Fahrradhelm mit Lautsprecher: Test und Vergleich

Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zeigte 2020, dass immer mehr Radfahrende zum Fahrradhelm greifen. Über alle Altersgruppen hinweg sind es 26 Prozent, also gerade einmal rund ein Viertel der Radelnden.

Vielleicht verspricht ein Fahrradhelm zu wenig Sicherheit, oder er ist einfach uncool und unbequem? Dabei hat der Fahrradhelm längst seinen Weg gefunden vom reinen Kopfschutz hin zum schicken Accessoire. Fast für jeden Typ oder Stil gibt es heute den passenden Helm.

Neue Elektronik am Helm

Insbesondere für Stadtradler, E-Biker und Digital Natives werden Fahrradhelme heute auch mit Elektronik vollgepackt. Ein Smarthelm findet seine Zielgruppe, vor allem, wenn man damit beim Radeln telefonieren oder der Sprachnavigation folgen kann, ohne die Hände vom Lenker zu nehmen. Sicherheitsorientierte Radfahrer freuen sich über helle LED-Lichter, die zusätzlich eine Blink- und Bremslichtfunktion haben können. Allerdings lassen sich alle diese Funktionen nur anwenden, wenn die Akkus geladen sind. Und das muss je nach Nutzungsintensität täglich erfolgen.

Die Überfrachtung mit Elektronik am Kopf kann gerade in puncto Sicherheit leider auch ins Gegenteil umschlagen. Nicht nur der ADFC befürchtet, dass insbesondere im Stadtverkehr das Telefonieren und eine Musikberieselung den Radfahrer zu sehr ablenken und dadurch die Unfallgefahr zunimmt. Außerdem würden sich viele Radfahrer zu sehr auf die Lichter am Helm verlassen, die jedoch keineswegs eine gute Beleuchtung am Fahrrad und die Handzeichen für Richtungswechsel ersetzen.

In puncto Sicherheit erfüllen jedoch alle Helme die verpflichtende Euronorm EN 1078.

Kein Smarthelm ohne App

Ein moderner Smarthelm für Radfahrer kann seine vielen Funktionen nur mithilfe des Smartphones oder einer Smartwatch bieten. Je nach Helmmarke lädt man sich die kostenlose App aus dem App- bzw. Google-Play-Store und verbindet per Bluetooth das Handy mit dem Fahrradhelm.

Je nach Ausstattung ermöglicht die App dann, dass der Helm blinkt, das Bremslicht aufleuchtet, dass man Musik hören, telefonieren oder der Sprachnavigation folgen kann.

Was können die unterschiedlichen Smarthelm-Modelle?

Wir haben fünf Smarthelm-Modelle ausprobiert. Vier davon haben uns „schwer“ beeindruckt. Wobei sich schwer insbesondere auf das hohe Gewicht bezieht. Die zusätzliche Elektronik bringt doch eine Menge zusätzliche Gramm auf die Waage. Und das bedeutet vor allem für sportliche Tourenradler und Pendler ein Minus an Tragekomfort.

Cratoni Smartride

Die Optik des Cratoni Smartride, des teuersten Smarthelms in der Auswahl, erinnert mit seiner Form und dem ansteckbaren Visier etwas an einen Motorradhelm. Kein Wunder, denn er hat auch die Zulassung für die schnellen S-Pedelecs, die als Kraftrad eingestuft sind und für die Helmpflicht besteht. Die S-Pedelec-Norm setzt eine größere Stabilität und Bruchsicherheit als gewöhnliche Fahrradhelme voraus.

Die Helmschale ist weit in den Nacken gezogen und bietet einen guten, wertigen Rundumschutz. Das aufsteckbare Visier lässt sich auch für Brillenträger anpassen, allerdings ein bisschen hakelig.

Wenn es unter dem ziemlich schweren Smarthelm zu warm wird - was durchaus vorkommt -, kann man sich oben mehr Luft verschaffen mittels eines Schiebereglers.

Beleuchtung und Blinker können über die Fernbedienung am Lenker eingeschaltet werden. Diese muss jedoch zuerst per Cratoni-App und Bluetooth mit dem Helm verbunden sein.

Über die App und einen Crash-Sensor kann im Notfall eine Nachricht mit den Koordinaten des Fahrers an einen zuvor eingetragenen Notfallkontakt gesendet werden. Die App zeichnet zudem die persönlichen Tourendaten auf und stellt einen Kontakt zur individuellen Musiksammlung auf dem Smartphone her, sodass man sich unterwegs mit Musik berieseln lassen kann.

Fahren in einer Gruppe mehrere Radler mit dem Cratoni Smartride, können sich diese über eine Walkie-Talkie-Funktion verständigen, falls sie nicht allzu weit auseinander radeln.

Details zum Smarthelm

  • Preis: 349,95 Euro
  • Gewicht: 560 Gramm
  • Größen: S/M 54 - 58 cm, M/L 58 - 61 cm
  • Features/Ausstattung: Helmbeutel, abnehmbares Visier (für Brillenträger geeignet), regulierbare Lüftungsöffnung, reflektierendes Gurtband, LED-Blinker, Rücklicht, Micro-USB-Ladekabel, Fernbedienung für Lenker, Cratoni-App, Unfall-Sensor mit SOS-Notruf, integriertes Mikrofon und Lautsprecher, Walkie-Talkie-Funktion

Vor- und Nachteile

Plus: Gute Verarbeitung, gut sichtbare Rück- und Blinklichter, regulierbare Belüftung, aufsteckbares Visier, für S-Pedelecs zugelassen Minus: Sehr schwer, teuer

Fazit zum Smarthelm von Cratoni

Ein kostspieliger, überaus schwerer, aber robuster Helm für technikaffine E-Biker und S-Pedelec-Fahrer.

Livall BH51 M Neo

Der Livall BH51 M Neo zählt eher zu den Schwergewichten unter den Fahrradhelmen und wiegt rund das Doppelte eines guten Rennradhelmes. Fast ein Pfund Gewicht auf dem Kopf empfinden viele Radfahrer inklusive E-Biker höchstens auf Kurzstrecken noch als angenehm, auch wenn der Smarthelm noch so schick und modern aussieht.

Dafür kann dieses Modell mehr mit seinen Funktionen punkten: Zum Beispiel LED-Beleuchtung vorne und hinten mit Blinker. Das Rücklicht leuchtet aufgrund eines Geschwindigkeits-Sensors beim Bremsvorgang auf.

Mittels Bluetooth und integrierter Lautsprecher sowie Mikrofon kann man beim Radeln telefonieren und Musik hören bei mittelmäßiger Tonqualität. Bei einem Sturz wird eine SMS an einen Notfallkontakt gesendet. Und wenn ein Mitradler auch einen Livall-Helm trägt, kann man mit ihm per Gegensprechfunktion kommunizieren, falls er nicht weiter als rund 500 Meter entfernt ist.

Um die erweiterten Funktionen des BH51 M Neo nutzen zu können, müssen Helm, Fernbedienung und App miteinander gekoppelt werden. Soll der Smarthelm nur blinken, sind Smartphone und App nicht nötig, das funktioniert auch über die Fernbedienung am Lenker.

Die Ladezeit des Helmakkus per Magnet-USB-Kabel beträgt zwei Stunden, die aktive Betriebszeit bis zu zehn Stunden. Die Knopfbatterie für die Fernbedienung soll bis zu zwei Jahre halten.

Wer sich nur für Beleuchtung und Blinkfunktion sowie Sturz-Sensor interessiert, für den genügt das 40 Euro günstigere Modell Livall BH51 T Neo - gleiche Schale, weniger Elektronik.

Details zum Smarthelm

  • Preis: 169,99 Euro
  • Gewicht: 480 Gramm (L)
  • Größen: M 54 - 58 cm, L 57 - 61 cm
  • Features/Ausstattung: Rücklicht, LED-Licht vorne, Bremslicht, Blinker mit Pieps-Ton, Fernbedienung inklusive Knopfbatterie für Lenker, Magnet-USB-Ladekabel, Livall-Riding-App, Lautsprecher, Mikrofon, Sturz-Sensor mit SOS-Alarm-System, Dunkelheits-Sensor, Walkie-Talkie-Funktion

Vor- und Nachteile

Plus: Gut sichtbare Lichter und Blinker Minus: Sehr schwer, Belüftung, spezielles USB-Ladekabel, App

Fazit zum Smarthelm von Livall

Gewichtiger Smart-Helm in urbanem Design. Pluspunkte sind die Lichtausstattung und Blinkfunktion.

Livall BH60 SE

Der Livall BH60 SE sieht nicht nur aus wie ein klassischer Tourenhelm; mit seinen 310 Gramm liegt er im Gegensatz zu anderen Smart-Modellen auch in einer komfortablen Gewichtsklasse.

Leider nicht auf der Höhe der Zeit ist die Größenauswahl. Mit einer Einheitsgröße für Kopfumfänge von 55 bis ­61 Zentimetern ist die Auswahl etwas eingeschränkt, trotzdem bietet das Modell für gängige Kopfgrößen eine bequeme Passform. Die Sicherheit der Helmschale ist mit der Euronorm EN 1078 bestätigt.

Weitere Sicherheits-Funktionen sind die acht LED-Rücklichter und je drei Blinklichter, die über eine per Gummiband leicht zu installierende Fernbedienung am Lenker bedient werden.

Zum weiteren technischen Innenleben zählen zwei Lautsprecher und ein Mikrofon. Wird der Smarthelm per Livall-Riding-App mit einem Smartphone gekoppelt, kann man damit Telefongespräche empfangen, Musik hören oder den Sprachansagen einer Navi-App folgen.

Und das funktioniert sogar relativ gut, wobei die Lautsprecher am Helm so angebracht sind, dass der Nutzer auch die Umgebungsgeräusche noch gut mitbekommt. Bei lautem Verkehrslärm stößt die Verständigung per ­Telefon jedoch an ihre Grenzen.

Interessant für die Sicherheit des Radfahrers ist der Sturzsensor im Helm. Bei einem Aufprall verständigt dieser den eingetragenen Notfallkontakt, allerdings nur, wenn sich der Radler nicht in einem Funkloch befindet.

Das Laden der Akkus dauert rund zwei Stunden, die Laufzeit beträgt acht bis zehn Stunden. Diese kann sich jedoch halbieren, wenn jemand viel Musik hört und oft mit Licht fährt.

Details zum Smarthelm

  • Preis: 139,99 Euro
  • Gewicht: 310 Gramm
  • Größen: 55 - 61 cm (One Size)
  • Features/Ausstattung: Fernbedienung für den Lenker, USB-Kabel, Livall-Riding-App, 14 LED-Rücklichter in unterschiedlichen Farben, 3 Blinklichter je Seite, integriertes Mi­kro­fon und Lautsprecher

Vor- und Nachteile

Plus: Vergleichsweise leicht und preiswert, gute Headset-Verbindung, Belüftung Minus: Nur eine Einheitsgröße, kryptische App

Fazit zum Smarthelm von Livall

Smarter Einsteigerhelm mit gutem Tragekomfort zum relativ günstigen Preis. Durch das geringe Gewicht ist der Livall BH60 SE auch für längere Touren geeignet. MYBIKE-Tipp: Preis/Leistung

Lumos Kickstart

In Form und Design ähnelt der Lumos Kickstart auf den ersten Blick durchaus einem klassischen Fahrradhelm. Auf den zweiten Blick fallen dann an der Front und am Heck die Leisten bzw. Flächen mit LED-Lichtern auf. Vorne sind zehn weiße LEDs eingelassen, hinten sind es jeweils elf LEDs links und rechts.

In puncto Gewicht macht sich beim Lumos Kickstart dann doch die zusätzliche Technik im Inneren bemerkbar. Mit 380 Gramm wiegt er immerhin rund 80 bis 100 Gramm mehr als ein gewöhnlicher Tourenhelm ohne Elektronik in der Schale, was sich aber nur bei längerem Tragen als unangenehm am Kopf herausstellt.

Der Blinker lässt sich über große Tasten an einer Bluetooth-Fernbedienung am Lenker betätigen. Die Fernbedienung ist mithilfe von Gummiringen schnell zu befestigen, ist aber deshalb auch nicht diebstahlsicher. Bei eingeschaltetem Blinker ist zudem ein akustisches Signal hörbar, und der Lenkerschalter blinkt mit. Außerdem blinken die Front-LEDs in der Fahrtrichtung.

Geladen werden die Fernbedienung wie auch der Smarthelm in rund zwei Stunden mittels eines speziellen USB-Kabels mit Magnet-Anschluss. Die Akkulaufzeit bei voller Helmbeleuchtung beträgt etwa drei Stunden, in einem der drei Blink-Modi bis zu doppelt so lange.

Richtig smart wird der Lumos Kickstart mithilfe der Lumos-App (IOS und Android). Damit werden vor allem die Geschwindigkeits-Sensoren im Helm aktiviert. Das heißt, beim Bremsen leuchtet das rote Rücklicht als Bremslicht auf.

Außerdem zeigt die App den Ladestand des Helmakkus, und über die Auto-Ride-Tracking-Funktion werden Daten zu Aktivitäten gesammelt, die an eine Health App oder die Fitness-App Strava weitergeleitet werden können. Der Helm kann auch mit der Apple-Watch gekoppelt werden.

Details zum Smarthelm

  • Preis: 179,99 Euro
  • Gewicht: 370 Gramm
  • Größen: 54 - 61 cm (Einheitsgröße)
  • Features/Ausstattung: USB-Ladekabel, kabellose Bluetooth-Fernbedienung mit Lenkerhalterung, Lumos-App, 10 weiße LEDs vorn, 11 orange und 16 rote LEDs hinten, Blinker und automatisches Bremslicht, MIPS-Ausstattung (gegen Aufpreis!)

Vor- und Nachteile

Plus: Einfache Bedienung, gute Belüftung, gute Sichtbarkeit im Dunkeln Minus: Nur Einheitsgröße, kein Kinnpolster

Fazit zum Smarthelm von Lumos

Der Helm ist für Radler interessant, die sich mehr gefühlte Sicherheit wünschen. Die Helmbeleuchtung ersetzt zwar nicht die Radbeleuchtung, aber man wird im Dunkeln als Verkehrsteilnehmer besser wahrgenommen.

Sena R1 Evo

Sena gilt als Spezialist für Motorradzubehör. Und unter Motorradfahrern sind Helme mit eingebautem Funk und Gegensprechanlage längst keine Innovation mehr. Diese Expertise überträgt Sena nun in den Fahrradbereich.

Beim Gewicht tendiert der Sena R1 Evo mit mehr als 400 Gramm schwer in Richtung Motorrad. Bei längeren Touren beginnt die Last am Kopf zu drücken. Aufgrund der Einstellmöglichkeiten und der drei Modellgrößen findet zumindest (fast) jeder Radler die passende Schale. Polsterung und Belüftung können dabei durchaus überzeugen.

Auftrumpfen kann der Sena R1 Evo mit seinem technischen Innenleben: Im Smarthelm ist neben Lautsprechern und Mikrofon auch ein UKW-Radio integriert, das nach Installation der Sena-Cycling-App nutzbar ist.

Bis zu zehn Sender werden über die App oder - etwas fummelig - direkt am Helm gesucht. Viel interessanter und nützlicher ist jedoch die Bluetooth-Verbindung zum Smartphone oder GPS-Navigationsgerät.

Die Sprachansagen zum Beispiel von Komoot sind gut über die eingebauten Lautsprecher verständlich, ohne dass die ganze Umgebung mithören kann. Mithilfe der Freisprecheinrichtung kann man auch unterwegs telefonieren, ohne dass der Fahrtwind allzu sehr stört.

Wer sich unterwegs gerne mit seinen Mitradlern verständigt, kann dies mithilfe einer Funk-Gegensprechanlage tun. Vorausgesetzt, die anderen tragen auch einen Sena-Helm. Die Reichweite der Funkverbindung liegt im Schnitt je nach Umgebung bei rund 500 bis 600 Metern.

Die Einrichtung dieser technischen Features ist gut im Handbuch beschrieben, aber trotzdem etwas diffizil in der Praxis. Der Ladevorgang des Smarthelm-Akkus per USB-Kabel dauert zwei bis drei Stunden. Die Betriebsdauer reicht bis zu zwölf Stunden.

Details zum Smarthelm

  • Preis: 199 Euro
  • Gewicht: 430 Gramm (Gr. M)
  • Größen: S, M, L
  • Features/Ausstattung: Helmhülle, Sonnenblende, reflektierende Halteriemen, Rücklicht, integriertes Mikrofon und Lautsprecher, Mikro-USB-Kabel, Tastensteuerung am Helm und Sprachsteuerung, Sena-Cycling-App

Vor- und Nachteile

Plus: Gut belüftet, Gegensprechanlage Minus: Schwer, kleines Rücklicht, Fernbedienung für den Lenker nur zum Zukaufen

Fazit zum Smarthelm von Sena

Ein Smarthelm für Radler, die gerne beim Fahren kommunizieren, entweder per Smartphone oder mittels Gegensprechanlage.

Smarte Fahrradhelme sind multifunktional

Früher trugen wir Fahrradhelme, um unser Haupt im Falle eines Unfalls vor Verletzungen zu schützen. Natürlich ist das nach wie vor der Hauptnutzen der Helme - ob smart oder nicht. Darum sollte er natürlich auf keiner Radtour fehlen - erst recht, wenn wir mit Rennrad oder Mountainbike rasanter unterwegs sind.

Aber auch im Straßenverkehr ist ein Helm unerlässlich. Wo wir uns über die Notwendigkeit des Kopfschutzes also einig sind, könnten wir den Helm doch gleich noch etwas smarter gestalten, dachten sich Hersteller wie Livall, Cratoni und Sena. Kurzerhand gibt es eine Bluetooth-Schnittstelle aufs Haupt. Dazu noch Kopfhörer und ein Mikrofon, schon können wir mit unserem smarten Helm telefonieren.

Dass wir dazu nicht die Hände vom Lenker nehmen müssen, sorgt dabei nicht nur für Komfort, sondern auch für Sicherheit. Haben wir den behelmten Plausch beendet, starten wir die Lieblings-Playlist - zum Glück verbindet unser smarter Helm uns dazu gleich mit dem Streamingdienst auf unserem Phone.

Spotify legt los, schöner kann Radfahren kaum sein. Der große Vorteil gegenüber Kopfhörern ist hier, dass die Lautsprecher die Musik oder den Podcast wiedergeben, ohne die Geräusche des Straßenverkehrs auszublenden. Es könnte schließlich ziemlich gefährlich werden, die Straßenbahn nicht mehr wahrnehmen zu können oder ein warnendes Hupen zu überhören.

Darum sollten wir auch mit unserem smarten Helm darauf achten, dass die Technik uns nicht ablenkt und die Konzentration stets auf dem Straßenverkehr liegt.

Die smarten Helme bringen auch eine eigene Smartphone-App mit. Darüber lässt sich beispielsweise das Licht steuern. Vor allem aber informiert die App über den Akku des Helms, denn wenn sich dieser dem Ende neigt, kann es passieren, dass uns während der Fahrt plötzlich die Lichter ausgehen. Doch dem haben wir vor der Abfahrt gewissenhaft entgegengewirkt.

Und als wir frohen Mutes durch den Stadtverkehr pesen, möchten wir weitere Features nutzen, die einige smarte Helme mitbringen: Blinker und Bremslichter. Eine helmseitige Festtagsbeleuchtung stellt sicher, dass wir auf der Straße auch bei schlechten Lichtverhältnissen nicht übersehen werden.

Dank der integrierten Blinker werden die anderen Verkehrsteilnehmer über unsere Fahrmanöver informiert. So bietet beispielsweise der Livall Evo 21 ein 360-Grad-Licht-konzept. Ein weißes Licht vorne und ein rotes Licht hinten senden eindeutige Signale. Das Bremslicht betätigt der smarte Helm ganz automatisch, sobald er unseren Bremsvorgang registriert. Die Blinker lassen sich via Fernbedienung steuern, die wir am Lenker befestigen.

Sena R1 EVO im Test

Sena beschäftigt sich seit jeher mit Kommunikationslösungen für Motorräder und Helme. Der Fokus liegt auf der Mesh- und Bluetooth-Kommunikation. Diese Expertise hat der Hersteller auch in die Entwicklung seiner smarten Fahrradhelme gesteckt.

Der R1 Evo profitiert von der Erfahrung des Herstellers im Kommunikationsbereich und ist neben seiner Bluetooth-Schnittstelle ebenfalls mit der Möglichkeit zur Mesh-Kommunikation ausgestattet.

Die Mesh-Intercom-Technologie verbindet den Helm (und den Kopf darunter) mit anderen Helmen, die die Technologie unterstützen. So können sich beispielsweise zwei Radfahrer, die beide einen R1 Evo tragen, über eine Reichweite von bis zu 900 Metern unterhalten. Dazu verfügt der Helm über Lautsprecher und Mikrofon. Das System unterstützt neun verschiedene Mesh-Kanäle.

Seine kommunikativen Fähigkeiten stellt der Helm auch via Bluetooth unter Beweis. Er koppelt sich im Test ohne Probleme mit der Sena Cycling App auf dem Smartphone. Auch das freihändige Telefonieren funktioniert gut.

Advanced Noise Control fängt dabei unerwünschte Umgebungsgeräusche ab.

Design und Funktion

Der Helm ist schick und angenehm zu tragen. Sein Gewicht liegt bei 405 g. Er bietet ein Licht auf der Rückseite sowie seitliche Bedien-Buttons, die gut erreichbar, aber wenig intuitiv sind. UVP: 209 Euro.

Fahrradhelm mit Bluetooth Vergleich 2025

Die besten Fahrradhelme mit Bluetooth: Wählen Sie Ihren persönlichen Testsieger aus der Bestenliste.

Übersicht der Vergleichssieger

Modell Licht Blinker Vorteile Nachteile
Sena M1/M1 Evo Smart Ja Nein Audio-Kommunikationssystem, 4-Wege-Bluetooth-Sprechanlage, große Reichweite, angenehm zu tragen ohne Indikator, unterstützt keine Notfunktion
Abus MONTRAILER Quin Nein Nein GPS, App kompatibel, SOS-Funktion, Höhenverstellbarkeit des Systems schafft Platz für Zöpfe hat kein Licht, ohne Indikator
Sena R1 Nein Nein für besonders viele Kopfgrößen geeignet, sehr leicht hat kein Licht, unterstützt keine Notfunktion
Sena R1 Smart Nein Nein eingebaute Lautsprecher, waschbares Innenfutter hat kein Licht, unterstützt keine Notfunktion
Livall MT1 Neo Ja Ja Bremslichter, Blinker, SOS-Funktion, besonders leicht keine andere Version verfügbar, Steuerung funktioniert nicht ohne Internet
Livall Bh51m Neo Ja Ja Bremslichter, Blinker, SOS-Funktion, für besonders viele Kopfgrößen geeignet, sehr leicht, mit Vorderlicht keine andere Version verfügbar
Livall BH60SE Neo Ja Ja Bremslichter, Blinker, SOS-Funktion, für viele Kopfgrößen geeignet, besonders leicht keine andere Version verfügbar, kein Zubehör im Lieferumfang
Sena R2 Ja Nein integrierter Lautsprecher und Mikrofon, integriertes LED-Rücklicht ohne Indikator, unterstützt keine Notfunktion
Lumos Ultra Ja Ja Bremslichter, Blinker, sehr leicht unterstützt keine Notfunktion, keine andere Version verfügbar

Die Fahrradbranche boomt und speziell E-Bikes tragen zur enormen Popularität der Zweiräder bei. Durch das höhere Tempo der elektrifizierten Räder steigt allerdings auch die Unfallgefahr.

Bei knapp 27.400 Radunfällen ohne weitere Beteiligte verletzten sich im Jahr 2023 rund 6.400 Menschen schwer und 147 tödlich. Darauf weist die Unfallforschung der Versicherer (UDV) im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hin.

Rad-Alleinunfälle hätten sich in den vergangnen 15 Jahren mehr als verdoppelt, dabei sei die Dunkelziffer hoch, heißt es. Dabei sind nicht nur Gehirnerschütterungen, sondern schwere Kopfverletzungen bei Stürzen die häufigste Unfallfolge.

Laut Deutscher Gesellschaft für Unfallchirurgie könnten 60 bis 70 Prozent der tödlichen Hirnverletzungen mit Kopfschutz vermieden werden.

Laut Bundesverkehrsministerium ist ein guter Fahrradhelm dazu in der Lage, bis zu zwei Drittel der Energie zu absorbieren, die bei einem Sturz ohne Helm auf den Kopf einwirken würde.

Ein Fahrradhelm kann ebenfalls dazu beitragen, dass ein Radler im Straßenverkehr besser gesehen wird. Zudem bieten viele Fahrradhelme zusätzlichen Komfort. Mit einem Sonnenschutz versehen, reduzieren sie einfallendes Licht. Ein wasserdichter Überzug bietet Schutz bei Regen.

Idealerweise sollten Sie einen Fahrradhelm vor dem Kauf immer anprobieren. Nur so können Sie feststellen, ob er optimal zu Ihrer Kopfform passt. Er sollte stramm sitzen, aber nicht drücken.

Als Faustformel gilt: Wenn Sie den Helm vor- und zurückbewegen, sollte die Stirn ein wenig Falten schlagen. Dann sitzt der Fahrradhelm fest genug. Ist der Kinnriemen geschlossen, darf sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lassen.

Grundsätzlich ermöglicht es so gut wie jeder Fahrradhelm, die Größe über ein Drehrädchen anzupassen. Dennoch ist es wichtig, einen Fahrradhelm zu kaufen, der von seiner Dimension her zu Ihrem Kopf passt.

Einige Fahrradhelme lassen sich zusätzlich durch versetzbare Kletteinsätze an die Kopfform anpassen. Achten Sie beim Kauf auf zusätzliche Reflektoren oder eine für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbare Farbe. Dunkle Fahrradhelme erwärmen sich bei Sonne stärker als helle.

Auf der Verpackung und dem Helm sollte das Produktionsdatum abgedruckt sein. Fahrradhelme, die in der EU verkauft werden, müssen den Anforderungen der DIN EN Norm 1078 entsprechen.

Wer noch mehr Wert auf Sicherheit legt, kann beim Kauf nach der Norm NTA 8776 Ausschau halten. Nach einem Sturz sollten Sie Ihren Fahrradhelm durch ein neues Modell ersetzen.

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