Fahrradhelm im Test: Mehr als nur ein Accessoire

Ein Fahrradhelm ist ein wichtiges Sicherheitsutensil für Radfahrer jeden Alters. Er kann bei Stürzen schwere Kopfverletzungen verhindern. Doch welcher Helm ist der richtige? Neben der reinen Schutzfunktion spielen auch Komfort, Design und spezielle Features eine Rolle bei der Kaufentscheidung.

Der "Helt": Eine Alternative zum klassischen Helm?

Das "Helt"-Konzept, vertreten durch Produkte wie den "Helt Pro", stellt eine interessante Alternative zu traditionellen Fahrradhelmen dar. Es handelt sich dabei um eine Art Mütze mit integrierter Hartschale und Dämpfungsmaterial. Die Idee dahinter ist, einen stylischen Kopfschutz zu bieten, der dennoch einen gewissen Schutz vor Verletzungen bietet.

Schutzwirkung und Normen

Es ist wichtig zu verstehen, dass der "Helt" kein Helm im klassischen Sinne ist. Wenn man vom reinen Wirkungsgrad beim Dämfungsverhalten ausgeht und die DIN EN 1077 als Maßstab heran nimmt, dann kann ein helt nicht mit einem „Helm“ im klassischen Sinn mithalten. Es gibt eine europäische Richtlinie in der Schutzausrüstungen klassifiziert und bewertet werden. Diese Richtlinie heisst PSA - persönliche Schutzausrichtung 89/686/EEC oder auf englisch Personal Protection Equipment (PPE).

Diese Richtlinie unterteilt sich in drei Kategorien, wobei sich der herkömmliche Helm in der Kategorie 2 und ein helt (ich glaube auch das Ribcap) in der Kategorie 1 ansiedelt. Im Fall des helts heißt es PPE model category I, 89/686/EEC. Alle Anforderungen, die diese Kategorie verlangt, erfüllt der helt. Somit gehört ein helt-pro faktisch zu einer Schutzausrüstung.

Somit kann man sich vorstellen, das der helt diese Schutzfunktion deutlich übersteigt. Trotzdem bietet er mit Sicherheit mehr Schutz als eine Mütze. gegen Schürfungen durch Eis oder Äste, als keine Mütze.

Die Hartschale ist somit zwar dünn (Zitat Papa_RICO) erfüllt aber hinsichtlich Durchschlag-Test ihre Funktion. Es ist richtig, dass der helt den Dämpfungstest nicht besteht, wie man sich aufgrund der Abmaße auch vorstellen kann.

Vergleich mit Ribcap

Ähnlich, bloß ohne Hartschale sondern mit einem sich bei Aufschlag verhärtendem Material, ist auch das System von Ribcap. Lies dir allerdings mal den Test zum Thema Ribcap durch, vor allem den Test mit der Fallhöhe im Vergleich zu einem richtigen Helm... das gibt dann zu denken und den Schwenk zu einem echten Helm.

Die Ribcap kann der Ingenieur nicht aus 1,50 Meter testen, denn bei einer Fallhöhe von 20 Zentimetern überschreitet sie bereits den Grenzwert. «Das Produkt ist für einen Helm sicher nicht zulässig», urteilt Rolf Stämpfli, Materialwissenschafter der Empa.

Nutzererfahrungen mit dem Helt Pro

Einige Nutzer berichten von positiven Erfahrungen mit dem "Helt Pro" bei Stürzen, während andere die Dämpfungseigenschaften im Vergleich zu einem klassischen Helm bemängeln. Die Meinungen gehen hier auseinander, und es ist wichtig, sich selbst ein Bild zu machen und die eigenen Bedürfnisse und Risikobereitschaft abzuwägen.

Einer unserer Teamrider hatte letztes Jahr einen schweren Crash - Kopfüber! Er hatte schon mal keine Kopfverletzung!

Alternativen und Kaufempfehlungen

Wer auf der Suche nach einem klassischen Fahrradhelm ist, hat eine große Auswahl an Modellen für unterschiedliche Einsatzbereiche. City- und Trekking-Helme sindAllrounder unter den Kopfprotektoren und sind für alltägliche Radfahrten geeignet. Sie sind leicht, bequem und unkompliziert aufzusetzen.

Für Mountainbiker gibt es spezielle Helme mit umfassendem Schutz, während Rennradfahrer auf aerodynamische Modelle mit geringem Gewicht setzen. Auch für E-Bike-Fahrer gibt es spezielle Helme, die den besonderen Anforderungen dieser Nutzergruppe gerecht werden.

Smarte Helme

Praktisch sind Fahrradhelme mit Licht. Noch praktischer sind sie, wenn sie gleichzeitig über ein Blinklicht die Abbiegerichtung signalisieren und per Beschleunigungssensor ein Bremslicht integrieren. Das ist in diesem Fall auch erlaubt, blinkende Lichter sind nur direkt am Fahrrad verboten. Einige smarte Helme haben sogar eine Freisprecheinrichtung integriert oder schicken bei einem Unfall einen Notruf.

Hier sind einige Beispiele für smarte Helme:

  • Sena R1 Evo
  • Lumos Ultra
  • Livall Evo 21

Fahrradhelm zum Falten

Klappbare Fahrradhelme haben den Vorteil, dass sie auch in kleine Rucksäcke passen. Denn bei Nichtgebrauch legt der Fahrer sie einfach zusammen. Hier gibt es verschiedene Ansätze:

  • Closca
  • Overade Plixi Fit
  • Heemtle

E-Bike Helme

Im Wesentlichen gelten für diese Helmkategorie die gleichen Kriterien wie für City- und Trekking-Helme. Sie sollen kompakt, modern und alltagstauglich sein. Der Fokus liegt zudem auf dem Schutz des Kopfes, ist man doch mit Motorunterstützung im Schnitt schneller unterwegs - da kann ein Sturz fatale Folgen haben, wenn der Kopf nicht ausreichend geschützt ist. Bei S-Pedelecs, die mit Tretunterstützung bis zu 45 km/h schnell sind, besteht sogar eine Helmpflicht.

Hier sind einige Beispiele für E-Bike Helme:

  • Abus Pedelec 2.0 ACE

Mountainbike Helme

Mountainbike-Helme sind unter erschwerten Bedingungen im Einsatz. Passform und Schutz stehen ganz oben auf der Anforderungsliste. Die Helme dürfen daher gerne etwas voluminöser und schwerer ausfallen und müssen ein robustes, gut anpassbares Gurtsystem haben. Ein verstell- und abnehmbares Visierschild ist Pflicht. Für rasante und herausfordernde Downhill-Fahrten empfiehlt sich ein Helm mit besonders umfassendem Schutz. Die geschlossenen Integral- oder Fullface-Helme schützen daher nicht nur den Kopf von allen Seiten, sondern auch die empfindliche Kinnpartie.

Hier sind einige Beispiele für Mountainbike Helme:

  • Urge Supatrail
  • Bell 4Forty

Rennrad Helme

Rennradhelme orientieren an den Anforderungen, die hohe Fahrgeschwindigkeiten stellen: Hochwertige Modelle verbinden daher hervorragende Schutzeigenschaften mit geringem Gewicht und guter Aerodynamik. Die Helme sind mit glatten Oberflächen, durchdachten Belüftungsschlitzen und flatterfreie Gurten auch für den professionellen Radsport geeignet. Die Ansprüche an einen möglichst geringen Luftwiderstand gipfeln bei den Rennradhelmen in den futuristisch anmutenden Zeitfahrhelmen.

Hier sind einige Beispiele für Rennrad Helme:

  • Alpina Valparola

Dirt/BMX Helme

Dirt- und BMX-Helme für den Fun-Sport setzen den Fokus weniger auf Aerodynamik, stattdessen auf Style und robusten Schutz. Diese Helme verbinden hohe Sicherheit mit einer kompakten Optik. Diese Kategorie ist gerade bei Jugendlichen für den Alltagseinsatz sehr beliebt.

Weitere Aspekte beim Helmkauf

Neben der Schutzwirkung und dem Design spielen auch die Passform, die Belüftung und das Gewicht eine wichtige Rolle bei der Wahl des richtigen Fahrradhelms. Ein guter Helm sollte bequem sitzen, nicht verrutschen und eine ausreichende Belüftung bieten, um Hitzestau zu vermeiden. Auch das Gewicht sollte nicht zu hoch sein, um den Tragekomfort nicht zu beeinträchtigen.

Fazit

Die Wahl des richtigen Fahrradhelms ist eine individuelle Entscheidung, die von verschiedenen Faktoren abhängt. Wer auf der Suche nach einer Alternative zum klassischen Helm ist, kann sich das "Helt"-Konzept genauer ansehen.

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