Die Anforderungen, die Fahrradfahrer und E-Biker an ihre Fahrradkette stellen, sind sich zunächst äußerst ähnlich. Mit dem Wunsch nach Stabilität und Langlebigkeit steht die Funktionalität bei allen Freizeitradlern natürlich im Vordergrund. Dazu kommt ein möglichst nicht allzu großes Gewicht, auch eine für Anfänger gut durchführbare Reparaturmöglichkeit wäre wünschenswert.
Anforderungen an E-Bike-Ketten
Auch wenn die Anforderungen übereinstimmen, kann man im seltensten Fall für E-Bikes die gleichen Teile verwenden wie für mit Muskelkraft betriebene Zweiräder. Fahrradteile für E-Bikes müssen aufgrund der höheren Geschwindigkeit und auch wegen des deutlich höheren Eigengewichts auch weitaus stärkeren Belastungen standhalten können.
Materialwahl
Bei der Wahl der E-Bike Fahrradkette ist das Material von entscheidender Bedeutung. Viele herkömmliche Fahrradketten bestehen aus vernickeltem Stahl. Ein Plus an Haltbarkeit und Stabilität bieten hingegen Ketten aus Edelstahl, welche für E-Bikes empfohlen werden. Zusätzlich bringen diese auch weniger Gewicht mit sich. Der Grund für die Empfehlung von Edelstahl liegt bei steigender Geschwindigkeit, in der extremen Belastung des Fahrradantriebs - in erster Linie der Fahrradkette.
Natürlich sind auch Edelstahlketten nicht vor Verschleiß gefeit und auch höherwertige Ketten können reißen. Wer bereits ein wenig Erfahrung mit seinem Bike und mit längeren Touren hat, weiß allerdings auch, dass das Reparieren der Fahrradkette kein Hexenwerk darstellt. Mit einem Kettennieter und wenigen Handgriffen ist das defekte Kettenglied für gewöhnlich sehr schnell entfernt. Dieses kleine Werkzeug lohnt sich für jeden Radler. Achten Sie beim Kauf Ihrer Fahrradkette darauf, dass nicht noch weiteres Werkzeug zur Reparatur notwendig ist. Bei einigen Herstellern von Fahrradketten wird spezielles Werkzeug dieser Hersteller benötigt. Wenn Sie sich doch für so eine Kette entscheiden, bestellen Sie das nötige Werkzeug bestenfalls gleich mit.
Kettenbreite
Die Breite der Kette hängt von Ihrer Schaltung ab. Für 6-, 7- und 8-fach Schaltungen wird eine Breite von 7,2 mm benötigt, für 9-fach Schaltungen liegt die Breite der Fahrradkette bei 6,6 mm.
Empfehlungen beim E-Bike-Kauf
Wir empfehlen bereits beim Kauf Ihres E-Bikes, auf die entscheidenden Komponenten zu achten, insbesondere wenn Sie sich im günstigeren Preissegment bewegen. E-Bikes vom Discounter erfüllen mitunter auch ihren Zweck, allerdings werden oftmals bei der Wahl der Materialien Abstriche gemacht um einen günstigen Preis gewährleisten zu können. Auf die Dauer kann sich dieses Verfahren kaum rechnen und bewähren. Hier gilt es also, bereits im Vorfeld gut zu vergleichen. Ein günstiger Anschaffungspreis rechnet sich nicht, wenn Sie bereits nach kurzer Laufzeit belastete Fahrradteile austauschen müssen. Neben dem finanziellen Faktor schlägt hier noch der Zeitaufwand und ein gewisser Ärger, den unliebsame Reparaturen immer nach sich ziehen, zu Buche. Für eine bestimmungsgemäße, intensivere Nutzung sollten Sie, gerade bei E-Bikes, etwas höherwertige Bauteile und Komponenten bevorzugen, um Ihren Fahrspaß zu gewährleisten - auch Ihrer Sicherheit zuliebe.
Kettenschaltungen und Nabenschaltungen
Der Antrieb ist ein wesentlicher Teil eines Fahrrades. Jedoch wird er zunehmend komplexer. Klassisch unterscheidet man in Kettenschaltungen und Nabenschaltungen, jedoch hat sich in den Schaltungs-Kategorien die Vielfalt vergrößert. Das bringt durchaus ein wenig Verwirrung und fordert eine Beschäftigung mit der Materie.
Kettenschaltung
Die Kettenschaltung verändert die Übersetzung durch ein Umsetzen der Kette selbst über Ritzel und Kettenblätter. Dabei wird die Kette mittels Umwerfer und Schaltwerk umgesetzt und so den jeweiligen Gegebenheiten (bergauf, bergab, gewünschte Trittfrequenz) angepasst. Waren bis vor rund 5 Jahren noch alle MTB-Antriebe vorne dreifach und hinten mit 7, 8 oder 9 Ritzel ausgestattet, so hat sich nach der Einführung der 10-fach Schaltung aufgrund der größeren Bandbreite der Kassetten die Möglichkeit ergeben, vorne auf eines oder gar zwei Kettenblätter zu verzichten. Welche Version hier für Dich die richtige ist, ist letztendlich Geschmackssache. Aber grundsätzlich empfiehlt sich eine Einblattschtestaltung (also nur ein Kettenblatt vorn) für Racer, während All Mountain-Fahrer gern vorn zwei oder drei Kettenblätter verwenden, da diese letztlich doch die größte Bandbreite für rasante Abfahrten und steilste Anstiege bieten. Hier muss man jedoch etwas mehr Gewicht in Kauf nehmen.
Nabenschaltung
Die Nabenschaltung führt die Kette mittels nur eines Kettenblatts auf ein Ritzel. Die Schaltvorgänge selbst finden in der Hinterradnabe über ein Getriebe statt. Dabei gibt es Nabenschaltungen ab 3 und bis zu 14 Gängen. Dazu gekommen sind Getriebeschaltungen, die im Bereich des Tretlagers liegen und damit den Schwerpunkt zentraler ins Rad liegen. Der Vorteil aller Getriebeschaltungen ist die immer gleiche Kettenlinie, die den Verschleiß gegenüber einer Kettenschaltung deutlich reduziert, jedoch sind Getriebe auch schwerer und oft kritisch für den Schwerpunkt eines Rades.
Die Kette als Gliederstrang
Das ist relativ eindeutige der Gliederstrang, der die Kraft von der Kurbeleinheit vorn auf die Nabe hinten überträgt. Die Kette wird entsprechend ihrer Verwendung für unterschiedliche Schaltungskategorien unterschieden und unterscheidet sich vor allem in der Kettenbreite. Aber auch die Qualität unterscheidet sich durchaus. Viele Leute neigen dazu günstigere Ketten zu fahren (im Vergleich zum Antrieb), da die Kette das Hauptverschleißteil ist. Jedoch lässt sich dem entgegenstellen, dass ein hoher Verschleiß an der Kette auch stärker an Ritzeln und Kettenblättern nagt und diese ebenso schneller verschleißen.
Ritzel und Kettenblätter
Ein Ritzel ist das Zahnrad, welches die Kraft der Kette auf die Naben und damit auf das Rad überträgt. Eine Zusammenfassung von mehreren Ritzeln (aktuell bis zu 11 Stück) auf einem Träger bezeichnet man als Kassette. Ähnlich der Kette gibt es hier ebenfalls Qualitätsunterschiede, jedoch muss die Kassette in erster Linie zur Schaltung passen. Gibt der Schalthebel z.B. 10 Gänge vor, so kannst Du auch nur eine 10-fach Kassette fahren.
Das Kettenblatt ist nun das Zahnrad, welches die Kraft von der Kurbel auf die Kette überträgt. Der Bashguard ist ein Schlagschutz, der das Kettenblatt vor dem Aufsetzen beim Überfahren hoher Hindernisse, wie z.B. Baumstämmen, schützt. Das Kettenblatt ist in seiner Größe ebenfalls entscheidend für die Bandbreite des Gesamtantriebs. Vor dieser Wahl musst Du aber unbedingt den Lochkreis Deiner Kurbel kennen, denn nicht jede Kettenblattgröße lässt sich auf jedem Lochkreis fahren. Der Lochkreis ist der Durchmesser des gedachten Kreises, welcher mittig durch die Kettenblattschrauben führt. Gängig sind hier momentan 104 mm und 64 mm (MTB 3/2-fach), 110 mm (Rennrad „Compact“) und 130 mm (Rennrad „Standard). Für die Verwendung von nur einem Kettenblatt sind momentan aber verschiedene Lochkreise und Direktmontagestandards in Produktion. Hier ist also unbedingt genau zu schauen, was passt. Für die meisten Einfach-Schaltungen gibt es sog. „Single-Narrow“-Kettenblätter. Diese passen sich mit der Zahnbreite der Kettenform aus schmalen Gliedern und breiteren Laschen an und verhindern so das Abspringen der Kette.
Ersatzteilkauf
Die Kurbelschraube muss, wen wundert´s, zur Kurbel passen. Für einige gängige Kurbeln gibt es schöne, bunte oder besonders leichte Tuningversionen. Das trifft noch mehr auf Kettenblattschrauben zu. Dabei hat sich Aluminium als Material weitgehend durchgesetzt. Hier gibt es allerdings auch Maße zu beachten. Die meisten Kettenblattschrauben arbeiten mit 8 mm-Gewinden, jedoch gibt es auch einige wenige Kurbeln, die mit 10 mm arbeiten. Besonders wichtig ist jedoch die Länge. Gängig sind 5 mm für die Montage eines einzelnen Kettenblatts, die Länge für die Montage von zwei Kettenblättern oder einem Blatt und einem Bashguard an einem Befestigungspunkt beträgt 7 oder 8 mm und für die Montage von besonders dicken Polycarbonat-Bashguards gibt es auch mal 10 oder 13 mm Kettenblattschrauben.
Material zur Reparatur und Montage
Damit ist letztlich alles Material gemeint, welches zur Reparatur oder der Montage der Kette benötigt wird. Es handelt sich also entweder um Nietstifte oder Kettenschlösser. Der Nietstift ist immer noch die sicherste, langlebigste Version, eine Kette zu verschließen und wird so auch von Shimano und Campagnolo verwendet. Sram und KMC setzten auf das praktische, weil werkzeugfrei zu schließende Kettenschloss, welches aus zwei ineinander greifenden Laschen mit entsprechenden Stiften besteht. Insbesondere KMC bietet hier auch Nachrüstversionen für Ketten von Shimano und Campagnolo an. Ein Verschlussmechanismus liegt im übrigen jeder neuen Kette bei.
KMC Ketten für E-Bikes
KMC sagt, dass die e-Serie speziell für die höhere Belastung an E-Bikes entwickelt wurde. Der einzige Unterschied zur X-Serie scheint die geschlossene Ausführung der Bolzen zu sein.
Die Tabelle unten zeigt eine Übersicht von 9-fach Ketten verschiedener Hersteller:
| Name | KMC X9-93 9-fach Kette | Connex 9SG 9-fach Kette | Shimano CN-HG93 Kette | SRAM PC 971 9-fach Kette |
|---|---|---|---|---|
| Hersteller | KMC | Connex | Shimano | SRAM |
| Preis | 17,99 EUR | 34,31 EUR | 19,90 EUR | 19,90 EUR |
| Ketten-Typ | 9-fach | 9-fach | 9-fach | 9-fach |
| Größe | 1/2" x 11/128" | 1/2" x 11/128" | 1/2" x 11/128" | 1/2" x 11/128" |
| Breite (Bolzenlänge) | 6,6mm | 6,6mm | keine Herstellerangabe | keine Herstellerangabe |
| Kettenglieder (Länge) | 116 Glieder | 114 Glieder | 114 Glieder | 114 Glieder |
| Gewicht | 293g | 279g | 299g | 310g |
| Verschluss | Missing Link Kettenschloss | Connex Link Kettenschloss | Verschlussbolzen | PowerLink Kettenschloss |
| Material | Stahl Halbvernickelt | Messingbeschichtung | Stahl (einfach) | Stahl Nickelbeschichtet, chromverstärkte Bolzen |
| Farbe | Silber | Gold (Messing) | Silber / Grau | Silber |
Unterschiede zwischen 9-fach und 10-fach Kurbeln
Was die Maße angeht, sind 9- und 10-fach Kurbeln nahezu identisch. Sie besitzen die gleiche Kettenlinie und auch der Abstand zwischen den Kettenblättern ist gleich. Wesentlicher Unterschied ist die Optimierung auf die jeweilige Kette. 9-fach Ketten sind durch die ausgestellten Außenlaschen breiter. Die Position und Form der Schaltnieten und -gassen an den Kettenblättern sind genau darauf abgestimmt.
Fahrradketten-Größen und -Unterschiede
Wie kommt es eigentlich, dass man Ketten mit exakt den Gängen abstimmen muss? Gibt es keine genauen Größenangaben? Ja, es gibt tatsächlich für jede Kette auch eine genaue Größenangabe (Pin-Länge, Anzahl Kettenglieder und Abstand zwischen zwei Kettengliedern). Jedoch ist diese Angabe meist vom Hersteller nicht genannt, um Verwirrung zu vermeiden. Die x-fach Angabe nach Zahl der Gänge hat sich etabliert.
Größenangaben im Überblick
- Abstand Pin zu Pin: Der Abstand zwischen zwei Pins ist immer gleich! Bei allen Ketten.
- Kettenlänge (Anzahl Kettenglieder): Die Länge der Kette wird in Gliedern angegeben (zB. 116 Glieder). Diese Größe ist jedoch zu vernachlässigen. Alle Ketten sind deutlich länger als man braucht, die Ketten werden dann immer auf die benötigte Länge gekürzt. Nur in Extremfällen (manche MTB-Schaltungen, mit sehr großem Ritzel hinten und sehr großem Kettenblatt (>46 Zähne)) kann diese Länge relevant werden. Das ist heute sehr sehr selten.
- Pin-Länge oder Kettenbreite: Diese Größe ist die relevante Angabe für Schaltungen. Desto kürzer der Pin, desto weniger Spiel ist zwischen den Komponenten der Kette. Und desto mehr Gänge (Ritzel am Hinterrad) das Rad hat, desto enger muss die Kette sein. Um überhaupt zwischen zwei Ritzel zu passen, ohne ungewollte Reibung. Der Pin einer 7-fach Schaltung ist noch 7mm lang. Bei 11-fach Schaltungen sind es nur noch 5,2mm. Die 13-fache Ekar von Campagnolo ist nur noch 4,9mm breit - die Fertigungstoleranzen werden enger. Damit steigt der Preis und die Fehleranfälligkeit.
Die richtige Kette finden
Für die Wahl der richtigen Kette ist die Anzahl der Ritzel am Hinterrad der entscheidende Faktor. Unabhängig davon, wie viele Kettenblätter vorne an der Kurbel rotieren. Grund: Je mehr Ritzel dort sitzen, desto enger müssen sie zusammenrücken. Denn der Platz zwischen Nabenflansch und Rahmen (Hinterbau) ist begrenzt. Mit zunehmender Anzahl der Ritzel muss die Kette also schmaler gefertigt sein, damit ihre Laschen reibungslos durch die Zwischenräume laufen. Moderne Fahrräder (Mountainbikes, Rennräder/Gravelbikes, City-/Trekkingbikes) besitzen in der Regel Kassetten mit 10, 11 oder 12 Ritzeln. E-Bikes aller Typen eingeschlossen. 13 Ritzel sind technisch machbar, aber bislang nicht auf breiter Front eingeführt. Kassetten mit 10 Ritzeln findet man hingegen noch recht häufig an preiswerten oder älteren Bikes.
Die Komponentenhersteller Shimano und Sram sind am weitesten verbreitet. Unsere Empfehlung: Wenn dein Bike eine Schaltung eines dieser beiden Hersteller besitzt, solltest du beim Tausch auch eine Kette des entsprechenden Brands wählen. Dann harmoniert der Antrieb perfekt. Wir empfehlen, eine (neue) Kette grundsätzlich mit einem Kettenschloss zu verschließen. Das ist eine saubere, stabile und einfache Methode, im Gegensatz zum Vernieten. Auch bei einer Panne unterwegs ist ein Kettenschloss die perfekte Lösung. Nicht jeder Kette liegt jedoch ein Schloss bei! Deshalb beim Kauf einer Kette auch an ein Schloss denken. Und ein zweites gehört stets ins Notfall-Set!
Kettenlänge und Montage-Tipps
Für Kettenschaltungen an normalen Bikes besitzt eine Kette im Neuzustand 114 bis 118 Glieder. Sie muss dann bei der Montage entsprechend (um wenige Glieder) gekürzt werden. Für Bikes mit besonders langen Hinterbauten oder zusätzlichen Umlenkungen der Kette gibt es extra lange Ketten mit bis zu 138 Gliedern.
Vorbereitung zur Montage
Prüfe, ob bei der neuen Kette eine bestimmte Laufrichtung vorgegeben ist. Das ist zum Beispiel bei vielen Shimano Ketten der Fall. Entsprechend dieser Richtung musst du die Kette in den nächsten Schritten auflegen. Lege dein Werkzeug parat: Flach- oder Spitzzange, Kettennieter, je nach Typ Kettenschloss (Shimano, Sram) oder Nietstift (Shimano teilweise), und Kettenschloss-Zange (falls vorhanden). Hilfreich ist noch eine Speiche, die man sich als Haken zurecht biegt.
Kürzen der Kette
Das Kürzen der Kette braucht man nicht komplizierter zu machen, als es ist. Wichtigster Punkt: Die Kette muss lang genug sein, um (gleichzeitig) das große Kettenblatt vorne und das größte Ritzel hinten problemlos zu umschlingen. Dazu legt man die neue Kette von oben her über diese Ritzel-Konstellation, fädelt sie durch den Schaltkäfig, und zieht sie unten so straff zusammen, dass der Schaltkäfig etwa einen 45-Grad-Winkel beschreibt. Die genannte Haken-Speiche erleichtert diesen Vorgang enorm.
Achtung! Vor dem Abtrennen des Glieder-Überhangs musst du dich vergewissern, dass die beiden verbleibenden Enden zur gewählten Verschließmethode passen. Bei Verwendung eines Kettenschlosses müssen zwei Innenlaschen stehen bleiben. Bei Verwendung eines Nietstiftes (nur Shimano!) muss es eine Innen- und eine Außenlasche sein. Im Zweifel lieber ein Glied als Längenreserve dazugeben, dann bist du auf der sicheren Seite.
Verschließen der Kette
Das Verschließen der Kette mit Hilfe eines Kettenschlosses ist kinderleicht: Die beiden Hälften werden nach Abtrennen des Überhangs durch die Enden gesteckt und zum ersten Fixieren nur zusammengedrückt. Die Kette ist damit aber noch nicht richtig geschlossen Dafür musst du rückwärts kurbeln (beim E-Bike vorwärts), bis das Kettenschloss oben zwischen Ritzelpaket und Kurbel steht. Jetzt die Hinterradbremse fest anziehen und über das Pedal einen herzhaften Druck auf den Antrieb geben. Damit wird das Schloss eingerastet. Hinweis: Ein Kettenschloss darf aus Sicherheitsgründen nur einmal verwendet werden.
Eine Shimano Kette mit Nietstift verschließen: Der Stift ist etwa doppelt so lang wie die Kette breit und besteht aus einem Führungsbolzen mit konischer Spitze, und - getrennt durch eine Sollbruchstelle - dem eigentlichen Niet. Dank des etwas dünneren Führungsbolzens lässt sich damit die Kette zunächst ganz einfach zusammenstecken. Nun drückst du den Nietstift mit dem Kettennieter vorsichtig in die Kette, so dass der Führungbolzen auf der Rückseite heraus kommt. Man spürt, wenn das Niet quasi in der Kettenlasche einrastet. Der Führungsbolzen lässt sich am Ende mit einer Zange an der Sollbruchstelle abbrechen. Damit die Kette an der neu vernieteten Stelle leicht läuft, musst du sie ein-zwei-Mal seitlich verbiegen.
Notfall-Tipp
Bei einer Kettenpanne unterwegs muss man in der Regel ein defektes Segment aus der Kette entfernen. Dafür besitzen die meisten Notfall-Tools einen Kettennieter. Und ein Ersatz-Kettenschloss gehört immer ins Notfall-Werkzeug. Aber Achtung! Unbedingt daran denken, bei der Weiterfahrt NICHT mehr auf die großen Ritzel zu schalten, denn dafür ist die Kette nach der Reparatur zu kurz. Andernfalls riskierst du einen ersten Schaden am Hinterbau/Rahmen. Eine solche Reparatur ermöglicht nur einen Notbetrieb bis zum Ende der Tour.
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