Warum sitzt mein Fahrradhelm zu hoch? Ursachen und Lösungen

Über kaum ein Thema wird so erbittert gestritten wie über den Fahrradhelm. Wir haben hier die wichtigsten Informationen zum Helm zusammengefasst. Im Folgenden werden die Ursachen und Lösungen behandelt, wenn ein Fahrradhelm zu hoch sitzt.

Die Bedeutung des richtigen Sitzes

Ein Helm kann Sie nur dann schützen, wenn er richtig sitzt. Zuallererst sollte der Helm für den Träger passend sein. Ein zu kleiner oder zu großer Helm sitzt nicht richtig und kann nicht schützen. Wer sich für einen Fahrradhelm entscheidet, sollte beachten, dass es auf das richtige Tragen ankommt. Und selbstverständlich wird nur ein leichter und komfortabler Helm gerne getragen.

Häufige Fehler beim Tragen eines Fahrradhelms

Oftmals sehen wir gefährliche Fehler beim Tragen von Fahrradhelmen:

  • Helme werden häufig weit nach hinten geschoben getragen. Der Helm sollte aber waagerecht sitzen, um auch den vorderen Kopfteil schützen zu können.
  • Der Kinnriemen sollte relativ eng eingestellt werden, damit der Helm nicht verrutscht. Gerade einmal 1-2 Finger dürfen noch zwischen Kinn und Riemen passen. Wer den Helm zu locker trägt, konterkariert die Wirkung des Helms.
  • Helme sollten nach 3-4 Jahren ausgetauscht werden, da das Material nach einiger Zeit durch Umwelteinflüsse spröde und brüchig wird. Beim Kauf sollte man daher bereits auf das Produktionsdatum des Helms achten.
  • Ebenso muss der Helm nach einem Unfall oder nach einem Sturz aus großer Höhe zwingend ausgetauscht werden. Beschädigungen sind in der Regel nicht mit bloßem Auge erkennbar.
  • Kinder sollten auf Spielplätzen, z.B. beim Klettern oder Rutschen, keinen Helm tragen, da hier eine erhebliche Strangulationsgefahr vom Helm ausgeht.

Die richtige Größe finden

Die unterschiedlichen Sporthelmgrößen orientieren sich am Kopfumfang des Trägers. Jede Größe deckt durch Anpassungsoptionen Kopfumfänge mit in der Regel 3-6 cm Unterschied ab. Den eigenen Kopfumfang bestimmt man am besten mit den CASCO Maßband beim Fachhändler. Sollte dies nicht zur Hand sein, eignet sich auch ein normales Maßband oder eine Schnur, die um die breiteste Stelle des Kopfes gelegt wird und danach ausgemessen wird.

Dennoch ist eine Anprobe des Helmes unerlässlich, da sich Helme nicht nur hinsichtlich ihres Umfanges, sondern auch in ihrer Form unterscheiden. Sie überprüfen die Passform, indem Sie mit beiden Händen versuchen, nach links und rechts zu drehen. Der Helm passt richtig, wenn sich die Haut auf der Stirn leicht mitbewegt. Auch die Riemen müssen richtig eingestellt sein.

Anpassung und Einstellung

Sie dürfen den Helm trotz kräftigen Ziehens mit beiden Händen nicht aus der waagerechten Position bringen können. Der Helm darf sich also nicht nach vorne oder hinten verschieben lassen. Sollte dies der Fall sein, müssten Sie die Riemen nachjustieren oder ggf. Bitte kontaktieren Sie den Händler, bei dem Sie Ihren Helm erworben haben.

Bei diversen Helmen hat mich genervt, dass ich jeden Morgen die Gurte neu justieren musste, weil die Gurtdreiecke an den Ohren völlig verstellt waren. Ein langer Gurt war für beide Seiten "zuständig" und ich musste beide Seiten neu einrichten, wenn auf einer Seite was nicht passte. Letztlich bin ich bei einem Specialized-Helm gelandet, bei dem die Dreiecke gar nicht mehr verstellt (können).

Gurte richtig einstellen

Wenn ich Leute mit Helm sehe, dann tragen 98% ihn falsch. Solange das nicht mit bewertet wird, brauche ich keine Tests. Stöße abfangen ist einfach. Jeden Tag, ob mit oder ohne Mütze die Gurteinstellung finden ist ein Forschungsprojekt.

  • Der Helm soll knapp 2 Fingerbreit über den Augenbrauen sitzen und darf sich durch einen Stoß von vorne nicht nach hinten verschieben.
  • Das geht nur, wenn die Gurte asymmetrisch eingestellt sind, der vordere Gurt kürzer, als der hintere.
  • Außerdem muss der Gurtverteiler unterm Ohrläppchen positioniert sein.
  • Der vordere Gurt zeigt fast senkrecht nach unten.
  • Damit der nicht den Kehlkopf berührt, muss der hintere Gurt länger sein.
  • Der Gurtverschluß liegt unterm Unterkiefer an und nicht am Hals.

Helme, die wegen mangelhaft eingestelltem Gurtgeschirr nach hinten rutschen können sind gefährlich, weil sie dann nicht schützen und Nackenverletzungen provozieren können.

Weitere Aspekte bei der Helmauswahl

  • Material und Alterung: Helme sollten nach 3-4 Jahren ausgetauscht werden, da das Material nach einiger Zeit durch Umwelteinflüsse spröde und brüchig wird.
  • Beschädigungen: Ebenso muss der Helm nach einem Unfall oder nach einem Sturz aus großer Höhe zwingend ausgetauscht werden.
  • Normen und Prüfzeichen: Die TÜV- und GS-Siegel bescheinigen die grundsätzliche Qualität. Nach Norm (CE EN1078) wird getestet, ob Helme einer Aufprallgeschwindigkeit von lediglich 20 km/h standhalten.

Helmtypen und ihre spezifischen Eigenschaften

In der Regel ist jeder Helm für eine spezielle Sportart zugelassen und entspricht der sportspezifischen EU-weit festgelegten Norm. So ist beispielsweise ein Fahrradhelm auf sportartspezifische Risikofaktoren perfekt ausgerichtet, allerdings wiederum zum Skifahren ungeeignet. Hier ist nicht die fehlende Stoßabsorption das Problem, sondern der Mangel an Penetrationsschutz, also dem Schutz vor Durchdringung von spitzen Gegenständen, wie beispielsweise einem Skistock.

Die Rolle des Fachhandels

Als Helmberatungsstelle bei der Auswahl und der Einstellung eines Fahrradhelms eignet sich am besten der Fachhandel. Ich kaufe keine Helme im Internet, sondern ausschliesslich im Fachhandel. Da habe ich die Möglichkeit, viele Helme zu testen und über längere Zeit auch zu tragen (Rutscht er? Entstehen mit der Zeit Druckstellen? Ist der Verschluss praktisch? Kann der Kinnriemen gut und schnell nachjustiert werden? Stören mit der Zeit die Riemen an der Backe?).

Zusätzliche Tipps und Überlegungen

  • Sichtbarkeit: Da ich öfters im Sommer gut 7km gegen die Sonne am Horizont radle, ist mir ein grosses Dächlein vorne am Helm wichtig, da selbst eine gute Sonnenbrille in diesem Fall keine Linderung herbeiführt.
  • Belüftung: Da ich auch im Sommer mit Helm unterwegs bin, achte ich mich auf grosse Belüftungschlitze und ein Mückennetz wäre auch optimal.
  • Prüfnormen: Ausserdem achte ich mich auch auf das CE-Zeichen und die EN 1078 Beschriftung (Prüfnorm).

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