Fahrradhelm nach Sturz ersetzen: Eine Anleitung

Ein Fahrradhelm ist ein wesentlicher Bestandteil der Sicherheitsausrüstung für Radfahrer. Er schützt den Kopf vor schweren Verletzungen bei Stürzen oder Unfällen. Doch wann ist ein Helm nach einem Sturz unbrauchbar und muss ersetzt werden? Und wie pflegt man einen Helm richtig, um seine Lebensdauer zu verlängern?

Warum ein Helm nach einem Sturz ersetzt werden muss

Die Außenschale deines Helms besteht aus Polycarbonat, die Innenschale aus expandiertem Polystyrol (EPS). Die Außenschale bildet eine steife Schutzschicht, die Stöße abfängt, während die Innenschale die Kraft eines starken Aufpralls auffängt, indem sie sich verformt. Diese Verformung ermöglicht erst eine effektive Stoßdämpfung und reduziert den Rebound-Effekt.

Wichtig: Helme sind so konzipiert, dass die deinen Kopf genau einmal vor einem starken Aufprall schützen. Wenn du einmal mit dem Helm auf den Kopf stürzt oder wenn dir dein Helm mit Wucht auf den Boden fällt, verliert er seine Schutzfunktion.

Kleine Mikrorisse treten auf, die nicht sichtbar sein müssen, aber eine ganz klare Schwachstelle sind. Das EPS verformt sich auf irreversible Weise. Das heißt, der Helm schützt dein Gehirn bei weiteren Stößen nicht mehr. Deswegen ist es gefährlich, ihn danach weiter zu tragen!

Wann muss ein Helm ausgetauscht werden?

  • Nach einem Sturz: Bike, Riding und Ski Helme müssen nach einem Unfall ersetzt werden! Dies gilt auch, wenn keine offensichtlichen Schäden am Helm vorhanden sind.
  • Alter: Helme, die älter als acht Jahre sind und maximal 5 Jahre verwendet wurden, müssen ebenfalls ausgetauscht werden, unabhängig davon, wie oft oder wie intensiv der Helm verwendet wurde.
  • Beschädigung: Einen Helm sollte man nach einem Sturz tauschen bzw. wenn er beschädigt ist, er also Risse oder Dellen hat oder Material herausgebrochen ist.

Wie man den Helm überprüft

Man soll den Helm ca. alle 1 bis 2 Monate mal mit den Händen ein bisschen auseinander dehnen und die Innenfläche nach Rissen absuchen. Sind keine Risse zu sehen, ist der Helm in Ordnung.

Ich denke wenn man die Schüssel jeden Tag auf hat, sind die nach 5 -10 Jahren ohnehin rum. Ich bleib dabei, immer mal kontrollieren ob der Helm noch o.k. ist, sprich keine Risse hat, die Schale noch am Styropor hällt, die Gurte und Verschlüsse in Ordnung sind ect. pp.

Pflege und Wartung des Helms

Correct handling of the helmet and regular care are crucial.

Wenn du im Schlamm unterwegs warst oder nach einer besonders anstrengenden Tour solltest du deinen Helm mit klarem Wasser und Seife reinigen. Verzichte unbedingt auf jegliche Art von Waschmitteln oder chemischen Reinigungsmitteln. Auch Schwämme mit einer angerauten Oberfläche solltest du nicht verwenden, um deinen Helm vor Kratzern zu schützen.

Wenn du deinen Helm gereinigt hast, solltest du ihn an der frischen Luft trocknen lassen oder mit einem weichen Tuch abtrocknen. Lass ihn nicht in der Nähe eines Radiators oder einer anderen Wärmequelle trocknen, um das Trocknen zu beschleunigen.

Das im Schweiß enthaltene Salz kann die Schaumstoffpolster im Helminneren angreifen. Um das zu verhindern, kannst du die Schaumstoffpolster einfach mit klarem Wasser abspülen. Das verlängert die Lebensdauer erheblich.

Außerdem solltest du deinen Helm an einem trockenen, kühlen Ort lagern. Vor Wärmequellen, UV-Strahlung und winterlicher Kälte geschützt aufbewahren.

Crash-Replacement-Programme

Für die "Crash-Piloten" unter uns, gibt es bei einigen Herstellern kostengünstige Möglichkeiten, einen (durch Eigenverschulden) gecrashten Artikel zu ersetzen. Dafür sind einige Hersteller dankbar und bieten Dir aufgrund dessen ein sogenanntes "Crash-Replacement"-Programm an. Meist in Form von vergünstigten Einkaufskonditionen bei Neuanschaffung des Helms.

Bitte beachte: Die jeweiligen Konditionen und die Abwicklung sind unterschiedlich, je nach Hersteller.

Sollte der defekte Helm eingesendet werden müssen, sind diese Versandkosten in jedem Fall von Dir zu tragen.

Beispiele für Crash-Replacement-Programme

  • Bell: ersetzt Erstbesitzern zu einem Pauschalbetrag (derzeit 50%) gecrashte Helme (Unfallhelme). Die Abwicklung (für Kunden in Deutschland) übernimmt komplett die GROFA, hierzu füllst Du online unter dem hier genannten Link alle Daten aus.
  • Bontrager: Kommt Dein Helm zu Schaden, im Fall eines Sturzes innerhalb des ersten Jahres nach Kauf eines Bontrager-Helms, bietet Bontrager Dir einen kostenfreien Ersatz.
  • Endura: Im Falle eines gecrashten Endura-Helms, kommt Dir Endura beim Neukauf eines Ersatz-Helmes (gleiches Modell oder Nachfolger) zu 50% des UVP entgegen.
  • Giro: ersetzt Erstbesitzern, bis zu einem Zeitraum von drei Jahren nach Kauf, Helme zu einem Pauschalbetrag (derzeit 50%), die aufgrund eines Fahrradunfalls nun unbrauchbar sind. Die Abwicklung (für Kunden in Deutschland) übernimmt komplett die GROFA, hierzu füllst Du online unter dem hier genannten Link alle Daten aus.
  • MET: Wird Dein MET Helm bei einem Sturz oder Unfall beschädigt, bietet Dir MET beim Neukauf einen Crash-Replacement-Service an. D.h. der MET Lieferant RTI Sports GmbH ermöglicht es Dir einen neuen vergleichbaren MET Helm mit 50% Rabatt (auf die UVP) zu erwerben.
  • Specialized: gewährt Dir nach Prüfung in der Regel zwischen 20% und 50% Rabatt (abhängig von Modell, und Zustand) auf die UVP eines neuen Helmes des vergleichbaren Modells, wenn Dein Helm durch einen Fahrradunfall zu Schaden gekommen ist.

Gerne kannst Du eine Anfrage zu hier nicht aufgeführten Herstellern senden, denn viele Hersteller bieten auch Einzellösungen an.

Wie ein Fahrradhelm richtig sitzt

Auf jeden Fall fest, gerade und bequem. Der Helm sitzt optimal, wenn er den Kopf sicher umschließt, wobei die Innenpolster dicht anliegen müssen.

Für Leute, die nicht so recht wissen, wie das mit dem Helm aufsetzen funktioniert, hier eine kleine Anleitung, Schritt für Schritt.

  1. Drehknopf auf der Rückseite aufdrehen.
  2. Die Riemen prüfen, denn sie dürfen nicht verdreht sein.
  3. Helm aufsetzen. Er darf nicht in den Nacken gezogen werden. Er darf auch nicht zu tief auf der Stirn sitzen, denn dann verdeckt er die Augen und stört. Der Helm sollte etwa einen Finger breit über den Augenbrauen abschließen.
  4. Dann die Riemen so nach unten führen, dass sie vor und hinter den Ohren gerade liegen.
  5. Dann das Kinnriemenschloss verschließen. Es darf nicht direkt auf dem Unterkieferknochen aufliegen, sondern mit etwas Abstand. Bei einem Sturz kann der stramm sitzende Riemen den Hals abdrücken, was zu Luftnot führt. Den Abstand prüft man, indem man einen Finger zwischen Kinn und Riemen steckt, dann ist er richtig.
  6. Drehknopf auf der Rückseite zudrehen, Damit kann man den Helm so auf die Kopfform einstellen, wie es angenehm ist.

Sehr wichtig: Sind Kinnriemen geschlossen und Drehknopf zugedreht, muss der Helm absolut fest sitzen. Der Helm darf nicht verrutschen, wenn man den Kopf schüttelt und hin und her bewegt.

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