Beim Fahren mit E-Bikes spielt der richtige Helm eine entscheidende Rolle. Besonders bei höheren Geschwindigkeiten und sportlichem Fahrverhalten ist ein verlässlicher Kopfschutz wichtig. Doch nicht jeder E-Bike-Fahrer braucht denselben Helm, denn es gibt Unterschiede zwischen Pedelecs (bis 25 km/h) und S-Pedelecs (bis 45 km/h), die auch rechtlich eine Rolle spielen. Dieser Beitrag zeigt, welche Helme für welchen Einsatzzweck geeignet sind, was gute Helme auszeichnet und welche Modelle besonders empfehlenswert sind.
Pedelec vs. S-Pedelec: Was sind die Unterschiede?
Für normale E-Bikes (sogenannte Pedelecs), die maximal 25 km/h unterstützen, besteht in Deutschland keine gesetzliche Helmpflicht. Bei S-Pedelecs sieht es anders aus: Diese schnellen E-Bikes erreichen bis zu 45 km/h und gelten verkehrsrechtlich als Kleinkrafträder. Hier ist ein zugelassener Schutzhelm gesetzlich vorgeschrieben.
Von all den juristischen Reglementierungen mal abgesehen - das S-Pedelec:
- kommt rein optisch auf den ersten Blick wie sein „kleiner Bruder daher“
- benötigt ebenfalls die Muskelkraft des Fahrers, damit eine Unterstützung durch den Motor stattfinden darf und kann
- bedient sich der gleichen (jedoch erstarkten) Motorentechnik
- ist in seiner Reichweite noch stärker von der Akkukapazität abhängig
- ist ebenfalls in seiner Höchstgeschwindigkeit reglementiert (auf 45 km/h statt 25 km/h)
Das geschulte Auge (oder soll man sagen Ohr?) kann ein S-Pedelec jedoch mit etwas Übung sehr wohl von seinem „kleinen Bruder“ unterscheiden:
- natürlich muss ein Versicherungskennzeichen montiert (und übrigens seit 2015 bei neu zugelassenen S-Pedelecs auch noch beleuchtet) sein.
- am serienmäßigen Rückspiegel
- an den gelben Seitenstrahlern, welche meist an der Gabel verbaut sind
- am meist via Federkraft einklappbaren Seitenständer
- wer schon mal vom S-Pedelec „angehupt“ wurde - diese ist wie auch ein Bremslicht seit 2018 für neu produzierte S-Pedelecs Pflicht
- an der Bereifung mit „ECE“ Freigabe (zu erkennen an einem Kreissymbol mit einem „E“ und einer Zahl)
- an den Bremshebel mit Kugelenden
- an der festmontierte Lichtanlage (die durch den Akku gespeist werden darf)
Anforderungen an E-Bike Helme
Ein hochwertiger Helm für E-Bikes sollte nicht nur bequem sitzen, sondern auch durch seine Konstruktion überzeugen.
- In-Mold-Technologie: Hierbei wird die stoßabsorbierende Innenschicht direkt mit der Außenschale verschmolzen. Das macht den Helm besonders leicht und stabil.
- MIPS (Multi-Directional Impact Protection System): Ein Sicherheitssystem im Helminneren, das Rotationskräfte bei schrägen Aufprällen reduziert. Ein Pluspunkt bei Unfällen.
- NTA 8776-Norm: Diese niederländische Prüfnorm für Helme wurde speziell für S-Pedelecs entwickelt. Sie garantiert eine höhere Stoßdämpfung und größeren Schutzbereich als herkömmliche Fahrradhelme.
Zusätzliche Merkmale wie gute Belüftung, niedriges Gewicht, ein sicheres Verschlusssystem oder integrierte Sichtbarkeitslösungen sind ebenfalls wichtig.
Welche Helme sind geeignet?
Für Pedelecs (bis 25 km/h) ist kein spezieller Helm gesetzlich vorgeschrieben - ein normaler Fahrradhelm reicht aus. Viele Helme für E-Bike-Fahrer basieren auf normalen Fahrradhelmen, sind aber robuster gebaut oder besser belüftet. Pedelec-Helme ähneln klassischen Fahrradhelmen, bieten aber oft verbesserte Belüftung und eine robustere Bauweise.
S-Pedelec-Helme hingegen müssen spezielle Normen erfüllen (z. B. NTA 8776). Diese Modelle sind speziell für schnelles E-Biken konzipiert und bieten einen erweiterten Schutzbereich - besonders im Bereich von Schläfen und Hinterkopf.
Je nach Fahrverhalten und E-Bike-Typ lohnt sich die Investition in einen hochwertigen Helm. Wer täglich pendelt, braucht ein bequemes, gut belüftetes Modell. Sportliche Fahrer und S-Pedelec-Nutzer sollten auf besonders stabile Helme mit erweitertem Schutzbereich achten.
Helmtypen im Überblick
- City-Helm: Ein City-Helm mit robuster In-Mold-Konstruktion, erweitertem Schutzbereich, Reflektoren und LED-Rücklicht.
- Sportlicher Helm: Für sportliche Touren und Trails bieten diese Helme durch ihre tiefgezogene Schale und stabile Bauweise mehr Schutz im Gelände.
- Leichter, aerodynamischer Helm: Ein besonders leichter, aerodynamisch geformter Helm mit guter Belüftung.
- Tourenhelm: Tourenhelm mit Visier, LED-Rücklicht und individuell anpassbarem Tragesystem.
Die richtige Passform und Handhabung
Der Helm sollte waagerecht auf dem Kopf sitzen, ohne zu wackeln. Zwischen Stirn und Helmfront sollte etwa ein Fingerbreit Platz sein. Der Kinnriemen muss straff, aber nicht einschneidend anliegen. Nach einem Sturz oder sichtbarer Beschädigung sollte der Helm unbedingt ersetzt werden.
Rechtliche Aspekte beim S-Pedelec
Im Gesetzestext ist bis dato nur von der Pflicht, einen „geeigneten Schutzhelm“ zu tragen die Rede. Wenn man es genau nimmt, schließt dies die normalen Fahrradhelme aus. Denn diese werden lediglich mit einer Aufprallgeschwindigkeit von 19,5 km/h getestet - viel zu wenig für S-Pedelecs, die bis zu 45 km/h schaffen.
Will man auf der sicheren Seite sein, dann sollte man auf solche mit ECE-R-22.05 Zertifizierung achten.
Im Straßenverkehr benötigt der Fahrer die Fahrerlaubnis für Kleinkrafträder der Klasse M. Seit 19. Januar 2013 heißt diese Klasse AM und ist in den Motorradführerscheinen sowie im Pkw-Führerschein der Klasse B (früher Klasse 3) enthalten. Die Klasse AM steht Personen ab 16 Jahren offen und schließt sowohl eine theoretische als auch praktische Prüfung ein.
Während für das Pedelec dieselben Alkohol-Höchstwerte gelten wie beim normalen Fahrradfahren (1,6 Promille) kommen bei einem S-Pedelec noch strengere Regeln zur Anwendung, was den Konsum von Alkohol anbelangt: Schon ab 0,5 Promille musst du mit Konsequenzen rechnen.
Als Kraftfahrzeug ist beim S-Pedelec auch die Anzahl der Sitze im Fahrzeugschein festgeschrieben, was seine Eignung als Familienmobil stark einschränkt. „Anders als beim herkömmlichen Pedelec ist es verboten, mit dem S-Pedelec einen Kinderanhänger zu ziehen.
Wie Motorräder müssen S-Pedelecs permanent mit Licht fahren.
S-Pedelec Umbausatz - Finger weg!
Selbst gebaute oder nachgerüstete S-Pedelecs verfügen nicht über eine Betriebserlaubnis. Somit dürfen sie nicht am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen.
Um eine Betriebserlaubnis zu erhalten, ist die Vorführung und Abnahme des nachgerüsteten S-Pedelecs bei einer amtlich anerkannten technischen Prüfstelle (zum Beispiel eine spezialisierte TÜV Prüfstelle) notwendig.
Das ist jedoch mit einem immensen Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Bevor man sich zu diesem Schritt entscheidet, sollte man also sicherheitshalber beim TÜV nachfragen. Dann doch lieber einen neues S-Pedelec!
Sonstige S-Pedelec „Handicaps“
Was beim Fahrrad selbstverständlich ist - mal eben einen anderen Reifentyp aufziehen, zum Beispiel heißt beim S-Pedelec zunächst einen Blick auf die Herstellervorgaben. So muss der Reifen nicht nur mit einer „ECE“ Freigabe versehen sein, in der Regel sind auch Typ und Ausführung vom Hersteller eingeschränkt bzw. vorgeschrieben. Außerdem gilt eine Reifen Mindestprofiltiefe von 1 mm.
Achtung: Solche Umbaurestriktionen können auch solche Bauteile wie Lenker, Vorbau, Schaltung, Kettenblatt, Strahler, Spiegel, Frontscheinwerfer, Rücklicht, Sattelstütze, Seitenständer, Felgen/Naben/Laufräder, Nummernschildhalter betreffen.
Auch Alles, was die Abmessungen des Rads verändert, ist ohne Eintragung tabu, wie etwa die beliebten Barends!
Wo darf man fahren?
- Radwege: niemals, auch nicht außerorts, auch nicht, wenn für Mofas oder e-Bikes freigegeben.
- Einbahnstraßen: nur in Fahrtrichtung, auch wenn für Radfahrer die Gegenrichtung freigegeben ist.
- Auch Feld- und Waldwege mit Schild „Durchfahrt verboten“ (roter Kreis auf weißem Grund) sind tabu (auch mit ausgeschaltetem Motor)
Top 5 der besten, zugelassenen S-Pedelec Helme
Hier ist eine Übersicht über einige der besten S-Pedelec Helme, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind. Bitte beachte, dass die Preise variieren können und es sich empfiehlt, vor dem Kauf die neuesten Modelle und Angebote zu prüfen.
| Helm Modell | Vorteile | Nachteile | ungefähre Preis |
|---|---|---|---|
| Abus Pedelec 2.0 ACE | Integriertes Helmvisier, Reduziert Windgeräusche, Lampe für zusätzliche Sicherheit | Höherer Preis | €170,- |
| Abus Pedelec + high E-Bike Helm | Guter Preis, Leichtgewicht, Inkl. Regenschutz, LED Lampe für zusätzliche Sicherheit | Kein Helmvisier, Batterie LED Lampe schnell leer | €99,- |
| AGU Urban Pedelec helm | Guter Preis, Integriertes Helmvisier, Geringes Gewicht | Keine Reduzierung von Windgeräuschen | €110,- |
| Cratoni Commuter | Integriertes Helmvisier, Reduziert Windgeräusche, Hohe Ventilation | Höherer Preis | €125,53 |
| Abus Pedelec 2.0 | Reduziert Windgeräusche, Leichtgewicht, Lampe für zusätzliche Sicherheit | Kein Helmvisier für Regen | €119,96 |
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