Für viele Jugendliche muss ein Fahrradhelm cool aussehen. Deshalb sind bei ihnen sogenannte BMX-, Skate- oder Inline-Helme gefragt.
ADAC-Test von BMX-, Skate- und Inline-Helmen
Der ADAC hat in einem Test zehn dieser Helme auf Sicherheit, Handhabung und Komfort, Hitzebeständigkeit sowie Schadstoffgehalt überprüft. Die gute Nachricht: Keiner der Helme fällt durch. Selbst bei einem harten Schlag gegen den Helm erzielt das schlechteste Modell im Test noch eine befriedigende Schutzwirkung.
Testsieger ist der Uvex hlmt 4cc. Er ist leicht, gut einstellbar, bequem, gut belüftet und hat keine erkennbaren Schwächen.
Leichte Abstriche müssen beim Alpina Airtime und dem Nr. FZ-025 von Fischer gemacht werden. Beim Alpina riss bei Belastung eine Niete aus, die das Gurtband fixiert. Für eine Überraschung sorgte der Nr. 0424 von Prophete.
Allgemeinen Verbesserungsbedarf gibt es aus Sicht des Automobilclubs bei vielen Helmen in Sachen Sichtbarkeit. Auswertungen der ADAC-Unfallforschung belegen, dass ein Helm bei einem Sturz vor Kopfverletzungen schützen kann.
Selbst der schlechteste Helm kann im Ernstfall Leben retten, wenn er richtig getragen wird. Häufigste Fehler sind ein zu loses Gurtband oder dass der Helm hinten nicht richtig verschlossen wird.
Der ADAC empfiehlt, Helme im Fachgeschäft zu kaufen und sich dort den richtigen Gebrauch zeigen zu lassen.
Fullface-Helme mit Kinnschutz für mehr Sicherheit
Ein Fullface-Helm mit Kinnschutz sorgt dafür, dass Kinder beim Mountainbiken oder Skaten geschützt sind. Doch bei Kinder-Integralhelmen steht Sicherheit im Vordergrund. Es gibt viele Modelle, die speziell für Kinder und Jugendliche entworfen wurden und sich gut für den Einstieg ins Mountainbiken eignen.
Worauf es bei einem Fullface-Helm für Kinder zu achten gilt
- Größe: Ein Fullface-Helm muss genau passen, um optimalen Schutz zu bieten. Er sollte fest sitzen, also weder drücken noch rutschen. Am besten den Kopfumfang des Kindes an der breitesten Stelle über den Ohren messen und mit den Größentabellen der Hersteller vergleichen. Auch die richtige Positionierung ist wichtig, um Stirn und Hinterkopf gleichermaßen zu schützen.
- Gewicht: Ein leichter Integralhelm verringert die Belastung für Nacken und Schultern der Kinder, besonders bei längeren Fahrten. Idealerweise wiegt der Helm nicht mehr als 1.000 bis 1.200 Gramm. Das erreichen Hersteller, indem sie auf Materialien wie Polycarbonat oder Verbundwerkstoffe bestehen.
- Belüftung: Unter dem Fullface-Helm sollten Kinder nicht viel schwitzen und keinesfalls im Sommer überhitzen. Daher sind Belüftungsöffnungen an der Oberseite oder am Hinterkopf so wichtig. Diese Öffnungen müssen so gestaltet sein, dass sie auch bei langsamer Fahrt oder im Stillstand eine effiziente Luftzirkulation ermöglichen. Hochwertige Helme verfügen zudem über ein System, bei dem die Lüftung an das Wetter angepasst werden kann.
- Sicherheit: Gute Fahrradhelme, ob Fullface oder Open-Face, erfüllen alle geltenden Sicherheitsstandards wie z.B. die Norm EN 1078 in Europa. Ein derartiges Zertifikat weist darauf hin, dass der Kinderhelm strenge Sicherheitstests bestanden hat. Zusätzliche Sicherheitsmerkmale wie MIPS (Multi-Directional Impact Protection System) können zusätzlichen Schutz bei Stürzen bieten, indem sie die Rotationskräfte bei einem Aufprall reduzieren.
- Design: Auch wenn es im Vergleich mit den anderen Punkten zweitrangig erscheint, darf man nicht unterschätzen, wie wichtig die richtige Farbe oder der Look des Kinderhelms ist. Am besten gleich mit den Kindern gemeinsam aussuchen. Denn nur Helme, die gefallen, werden gerne getragen.
Empfohlene Fullface-Helme für Kinder
- MTB-Helm „YouDrop FF“ von Abus: Dieser Fullface-Helm wurde speziell für Kinder und Jugendliche entworfen und eignet sich gut für den Einstieg ins Mountainbiken. Er ist flexibel mit einem abnehmbaren Kinnschutz, der eine Nutzung als Open-Face-Helm ermöglicht, und bietet durch das In-Mold-Verfahren eine stabile und sichere Verbindung von Hartschaum und Außenschale. Zusätzliche Sicherheit wird durch die Break Away-Funktion geboten, die in gefährlichen Situationen das Risiko von Nackenverletzungen reduziert. Das Zoom Ace MTB-Verstellsystem ermöglicht eine individuelle Anpassung an den Kopfumfang.
- Fullface-Helm für Kinder von Eulant: Dieser Fahrradhelm für Kinder und Jugendliche vereint Sicherheit und Flexibilität mit seinem hochwertigen PC-Material und schlagfestem EPS-Schaum, der durch ein einteiliges Stanzverfahren verstärkt wird. Durch Abnehmen des Kinnschutzes ist ein schneller Wechsel zwischen Vollhelm und Halbhelm möglich. Durch 14 Belüftungsöffnungen und abnehmbares Polsterfutter bietet der Helm zudem eine ausgezeichnete Luftzirkulation und Komfort während der Fahrt.
- Fullface-Helm mit abnehmbarem Kinnschutz von Rockbros: Dieser Kinderhelm ist ein 2-in-1-Modell mit abnehmbarem Kinnschutz, was ihn sowohl als Fullface-Helm als auch als normalen Fahrradhelm nutzbar macht. Die Kombination aus PC-Schale, EPS-Schaum und einem Anti-Stoß- sowie Anti-Schweiß-Innenfutter sorgt für einen umfassenden Schutz. Zusätzlich ermöglichen die großen Belüftungsöffnungen eine optimale Luftzirkulation, und das 360° verstellbare Drehrad erleichtert die Größenanpassung.
- Fullface-Helm „Rupi“ von Alpina: Der Alpina „Rupi“ ist vielseitig und leicht und somit ideal für Kinder und Jugendliche, die mit dem Mountainbiken beginnen. Der Helm aus hochwertigem HI-EPS-Material bietet durch den abnehmbaren Kinnbügel zusätzlichen Schutz und lässt sich durch das Run-System individuell anpassen. Mit strategisch platzierten Belüftungsöffnungen kommen die Kinder auch bei längerer Nutzung nicht leicht ins Schwitzen.
- Kinder-Fullface-Helm von Lixada: Dieser Fahrradhelm für Kinder lässt sich durch einfache Knöpfe von einem Integralhelm zu einem Halbgesichtshelm umbauen. Die robuste Polycarbonatschale und der stoßdämpfende EPS-Schaum bieten guten Aufprallschutz, während die 13 Belüftungsöffnungen für eine angenehme Kühlung sorgen. Zusätzlich ermöglicht das einstellbare Zifferblatt eine individuelle Passform für verschiedene Kopfgrößen, unterstützt durch zwei Sets von Pads für optimale Anpassung.
Weitere Aspekte beim Kauf von Fahrradhelmen
Egal ob man im lokalen Fahrradladen oder auf den Webseiten von Radherstellern und Online-Shops stöbert, die Auswahl von Helmen erschlägt einen nahezu. Für so gut wie jeden Einsatzzweck gibt es heutzutage den passenden Helm, aber auch Allround-Helme sind hoch im Kurs. Hier hilft nur eins: Sich für das Testen Zeit zu nehmen, denn ein Helm muss genauso gut passen wie ein Wanderschuh. Beide trägt man sehr lange auf Tour oder im Alltag und bekannterweise kann das kleinste Scheuern oder Drücken zu einem nervigen Dauerproblem werden.
Wobei bei den meisten Helmen die Einsatzzwecke immer mehr verschwimmen und am Ende der aktuelle Trend und Style-Faktor die Stellschraube ist, wann man welchen Helm trägt - nicht selten sieht man Jugendliche mit Fullface-Helmen durch die Stadt rollen.
Natürlich ist der Tragekomfort ein wichtiger Aspekte für einen gut sitzenden Helm. Die richtige Passform ist überdies ganz entscheidend für die Sicherheit. Dennoch ist die technische Sicherheit durch Materialien und Ausstattung wesentlich.
Eines der bekanntesten am Markt ist das Mips-System, welches auch bei dem Großteil der Helme im Test verbaut ist. Diese Technologie soll zusätzlichen Schutz bei schrägen Aufprallwinkeln bieten. Dazu besteht das System aus einer beweglichen Innenschale im Helm, die unabhängig von der äußeren Schale rotieren kann.
Ein weiteres Schutzsystem in unserem Test ist die SLIDTechnologie vom Helmhersteller HJC. Hier wird in das Helmpolster ein spezielles Gel eingearbeitet und soll beim Aufprall die Energie absorbieren.
Um die jeweiligen Eigenschaften und Qualitäten der Testprobanden im Detail herauszuarbeiten, haben wir diese in sechs Punkten miteinander verglichen. Nach der Anprobe wurde der Fahrtest auf Rad- und Feldwegen sowie bei Mountainbike-Modellen auf Trails durchgeführt. Hinzu kommen die Beschleunigungswerte (20 Prozent), welche bei einem Fallturmtest ermittelt wurden.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus MTB-Helm-Tests
Tests belegen, dass teure Helme nicht unbedingt besser schützen müssen. Es gibt auch günstige Modelle, die eine super Passform besitzen und mit sämtlichen Features wie Mips, Mückennetz und abnehmbarem Visor ausgestattet sind. Besonders beim Fallturmtest haben günstige Helme hervorragende Beschleunigungswerte erzielt.
Die Messwerte aus dem Labor zeigen, dass alle Helme die Prüfnorm EN 1078 erfüllen, eine um 50 g höhere Aufprallkraft kann jedoch bei einem Sturz einen großen Unterschied machen. Das Risiko einer Gehirnerschütterung liegt zwischen 12 und 31 Prozent und beträgt im Mittel 22 Prozent. Das Risiko, mit einem Helm ohne MIPS eine Gehirnerschütterung zu erleiden, lag in früheren Tests bei durchschnittlich 37 Prozent.
So funktionieren verschiedene MIPS-Systeme
- Mips Essential Core: Das klassische MIPS mit gelber Schale wird oft bei günstigen Helmen eingesetzt.
- Mips Evolve Core: Das System sitzt zwischen Helmschale und Polster und soll die Belüftung verbessern und das Gewicht reduzieren.
- Mips Air Node: Hier ist der Rotationsschutz nahezu unsichtbar in die Helmpolsterung integriert.
- Mips Integra Split: Der Helm besteht aus zwei separaten Schalen, die gegeneinander verdrehbar sind.
- Mips Integra Fuse: In den Polstern befindet sich eine Art Silikon, das sich in alle Richtungen bewegen kann, für geringes Gewicht und gute Belüftung.
Empfehlungen für Kinderfahrradhelme
Viele Kinder empfinden Fahrradhelme längst nicht mehr als lästige Pflicht, sondern tragen sie mit Begeisterung - und oft auch Stolz.
- Der Pico Flash von Alpina bietet eine ausgezeichnete Beleuchtung, viele Lüftungsschlitze, eine hochwertige Verarbeitung sowie ein einwandfreies Verstellsystem.
- Der Micro Rocket eignet sich nicht nur zum Fahrradfahren, sondern auch zum Inlineskaten, Rollerfahren oder Skateboarden.
- Der Casco Mini 2 ist nicht nur im Sommer als Fahrradhelm einsetzbar, sondern auch im Winter beim Skifahren oder Snowboarden.
- Der Uvex Finale Junior sieht nicht nur aus wie ein Mountainbike-Helm, er erfüllt auch die gleichen hohen Standards, was Sicherheit, Tragekomfort und Verarbeitung betrifft.
Wichtige Hinweise zum Kauf und Gebrauch von Fahrradhelmen
- Passform: Laut Stiftung Warentest ist darauf zu achten, dass die Helmschale weder zu weit noch zu eng ist. Stirn und Schläfen müssen vom Kinderfahrradhelm geschützt werden, da sie das größte Verletzungsrisiko aufweisen.
- Austausch nach Sturz: Nach einem Sturz sollte man den Helm sofort austauschen, auch wenn er äußerlich noch intakt aussieht.
- Produktionsdatum: Achten Sie beim Kauf auf das Produktionsdatum in der Helmschale: je neuer, umso besser.
- CE-Kennzeichen: Achten Sie auf das CE-Kennzeichen, das die Einhaltung der deutschen Sicherheitsnormen garantiert.
IMTEST-Favoriten für Kinderfahrradhelme (2022)
- Specialized Shuffle Child LED: Bietet das beste Testergebnis und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Abus Youn_I 2.0: Verfügt über ein großes LED-Licht für bessere Sichtbarkeit.
- Alpina Pico Flash: Ist der leichteste Helm unter den Testkandidaten.
- Uvex Hlmt 4: Eignet sich gut für kleine Skateboarder oder Inlineskater.
- Giro Tremor Child Mips: Bietet einen abnehmbaren Helmschirm für zusätzlichen Schutz.
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