Die Sicherheit sollte beim Rennradfahren oberste Priorität haben, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten. Moderne Rennradhelme versprechen top Belüftung, geringes Gewicht und bestmöglichen Schutz. Dieser Artikel untersucht den Fahrradhelm Rennrad RCR 900 MIPS Weiss Test und seine Eigenschaften.
MIPS-Technologie: Schutz vor Rotationskräften
MIPS steht für "Multi Directional Impact Protection System" und ist ein Rotationsschutz, eine zusätzliche, bewegliche Kunststoffschale zwischen Helmpolster und Helmschale. MIPS im Rennrad-Helm verringert die Rotation des Kopfes. Die Aufgabe dieser inneren Schale besteht darin, bei einem schrägen Aufprall - wie er zum Beispiel beim Sturz über den Lenker typisch ist - etwas zusätzliche Rotationsbewegung der Helmschale zuzulassen. Das senkt die Wahrscheinlichkeit von Hirnschäden, die auftreten, wenn der Schädel sich so schnell dreht, dass die träge Masse des Gehirns nicht folgen kann und Blutgefäße bei der Scherbewegung zwischen Schädelknochen und Gehirn einreißen.
Im Superzeitlupen-Video des TOUR-Tests kann man den Effekt sehen: Die Helmschale verdreht sich beim schrägen Aufprall klar erkennbar gegenüber dem Kopf, dieser zusätzliche Bremsweg nimmt Energie aus der Drehung. Die Wahrscheinlichkeit, eine mittlere Gehirnerschütterung durch die Rotation zu erleiden, sinkt sogar um drei Viertel, von durchschnittlich 39 auf nur noch 10 Prozent - verglichen mit einem Helm ohne MIPS.
Testkriterien für Rennradhelme
Bei Tests von Rennradhelmen werden verschiedene Kriterien berücksichtigt, um ein umfassendes Bild der Leistungsfähigkeit zu erhalten:
- Sicherheit: Schutz vor Schlägen und Rotationskräften.
- Belüftung: Optimale Luftzirkulation zur Kühlung des Kopfes.
- Aerodynamik: Geringer Luftwiderstand für höhere Geschwindigkeiten.
- Gewicht: Leichtes Design für Komfort auf langen Strecken.
- Tragekomfort: Bequeme Passform und einfache Anpassung.
Van Rysel RCR 900 MIPS: Ein attraktiver Helm unter 100 Euro
Die Hausmarke von Decathlon, Van Rysel, präsentiert mit dem RCR-R 900 Mips einen attraktiven Rennradhelm, der in der Preisklasse unter 100 Euro einen beeindruckenden Benchmark setzt. Er punktet nicht nur mit einem aerodynamischen Design, sondern auch mit einem ausgezeichneten Sitz und einem angenehmen Tragegefühl. Der Helm richtet sich an Rennrad-Einsteiger als auch Fortgeschrittene, die einen Helm suchen, der sozusagen mit ihren Fähigkeiten mitwächst. Egal, ob man ihn nur auf Feierabendrunden mit den Rennrad-Kumpels einsetzt oder schon erste Rennen plant - der RCR-R 900 Mips macht alles mit. Mit seinen 320 Gramm Eigengewicht ist er dabei auch noch nicht allzu schwer.
Auch die Funktion des RCR-F Aero überzeugt. Der Helm sitzt angenehm und lässt sich einfach justieren. Allerdings gibt es den wie das Teamrad getauften Helm nur in den zwei Größen M und L. Bei letzterem fällt die Oberfläche im Stil der Softshell-Helme vergangener Zeiten auf, die allerdings nur Optik ist.
Weitere getestete Helme
Im Folgenden werden einige weitere getestete Helme kurz vorgestellt:
- Julbo Fast Lane: Fair bepreister Rennradhelm mit ausgezeichneter Belüftung und Fidlock-Magnetverschluss.
- Scott Cadence Plus: Bietet geringen Luftwiderstand und eignet sich auch für größere Köpfe.
- Rudy Project Skudo: Vielseitiges Allround-Talent mit guter Belüftung und Insektennetz.
- Uvex Surge Aero Mips: Auf Geschwindigkeit getrimmter Helm mit abnehmbarem Aero-Cover.
- Giro Isode Mips: Günstiger Helm mit Mips-Sicherheitstechnologie und bequemem Sitz.
- Sweet Protection Falconer Aero 2 Vi Mips: Futuristische Optik und hoher Komfort.
- Oakley Aro5 Race I.C.E.: Detailverliebte Ausstattung mit twICEme-Sicherheitssystem.
Worauf man beim Kauf achten sollte
Beim Kauf eines Rennradhelms sollte man folgende Punkte beachten:
- Passform: Der Helm sollte gut sitzen und nicht drücken.
- Größe: Die richtige Größe anhand des Kopfumfangs ermitteln.
- Einstellungsmöglichkeiten: Anpassung an die individuelle Kopfform.
- Sicherheitsmerkmale: Mips oder andere Schutzsysteme.
- Belüftung: Ausreichende Luftzirkulation für Komfort.
- Gewicht: Leichtes Design für lange Touren.
MIPS Rennrad-Helme im Test: Eine Übersicht
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über einige der getesteten MIPS Rennrad-Helme:
| Helmmodell | Preis | Gewicht | Größen | Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung | Fazit |
|---|---|---|---|---|---|
| BBB Maestro Mips | 140 Euro | 340 Gramm | S, M, L | 16 % | Schwerster Helm im Test, fällt klein aus. |
| BELL Formula Mips | 120 Euro | 275 Gramm | S, M, L | 21 % | Leichter Helm mit Allround-Passform. |
| BOLLE Exo Mips | 130 Euro | 315 Gramm | S, M, L | 7 % | Passt auf viele Köpfe, relativ hohes Gewicht. |
| GIANT Rev Mips | 120 Euro | 280 Gramm | S, M, L | 2 % | Verhindert Gehirnerschütterung am effektivsten. |
| GIANT Rev Comp Mips | 80 Euro | 300 Gramm | S/M, M/L | 5 % | Günstigster Helm im Test mit sehr gutem Rotationsschutz. |
| GIRO Isode Mips | 90 Euro | 265 Gramm | Unisize | 20 % | Leichtester Helm im Test, passt mittelgroßen Köpfen am besten. |
| GIRO Syntax Mips | 145 Euro | 290 Gramm | S, M, L, XL | 16 % | Allround-Passform, beste kombinierte Schutzwirkung im Test. |
| LAZER Blade+ Mips | 120 Euro | 325 Gramm | S, M, L | 10 % | Gute Kühlung, sehr guter Rotationsschutz. |
| MET Vinci Mips | 110 Euro | 270 Gramm | S, M, L | 14 % | Leichter, schmaler Helm mit Allround-Passform. |
| MET Estro Mips | 130 Euro | 270 Gramm | S, M, L | 3 % | Fällt extrem klein und schmal aus. |
| SCOTT Arx Plus | 120 Euro | 280 Gramm | S, M, L | 11 % | Testsieger mit besten Noten bei Belüftung und Anpassung. |
| SMITH Persit Mips | 100 Euro | 285 Gramm | S, M, L, XL | 18 % | Allround-Passform, deckt Kopfumfänge von 51 bis 65 Zentimetern ab. |
Es ist wichtig zu beachten, dass die Wahrscheinlichkeit einer Gehirnerschütterung nur ein Faktor bei der Bewertung eines Helms ist und dass andere Faktoren wie Passform, Komfort und Belüftung ebenfalls eine wichtige Rolle spielen können.
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