Fahrradhelm mit LED-Rücklicht Test Vergleich: Sicherheit und Sichtbarkeit im Straßenverkehr

Um die Sicherheit von Radfahrern und E-Bikern in der dunklen Jahreszeit zu erhöhen, werden Fahrradhelme mit integrierter Beleuchtung vorgestellt. Studien des Deutschen Verkehrssicherheitsrats zeigen, dass Autofahrer bei Dunkelheit deutlich weniger wahrnehmen als bei Licht, wodurch Radfahrer ohne Licht leicht übersehen werden können. Daher ist es essenziell, bei Dämmerung und Dunkelheit gut sichtbar zu sein. Mittlerweile gibt es Helme mit integrierter Beleuchtung, die im Folgenden vorgestellt werden.

Warum ein Fahrradhelm mit Licht?

Ein Fahrradhelm gehört zur Pflichtausrüstung für Radfahrer. Ein Helm mit Rücklicht erhöht die Sichtbarkeit und Sicherheit im Straßenverkehr, besonders in der dunklen Jahreszeit. Es gibt eine große Modellvielfalt, und auch bei den Preisen gibt es Unterschiede; dabei müssen Helme nicht teuer sein, um zu schützen.

Alle Modelle, die auf dem europäischen Markt verkauft werden, müssen eine Norm erfüllen. Die DIN EN 1078 definiert Schutzwirkung, Materialbeständigkeit und das Verhalten bei Aufprall und Sturz. Für ein zusätzliches Maß an Sicherheit gibt es Helme mit Licht. Um die Auswahl einzugrenzen, wurden 11 Modelle mit Licht für unter 120 Euro getestet.

Vorteile von Leuchthelmen gegenüber herkömmlichen Fahrradhelmen:

  • Bessere Sichtbarkeit bei Dunkelheit
  • Mehr Sicherheit im Straßenverkehr
  • Unkompliziertes Aufladen via Mikro-USB-Kabel
  • Leuchthelme schützen den Kopf so gut wie normale Fahrradhelme
  • Einige Modelle und Smarthelme haben Zusatznutzen wie Headsets und Blinker
  • Oft verschiedene Leuchtmodi wie Blinken oder Dauerleuchten verfügbar

Nachteile von Leuchthelmen gegenüber herkömmlichen Fahrradhelmen:

  • Das LED-Licht muss regelmäßig aufgeladen werden
  • Fahrradhelme mit Rücklicht sind etwas schwerer als normale Fahrradhelme
  • Rotes Helmlicht ersetzt kein Rücklicht am Fahrrad, ist im Straßenverkehr aber zulässig

Ausstattungsmerkmale von Fahrradhelmen mit Licht

Reflektierende Elemente, Visiere, Belüftungsöffnungen oder ein kleiner Schirm über den Augen: Die Ausstattung eines Helms kann im Alltag entscheidend sein. Dabei wurde auch auf Kleinigkeiten geachtet, wie leicht zu bedienende Kinnverschlüsse (wichtig im Falle eines Unfalls), besonders weiches Innenmaterial oder ein höhen­ und weitenverstellbarer Halteriemen im Nacken.

Wie schützen Helme?

Die meisten Fahrradhelme bestehen aus einer Außen- und einer Innenschale. Bei manchen sind diese Schalen zusammengesteckt, bei anderen sind sie fest verbunden. Die Innenschale besteht aus dem Material EPS (expandiertes Polystyrol), es komprimiert bei einem Aufprall, nimmt so Stoß- und Aufprallenergien auf und absorbiert diese durch Materialverformung.

Beim In-Mold-Verfahren wird das Schutzmaterial EPS direkt in die Polycarbonat-Schale eingeschäumt. Im Dunkeln sorgen die Rücklichter für zusätzliche Sichtbarkeit. Die Innenform entspricht der Helmpassform mit der auf die Schutzwirkung abgestimmten Dicke.

Hartschalenhelme bestehen wiederum aus einer dickeren Außenschale, verklebt mit einer EPS-Innenschale. Durch das schlagfeste Äußere sind sie robust, aber meist auch schwerer. Auch Hybridmodelle mit In-Mold-Innenschale und harter Außenschale gibt es auf dem Markt. Auch wenn es optisch nicht erkennbar ist, wird die Struktur oder die Form des Helms beim Aufprall zerstört. Nach einem Sturz benötigen Sie unbedingt einen neuen.

Passform und Tragekomfort

Die Passform ist sehr individuell. Probieren Sie im Fahrradgeschäft so viele Helme wie möglich. Lassen Sie sich beim Einstellen von Kinnriemen und Nackenrädchen helfen, damit der Kopfschutz optimal sitzt. Erst wenn die Schale nirgendwo drückt und auch beim Blick in den Spiegel überzeugt, haben Sie das richtige Modell gefunden. Aus technischer Sicht gibt es bei Fahrradhelmen mit Rücklicht bei Damen- und Herrenmodellen keine Unterschiede, lediglich bei den Punkten Passform und Design.

So stellen Sie den Leuchthelm richtig ein:

Jana Krauter vom Helmspezialisten Cratoni erklärt: „Am wichtigsten ist, dass die richtige Größe ausgewählt wurde und der Helm nirgends drückt. Der Helm sollte eine waagerechte Position auf dem Kopf einnehmen. Hilfreich ist hierbei ein kleiner Trick, zwischen Augenbrauen und Helmunterkante sollten zwei Finger Platz haben. Danach muss das Gurtband einmalig auf den Kopf individuell angepasst werden, indem man die Gurtverteiler unter den Ohren positioniert und nur noch zwei Finger zwischen Kinn und Gurtschloss passen. Zuallerletzt sollte das Größenverstellsystem am Hinterkopf eingestellt werden, dass ein angenehmer, fester Halt gegeben ist. Die Optik sollte dem richtigen Sitz und dem Komfort immer nachstehen.“

Akkuleistung und Aufladen

Die meisten Fahrradhelme mit Rücklicht werden über den Standard Mikro-USB aufgeladen. Von Modell zu Modell unterschiedlich ist die Akkuleistung, sie kann je nach Größe des Energiespeichers zwischen 3 und 9 Stunden liegen. Einige Hersteller speisen die Rücklichter ihrer Fahrradhelme auch mit Knopfbatterien. Die Laufzeit verlängert sich somit deutlich, allerdings ist der Batteriewechsel aufwändiger.

Kann eine LED am Helm nachgerüstet werden?

Manche Hersteller von Fahrradhelmen bieten LED-Lichter zum Nachrüsten an. Voraussetzung ist, dass Ihr Cityhelm, Rennradhelm oder Mountainbikehelm kompatibel ist. Zu den Herstellern die LED-Lichter für bestimmte Modelle anbieten gehören Uvex, Alpina und Met.

Prüfsiegel: Woran erkenne ich sichere Helme?

Stephan Kaiser vom Helmhersteller Alpina erklärt, wie Sie erkennen, ob ihr Fahrradhelm sicher ist: „Auf der Verpackung, wie auch auf einem Label innerhalb des Helmes, sind vom Hersteller zwei erfüllte Normen anzugeben: Erstens das CE-Zeichen, das bedeutet, das Produkt entspricht allen geltenden EU-Vorschriften. Und zweitens die erfüllte Norm für Fahrradhelme, EN1078. Online sollten diese Angaben ebenfalls auf der Händlerseite angegeben werden.

Die Prüfung erfolgt so realitätsnah wie möglich. Dabei werden die Helme unter verschiedenen Kälte- und Wärmekonditionen getestet. Es wird ein Aufprall aus einer Höhe von circa 1,50 Meter auf einen flachen Untergrund und aus ungefähr 1,05 Meter auf einen Stahlsockel, der einen Bordstein nachbildet, simuliert. Dabei darf der Helm zu keiner Zeit vom Kopf rutschen, in diesem Verfahren wird auch die Zugkraft der Gurtbänder getestet.“

Wie lange ist ein Fahrradhelm haltbar?

Ein Fahrradhelm mit Rücklicht und ohne hält leider nicht ewig. UV-­Strahlung, Temperaturschwankungen und Regenwasser setzen dem Hartschaum zu, sodass für die Schutzwirkung nicht ewig lange garantiert werden kann. Vielfahrer sollten darum alle drei bis fünf Jahre einen neuen Kopfschutz anschaffen, Gelegenheitsfahrer nach fünf bis acht Jahren.

Fahrradhelme mit Licht für Kinder

Für Kinderhelme gelten im Wesentlichen die gleichen Faktoren wie für Erwachsenenmodelle: Der Fahrradhelm muss in erster Linie gut passen und über ein Prüfsiegel verfügen. Letzteres können Sie bei allen deutschen Qualitätsherstellern erwarten, Vorsicht vor billigen Modellen von ausländischen Internetplattformen!

Darüber hinaus sollten Sie Ihrem Kind beibringen, den Helm korrekt aufzusetzen. Der Kopfschutz sollte an der Stirn anliegen, fest sitzen und nicht zu einer Seite kippen. Andernfalls ist die Schutzwirkung bei einem Sturz nicht garantiert.

Wo können Leuchthelme gekauft werden?

Fahrradhelme mit und ohne Licht erhalten Sie in jedem Fahrradgeschäft. Der Vorteil beim Einkauf im lokalen Handel ist, dass Sie mehrere Modelle anprobieren können und das Verkaufspersonal Sie beraten kann. Fachhändler haben in der Regel Helme von Marken wie Abus, Cratoni, Alpina, Ked oder Uvex vorrätig. Die Bandbreite reicht von günstigen Modellen für Einsteiger bis zu Premiummodellen mit Zusatzfunktionen.

Achtung: Oft ist die Leuchtfunktion zum Ausprobieren noch nicht verfügbar, damit die Akkus nicht schon im Geschäft entleert werden. Wer seine Helmgröße kennt oder ein bewährtes Modell erneut kaufen möchte, kann Leuchthelme auch im Online-Shop bestellen.

Wie finde ich die richtige Größe?

Jeder Kopf ist anders daher sollte man die individuelle Fahrradhelm-Größe ermitteln sollte. Hierbei handelt es sich nicht um normierte Standardgrößen. Deswegen sollten Sie zu einem Maßband greifen und messen...

Testergebnisse und Modelle im Überblick

Die Tester untersuchten 14 Helme in der Preisspanne von 15 bis 149 Euro in den Kategorien Unfallschutz, Handhabung, Komfort und Schadstoffe. Unter den Prüflingen waren auch drei Modelle, die sich laut Kennzeichnungen für S-Pedelecs eignen sollen - besonders schnelle E-Bikes, die bis 45 km/h mit elektrischer Motorkraft unterstützen.

Testergebnisse im Überblick:

Nur drei der Helme bieten guten Schutz vor Kopfverletzungen. Testsieger ist der »Uvex Urban Planet LED« für 130 Euro (Note 2,0), er bietet auch den besten Unfallschutz. Mit Fliegengitter, Reflektoren und aufladbarem Rücklicht, aber als einziger des Siegertrios ohne Schirm sei er mit 386 Gramm allerdings eher schwer.

Die beiden anderen Helme mit der Bewertung »gut« teilen sich den zweiten Platz. Zum einen der »Alpina Gent Mips« für 130 Euro (Note 2,2). Er hat einen abnehmbaren Schirm, Fliegengitter, Reflektoren sowie ein Rücklicht mit Batterie.

Ebenso »gut« ist der Limar Torino für 90 Euro (Note 2,2). Er bietet kein Fliegengitter, aber Schirm, Reflektoren und ein Rücklicht zum Aufladen. Mit 272 Gramm ist er besonders leicht.

Ergebnistabelle: City- und Urban-Helme im Test

Hersteller/Modell Mittlerer Preis in Euro ADAC Urteil Handhabung & Komfort Unfallschutz Schadstoffe
Uvex Urban Planet LED 130 2,0 1,8 2,3 1,0
Alpina Gent MIPS 130 2,2 1,9 2,5 1,0
Limar Torino 90 2,2 1,9 2,5 1,0
Lazer Codax KinetiCore 165 2,6 2,6 2,7 1,0
Lidl Crivit - Fahrradhelm mit Rücklicht 15 2,6 1,9 2,9 1,9
Giro Fixture Mips II 100 2,8 2,5 2,9 1,0
Abus HUD-Y 120 3,0 2,8 3,0 1,0
Decathlon / B´Twin City 540 Bowl 50 3,1 2,9 3,1 1,0
Prophete ECO Urban 50 3,1 2,4 3,2 1,9
Cube Fleet 55 3,2 2,6 3,2 2,0
Casco E.Motion 2 120 5,5 1,9 5,5 1,6

Empfehlungen an die Hersteller

Die Anforderungen der geltenden Norm müssen eingehalten werden. Hier darf kein Gurtschloss brechen (passiert beim Helm von Casco).

Die Helme von Cube, Decathlon, Abus (S-Pedelec-Helm), Prophete und vor allen Dingen von Lidl zeigen Verbesserungspotential in Sachen Stoßdämpfungseigenschaften i Nur ein angenehmer und gut einzustellender Helm wird getragen. Die Anpassungen am Kopf müssen einfach, gut und sicher durchgeführt werden können.

Sichtbarkeit bedeutet Sicherheit. Daher sollten die Fahrradhelme zumindest mit Reflektoren ausgestattet sein: Der Helm von Lazer, Giro und Cube, sowie der S-Pedelec-Helm von KED haben keinerlei Reflektion.

Tipps für Verbraucher

Da sich jede Kopfform individuell darstellt, ist es empfehlenswert, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren. So lassen sich Passform und Einstellmöglichkeiten des Wunschhelms prüfen und ein Fehlkauf vermeiden. Nehmen Sie am besten auch Ihre Brille zum Probetragen mit.

Die Pflege des Helmes entscheidet über die Dauer der Einsatzfähigkeit. Denn die Schutzwirkung verliert auch ein in die Jahre gekommener Helm nicht wesentlich. Durch regelmäßige Pflege und Reinigung, trockene Lagerung sowie der Schutz vor äußeren Einwirkungen kann der Helm über längere Zeit genutzt werden.

Um eine möglichst gute Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollte der Helm mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sein. Da die Aktivierung vom Nutzer bzw. der Nutzerin jedoch oft vergessen wird, sollte der Helm auch über eine passive Sicherheitsausstattung in Form von reflektierenden Elementen an der gesamten Helmschale sowie im Kinnriemen verfügen. Ein helles Design in auffälligen Farben erhöht zudem die Sichtbarkeit bei Tag und Nacht.

Die ADAC Unfallforschung belegt, dass ein Helm beim Sturz effektiv vor vielen Kopfverletzungen schützen kann. Auch der schlechteste Helm im Test kann im Ernstfall Leben retten, wenn er richtig getragen wird.

Fazit

Der Fahrradhelm mit LED-Rücklicht ist eine sinnvolle Ergänzung für jeden Radfahrer, der Wert auf Sicherheit und Sichtbarkeit legt. Die Auswahl an Modellen ist groß, und es gibt für jeden Bedarf und jedes Budget den passenden Helm.

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