Ein smarter Fahrradhelm bietet mehr als nur Schutz für den Kopf. Im besten Fall verfügt er über Bluetooth, eine SOS-Notfallfunktion, Licht, Blinker und Lautsprecher. Der Markt an smarten Fahrradhelmen ist zwar noch überschaubar, wächst aber stetig.
Einige Helme können mehr als "nur" den Kopf schützen. Sie leuchten, blinken, spielen Musik ab, eignen sich zum Telefonieren und senden bei einem Unfall automatisch eine Nachricht an den hinterlegten Notfallkontakt. Ein ganz besonderer Fahrradhelm, der eigentlich kein Helm ist, löst bei einem Unfall sogar einen Airbag aus, der sich wie eine Haube über den Kopf des Fahrers legt.
Die besten smarten Helme im Test
Wir haben für diese Bestenliste einige besonders beliebte und gute Modelle herausgesucht:
Sena R1 Evo mit Mesh-Intercom
Der smarte Fahrradhelm Sena R1 Evo kombiniert ein klassisches, stromlinienförmiges Design mit Funktionen wie Mesh-Intercom, Telefonie und Musikwiedergabe. Der Sena R1 Evo ist ein gelungener smarter Fahrradhelm, der vor allem mit dem Mesh-Intercom ein sehr nützliches Feature bietet. Die Verarbeitung ist hochwertig, die Passform lässt sich flexibel anpassen.
Im Test hat das Telefonieren einwandfrei funktioniert. Das Mikrofon überträgt die Stimme zwar etwas blechern, filtert dafür aber Windgeräusche zuverlässig heraus. Selbst bei höheren Geschwindigkeiten konnten wir uns noch gut verständigen.
Über die integrierten Stereolautsprecher kann man nicht nur telefonieren, sondern auch Musik und Podcasts hören. Die maximale Lautstärke ist ausreichend, um alles gut zu verstehen. Allerdings darf man keine HiFi-Qualität erwarten - dafür fehlt es den kleinen Lautsprechern an Bass und Dynamik. Zum Telefonieren und für Podcasts reicht es aber allemal.
Richtig spannend wird es mit dem Mesh-Intercom. Damit können sich mehrere Sena R1 Evo-Besitzer direkt unterhalten, ohne dass ein Smartphone benötigt wird. Die Reichweite soll bis zu 900 Meter betragen. Sind bis zu sechs Nutzer im Mesh-Netzwerk, erweitert sich die maximale Reichweite sogar auf 3,6 Kilometer.
Aktiviert wird das Mesh-Intercom über einen kurzen Druck auf die mittlere der drei seitlichen Tasten. Die Verbindung zu anderen Helmen stellt der Sena R1 Evo dann automatisch her.
Praktisch: Das Verschlusssystem lässt sich sehr variabel einstellen. Der gesamte hintere Bereich des Helms kann ein- und ausgefahren werden. So passt er sich optimal an die individuelle Kopfform an. Auch an Tragekomfort wurde gedacht: Die Polster im Inneren lassen sich zum Reinigen einfach entnehmen.
Die matte Oberfläche in Weiß gefällt uns gut, sieht edel aus und ist pflegeleicht. Alternativ ist der Helm auch in mattem Schwarz erhältlich.
An der Seite des Helms befinden sich drei gut erreichbare Knöpfe. Sie bieten ein angenehmes haptisches Feedback beim Drücken. Hierüber lassen sich unter anderem die Lautstärke regeln und das Mesh-Intercom aktivieren.
Schade ist, dass es kein Frontlicht und keinen Blinker gibt. Eine dazugehörige Smartphone-App gibt es nicht. Die Einstellungen und Funktionen werden direkt am Helm vorgenommen. Das ist zwar einerseits etwas schade, da so erweiterte Anpassungsmöglichkeiten fehlen. Andererseits gestaltet es die Bedienung sehr unkompliziert und man muss sich nicht erst mit einer App auseinandersetzen.
Wer darauf verzichten kann und einen zuverlässigen Helm zum Telefonieren und für Gruppenfahrten sucht, wird mit dem Sena R1 Evo aber gut bedient sein.
Der Sena R1 Evo kostet auf Amazon 161 Euro. Für Fahrer von E-Mountainbikes gibt es ihn auch als Sena M1 Evo.
Vorteile:
- Mesh-Intercom für Gruppenfahrten & Möglichkeit zum Telefonieren
- Musik- und Podcast-Wiedergabe
- Flexibles Verschlusssystem
Nachteile:
- Kein Frontlicht und kein Blinker
- Keine App-Anbindung
- Lautsprecher ohne Bass
Livall Evo 21 mit bester Beleuchtung
Der smarte Fahrradhelm Livall Evo 21 kann leuchten, blinken und im Notfall einen Kontakt informieren. Der Livall Evo 21 ist ein guter Helm. Uns gefällt besonders das gut sichtbare Licht, welches dank Umgebungslichtsensor zuverlässig leuchtet, wann es draußen dunkel ist. Auch der Blinker funktioniert gut über die Fernbedienung und die SOS-Funktion kann im Zweifelsfall eine echte Hilfe sein.
Es gibt den Livall Evo 21 in den Größen Medium (54 - 58 cm) und Large (58 - 62 cm). Optisch macht er einiges her. Das liegt vorrangig an seinem schnittigen Design. Der Tragekomfort ist hoch. Das liegt auch am für einen smarten Helm vergleichsweise geringen Gewicht von 350 Gramm und dem guten Gurtsystem. Uns gefällt das Detail, dass die Gurte in roter Farbe gehalten sind. Livall hat daran gedacht, viele Lüftungsschlitze anzubringen. Darüber wird man sich besonders an sehr heißen Sommertagen freuen.
Auffälligstes Merkmal am Livall Evo 21 ist seine Beleuchtung, die bestehend aus 38 LEDs fast komplett um den Helm reicht. Dank eines Umgebungslichtsensors leuchtet sie zuverlässig, sobald die Dämmerung einsetzt. Außerdem kommt mit dem Helm eine Fernbedienung für den Fahrrad- oder E-Scooter-Lenker. Mit ihr aktiviert man für knapp zehn Sekunden einen Blinker. Dieser ist für andere Verkehrsteilnehmer gut zu sehen.
Ein Bewegungssensor im Helm sorgt nicht nur dafür, dass er nach kurzer Ruhezeit in den Stand-by-Betrieb wechselt, um Energie zu sparen. Er aktiviert zusätzlich beim Verringern der Geschwindigkeit ein Bremslicht. Das funktioniert im Test nicht immer zuverlässig.
Livall gibt beim Evo 21 an, ein besonders helles Licht zu verwenden. Während das auf den Streifen, der seitlich und hinten verläuft, zutrifft, können wir das beim Frontlicht nicht bestätigen. Das weiße Frontlicht hinterlässt einen eher schummrigen Eindruck.
Der Helm verbindet sich auf Wunsch per Bluetooth mit der Livall-App. Dort kann der Nutzer festlegen, wie das Licht im Dunkeln leuchten soll. Allerdings stehen nur Blinken, langsam Blinken und Fließen zur Verfügung. Dauerhaft kann das Licht nicht leuchten. Das ist wohl dem Energieverbrauch geschuldet. Dennoch finden wir das Fehlen der Option schade, nicht jeder will in der Nacht dauerhaft bewegtes Licht am Helm.
Als hilfreich könnte sich die SOS-Funktion erweisen. Im Test konnten wir einen Sturz simulieren und die Funktion auslösen. Der Nutzer hat dann 90 Sekunden Zeit, den Notruf abzubrechen.
Auf Wunsch kann der Nutzer auch den mittleren Knopf der Fernbedienung gedrückt halten, um den Notfallkontakt zu informieren. Apropos Fernbedienung: Diese wirkt hochwertig und bietet sieben Knöpfe - von denen für den Livall Evo 21 aber nur drei belegt sind.
Livall gibt beim Evo 21 eine Akkulaufzeit von zehn Stunden an. Aufgeladen wird er über einen mitgelieferten Magnetadapter. Schade, dass Livall nicht auf den weitverbreiteten USB-C-Standard setzt, dann müssten Biker auf Touren zum einen kein zusätzliches, proprietäres Kabel mitnehmen. Zum anderen besteht die Gefahr eines Verlustes.
Der Livall Evo 21 kostet bei Amazon etwa 120 Euro. Er kommt in den Farben Weiß, Schwarz, Mint und dem auffälligen Violett.
Vorteile:
- 360-Grad-Licht
- Blinker mit Fernbedienung
- Umgebungslichtsensor
- Bremslicht
- SOS-Funktion
Nachteile:
- Proprietärer Ladestecker
- Licht kann nicht dauerhaft leuchten
- Frontlicht nicht sehr hell
Hövding 3 Airbag-Helm
Wer überwiegend gemütlich in der Stadt unterwegs ist und das entsprechende Kleingeld hat, für den ist der Fahrrad-Airbag Hövding 3 eine reizvolle Alternative zum klassischen Helm. Er trägt sich beim Fahren angenehm und ruiniert keine Frisur. Für anspruchsvolle Trails und Abfahrten können wir ihn nicht empfehlen. Denn es könnte passieren, dass er an der falschen Stelle auslöst.
Der Hövding 3 kostet im Abverkauf bei Ebay 250 Euro. Neue Modelle werden nicht produziert. Er kann nach dem Auslösen nicht wiederverwendet werden.
Vorteile:
- Schützt Kopf und Nacken zuverlässig
- Für viele bequemer als ein klassischer Helm
- Benachrichtigt bei einem Unfall einen Kontakt
Nachteile:
- Hövding ist insolvent
- Löst manchmal ungewollt aus
- Löst nicht aus, wenn der Fahrer gegen LKW-Spiegel knallt
- Teuer; kann nicht wiederverwendet werden
Helmkameras: Action Cams für Fahrradhelme
Videos, YouTube und Bewegtbilder sind absolut im Trend. Bei einem so großen Boom und Trend bleibt natürlich auch das Fahrrad nicht ohne Kamera, besser gesagt, der Helm. Mit einer Helmkamera kann man nicht nur beim Motorrad fahren, Skifahren, Snowboarden oder Skateboarden beeindruckende Bilder und Videos aufnehmen, auch beim Fahrradfahren kann eine Helmkamera imposante Videoaufnahmen einfangen.
Die Helmkamera wird, wie der Name schon sagt, auf dem Helm montiert. Dies hat den Vorteil, dass die Kamera immer dahin schaut und die Bereiche aufzeichnet, die der Fahrradfahrer gerade sieht.
Worauf man beim Kauf einer Helmkamera achten sollte
Bei der Auswahl der richtigen Kamera, sollte man genau auf das Gewicht achten. Trägt man den Fahrradhelm für eine längere Zeit, kann sich eine schwere, an der Seite befestigte Helmkamera durchaus beim Tragen bemerklich machen. Die Hersteller von Helmen achten zunehmend darauf, dass diese leicht sind und sich anfühlen, als würde man ohne fahren. Bei Wind kann sich ein zusätzlicher Bremseffekt bemerkbar machen. Je weniger die Kamera und die Halterung wiegt, umso besser ist dies. Dabei darf man jedoch nicht auf eine ausreichende Akkulaufzeit verzichten.
Wer umfangreiche Videoaufnahmen machen möchte und die Kamera nicht immer wieder ausschalten will, der sollte auf eine hohe Akkulaufzeit achten. Hat die Kamera ein Display, sollte man dies, sofern möglich, ausschalten - So spart man viel Strom. Einen Live-View wird während der Fahrt nicht benötigt.
Ist die Kamera am Helm und in der Halterung, sollte diese möglichst einfach und mit wenig Fingereinsatz gut zu bedienen sein. Optimaler Weise lassen sich alle wichtigen Funktionen wie Einschalten / Ausschalten, Videoaufnahme starten und stoppen, über einen eigenen Knopf an der Kamera bedienen. So hat man den Vorteil, dass man den Helm nicht immer vom Kopf oder die Kamera aus der Halterung nehmen muss.
Die Kameras werden mit spezifischen Halterungen befestigt. Bei den Halterungen gibt es verschiedene Modelle, welche zum Kleben oder zum Klippen. Fahrradhelme mit Belüftungsschlitzen können als Grundlage für die Befestigung dienen. Die Halterungen können dabei festgeklemmt oder mit einem Riemen festgeschnallt werden.
Sind keine Löcher oder Lüftungsschlitze an den richtigen und passenden Stellen vorhanden, kann eine leistungsstarke genutzt werden. Die Kamerahalterung sollte sehr fest am Helm angebracht werden, Erschütterungen, Wind und auch dickere Fliegen und Brummer sollten der Befestigung nichts ausmachen. Die Halterung sollte nun so angebracht werden, dass die Kamera geradeaus zeigt und im richtigen Winkel filmt. Dabei muss man sich die Frage stellen, möchte ich vorrausschauend filmen oder direkt vor dem Fahrrad. Gute Halterungen bieten die Möglichkeit der individuellen Winkeleinstellung.
Da man nie weiß wann einem etwas Spektakuläres während der Fahrt passiert, wann man den Trick mit dem BMX oder MTB steht oder der Straßenverkehr eine Überraschung für einen bereithält, filmen viele Helmkamerabesitzer die ganze Zeit. Dies geht jedoch nur, wenn die Kamera ausreichend Speicherplatz hat bzw. die Speicherkarte ausreichen groß ist. Man sollte also darauf achten, dass die Kamera nicht nur 32 GB Karten erkennt. Bei Full HD und 4k Auflösung sollte es möglich sein 64 GB bis 128 GB Speicherkarten einzusetzen. Unsere Empfehlung, Kameras ohne internen Speicher mit einem Speicherslot für eine SD Karte oder Mini-SD Karte. Der Vorteil: Ist die Karte voll, kann man direkt die nächste Speicherkarte einsetzen ohne die Kamera an einen PC anschließen zu müssen.
Die Karte sollte dabei eine hohe Schreibgeschwindigkeit haben. Wächst die Video-Dateigröße schneller, als die Speicherkarte schreiben kann, wird die Aufnahme nicht funktionieren. Wir empfehlen euch nicht unter 100 MB/s zu gehen und darauf zu achten, dass die Mikro-SD Karte oder SD-Karte auch für UHD Aufnahmen geeignet ist, mit der Geschwindigkeitsklasse U3 macht ihr hier nicht viel falsch.
Die Mini-Kameras können wirklich atemberaubende Bilder aufnehmen. Oft ist dies aber nur bei ausreichender Belichtung der Fall und in der Nacht kommen viele Kameras an ihre Grenzen. Es gibt einige Kameras mit Zeitraffereinstellungen für die Nacht, man kennt diese Videos bei denen der Nachthimmel und Sternenteppich eindrucksvoll aufgenommen wird. Diese Modi sind oftmals darauf optimiert, langsame Bewegungen aufzuzeichnen. Schnelle Bewegungen sind in der Nacht jedoch oft ein Problem. Hier muss entweder der ISO-Wert sehr hochgesetzt oder die Verschlusszeit hoch eingestellt werden. Ein hoher ISO-Wert führ jedoch zu Bildrauschen und eine hohe Verschlussdauert verwackelt die Bewegung und die Bilder werden in der Regel unscharf. Unsere Erfahrung zeigt, schnelle Nachtaufnahmen sind bei vielen Action Cams noch ein Problem.
Bekannte Hersteller und Marken von Helmkameras
Ein der bekanntesten Hersteller dürfte die Marke GoPro sein. Diese mittlerweile in der 4. Generation hergestellte Action-Cam bietet einiges an Funktionen in unterschiedlichen Modellvarianten. Auch bekannte Hersteller wie Sony oder Panasonic stellen kleine Action Kameras her. Hier wird die ganze Erfahrung aus dem Camcorder Segment bei der Entwicklung der Outdoor Aktion Cams eingebracht.
Zusätzlicher Schutz und Sicherheit
Fahrradfahren hat nachweislich positive Auswirkungen auf die Gesundheit - selbst E-Bikes sind viel besser als etwa Autofahren. Doch selbst die vorsichtigsten Fahrer können einen Unfall nie zu 100 Prozent ausschließen. Wir empfehlen deshalb Zusatzversicherungen, um die möglichen negativen Konsequenzen abzumildern.
Bei vielen Versicherungen lohnt sich das Vergleichen. Denn wer regelmäßig vergleicht, spart gut und gerne mehrere hundert Euro im Jahr. Wo man am meisten spart, zeigen die Tarifrechner von heise online.
Wichtige Aspekte bei Fahrradhelmen
Ein Helm, der nicht getragen wird, weil er nicht richtig passt, kann noch so gute Werte im Labor erzielen. Solange er nicht auf dem Kopf sitzt, kann schon ein kleiner Sturz schwere Folgen haben.
Rotationssysteme
Das schwedische Unternehmen MIPS gilt als Vorreiter, wenn es um die Reduzierung schädlicher Rotationskräfte auf das Gehirn geht. Die charakteristische gelbe Schale und ihre inzwischen zahlreichen Abwandlungen finden sich in insgesamt 14 Testmodellen.
Neben MIPS existieren noch weitere Systeme wie 360° Turbine (Leatt), WaveCell (Bontrager) oder Smartshock (100%). Außer bei MIPS konnten wir im Test allerdings nur bei WaveCell einen positiven Effekt gegen die Rotationskräfte nachweisen. Beide senken das Risiko einer Gehirnerschütterung im Schnitt um mehr als 50 Prozent im Vergleich zu Helmen ohne diese Systeme.
Passform und Komfort
Ungeachtet seiner Schutzfunktion muss ein Helm natürlich auch noch nach Stunden im Sattel bequem sitzen. Deshalb haben wir zusätzlich zu den Crash-Prüfungen die Belüftung an einem ebenfalls von uns entwickelten Prüfstand gemessen, das Gewicht ermittelt und das Anpassungssystem beurteilt. Um den optimalen Helm zu finden, lohnt sich also ein Blick in die Steckbriefe. Weil bei der Passform die persönliche Kopfform aber eine entscheidende Rolle spielt, kommt man um eine Anprobe des Wunschhelms nicht herum.
Interview mit Christiane Reckter, TÜV-Ingenieurin
BIKE: Gibt es ein Sicherheitsproblem bei Bike-Helmen?
CHRISTIANE RECKTER: Nein, es gibt fast keine Probleme mit Helmen. Wenn doch, hängen sie meist mit der falschen Trageweise zusammen. Der Helm ist zum Beispiel in den Nacken geschoben, die Stirn ungeschützt, der Kinnriemen nicht geschlossen usw. So kann ein Helm natürlich nicht wirksam schützen. Demnach ist die Passform enorm wichtig. Super wichtig! Viele Helme besitzen zwar einen Kopfring, der sich zuzurren lässt, doch ist der Helm zu groß, wird’s schnell gefährlich. Warum? Weil zuerst der Helm aufschlägt und dann der Kopf im zu großen Helm. Folge: Schädel-Hirn-Trauma. Bei passenden Helmen passiert das nicht. Die Faustregel lautet daher: Es darf höchstens ein Finger zwischen Schaumschale und Kopf passen. Also: eng, doch bequem. Man muss aber auch wissen, dass ein Helm nicht vor allen Verletzungen schützen kann.
MIPS-Systeme
Bereits 1996 entdeckten Hans von Holst und Peter Halldin die schädliche Wirkung eines schrägen Aufpralls. Das von ihnen entwickelte MIPS sollte das Risiko einer Kopfverletzung senken. Das steckt dahinter.
Wissenschaftliche Forschungen belegen, dass das Gehirn besonders empfindlich auf Rotation reagiert. Laut Prof. Dr. med. Stefan Lorenzl, Facharzt für Neurologie, kommt es bei einem schrägen Aufprall besonders häufig zu sogenannten Dissektionen und zu Verletzungen an den Gefäßen. Durch MIPS soll die Rotationsenergie bei einem Aufprall verringert werden, indem die reibungsarme MIPS-Schale (gelb) ein zum Kopf versetztes Gleiten des Helms ermöglicht. So wird Rotations- in Translationsenergie umgewandelt. Wie bei einem Sturz auf Eis kann sich der Kopf so in der ursprünglichen Richtung weiterbewegen.
Empfehlenswerte Fahrradhelme im Überblick
Hier ist eine Übersicht einiger empfohlener Fahrradhelme, basierend auf verschiedenen Kriterien:
- Uvex Urban Planet LED: Bietet dank seiner tiefergezogenen Bauweise zusätzlichen Schutz im Heck- und im Schläfenbereich.
- Uvex Finale Visor: Verfügt über ein klappbares Visier, Beleuchtung und Insektenschutz.
- Abus Pedelec 2.0: Hat einen Regenschutz integriert, der hinten in einem Geheimversteck untergebracht ist.
- POC Omne Beacon Mips: Ein stylisches Accessoire für den Kopf.
- Fischer Urban Plus Brooklyn: Bietet Beleuchtung, Sonnen- und Insektenschutz, einen gepolsterten Kinnriemen und in die Helmgurte eingewebte Reflexstreifen.
Tipps für den Kauf eines Fahrradhelms
Idealerweise sollten Sie einen Fahrradhelm vor dem Kauf immer anprobieren. Nur so können Sie feststellen, ob er optimal zu Ihrer Kopfform passt. Er sollte stramm sitzen, aber nicht drücken. Als Faustformel gilt: Wenn Sie den Helm vor- und zurückbewegen, sollte die Stirn ein wenig Falten schlagen. Dann sitzt der Fahrradhelm fest genug. Ist der Kinnriemen geschlossen, darf sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lassen.
Grundsätzlich ermöglicht es so gut wie jeder Fahrradhelm, die Größe über ein Drehrädchen anzupassen. Dennoch ist es wichtig, einen Fahrradhelm zu kaufen, der von seiner Dimension her zu Ihrem Kopf passt.
Achten Sie beim Kauf auf zusätzliche Reflektoren oder eine für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbare Farbe.
Auf der Verpackung und dem Helm sollte das Produktionsdatum abgedruckt sein.
Fahrradhelme, die in der EU verkauft werden, müssen den Anforderungen der DIN EN Norm 1078 entsprechen. Alle Helme in unserem Test erfüllen diese Norm. Wer noch mehr Wert auf Sicherheit legt, kann beim Kauf nach der Norm NTA 8776 Ausschau halten.
Nach einem Sturz sollten Sie Ihren Fahrradhelm durch ein neues Modell ersetzen.
Testergebnisse und Auszeichnungen
Die Stiftung Warentest und der ADAC haben im März 2024 gemeinsam einige Fahrradhelme getestet. Der Uvex Urban Planet LED schneidet unter den neu getesteten Helmen mit der Gesamtnote 2,0 (gut) am besten ab. In den Bereichen »Unfallschutz« und »Handhabung und Komfort« vergeben Stiftung Warentest und ADAC jeweils ein »gut« (2,3 bzw. 1,8).
Zusammenfassung
Smarte Fahrradhelme mit Kamerahalterung bieten eine Vielzahl von Funktionen, die über den reinen Kopfschutz hinausgehen. Von integrierter Beleuchtung und Blinkern bis hin zu Kommunikationsfunktionen und Notfallbenachrichtigungen gibt es für jeden Bedarf das passende Modell. Beim Kauf sollte man auf Aspekte wie Passform, Komfort, Rotationsschutz und zusätzliche Sicherheitsmerkmale achten, um den bestmöglichen Schutz und Komfort zu gewährleisten.
Übersichtstabelle: Smarte Fahrradhelme im Vergleich
| Modell | Besondere Merkmale | Vorteile | Nachteile | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| Sena R1 Evo | Mesh-Intercom, Telefonie, Musikwiedergabe | Gruppenfahrten, flexibles Verschlusssystem | Kein Frontlicht/Blinker, kein Bass | 161 € |
| Livall Evo 21 | 360-Grad-Licht, Blinker, SOS-Funktion | Hohe Sichtbarkeit, Notfallhilfe | Proprietärer Stecker, Licht nicht dauerhaft | 120 € |
| Hövding 3 | Airbag-Helm | Schützt Kopf und Nacken | Insolvent, teuer, nicht wiederverwendbar | 250 € (Abverkauf) |
| Uvex Urban Planet LED | Integrierte LED-Beleuchtung, hohe Schutzwirkung | Gute Sichtbarkeit, hoher Tragekomfort | Etwas höheres Gewicht | 100 € |
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