Sogenannte Intercoms waren bislang vor allem Motorradfahrern bekannt. Inzwischen bieten sowohl renommierte Hersteller wie auch ambitionierte Startups spezielle Kommunikationssysteme für Mountainbiker an. Um Mountainbiker miteinander vernetzt zu halten - auch wenn sie räumlich voneinander getrennt sind - haben sich die Entwickler bei Aleck, Cardo und Sena eine elektronische Lösung ausgedacht.
Drei Kommunikationssysteme im Vergleich
Mit Aleck, Cardo und Sena wurden die drei neuesten der elektronischen Helfer zum Systemvergleich gebeten. “Neu” sind die Systeme im wahrsten Sinne des Wortes: Während es das Cardo Packtalk Outdoor bereits zu kaufen gibt, hat BIKE die Geräte von Aleck und Sena weltweit als erstes getestet. Die Aleck Punks begannen ihren Marktauftritt als Kickstarter-Kampagne und starten im August 2023 in den Vorverkauf. Das Sena Talkie wird ab dem Frühjahr 2024 erhältlich sein. Bei den Testgeräten handelt es sich um Prototypen, frisch von der Eurobike-Messe in Frankfurt.
Die getesteten Modelle im Überblick:
- Aleck Punks
- Cardo Packtalk Outdoor
- Sena Talkie
Technische Grundlagen der Intercom-Systeme
Alle drei Intercom-Systeme lassen sich via Bluetooth mit dem Handy koppeln. Ohne Smartphone kommt man bei der Einrichtung der Geräte nicht weit, denn für jedes braucht es eine eigene App mit einem extra Nutzerkonto. Über diese können dann Grundeinstellungen vorgenommen und Kommunikations-Gruppen erstellt werden. Falls freigegeben, können Gruppenmitglieder außerdem die Position anderer Nutzer auf einer Karte einsehen. Wie bei alle modernen, kabellosen Elektronikgeräten, müssen auch die Kommunikationssysteme erstmal ans Kabel. Die integrierten Akkus laden via USB-C-Schnittstellen und stellen zwischen sechs (Sena) und 19 Stunden (Aleck) Akkulaufzeit zur Verfügung.
Netzwerk-Technologien im Detail
Für die Kommunikation zwischen den Geräten nutzen die Hersteller unterschiedliche Technologien. Aleck setzt als einziger auf das Mobilfunknetz. Einmal mit dem Handy gekoppelt, sind mit den Punks so beliebig viele Gesprächsteilnehmer und eine unbegrenzte Reichweite möglich. Dafür kann die Verbindung in abgelegenen Tälern und dichten Wäldern schon mal abreißen. Sobald wieder Netzempfang gegeben ist, verbinden sich die Punks automatisch wieder mit den Gesprächspartnern. Um das Mobilfunk-Problem zu vermeiden, bedienen sich Cardo und Sena eines sogenannten Mesh-Systems, das die Funk-Signale einzelner Geräte in einem gemeinsamen Netz zusammenschaltet. Auch diese Mesh-Netzwerke besitzen die Eigenschaft sich selbst zu “reparieren”. Mehrere Geräte auf derselben Frequenz sind automatisch sprechfähig. Je mehr Nutzer in einem Netz zusammengeschaltet sind, desto besser die Übertragungsqualität und die Reichweite.
Audio-Übertragung: So gelangt der Sound ins Ohr
Wie das Gesprochene das Ohr erreicht, hat jeder Hersteller anders gelöst. Cardo setzt auf konventionelle Kopfhörer mit Kabel und Mikrofon. Die Intercom-Spezialisten legen dem Packtalk-Outdoor-Bundle sogar zwei verschiedene Sets bei: einmal klassische In-Ear-Kopfhörer und einmal Mikrofon und Kopfhörer zur Helmintegration. Diese können via Klettverschluss und Klebepads in einem Integralhelm verbaut werden. Während diese Option sich zum Beispiel für Ski-Helme anbietet, war in unserem Test mit Enduro-Integralhelmen nicht ausreichend Platz an den Ohren. Das Gerät selbst kann mit verschiedenen Halterungen entweder an den Helm geklebt werden oder mit einer Klemmung an den Gurten von Helm, Hose oder Rucksack befestigt werden. So oder so bleibt das Problem der Kabelführung.
Das Talkie von Sena lässt sich mittels einer starken Magnethalterung entweder an einem mitgelieferten Armband oder an einer Kordel um den Hals tragen. Lautsprecher und Mikrofon liegen so zwar am Körper, aber ein Stück weg von Mund und Ohren. Aleck löst das Problem durch die sogenannte Near-Ear-Technologie. Die Intercom-Geräte lassen sich beidseitig an den Gurten des Helmes befestigen und sitzen so direkt hinter den Ohren. Anders als bei den ebenfalls von uns getesteten Knochenschall-Kopfhörern Shokz Open Run Pro gelangt bei Aleck der Sound durch konventionelle Schallübertragung in den Gehörgang. Durch die Nähe zum Ohr ist jedoch nur eine verhältnismäßig geringe Lautstärke nötig. Die Ohrmuscheln bleiben frei und können parallel zum Sound aus den Kopfhörern auch Umgebungsgeräusche aufnehmen. Dies ist gleichzeitig der größte Unterschied der Aleck Punks zu “normalen” Bluetooth-Kopfhörern mit Hands-Free-Funktion.
Einzelvorstellung der Kommunikationssysteme
Aleck Punks
Maximal minimalistisch erscheinen die Aleck Punks auf den ersten Blick. Im Vergleich zu den zwei anderen Intercom-Systemen sind sie deutlich kleiner und leichter. Da es sich um zwei separate Geräte handelt, müssen auch beide zunächst aufgeladen werden. Die übersichtliche Aleck-App führt gut durch den Setup-Prozess. Dass sich dieser schließlich doch als nicht ganz einfach herausstellt, liegt daran, dass die Punks über einen Knopf pro Seite verfügen, der aber jeweils mit unterschiedlichen Funktionen belegt ist. Welche gerade bedient wird, hängt davon ab, welche Seite, wie oft gedrückt wird. Zwar hält Aleck eine Auflistung der Funktionen bereit, anfangs braucht die Bedienung aber etwas Eingewöhnung. Erst recht, wenn die Geräte nicht am Helm befestigt sind, denn eine Beschriftung mit “Links” oder “Rechts” sucht man vergebens. Auch während der Fahrt ist die Bedienbarkeit das größte Manko der ansonsten überzeugenden Punks. Um nicht durcheinander zu kommen, müssen Biker die Tastenkombinationen quasi auswendig lernen.
Über die App kann zwischen zwei Modi gewechselt werden. Im “Push-To-Talk”-Setting können sich zwei Nutzer im Walkie-Talkie-Stil auf Knopfdruck unterhalten. Im “Party”-Modus bleibt das Gespräch dauerhaft aufrechterhalten. Dann können sich alle möglichen Freunde über die App zuschalten und unabhängig von der Distanz miteinander sprechen. Die Gesprächsqualität über das Mobilfunknetz war in unserem Test durchgehend gut. Das Problem der Funklöcher bleibt jedoch. Die Near-Ear-Kommunikation der Punks ist faszinierend. Trotz freier Ohren ist die Soundqualität überzeugend. Allerdings hören auch Außenstehende leise mit. Musik und Gespräche sind bei stiller Umgebung in einigen Metern Abstand vom Träger noch dezent zu hören. Für Sportarten ohne Helm scheiden die Punks als Intercom leider aus.
Aleck Punks - Details:
- Preis: 149,90 Euro
- Gewicht: 16 Gramm
- Akkulaufzeit: 19 Stunden
- Übertragung via: Mobilfunknetz
- Maximale Nutzerzahl in einem Netzwerk: Unbegrenzt
- Maximale Reichweite zwischen zwei Geräten: Unbegrenzt
- Maximale Gesamtreichweite: Unbegrenzt
- Audio-Wiedergabe: Near-Ear-Technologie
Cardo Packtalk Outdoor
Mit 249,95 Euro ist das Cardo Packtalk Outdoor deutlich teurer als die anderen getesteten Geräte. Für zwei Nutzer sind damit satte 500 Euro fällig. Schon beim Auspacken des Packtalk Outdoor wird dafür aber klar: Hier steckt viel drin. In der verschachtelten Verpackung liegen verschiedene Montage-Halter, Klebepads, Kabel, ein Adapter und zwei hochwertige Kopfhörer von JBL - gut für alle, die das System als Multisport-Gerät nutzen wollen. Mit vielen Teilen kommt jedoch auch Komplexität. Bis das richtige Setup aus Geräte-Positionierung und Kabelverlauf gefunden ist, muss etwas experimentiert werden. Auch in Sachen Bedienbarkeit bietet das Cardo Intercom mehr, als die Konkurrenz. Über mehrere Tasten mit Piktogrammen, eine LED-Anzeige und ein Drehrad lässt sich das System einfach handhaben. In einer einstellbaren Sprache informieren Sprachansagen zum Beispiel über die Verbindung zum Smartphone oder den Akkustand. Zusammen mit der übersichtlichen App leistet sich das Cardo Packtalk Outdoor so keine Schwächen beim Handling und lässt sich auch unterwegs einfach bedienen.
Die Kommunikation zwischen zwei Nutzern klappte in unserem Test problemfrei. In diesem Vergleich verfügt das Mesh-Netzwerk von Cardo jedoch über die geringste Reichweite. Bei Wiedereintritt in den Kommunikationsradius verbindet sich das System schnell und automatisch neu. Durch die Verwendung von In-Ear-Kopfhörern macht das Cardo einen nicht ganz so futuristischen Eindruck wie die Konkurrenz von Aleck. Dafür bieten die Kopfhörer unangefochten die beste Klangqualität und die höchste Maximallautstärke. Wie oft in Deutschland ist die Rechtslage zum Thema In-Ear-Kopfhörer auf dem Bike leider recht undurchsichtig. Im Straßenverkehr darf das Gehör nicht beeinträchtigt werden. Der kurze sprachliche Austausch über ein Kommunikationssystem sollte auch mit verschlossenen Gehörgängen unproblematisch sein. Anders könnte das beim Hören von Musik über In-Ear-Kopfhörer aussehen. In jedem Fall bleibt die Ahndung Auslegungssache des kontrollierenden Beamten oder im Härtefall des Gerichts. Die JBL-Kopfhörer bieten in Sachen Staub- und Wasserresistenz eine niedrigere Schutzklasse, als das Cardo-Gerät selbst.
Cardo Packtalk Outdoor - Details:
- Preis: 249,95 Euro
- Gewicht: 50 Gramm (ohne Kopfhörer)
- Akkulaufzeit: zehn Stunden
- Übertragung via: Mesh-Netzwerk
- Maximale Nutzerzahl in einem Netzwerk: 15
- Maximale Reichweite zwischen zwei Geräten: ein Kilometer
- Maximale Gesamtreichweite: fünf Kilometer
- Audio-Wiedergabe: Kopfhörer mit Kabel
Sena Talkie
Sena führt mit dem Modell Pi eine ähnliche Near-Ear-Lösung im Portfolio wie Aleck. Dieses Intercom-System ist jedoch genauso auf einen Helm als Montagepunkt angewiesen. Das hier getestete Talkie ist der neueste Wurf der Kommunikations-Experten und verfolgt einen anderen Ansatz. Es lässt sich problemlos überallhin mitnehmen und bei vielen unterschiedlichen Sportarten nutzen. In der Hand wirkt das Gerät kompakt und robust. Es ist spürbar schwerer als die Konkurrenz. Dafür ist die Bedienung an einem Gerät und mit drei Tasten deutlich intuitiver. Die unkomplizierte Nutzbarkeit macht von Anfang an Spaß und ist die vielleicht größte Stärke des Talkies als Intercom-Lösung im Vergleich zu Aleck und Cardo. Via Bluetooth verbindet sich das Gerät mit der Sena Cycling App. Bei dieser merkt man, dass Sena seit vielen Jahren Intercoms für Motorradfahrer im Programm hat. Sie macht einen ausgereifteren Eindruck als die Anwendung von Aleck, und sie hat mehr Funktionen als bei Cardo. Von hier aus haben Nutzer auch Zugriff auf Anleitungen und UKW-Radio.
Vom Audio-Prinzip her ist das Sena Talkie eine Art tragbarer, intelligenter Lautsprecher. Der offensichtliche Nachteil: Jeder kann mithören. Zum Musikhören könnte das System - je nach Sensibilität für die ungestörte Ruhe der Natur - deshalb ausscheiden. Selten werden beim Radfahren sensible Informationen ausgetauscht, doch zum Beispiel in der Liftschlange des Bikeparks, braucht es eine Portion Selbstbewusstsein, um den fragenden oder genervten Blicken anderer Biker Stand zu halten. Die Paarung zweier Geräte im Intercom-Modus ist einfach. Wie bei Cardo führen Sprachansagen durch den Prozess. Obwohl das Gerät und damit das Mikrofon weiter weg vom Kopf sitzt, werden Gespräche klar und deutlich übertragen. Die eingebaute Geräuschunterdrückung funktioniert gut. Auf neun unterschiedlichen Kanälen kann gefunkt werden. Die Anzahl der Nutzer ist damit quasi unbegrenzt. Deutlich begrenzt ist dagegen die maximale Reichweite zwischen zwei Geräten. Mit einem 400-Meter-Radius empfiehlt sich das Sena-System nur für den Einsatz in weniger weitläufigen Gebieten.
Sena Talkie - Details:
- Preis: ca. 100 Euro (Prototyp, erhältlich ab Frühjahr 2024)
- Gewicht: 80 Gramm
- Akkulaufzeit: 6 Stunden
- Übertragung via: Mesh-Netzwerk
- Maximale Nutzerzahl in einem Netzwerk: Unbegrenzt
- Maximale Reichweite zwischen zwei Geräten: 400 Meter
- Maximale Gesamtreichweite: zwei Kilometer
- Audio-Wiedergabe: Lautsprecher
Weitere smarte Fahrradhelme im Überblick
Neben den Kommunikationssystemen von Aleck, Cardo und Sena gibt es auch andere smarte Fahrradhelme, die zusätzliche Funktionen bieten.
Sena R1 Evo
Der Sena R1 Evo kombiniert ein klassisches Design mit Mesh-Intercom, Telefonie und Musikwiedergabe. Die Verarbeitung ist hochwertig und die Passform flexibel anpassbar. Allerdings fehlen Frontlicht und Blinker.
- Vorteile: Mesh-Intercom, Telefonieren, Musikwiedergabe, flexibles Verschlusssystem
- Nachteile: Kein Frontlicht, kein Blinker, keine App-Anbindung, Lautsprecher ohne Bass
Livall Evo 21
Der Livall Evo 21 zeichnet sich durch sein gut sichtbares Licht, Blinker mit Fernbedienung und eine SOS-Funktion aus. Kritisiert werden der proprietäre Ladestecker und das nicht dauerhaft leuchtende Licht.
- Vorteile: 360-Grad-Licht, Blinker mit Fernbedienung, Umgebungslichtsensor, Bremslicht, SOS-Funktion
- Nachteile: Proprietärer Ladestecker, Licht kann nicht dauerhaft leuchten, Frontlicht nicht sehr hell
Lumos Ultra
Der Lumos Ultra bietet ein schickes Design, helles Licht und Blinker mit Fernbedienung. Es fehlen jedoch Lautsprecher und Mikrofon, und die App bietet nur wenige Einstellmöglichkeiten.
- Vorteile: Schickes Design, helles Licht & Blinker mit Fernbedienung, gute Passform, abnehmbares Polster
- Nachteile: Keine Lautsprecher oder Mikrofon, App bietet nur wenige Einstellmöglichkeiten
Livall BH51M Neo
Der Livall BH51M Neo ist ein smarter Fahrradhelm mit Blinker, Licht und Walkie-Talkie-Funktion. Die Blinkfunktion erhöht die Sicherheit, und die automatische Unfall-Erkennung mit Benachrichtigung eines Notfallkontakts kann im Ernstfall wertvoll sein. Enttäuschend ist die mäßige Sprachqualität beim Telefonieren.
- Die Blinkfunktion über die Fernbedienung erhöht die Sicherheit, gerade bei E-Scootern.
- Auch die automatische Unfall-Erkennung mit Benachrichtigung eines Notfallkontakts kann im Ernstfall wertvoll sein.
- Enttäuschend ist die mäßige Sprachqualität beim Telefonieren.
Smarthelm-Funktionen im Detail
Smarte Fahrradhelme können unter anderem mit integrierten Lautsprechern, Mikrofonen, Licht und sogar Blinkern aufwarten.
- Ein Smarthelm findet seine Zielgruppe, vor allem, wenn man damit beim Radeln telefonieren oder der Sprachnavigation folgen kann, ohne die Hände vom Lenker zu nehmen.
- Sicherheitsorientierte Radfahrer freuen sich über helle LED-Lichter, die zusätzlich eine Blink- und Bremslichtfunktion haben können.
- Allerdings lassen sich alle diese Funktionen nur anwenden, wenn die Akkus geladen sind. Und das muss je nach Nutzungsintensität täglich erfolgen.
Ein moderner Smarthelm für Radfahrer kann seine vielen Funktionen nur mithilfe des Smartphones oder einer Smartwatch bieten. Je nach Helmmarke lädt man sich die kostenlose App aus dem App- bzw. Google-Play-Store und verbindet per Bluetooth das Handy mit dem Fahrradhelm. Je nach Ausstattung ermöglicht die App dann, dass der Helm blinkt, das Bremslicht aufleuchtet, dass man Musik hören, telefonieren oder der Sprachnavigation folgen kann.
Funktionen der 5 Smarthelm-Modelle im Überblick
Cratoni Smartride
- Optik des Cratoni Smartride, des teuersten Smarthelms in der Auswahl, erinnert mit seiner Form und dem ansteckbaren Visier etwas an einen Motorradhelm.
- Beleuchtung und Blinker können über die Fernbedienung am Lenker eingeschaltet werden. Diese muss jedoch zuerst per Cratoni-App und Bluetooth mit dem Helm verbunden sein.
- Über die App und einen Crash-Sensor kann im Notfall eine Nachricht mit den Koordinaten des Fahrers an einen zuvor eingetragenen Notfallkontakt gesendet werden.
- Die App zeichnet zudem die persönlichen Tourendaten auf und stellt einen Kontakt zur individuellen Musiksammlung auf dem Smartphone her, sodass man sich unterwegs mit Musik berieseln lassen kann.
- Fahren in einer Gruppe mehrere Radler mit dem Cratoni Smartride, können sich diese über eine Walkie-Talkie-Funktion verständigen, falls sie nicht allzu weit auseinander radeln.
Livall BH51 M Neo
- LED-Beleuchtung vorne und hinten mit Blinker.
- Das Rücklicht leuchtet aufgrund eines Geschwindigkeits-Sensors beim Bremsvorgang auf.
- Mittels Bluetooth und integrierter Lautsprecher sowie Mikrofon kann man beim Radeln telefonieren und Musik hören bei mittelmäßiger Tonqualität.
- Bei einem Sturz wird eine SMS an einen Notfallkontakt gesendet.
- Und wenn ein Mitradler auch einen Livall-Helm trägt, kann man mit ihm per Gegensprechfunktion kommunizieren, falls er nicht weiter als rund 500 Meter entfernt ist.
Livall BH60 SE
- Weitere Sicherheits-Funktionen sind die acht LED-Rücklichter und je drei Blinklichter, die über eine per Gummiband leicht zu installierende Fernbedienung am Lenker bedient werden.
- Zum weiteren technischen Innenleben zählen zwei Lautsprecher und ein Mikrofon.
- Wird der Smarthelm per Livall-Riding-App mit einem Smartphone gekoppelt, kann man damit Telefongespräche empfangen, Musik hören oder den Sprachansagen einer Navi-App folgen.
- Interessant für die Sicherheit des Radfahrers ist der Sturzsensor im Helm. Bei einem Aufprall verständigt dieser den eingetragenen Notfallkontakt, allerdings nur, wenn sich der Radler nicht in einem Funkloch befindet.
Lumos Kickstart
- Auf den zweiten Blick fallen dann an der Front und am Heck die Leisten bzw. Flächen mit LED-Lichtern auf.
- Der Blinker lässt sich über große Tasten an einer Bluetooth-Fernbedienung am Lenker betätigen.
- Bei eingeschaltetem Blinker ist zudem ein akustisches Signal hörbar, und der Lenkerschalter blinkt mit. Außerdem blinken die Front-LEDs in der Fahrtrichtung.
- Das heißt, beim Bremsen leuchtet das rote Rücklicht als Bremslicht auf.
- Außerdem zeigt die App den Ladestand des Helmakkus, und über die Auto-Ride-Tracking-Funktion werden Daten zu Aktivitäten gesammelt, die an eine Health App oder die Fitness-App Strava weitergeleitet werden können.
- Der Helm kann auch mit der Apple-Watch gekoppelt werden.
Sena R1 Evo
- Im Smarthelm ist neben Lautsprechern und Mikrofon auch ein UKW-Radio integriert, das nach Installation der Sena-Cycling-App nutzbar ist.
- Viel interessanter und nützlicher ist jedoch die Bluetooth-Verbindung zum Smartphone oder GPS-Navigationsgerät.
- Die Sprachansagen zum Beispiel von Komoot sind gut über die eingebauten Lautsprecher verständlich, ohne dass die ganze Umgebung mithören kann.
- Mithilfe der Freisprecheinrichtung kann man auch unterwegs telefonieren, ohne dass der Fahrtwind allzu sehr stört.
- Wer sich unterwegs gerne mit seinen Mitradlern verständigt, kann dies mithilfe einer Funk-Gegensprechanlage tun. Vorausgesetzt, die anderen tragen auch einen Sena-Helm.
Sicherheitsaspekte und rechtliche Hinweise
Es ist wichtig zu beachten, dass technische Innovationen nicht nur positive Aspekte haben. Die Überfrachtung mit Elektronik am Kopf kann gerade in puncto Sicherheit leider auch ins Gegenteil umschlagen. Nicht nur der ADFC befürchtet, dass insbesondere im Stadtverkehr das Telefonieren und eine Musikberieselung den Radfahrer zu sehr ablenken und dadurch die Unfallgefahr zunimmt. Außerdem würden sich viele Radfahrer zu sehr auf die Lichter am Helm verlassen, die jedoch keineswegs eine gute Beleuchtung am Fahrrad und die Handzeichen für Richtungswechsel ersetzen.
In Bezug auf die Verwendung von In-Ear-Kopfhörern ist die Rechtslage in Deutschland recht undurchsichtig. Im Straßenverkehr darf das Gehör nicht beeinträchtigt werden. Der kurze sprachliche Austausch über ein Kommunikationssystem sollte auch mit verschlossenen Gehörgängen unproblematisch sein. Anders könnte das beim Hören von Musik über In-Ear-Kopfhörer aussehen. In jedem Fall bleibt die Ahndung Auslegungssache des kontrollierenden Beamten oder im Härtefall des Gerichts.
Worauf man beim Kauf eines Fahrradhelms achten sollte
- Welche Helmgröße ist die richtige für mich? Die Helmgröße muss zum Kopfumfang passen. Messen Sie diesen mit einem Maßband etwa einen Zentimeter über den Augenbrauen. Viele Helme lassen sich zusätzlich per Drehrad feinjustieren - wichtig für sicheren Sitz und Tragekomfort.
- Welche Sicherheitsstandards sollte ein Fahrradhelm erfüllen? Ein guter Helm sollte mindestens die europäische Norm EN 1078 erfüllen. Zusätzliche Systeme wie MIPS (Multi-Directional Impact Protection System) erhöhen den Schutz bei schrägen Aufprallen.
- Wie wichtig ist die Belüftung eines Helms? Sehr wichtig - besonders bei längeren Fahrten oder im Sommer. Achten Sie auf ausreichend Lüftungsschlitze und durchdachte Luftkanäle, damit sich unter dem Helm keine Hitze staut.
- Welche Zusatzfunktionen sind sinnvoll? Je nach Fahrverhalten können integrierte LED-Lichter, Blinker, Bremslichter, ein Rettungssystem oder App-Anbindung sinnvoll sein - vor allem für Pendler oder E-Bike-Nutzer im Stadtverkehr. Derartige Funktionen lassen den Preis des Fahrradhelms jedoch in die Höhe steigen.
- Wie viel sollte ein guter Helm kosten? Einsteigerhelme gibt es ab ca. 30 Euro, hochwertige Modelle mit Zusatzfunktionen kosten 100 Euro und mehr. Wichtig ist, dass der Helm gut sitzt, geprüft ist und zum Einsatzzweck passt - Preis allein ist kein Qualitätsmerkmal.
Tabellarische Übersicht der getesteten Modelle
| Modell | Preis | Gewicht | Akkulaufzeit | Übertragung | Nutzerzahl | Reichweite (Gerät) | Reichweite (Gesamt) | Audio |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Aleck Punks | 149,90 Euro | 16 Gramm | 19 Stunden | Mobilfunknetz | Unbegrenzt | Unbegrenzt | Unbegrenzt | Near-Ear |
| Cardo Packtalk Outdoor | 249,95 Euro | 50 Gramm | 10 Stunden | Mesh-Netzwerk | 15 | 1 km | 5 km | Kopfhörer |
| Sena Talkie | ca. 100 Euro | 80 Gramm | 6 Stunden | Mesh-Netzwerk | Unbegrenzt | 400 Meter | 2 km | Lautsprecher |
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