Viele Reiter, die auch gerne Fahrrad fahren, fragen sich, ob sie ihren Fahrradhelm auch zum Reiten tragen können oder umgekehrt. Obwohl beide Helmtypen auf den ersten Blick ähnlich erscheinen, gibt es wesentliche Unterschiede in Bezug auf ihre Konstruktion, Schutzwirkung und die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Sportart.
Sicherheitsstandards und Normen
Es gibt keine STVO-konformen Helme. Wenn es nicht am Geld liegt, empfiehlt es sich, einen genormten Fahrradhelm zu kaufen. Ich hatte auch immer den der Aktivität angepassten Helm: Kletter-, Kanu-, Fahrradhelm und daneben noch den Arbeitshelm. Und ich bin dankbar, dass es diese für die unterschiedlichen Risiken entwickelten Helme gab.
Die heute gültigen Sicherheitsstandards, wie die DIN EN 1384.2017 für Reithelme, berücksichtigen die typischen Fall- und Aufschlagarten im Reitsport. Diese Helme werden u.a. auf Seitensteifigkeit, Fallgeschwindigkeit, Stoßdämpfung, Splitter- und Formstabilität, Durchdringungsfestigkeit und Befestigung geprüft.
Konstruktion und Schutzwirkung
Ein Fahrradhelm ist hauptsächlich für flächigen Druck ausgelegt, da man eher auf der Straße oder einer Automotorhaube landet. Ein Reithelm dagegen muss insbesondere auch punktuelle Schläge aushalten, weil im Sturz zum Beispiel mal schnell ein Pferdehuf den Kopf streift (womöglich mit Eisen und Stollen!) oder man mit dem Kopf auf Steine, Hindernisstangen knallen kann. Auch wird ein Fahrrad den Fahrer selten erst hoch katapultieren wie ein Pferd. Vom Rad stürzt man etwa einen Meter zwanzig tief, ein Pferd von 170 Stockmaß wirft einen auch mal in eine Höhe, die leicht fast das doppelte betragen kann.
Normale Helme schützen gegen Stürze/Einschläge in jede Richtung. Der klassische Fahrradhelm denkt konzeptionell nur an einen Sturz über den Lenker und ist entsprechend flächen- und gewichtsreduziert. Allerdings gibt es den klassischen Fahrradhelm kaum noch, die meisten sind eine Art Halbschalenhelme, wie z.B. ein Reiterhelm.
MIPS-Technologie: Revolutionary MIPS technology is an essential component of high-quality riding, ski and bikehelmets. But what are the advantages of MIPS in everyday sports and in what way is head protection improved by the new safety concept? The abbreviation MIPS stands for Multi-Directional Impact Protection System. The technology was developed to provide the helmet wearer with the best possible protection against head and brain damage, especially in the event of a fall with a glancing impact as a result of rotational movement. In practice, a helmet with MIPS protection contains an additional floating shell which sits close to the head. In the event of a glancing impact, the MIPS system minimises the force acting on the skull and brain during the abrupt stop of the rotational movement. This is achieved by a sliding span of 10 to 15 millimetres configuration for the shell. As a result, the MIPS floating system significantly reduces the risk of injury to the skull and brain in the event of a fall. So-called rotational falls often occur when, for example, the front wheel of a bicycle locks on an obstacle or during landing after a jump. Similar effects also occur in equestrian sports when the rider falls, for example, while riding on a rough, uneven trail. By wearing a MIPS helmet, rotational forces acting on the brain are absorbed, which significantly reduces the risk of injury to the head and brain and thus provides an additional level of safety. MIPS helmets offer maximum safety for outdoor sports Especially when cycling, whether riding in the city or mountain or road bike riding, personal safety can be improved substantially by wearing a helmet with the MIPS system. In the event of a fall, the impact is often lateral or at an angle, which can lead to an abrupt stop in the rotational movement of the head and thus quickly cause damage to the brain.
uvex bietet eine breite Palette an Reit- und Fahrradhelmen mit MIPS-Schutz an. Das MIPS-System ist in uvex Helme so integriert, dass Sportler keine Kompromisse bei Ergonomie und Komfort eingehen müssen. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen uvex und MIPS-Entwicklern bleiben die wesentlichen Merkmale eines hochwertigen Fahrrad- und Reithelms erhalten, z.B. Design, Komfort und Innovation, während gleichzeitig Sicherheit und Schutz erhöht werden.
Beispiele für Uvex Helme mit MIPS:
- uvex city 4 MIPS: Minimalistisches Design trifft auf maximale Sicherheit - der uvex city 4 MIPS ist der ideale Begleiter für die Großstadt.
- uvex elexxion MIPS: Das Nonplusultra an Sicherheit und Komfort. Dieser Hybrid-Reithelm kombiniert die beiden führenden Helmtechnologien Inmould und Hardshell.
- uvex exxential II MIPS: Der uvex exxential II MIPS kombiniert die leichten Eigenschaften eines Inmould-Helms mit dem bewährten Multi-Directional Impact Protection System.
Im Sommer 2021 testete der ADAC 14 Fahrradhelme nach den folgenden vier Kriterien: Benutzerfreundlichkeit & Komfort, Schutz bei Unfällen, Hitzebeständigkeit, Schadstoffe. Zusätzlich zu 9 herkömmlichen Fahrradhelmen wurden fünf Fahrradhelme mit MIPS-Technologie in den Test aufgenommen. Der uvex city i-vo MIPS war der Testsieger im ADAC-Vergleich und erreichte eine Gesamtnote von 1,8 (1 = hervorragend, 5 = mangelhaft). Der zuverlässige Unfallschutz, die ausgezeichnete Benutzerfreundlichkeit und die gute Belüftung wurden besonders positiv bewertet.
Reithelme im Härtetest
Es gibt sie endlich - Reithelme nach neuer Norm! Was hat sich verändert, sind sie sicherer? Im exklusiven CAVALLO-Test beim TÜV Rheinland stellten wir verschiedene Modelle auf die Probe.
CAVALLO im Interview mit Peter Schaudt (TÜV Rheinland)
Herr Schaudt studierte Maschinenbau und ist seit 1992 beim TÜV Rheinland tätig. Seit 2002 ist er dort zuständig für die Prüfung von Kopfschutz (etwa Ski-, Reit- oder Motorradhelme). Er hat schon viele Reithelme nach der neuen Norm getestet und kennt deren Anforderungen im Detail.
CAVALLO: Fast neun Jahre hat es gedauert, bis mit der EN1384:2023 die neue Norm für Reithelme in Kraft getreten ist. Ist das normal?
Peter Schaudt: Das war schon extrem lang, aber nicht ungewöhnlich. Bei der Norm für Motorradhelme waren es auch zehn Jahre. Und auch die künftige Radhelmnorm ist zwar geschrieben, aber noch nicht in Kraft. Ideal ist es nicht, wenn solch ein Prozess so lange dauert, denn in der langen Zeit ändert sich ja auch die Technik und das Material.
CAVALLO: Sind die Anforderungen nun höher als früher, die Reithelme also tatsächlich sicherer?
Peter Schaudt: Ja, die Norm hat sich ganz klar verschärft. An die Reithelme werden nun höhere Ansprüche gestellt. Sie müssen definitiv mehr leisten. Bei der Stoßdämpfung kommt ab sofort ein Aufschlag mit einem dachförmigen Sockel mit scharfer Kante dazu. Das gibt es exklusiv nur bei Reithelmen und soll den Sturz auf eine Kante simulieren. Wer das besteht, kann sagen: Der Helm ist sicher.
CAVALLO: Wie mussten die Hersteller ihre Reithelme denn baulich verändern, um die neue Norm zu bestehen?
Peter Schaudt: Sie mussten vor allem die Außenschale verstärken, damit die Helme die neuen Tests - etwa die höhere Fallhöhe bei der Durchdringung - bestehen. Und allgemein wirken in den neuen Prüfungen höhere Kräfte, weshalb die Helme steifer, aber auch stabiler sind. Was zur Folge hat, dass sie schwerer sind, ausladender, weil mehr Material verwendet wird.
CAVALLO: Nun gehen die Reithelme im Labor ja kaputt, was gut zu erkennen ist. Wie ist das in der Realität? Sehen die Helme nach einem Sturz auch so zerstört aus?
Peter Schaudt: Ich persönlich mag Helme, die kaputtgehen. So kommt der Besitzer nicht auf die Idee, ihn noch einmal zu benutzen. Dass die Außenschale reißt, ist gut. Denn das kostet Kraft und die kann dadurch schon mal nicht auf dem Kopf ankommen. Fakt ist aber, dass die Reithelme im Labor wesentlich mehr aushalten müssen als in der Realität. Reiter und Reiterinnen sind somit auf der sicheren Seite, wenn ihr Helm die neue Reithelmnorm bestanden hat.
Was ändert sich mit der neuen Reithelm-Norm?
| Alte Norm | Neue Norm | |
|---|---|---|
| Stoßdämpfung | Zwei Aufschlagpunkte am Helm auf einen flachen Sockel | Drei Aufschlagpunkte: zwei auf flachen, einer auf kerbförmigen Sockel |
| Durchdringung | Fallhöhe von 500 Millimetern | Fallhöhe von 625 Millimetern |
| Gestaltfestigkeit | Einwirkende Kraft von 630 Newton | Einwirkende Kraft von 800 Newton |
| Abstreiftest | Fallhöhe von 175 Millimetern. Test in beide Richtungen - von hinten nach vorne und von vorne nach hinten. | Fallhöhe von 240 Millimetern und nur noch in eine Richtung (von hinten nach vorne). |
CAVALLO im Interview mit Miriam Gleixner (uvex Produktmanagerin Reitsport)
CAVALLO: Die Anforderungen an die Helme sind mit der neuen Norm deutlich gestiegen. Welchen Mehraufwand bedeutet das?
Miriam Gleixner: Gerade bei Inmoldhelmen war die gestiegene Durchdringungsfestigkeit eine große Herausforderung. Den Inmoldhelm exxential schäumen wir jetzt in zwei Densitäten. Damit konnten wir die neuen Anforderungen erfüllen.
CAVALLO: Sehen Sie die neue Norm trotzdem als sinnvolle Weiterentwicklung?
Miriam Gleixner: Auf jeden Fall. Sicherheit hat oberste Priorität. Auch die besten Reiter können stürzen - dann ist ein zuverlässiger Helm entscheidend. Und vielleicht führt die neue Norm auch dazu, dass sich Reiterinnen und Reiter häufiger bewusst fragen, wie alt ihr Helm eigentlich ist - und ob ein Austausch nicht längst überfällig wäre.
Worauf man beim Kauf eines Reithelms achten sollte
- Passform: Ein Helm muss fest auf dem Kopf sitzen und darf nicht rutschen. Probiere den Helm an, um zu testen, ob er zu deiner Kopfform passt.
- Anpassbarkeit: Reithelme sind heute gut anpassbar mit verschiedenen Riemen. Diese sollten sich leicht verstellen lassen, dürfen sich aber nicht von selbst lockern.
- Helmklima: Achte auch auf das Helmklima. Belüftungsschlitze und Materialien im Innenfutter, die Schweiß gut aufsaugen, sorgen für einen kühlen und trockenen Kopf.
- Preis: Reithelme gibt es in unterschiedlichen Preisklassen und schon ab etwa 60 Euro. Allerdings sollte man gerade in puncto Sicherheit nicht sparen.
Wie lange kann man einen Reithelm benutzen?
Selbst ohne Sturz und sichtbare Mängel ist nach etwa vier Jahren ein neuer Helm angesagt. Denn: "Eine Alterung des Materials wird es definitiv geben", sagt Thomas Dautermann, Leiter des Qualitätsmanagements beim Helm-Experten uvex aus Fürth in Bayern. "Zudem ist für die Sicherheit eines Helms nicht nur die Nutzungsdauer wichtig, sondern auch wie oft man damit reitet."
Wichtige Hinweise zur Sicherheit
- Nach einem Sturz sollte man den Helm austauschen, auch wenn keine Beschädigungen sichtbar sind.
- Die Lagerung spielt eine Rolle: Extreme Temperaturen können dem Material schaden.
- Von gebrauchten Helmen sollte man die Finger lassen.
Reithelm vs. Fahrradhelm: Ein Fazit
Auch wenn Skateboard-, Fahrrad- und Reithelme recht ähnlich aussehen, so wurden sie doch für völlig unterschiedliche Sportarten entwickelt. Die Höhen, aus denen man bei all diesen Sportarten fallen kann, sind sehr verschieden. Und damit dürfte auch schon klar sein, dass ein Reithelm ganz andere Anforderungen erfüllen muss, als ein Skateboard- oder Fahrradhelm.
Ein Fahrradhelm ist hauptsächlich für flächigen Druck ausgelegt, weil man eher auf der Straße oder einer Automotorhaube landet. Ein Reithelm dagegen muss insbesondere auch punktuelle Schläge aushalten, weil im Sturz zum Beispiel mal schnell ein Pferdehuf den Kopf streift (womöglich mit Eisen und Stollen!) oder man mit dem Kopf auf Steine, Hindernisstangen knallen kann.
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