Die Fahrradbranche erlebt einen Boom, insbesondere durch die wachsende Beliebtheit von E-Bikes. Mit dem höheren Tempo der elektrifizierten Räder steigt jedoch auch die Unfallgefahr. Laut Deutscher Gesellschaft für Unfallchirurgie könnten 60 bis 70 Prozent der tödlichen Hirnverletzungen mit Kopfschutz vermieden werden.
Fahrradhelme können schwere Kopfverletzungen verhindern und Leben retten. Laut Bundesverkehrsministerium ist ein guter Fahrradhelm dazu in der Lage, bis zu zwei Drittel der Energie zu absorbieren, die bei einem Sturz ohne Helm auf den Kopf einwirken würde.
Aktuelle Tests und Ergebnisse
Die Stiftung Warentest und der ADAC haben im März 2024 gemeinsam einige Fahrradhelme getestet. Wir hatten insgesamt 59 Fahrradhelme im Test, 49 davon sind aktuell noch erhältlich. Im Fahrradhelm-Test 2024 haben wir erstmals auch drei speziell für S-Pedelecs zertifizierte Helme geprüft. Sie sollen Fahrerinnen und Fahrern dieser schnellen E-Bikes ein Plus an Sicherheit bringen.
Die Tester untersuchten 14 Helme in der Preisspanne von 15 bis 149 Euro in den Kategorien Unfallschutz, Handhabung, Komfort und Schadstoffe. Unter den Prüflingen waren auch drei Modelle, die sich laut Kennzeichnungen für S-Pedelecs eignen sollen - besonders schnelle E-Bikes, die bis 45 km/h mit elektrischer Motorkraft unterstützen.
Testsieger und Empfehlungen
Der Uvex Urban Planet LED schneidet unter den neu getesteten Helmen mit der Gesamtnote 2,0 (gut) am besten ab. In den Bereichen »Unfallschutz« und »Handhabung und Komfort« vergeben Stiftung Warentest und ADAC jeweils ein »gut« (2,3 bzw. 1,8). Der Uvex Urban Planet LED ist der ideale Helm für alle, die auf einem Fahrrad im Straßenverkehr optimal geschützt sein wollen.
Platz 1 geht an den Uvex Urban Planet LED, obwohl etwas schwerer, überzeugt er als Testsieger mit seiner hochwertigen Verarbeitung. Dank des 6-fach höhenverstellbaren Kopfbands und der Einstellung des Umfangs per Drehrad ist er optimal anpassbar. Zusätzlich verfügt er über Reflektorstreifen an den Trageriemen und ein aktives Licht an der Rückseite mit drei Modi.
Auf Platz 2 landet der Alpina Gent MIPS. Er bietet ein dreifach höhenverstellbares Kopfband für einfache Anpassungen. Integrierte Reflektoren sowie eine aktive LED-Beleuchtung sorgen für verbesserte Sichtbarkeit nach hinten. Den 3. Platz kann der Limar Torino ergattern - ein Leichtgewicht mit filigraner Optik. Dieser Helm bietet eine sehr gute Passform.
Ein vernünftiger Helm muss nicht viel kosten: Das beweist der Fischer Urban Plus Brooklyn. Für gerade mal rund 30 Euro bietet er Beleuchtung, Sonnen- und Insektenschutz, einen gepolsterten Kinnriemen und in die Helmgurte eingewebte Reflexstreifen. Außerdem zeichnet sich der leichte Fahrradhelm durch einen guten Tragekomfort aus.
Weitere getestete Helme
- Uvex Finale Visor: Ideal bei Regen, Sonne und Wind dank klappbarem Visier, Beleuchtung und Insektenschutz.
- Abus Pedelec 2.0: Mit integriertem Regenschutz und LED-Licht für beste Erkennbarkeit im Dunkeln.
- POC Omne Beacon Mips: Ein farblich auffälliger Hingucker mit guter Sichtbarkeit.
Testergebnisse im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl der getesteten Fahrradhelme und ihre Ergebnisse:
| Hersteller/Modell | Mittlerer Preis in Euro | ADAC Urteil | Handhabung & Komfort | Unfallschutz |
|---|---|---|---|---|
| Uvex Urban Planet LED | 130 | 2,0 | 1,8 | 2,3 |
| Alpina Gent MIPS | 130 | 2,2 | 1,9 | 2,5 |
| Limar Torino | 90 | 2,2 | 1,9 | 2,5 |
| Lidl Crivit - Fahrradhelm mit Rücklicht | 15 | 2,6 | 1,9 | 2,9 |
Wichtige Aspekte beim Kauf
Idealerweise sollten Sie einen Fahrradhelm vor dem Kauf immer anprobieren. Nur so können Sie feststellen, ob er optimal zu Ihrer Kopfform passt. Er sollte stramm sitzen, aber nicht drücken. Als Faustformel gilt: Wenn Sie den Helm vor- und zurückbewegen, sollte die Stirn ein wenig Falten schlagen. Dann sitzt der Fahrradhelm fest genug. Ist der Kinnriemen geschlossen, darf sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lassen.
Grundsätzlich ermöglicht es so gut wie jeder Fahrradhelm, die Größe über ein Drehrädchen anzupassen. Dennoch ist es wichtig, einen Fahrradhelm zu kaufen, der von seiner Dimension her zu Ihrem Kopf passt.
Größenempfehlungen
- Kleinkinder (bis 3 Jahre): 44 bis 52 Zentimeter
- Zwei- bis Siebenjährige: 46 bis 57 Zentimeter
- Fünf- bis Zwölfjährige: 52 bis 60 Zentimeter
- Radfahrer über zwölf Jahren: 52 bis 65 Zentimeter
Achten Sie beim Kauf auf zusätzliche Reflektoren oder eine für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbare Farbe. Dunkle Fahrradhelme erwärmen sich bei Sonne stärker als helle. Auf der Verpackung und dem Helm sollte das Produktionsdatum abgedruckt sein. Fahrradhelme, die in der EU verkauft werden, müssen den Anforderungen der DIN EN Norm 1078 entsprechen.
Sicherheitshinweise
Ein Fahrradhelm kann ebenfalls dazu beitragen, dass ein Radler im Straßenverkehr besser gesehen wird. Zudem bieten viele Fahrradhelme zusätzlichen Komfort. Mit einem Sonnenschutz versehen, reduzieren sie einfallendes Licht. Ein wasserdichter Überzug bietet Schutz bei Regen.
Nach einem Sturz sollten Sie Ihren Fahrradhelm durch ein neues Modell ersetzen.
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