E-Bike Kette Reinigen: Eine Anleitung für Langlebigkeit und optimale Leistung

Die Fahrradkette ist eines der am meisten beanspruchten Teile eines Bikes oder E-Bikes. Schließlich muss sie hohe Pedalkräfte wirkungsvoll aufs Hinterrad übertragen. Umso wichtiger für ihre Instandhaltung ist eine regelmäßige Pflege. Mit unseren Tipps läuft dein E-Bike nun jedoch im Handumdrehen wieder wie geschmiert.

Warum ist die Reinigung der Fahrradkette so wichtig?

Die Kettenreinigung ist weniger eine Sache der Ästhetik als vielmehr eine der Wirtschaftlichkeit. Eine verschmutzte Kette ist wesentlich schwergängiger als eine saubere. Das heißt, man muss mehr Kraft aufwenden, um vorwärtszukommen.

Schmutz wirkt außerdem materialfressend: Der Verschleiß und der Abrieb sind deutlich höher - nicht nur an der Kette selbst, sondern auch an den Ritzeln der Kettenblätter. Deswegen ist es sinnvoll, Zeit in die Reinigung der Kette zu investieren.

Notwendiges Zubehör für die Kettenreinigung

Drei Dinge braucht man unbedingt zum Reinigen der Kette: ein Baumwolltuch, eine Bürste (es geht auch eine alte Zahnbürste) und Kettenöl. Letzteres sorgt dafür, dass die Kette hinterher wieder geschmeidig läuft, denn beim Reinigen trägt man auch einen Teil der Schmierung ab. Zum Schützen der Hände sind zudem Nitrilhandschuhe geeignet. Sinnvoll ist auch ein Montageständer für das Fahrrad, der viele Arbeiten am Bike erleichtert, weil man sich weder bücken noch das Rad auf den Kopf stellen muss.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Reinigung der Fahrradkette

  1. Vorbereitung: Schalte vor dem Reinigen in einen mittleren Gang. Spanne dein Fahrrad in einen Montageständer. Lege gegebenenfalls den Boden mit Zeitungspapier oder einer Plane aus, um Ölflecken auf den Boden zu vermeiden. Am besten reinigst du dein Fahrrad an einem offiziellen Waschplatz, da dort spezielle Auffangbehälter vorhanden sind und das ölhaltige Wasser nicht ins Grundwasser gelangt.
  2. Grobe Reinigung: Befreie die Kette deines E-Bikes zunächst von grobem Schmutz, wenn du das noch nicht getan hast. Hierfür kannst du eine Bürste verwenden, mit der du auch die Zwischenräume der Kettenglieder säubern kannst. Dasselbe gilt auch für die Ritzel und das Schaltwerk. Hier gegebenenfalls auch mit einem spitzen Gegenstand Ablagerungen entfernen. Vergiss nicht, an beiden Seiten zu checken.
  3. Feinreinigung: Löse nun mit einem trockenen Lappen die verbliebenen Verschmutzungen. Sprühe anschließend Kettenreiniger auf den Lappen und fahre nochmal über die Kette. Alternativ kannst du auch eine Zahnbürste und Wasser mit Spülmittel verwenden. Nachdem du den Schmutz entfernt hast, spülst du die Kette noch einmal mit klarem Wasser ab und trocknest sie anschließend gut ab.
  4. Zusätzliche Reinigungsschritte: Um den Schmutz aufzulösen, empfiehlt es sich, Reiniger auf Ölbasis, beispielsweise Universalschmieröle, zu verwenden. Diese auf ein Baumwolltuch auftragen. Mit diesem umfasst man nun die Kette und lässt es durch Bewegen der Pedale hindurchlaufen. Mehrmals sollte man die komplette Kette auf diese Weise abstreifen.
  5. Trocknen: Wenn du alle Verschmutzungen abgespült hast, musst du die Kette nur noch gut trocknen, denn erst dann kannst du sie schmieren, was sehr wichtig ist. Wenn du die Kette einfach an der Luft trocknen lässt, kann sich durch die lange Trocknungszeit Rost bilden.

Das richtige Öl für die Fahrradkette

Nach der Reinigung stellt sich die Frage, welches Mittel sich am besten zum Ölen eignet. Hier macht nicht jedes Produkt einen guten Job. Am besten greifst du zu einem Fahrradöl, welches der Hersteller speziell für die Fahrradkette entwickelt hat. Ideal sind synthetische Schmiermittel auf Mineralbasis.

Welches Öl sollte man vermeiden?

Motoröle oder Pflanzenöle hingegen sind tabu. Diese sind zwar umweltfreundlich, verkleben aber schnell die Fahrradkette. WD40 sollte man nie verwenden. Als Kriechöl ist es viel dünnflüssiger als herkömmliches Kettenöl und verdrängt so mit der Zeit die „dickere“ Kettenschmierung. Der dünne Film von WD40 reicht nicht aus, um die Kette ausreichend zu schmieren und kann im schlimmsten Fall zu erhöhtem Verschleiß führen.

Die Alternative: Kettenwachs

Kettenwachs nimmt eine Sonderstellung ein: Es trocknet auf der Kette und bildet so einen dauerhaften Schutz für das ursprüngliche Fett. Daher eignet es sich auch zum Einfetten einer neuen Kette. Zu beachten ist allerdings, dass sich das Wachs ohne chemische Entfetter kaum wieder entfernen lässt.

Wie ölt man die Fahrradkette richtig?

  1. Vorbereitung: Drehe die Kette vorne auf das mittlere Kettenblatt, hinten auf das mittlere Ritzel. So läuft die Fahrradkette möglichst gerade.
  2. Ölen: Anschließend drehst du die Pedale mit der Hand rückwärts. Und während sich die Kette rückwärts bewegt, tropfst oder sprühst du vorsichtig Öl auf die einzelnen Glieder der Fahrradkette.
  3. Verteilung: Fertig geschmiert? Dann bewege die Kette noch mindestens eine Minute gleichmäßig weiter. So verteilt sich das Fahrradöl schneller.
  4. Nacharbeit: Die Kette tropft leicht? Kein gutes Zeichen, das war zu viel des Guten. Tupfe das überschüssige Öl mit einem trockenen Tuch ab.
  5. Generalprobe: Jetzt wird es Zeit für eine Testfahrt. Drehe eine Runde und schalte die Gänge dabei rauf und runter, sowohl vorne als auch hinten. Nur so fließt das Öl auch gleichmäßig in Ritzel und Zahnkränze.

Wichtig: Beim Schmieren ist Sorgfalt geboten. Es darf kein Öl auf die Bremsen, Bremsscheiben oder Felgen tropfen. Ansonsten leidet die Bremsleistung. Gerade auf den Bremsscheiben ist Öl kontraproduktiv.

Wie oft muss man die Fahrradkette ölen?

Wie oft du die Fahrradkette ölen musst, hängt stark davon ab, wie häufig du dein Rad benutzt und wie viel Schmutz die Kette abbekommt. Manchmal musst du schon nach 100 Kilometern ran, manchmal erst nach 300 Kilometern. Am besten prüfst du regelmäßig den Zustand deiner Kette und machst dir selbst ein Bild. Am besten pflegst du deine Fahrradkette mindestens einmal pro Monat. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kannst du deine Fahrradkette auch wöchentlich reinigen und ölen. Wenn deine Kette rasselt, braucht sie dringend Öl.

Was man bei der Kettenreinigung vermeiden sollte

  • Hochdruckreiniger: Mit einem Hochdruckreiniger können die Teile beschädigt und Schmierfette aus den Lagern gespritzt werden.
  • Spülmittel: Nutzt du das Mittel dennoch, dann sollte die Kette nach der Reinigung sofort geölt werden.
  • Bremsenreiniger: Seine sehr stark entfettende Wirkung führt dazu, dass die Kette nach einer Behandlung mit Bremsenreiniger sowohl außen, als auch innen komplett ungeschmiert ist und somit auch keinen Rostschutz mehr bietet.
  • Diesel oder Benzin: Solltest du doch Benzin oder Diesel zum Reinigen deiner Fahrradkette nutzen, achte darauf, die Kette danach sofort wieder zu schmieren, da beide Stoffe stark entfettend wirken.

Zusammenfassung

Die regelmäßige Reinigung und Pflege der Fahrradkette ist entscheidend für die Langlebigkeit und optimale Leistung Ihres E-Bikes. Mit den richtigen Werkzeugen, der richtigen Technik und dem richtigen Öl können Sie sicherstellen, dass Ihre Kette reibungslos läuft und Sie Ihre Fahrten unbeschwert genießen können.

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