« und »Handhabung und Komfort« vergeben Stiftung Warentest und ADAC jeweils ein »gut« (2,3 bzw. 1,8). »Der etwas schwere, aber gut verarbeitete Helm von Uvex geht als Testsieger hervor.
Das Innenfutter dient gleichzeitig als Insektenschutz und vermittelt angenehmen Tragekomfort. Das Kopfband ist 6-fach höhenverstellbar und mittels Drehrad im Umfang verstellbar. Er besitzt Reflektorstreifen in den Trageriemen und ist mit einem aktiven Licht an der Rückseite (3 Modi) ausgestattet.
Regen, Sonne, Wind - wer das ganze Jahr mit seinem Fahrrad unterwegs ist, freut sich möglicherweise über einen Helm mit Visier. Den bietet der Uvex Finale Visor, außerdem eine Beleuchtung und einen Insektenschutz. Uvex verkauft den Finale Visor in den Größen 52 bis 57 und 56 bis 61. Als Farben stehen Schwarz, Grau/Weiß, Grün/Schwarz und Gelb/Weiß zur Auswahl. Unser Testmuster in 56 bis 61 wiegt 370 Gramm.
Für einen Helm mit Visier und Beleuchtung ist das ein guter Wert. Zum Vergleich: Der Btwin City CBH 900 bringt satte 630 Gramm auf die Waage. Vorn, an den Seiten und in der Mitte ist der Finale Visor weich gepolstert. Tragekomfort und Passform des Uvex-Helms sind vorzüglich. Dieser umschließt exakt den Kopf, drückt nicht und reibt nicht. An den Seiten ist der Helm weit heruntergezogen, was das subjektive Sicherheitsempfinden erhöht.
Über das rückseitige Rädchen lässt sich die Passform maßgeschneidert anpassen. Der untere Helmbereich wird durch eine zweite Polycarbonat-Schale zusätzlich geschützt. Die gesamte Verarbeitung des in Deutschland hergestellten Helms ist exzellent. Außenhaut und Innenschutz gehen nahtlos ineinander über. Es gibt keine störenden Nähte oder hässliche Klebereste.
Das Visier lässt sich ohne Kraftaufwand mit einer Hand sauber herunterklappen oder wieder nach oben schieben. Wichtig für Brillenträger: In den meisten Fällen darf die Sehhilfe auf der Nase bleiben. Bei uns klappt dies zumindest ohne Probleme, zwischen Helm und Visier ist ausreichend Platz.
Trotzdem liegt die gummierte Unterkante des Visiers angenehm auf der Nase auf, was den Tragekomfort verbessert. Uvex hat das Visier ganz dezent getönt. Die Sonneneinstrahlung wird durch die Filterkategorie 1 leicht reduziert, die Lichtdurchlässigkeit beträgt dem Hersteller zufolge 44 bis 80 Prozent. Bei Bedarf kann man einen höheren Sonnenschutz aufrüsten. Das Visier kann abgenommen werden. Ersatzvisiere sind separat erhältlich. Bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen und Helligkeiten sind wir mit der Tönung des Visiers sehr zufrieden.
Beim Verschluss des Kinnriemens setzt Uvex auf eine klassische Ratsche. Diese rastet sauber ein. Drückt man auf den roten Knopf, lässt sich der Verschluss super einfach öffnen. Im Bereich des Kinns ist das Band weich gepolstert. Auf der Rückseite des Helms ist ein LED-Licht integriert. Durch einen leichten Druck wird dieses eingeschaltet, zur Auswahl stehen Dauerlicht und Blinklicht. Die Leuchteinheit kann aus dem Helm genommen werden, die Stromversorgung erfolgt mittels Knopfzelle.
Das hat den Vorteil, dass man das Licht nicht aufladen muss. Unterwegs kann es aber auch mal unerwartet passieren, dass die Batterie leer ist. Um die Luftzirkulation im Finale Visor ist es dank 20 Öffnungen sehr gut bestellt. Innen hat Uvex Ventilationskanäle integriert. Mit dem Uvex Finale Visor ist man das ganze Jahr über und bei jedem Wetter sicher unterwegs.
Fahrradhelme gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Viele unterscheiden sich in Nuancen. Deshalb ist der Abus Pedelec 2.0 eine echte Perle, weil er neben seiner ohnehin schon guten Ausstattung ein absolutes Alleinstellungsmerkmal besitzt: Er hat einen Regenschutz integriert. Verfügbar ist der Helm in den drei Größen S (51 bis 55 Zentimeter), M (52 bis 57) und L (56 bis 62).
Die Farbauswahl ist riesig, elf Farben sind erhältlich - von Weiß über Blau, Gelb, Rot und Schwarz bis hin zu Silber, Champagner und Grau. Mit 410 Gramm fällt unser Testexemplar in Größe L nicht sonderlich leicht aus. Sofort sichtbar wird die so genannte In-Mold-Bauweise, bei der die robuste Außenschale mit dem festen Schaumstoff (EPS) untrennbar verschweißt ist. Alle Übergänge sind perfekt verarbeitet.
Für eine optimale Belüftung hat Abus den Pedelec 2.0 mit vier Luftein- und neun Luftauslässen versehen. Rückseitig ist ein LED-Licht integriert. Hier kann man per Knopfdruck zwischen rotem Dauer- und rotem Blinklicht wählen. Der interne Akku wird per USB geladen. Darunter befindet sich der besondere Clou des Helms. Klappt man diese mit etwas Kraft nach unten, so öffnet sich ein Geheimversteck mit einer schwarzen Regenhaube. Diese wird über den Helm gezogen und vorne mit zwei Gummibändern unten eingehakt. Das dauerte im Test nur wenige Sekunden.
Die schwarze Außenhaut ist mit kleinen Reflektorstreifen überzogen. Ein nasser Kopf wird durch dieses Regencape zuverlässig verhindert. Den Pedelec 2.0 gibt es zusätzlich in einer teureren MIPS-Variante (Multi-directional Impact Protection System), bei der der Helm bei bestimmten Aufprallgeschehen schädliche Rotationsbewegungen reduzieren soll, die andernfalls auf den Kopf des Trägers übertragen werden könnten.
Wir haben den »normalen« Pedelec 2.0 im Test, bei dem die weichen Polster direkt an die Helminnenseite geklettet bzw. geclipst sind. Der Tragekomfort ist sehr ordentlich. An den Seiten und hinten ist der Helm für besseren Schutz heruntergezogen. Die Größenanpassung lässt sich über das Rädchen fein justieren. Der Riemen im Kinnbereich ist gepolstert und liegt weich auf. Der praktische Verschluss setzt auf Magnetismus - notfalls öffnet und schließt man diesen mit einer Hand, mit zwei Händen gelingt dies super komfortabel.
Sehr sensible Köpfe sollten den Abus unbedingt Probe tragen, ob dieser nicht zu schwer ist. Unter dem Strich ist der Pedelec 2.0 ein innovativer Helm mit integriertem Regenschutz. Auch für die Beleuchtung, die Verarbeitung sowie den Tragekomfort vergeben wir Pluspunkte. Abus bietet als Pedelec 2.0 Ace eine zusätzliche Variante mit komplettem Visier an.
Farblich ist der schicke POC Omne Beacon Mips ein echter Hingucker. Wenn ein Helm nicht nur ein Lebensretter, sondern auch ein stylisches Accessoire für den Kopf sein soll, dann ist der POC Omne Beacon Mips ein interessantes Modell. In der von uns getesteten Farbversion in Orange und mattem Grün sieht der Kopfschutz super aus. Alternativ gibt es ihn in Orange/Weiß sowie in Orange und mattem Schwarz.
Die Rückseite des Helms zieren vier LEDs.
Vergleich: Smarte Fahrradhelme mit Bluetooth
Hier ist eine Übersicht über einige der besten Fahrradhelme mit Bluetooth, basierend auf verschiedenen Tests und Vergleichen:
| Modell | Preis (ungefähr) | Gewicht | Funktionen | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|---|
| Sena M1/M1 Evo Smart | Ab 180,00 € | 430 g | Audio-Kommunikationssystem, 4-Wege-Bluetooth-Sprechanlage | Große Reichweite, angenehm zu tragen | Kein Blinker, keine Notfallfunktion |
| Abus MONTRAILER Quin | Ab 194,00 € | 480 g | GPS, App-Kompatibilität, SOS-Funktion | Höhenverstellbarkeit für Zöpfe | Kein Licht, kein Blinker |
| Livall BH62 | Ab 134,00 € | 308 g | Winddichtes Mikrofon, wasserdicht, SOS-Funktion | Leicht | Nicht sehr benutzerfreundlich |
| Sena R1 | Ab 172,00 € | 400 g | - | Geeignet für viele Kopfgrößen, leicht | Kein Licht, keine Notfallfunktion |
| Livall Bh51m Neo | Ab 150,00 € | 490 g | Bremslichter, Blinker, SOS-Funktion, Vorderlicht | Geeignet für viele Kopfgrößen, leicht | Keine andere Version verfügbar |
| Livall MT1 Neo | Ab 119,00 € | 320 g | Bremslichter, Blinker, SOS-Funktion | Besonders leicht | Keine andere Version verfügbar, Steuerung ohne Internet funktioniert nicht |
| Sena R2 | Ab 141,00 € | 948 g | Integrierter Lautsprecher und Mikrofon, integriertes LED-Rücklicht | - | Kein Blinker, keine Notfallfunktion |
Diese Tabelle bietet einen schnellen Überblick über die Funktionen, Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle, um eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen.
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