Die Anforderungen von Fahrradfahrern und E-Bikern an ihre Fahrradkette sind sich zunächst äußerst ähnlich. Mit dem Wunsch nach Stabilität und Langlebigkeit steht die Funktionalität bei allen Freizeitradlern natürlich im Vordergrund. Dazu kommt ein möglichst nicht allzu großes Gewicht, auch eine für Anfänger gut durchführbare Reparaturmöglichkeit wäre wünschenswert.
Auch wenn die Anforderungen übereinstimmen, kann man im seltensten Fall für E-Bikes die gleichen Teile verwenden wie für mit Muskelkraft betriebene Zweiräder. Fahrradteile für E-Bikes müssen aufgrund der höheren Geschwindigkeit und auch wegen des deutlich höheren Eigengewichts auch weitaus stärkeren Belastungen standhalten können.
Material und Haltbarkeit
Bei der Wahl der E-Bike Fahrradkette ist das Material von entscheidender Bedeutung. Viele herkömmliche Fahrradketten bestehen aus vernickeltem Stahl. Ein Plus an Haltbarkeit und Stabilität bieten hingegen Ketten aus Edelstahl, welche für E-Bikes empfohlen werden. Zusätzlich bringen diese auch weniger Gewicht mit sich. Der Grund für die Empfehlung von Edelstahl liegt bei steigender Geschwindigkeit, in der extremen Belastung des Fahrradantriebs - in erster Linie der Fahrradkette.
Natürlich sind auch Edelstahlketten nicht vor Verschleiß gefeit und auch höherwertige Ketten können reißen. Mit einem Kettennieter und wenigen Handgriffen ist das defekte Kettenglied für gewöhnlich sehr schnell entfernt. Dieses kleine Werkzeug lohnt sich für jeden Radler. Achten Sie beim Kauf Ihrer Fahrradkette darauf, dass nicht noch weiteres Werkzeug zur Reparatur notwendig ist.
Die Breite der Kette hängt von Ihrer Schaltung ab. Für 6-, 7- und 8-fach Schaltungen wird eine Breite von 7,2 mm benötigt, für 9-fach Schaltungen liegt die Breite der Fahrradkette bei 6,6 mm.
Worauf beim Kauf achten?
Wir empfehlen bereits beim Kauf Ihres E-Bikes, auf die entscheidenden Komponenten zu achten, insbesondere wenn Sie sich im günstigeren Preissegment bewegen. E-Bikes vom Discounter erfüllen mitunter auch ihren Zweck, allerdings werden oftmals bei der Wahl der Materialien Abstriche gemacht um einen günstigen Preis gewährleisten zu können. Auf die Dauer kann sich dieses Verfahren kaum rechnen und bewähren.
Hier gilt es also, bereits im Vorfeld gut zu vergleichen. Ein günstiger Anschaffungspreis rechnet sich nicht, wenn Sie bereits nach kurzer Laufzeit belastete Fahrradteile austauschen müssen. Neben dem finanziellen Faktor schlägt hier noch der Zeitaufwand und ein gewisser Ärger, den unliebsame Reparaturen immer nach sich ziehen, zu Buche. Für eine bestimmungsgemäße, intensivere Nutzung sollten Sie, gerade bei E-Bikes, etwas höherwertige Bauteile und Komponenten bevorzugen, um Ihren Fahrspaß zu gewährleisten - auch Ihrer Sicherheit zuliebe.
Schräglauf bei Kettenschaltungen
Bei einem normalen Rad wird man beim Händler immer darauf hingewiesen, den sogenannten Schräglauf zu vermeiden, d.h. jeweils die 3 größten bzw. die drei kleinsten Ritzel zu vermeiden bzw. beim Kettenblatt die 2 kleinsten und die 2 größten. Bei Schaltungen ohne Umwerfer muss man mit dem Schräglauf eben leben.
Kettenpflege und Kettenwahl
Meiner Erfahrung nach hilft nur eines, anständige Kettenpflege mit einem guten Kettenwachs, wie Squirt. Ich habe eine KMC e11 fast 10000km gefahren mit Bosch cx-gen2 mit kleinem Motorritzel. Ich fahre ein Pedelec mit Nabenschaltung und Kettenkasten, habe vor längerer Zeit eine E101EPT von KMC montieren lassen, die wird beworben mit 10.000+ km. Montiert wurde die Kette am 2.9.2020 bei km 18.500. Heute, am 28.7.2023, bin ich mit derselben Kette bei km 42.100, also Laufleistung bis jetzt 23.600 km. Alle 2.500 km wird die Kette gereinigt und geschmiert. Natürlich ist das ein Unterschied zu einem Pedelec mit Kettenschaltung, trotzdem finde ich diese Laufleistung mehr als ordentlich.
Die richtige Kette finden
Je nachdem, wie viele Gänge dein Bike hat: Die Kette muss zum Antrieb passen! Aber auch spezielle Schaltsysteme von Herstellern wie Shimano oder Sram spielen eine gewisse Rolle bei der Performance. Außerdem erklären wir, was beim Tausch der Kette zu beachten ist. Welche handwerklichen Fähigkeiten du haben solltest und welches Werkzeug du benötigst.
Kettenschaltungen vs. Nabenschaltungen
Man unterscheidet zwei Schaltungsvarianten: Kettenschaltungen und Nabenschaltungen. Kettenschaltungen sind am meisten verbreitet, und man erkennt sie am nach unten hängenden Schaltwerk und dem Ritzelpaket am Hinterrad. Nabenschaltungen besitzen hingegen ein Getriebe im Inneren der Nabe, und die Kette läuft hinten über ein einzelnes Ritzel. Ein regelmäßiger Tausch der Kette ist vor allem bei Kettenschaltungen wichtig, weil diese die Kette sehr stark strapazieren. Zum Beispiel wird sie bei Schaltvorgängen seitlich verwunden, weil sie von Ritzel zu Ritzel klettern muss. Und das sogar, während sie unter hoher Last steht. Außerdem läuft die Kette, je nach genutztem Ritzel, nur selten in gerader Linie nach vorne zum Kettenblatt. Bei modernen Kettenschaltungen mit vielen Gangstufen ist die Kette außerdem sehr schmal, damit sie in die Zwischenräume der Ritzel passt. Hinzu kommen Verschmutzung und Wettereinflüsse, besonders bei Mountainbikes. All dies fördert den Verschleiß in hohem Maß. Auch an E-Bikes ist der Kettenverschleiß tendenziell ziemlich hoch. Das liegt zum einen am hohen Gewicht des Bikes selbst. Zum anderen an der Zugkraft des Motors, die fast permanent auf den Antriebsstrang einwirkt.
An Fahrrädern mit Nabenschaltung und an so genannten Singlespeed-Bikes (ganz ohne Gangschaltung) muss die Kette hingegen nur sehr selten getauscht werden. Bei diesen Antrieben verlaufen die Ketten stets in gerader Linie zwischen Kurbel und Hinterrad, deshalb können sie breit und stabil gebaut werden.
Rechtzeitiger Kettenwechsel
Wer die Kette rechtzeitig wechselt, kann unterm Strich Geld sparen. Denn durch diese Maßnahme wird die Lebensdauer der restlichen Antriebskomponenten deutlich verlängert. Entscheidend ist es, eine zu extreme Längung der Kette zu vermeiden. Dazu legt man in regelmäßigen Zeitintervallen eine spezielle Messlehre in die Kettenlaschen, die den Status zuverlässig anzeigt. Sobald der kritische Punkt erreicht ist, wechselt man die Kette aus. Beachte die Gebrauchsanweisung für deine jeweilige Kettenleere. Indiziert die Kettenleere ein starkes Verschleißbild, genügt es nicht mehr, nur die Kette zu erneuern. Eine neue Kette würde in diesem Fall nicht mehr in die Zähne von Ritzel und Kettenblatt passen, da diese bereits zu stark aufgeweitet wurden. Sprich, der komplette Antrieb muss renoviert werden.
Für die Wahl der richtigen Kette ist die Anzahl der Ritzel am Hinterrad der entscheidende Faktor. Unabhängig davon, wie viele Kettenblätter vorne an der Kurbel rotieren. Grund: Je mehr Ritzel dort sitzen, desto enger müssen sie zusammenrücken. Denn der Platz zwischen Nabenflansch und Rahmen (Hinterbau) ist begrenzt. Mit zunehmender Anzahl der Ritzel muss die Kette also schmaler gefertigt sein, damit ihre Laschen reibungslos durch die Zwischenräume laufen. Moderne Fahrräder (Mountainbikes, Rennräder/Gravelbikes, City-/Trekkingbikes) besitzen in der Regel Kassetten mit 10, 11 oder 12 Ritzeln. E-Bikes aller Typen eingeschlossen. 13 Ritzel sind technisch machbar, aber bislang nicht auf breiter Front eingeführt. Kassetten mit 10 Ritzeln findet man hingegen noch recht häufig an preiswerten oder älteren Bikes.
Die Komponentenhersteller Shimano und Sram sind am weitesten verbreitet. Unsere Empfehlung: Wenn dein Bike eine Schaltung eines dieser beiden Hersteller besitzt, solltest du beim Tausch auch eine Kette des entsprechenden Brands wählen. Dann harmoniert der Antrieb perfekt. Wir empfehlen, eine (neue) Kette grundsätzlich mit einem Kettenschloss zu verschließen. Das ist eine saubere, stabile und einfache Methode, im Gegensatz zum Vernieten. Auch bei einer Panne unterwegs ist ein Kettenschloss die perfekte Lösung. Nicht jeder Kette liegt jedoch ein Schloss bei! Deshalb beim Kauf einer Kette auch an ein Schloss denken. Und ein zweites gehört stets ins Notfall-Set!
Kettenlänge und Montage
Für Kettenschaltungen an normalen Bikes besitzt eine Kette im Neuzustand 114 bis 118 Glieder. Sie muss dann bei der Montage entsprechend (um wenige Glieder) gekürzt werden. Für Bikes mit besonders langen Hinterbauten oder zusätzlichen Umlenkungen der Kette gibt es extra lange Ketten mit bis zu 138 Gliedern.
Prüfe, ob bei der neuen Kette eine bestimmte Laufrichtung vorgegeben ist. Das ist zum Beispiel bei vielen Shimano Ketten der Fall. Entsprechend dieser Richtung musst du die Kette in den nächsten Schritten auflegen. Lege dein Werkzeug parat: Flach- oder Spitzzange, Kettennieter, je nach Typ Kettenschloss (Shimano, Sram) oder Nietstift (Shimano teilweise), und Kettenschloss-Zange (falls vorhanden).
Die Kette muss lang genug sein, um (gleichzeitig) das große Kettenblatt vorne und das größte Ritzel hinten problemlos zu umschlingen. Dazu legt man die neue Kette von oben her über diese Ritzel-Konstellation, fädelt sie durch den Schaltkäfig, und zieht sie unten so straff zusammen, dass der Schaltkäfig etwa einen 45-Grad-Winkel beschreibt. Die genannte Haken-Speiche erleichtert diesen Vorgang enorm.
Achtung! Vor dem Abtrennen des Glieder-Überhangs musst du dich vergewissern, dass die beiden verbleibenden Enden zur gewählten Verschließmethode passen. Bei Verwendung eines Kettenschlosses müssen zwei Innenlaschen stehen bleiben. Bei Verwendung eines Nietstiftes (nur Shimano!) muss es eine Innen- und eine Außenlasche sein.
Das Verschließen der Kette mit Hilfe eines Kettenschlosses ist kinderleicht: Die beiden Hälften werden nach Abtrennen des Überhangs durch die Enden gesteckt und zum ersten Fixieren nur zusammengedrückt. Die Kette ist damit aber noch nicht richtig geschlossen Dafür musst du rückwärts kurbeln (beim E-Bike vorwärts), bis das Kettenschloss oben zwischen Ritzelpaket und Kurbel steht. Jetzt die Hinterradbremse fest anziehen und über das Pedal einen herzhaften Druck auf den Antrieb geben. Damit wird das Schloss eingerastet.
Verschließen einer Shimano Kette mit Nietstift: Der Stift ist etwa doppelt so lang wie die Kette breit und besteht aus einem Führungsbolzen mit konischer Spitze, und - getrennt durch eine Sollbruchstelle - dem eigentlichen Niet. Nun drückst du den Nietstift mit dem Kettennieter vorsichtig in die Kette, so dass der Führungbolzen auf der Rückseite heraus kommt. Der Führungsbolzen lässt sich am Ende mit einer Zange an der Sollbruchstelle abbrechen. Damit die Kette an der neu vernieteten Stelle leicht läuft, musst du sie ein-zwei-Mal seitlich verbiegen.
Notfall-Tipp: Bei einer Kettenpanne unterwegs muss man in der Regel ein defektes Segment aus der Kette entfernen. Dafür besitzen die meisten Notfall-Tools einen Kettennieter. Und ein Ersatz-Kettenschloss gehört immer ins Notfall-Werkzeug. Aber Achtung! Unbedingt daran denken, bei der Weiterfahrt NICHT mehr auf die großen Ritzel zu schalten, denn dafür ist die Kette nach der Reparatur zu kurz. Andernfalls riskierst du einen ersten Schaden am Hinterbau/Rahmen.
Kettenschaltung vs. Nabenschaltung am E-Bike
Wenn Sie ein E-Bike mit Kettenschaltung betrachten und dann eines mit Nabenschaltung, sehen Sie schnell alleine in der Optik deutliche Unterschiede. Bei einem Fahrrad mit Kettenschaltung finden Sie - im Gegensatz zur Variante mit der Nabenschaltung - am Hinterrad eine Kassette mit dem sogenannten Ritzel-Paket und dem Schaltwerk (für den Schaltvorgang verantwortlich). Wenn am Fahrrad eine Nabenschaltung verbaut ist, ist die Mechanik gut geschützt vor äußerlichen Einflüssen im Ganzen in der Hinterradnabe untergebracht.
Vorteile der Kettenschaltung:
- Offen zugänglicher Bereich am Hinterrad
- Wartungsarbeiten und Reparaturen gut und schnell erledigt
- Einzelne Komponenten (z.B. Schaltwerk, Kassette…) leicht austauschbar
- Möglichkeit, höherwertige Teile zu verbauen und Übersetzung anzupassen
- Niedriges Gewicht und breiter Übersetzungsbereich
Nachteile der Kettenschaltung:
- Dreck und Schmutz setzen der Kettenschaltung schnell und stark zu
- Regelmäßige Reinigung und Wartung unerlässlich
- Höherer Verschleiß von Ritzel und Kettenblätter
- Schaltvorgang nur während der Fahrt möglich
Vorteile der Nabenschaltung:
- Mechanik geschützt im Inneren der Nabe
- Unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen
- Überschaubarer Aufbau
- Hohe Zuverlässigkeit
- Gang kann bereits im Stand eingelegt werden
Nachteile der Nabenschaltung:
- Höherer Preis
- Höheres Gewicht
- Geringere Drehmomentbelastbarkeit
- Reparatur nur durch Fachwerkstatt möglich
Riemenantrieb als Alternative?
Ein Carbonriemen kann die bessere Alternative zur altbewährten Fahrradkette sein. Für den Riemen sprechen in erster Linie die längere Haltbarkeit und weniger Aufwand bei der Reinigung. Der offensichtlichste Vorteil von Antriebsriemen am Fahrrad und E-Bike ist, dass kein Öl mehr im System ist, das Schmutz anzieht und weiter verteilt. Carbonriemen benötigen keinen Schmierstoff, es reicht, wenn du den gröbsten Schmutz mit Wasser und einem Tuch abwischst. Auch ohne Schmierstoff macht der Riemen so gut wie kein Geräusch beim Fahren, die Kraftübertragung ist auf ähnlichem Niveau wie bei einer ordentlich gepflegten Kette.
Zunächst funktioniert der Riemen nur mit Naben- oder Getriebeschaltungen sowie an Singlespeedbikes. Kettenschaltungen und Riemen passen - das steht schon im Namen - nicht zusammen. Ketten hingegen sind flexibler und können in Kombination mit allen Schaltungsarten genutzt werden.
Ein wesentliches Argument für den Riemenantrieb ist die Lebensdauer: Selbst bei optimaler Pflege kommen Ketten selten auf 10.000 Kilometer Laufleistung, empfohlen wird zumeist sogar, eine Kette nach 2.000 oder 3.000 Kilometer zu wechseln. Riemenhersteller werben damit, dass fünfstellige Kilometerzahlen mit ihrem Antriebssystem locker drin sind.
Nachteile des Riemens
Für viele Radfahrerinnen und Radfahrer bietet eine Kettenschaltung die beste Übersetzungsbandbreite, wenn Sie in hügeligen Gegenden oder Städten unterwegs sind. Um diesen Nachteil auszugleichen, haben wir Ca Go Bikes wie das FS200 Life in der Ausstattung Family-Plus übrigens mit hochwertigen Nabenschaltungen ausgestattet, zum Beispiel von Enviolo. Sie bieten eine ähnliche Übersetzung wie Kettenschaltungen und es gibt sie sogar mit Schaltautomatik.
Fahrräder und E-Bikes mit Riemen kosten in der Regel etwas mehr als Modelle mit Kettenschaltung. Um die Kosten von Ketten und Riemen miteinander zu vergleichen, solltest du nicht nur die Anschaffung, sondern auch die Lebensdauer ins Verhältnis setzen. Während eine Kette zwar gereinigt werden muss, aber mit geübten Händen schnell gewechselt ist, dauern Ein- und Ausbauen des Riemens etwas länger. Um den Riemen unter Spannung zu halten, muss bei vielen E-Bikes der Rahmen geöffnet und der Riemen als Ganzes auf die Ritzel gebracht werden. Zusätzlich muss das Hinterrad exakt ausgerichtet werden.
Insbesondere im Winter kommt das System Kettenschaltung an seine Grenzen: Streusalz und Feuchtigkeit setzen dem Material zu. Sorgenfrei fahren im Winter, weniger Wartung insgesamt: Der Riemen spielt seine Stärken eindeutig an Alltagsfahrrädern aus. Grundsätzlich gilt, dass besonders E-Bikes profitieren, da die Last vom Mittelmotor zur Hinterradnabe insgesamt größer ist, was bei Ketten zu höherem Verschleiß führt.
Riemenantrieb vs. Kettenantrieb: Eine Übersicht
Die folgende Tabelle fasst die Vor- und Nachteile von Riemen- und Kettenantrieb zusammen:
| Merkmal | Riemenantrieb | Kettenantrieb |
|---|---|---|
| Lebensdauer | Länger | Kürzer |
| Wartung | Weniger | Mehr |
| Anschaffungskosten | Höher | Niedriger |
| Verschleiß bei hoher Last | Geringer | Höher |
| Fahrverhalten | Weniger dynamisch | Dynamischer |
| Service | Komplizierter | Einfacher |
| Geräuschentwicklung | Leise | Lauter |
Welche Kette ans E-Bike?
Sollte man am E-Bike also besondere Ketten mit dem Zusatz „E“ verwenden? Und lohnt es sich, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und die Top-Modelle zu kaufen? Der Test auf dem Prüfstand fördert erhebliche Unterschiede im Verschleißverhalten zutage. Während manche Exemplare nach dem Testmarathon noch nicht austauschpflichtig wären, sind andere schon extrem gelängt.
Auffällig ist, dass zwei ausgewiesene E-Bike-Ketten im Test - von KMC und von Miché - besonders schlecht abschneiden. Extrem haltbar sind hingegen alle Shimano-Ketten, auch die ganz günstigen, sowie die KMC X10. Auch die Wippermann-Ketten zeigen eine ordentliche Performance, fallen aber durch stärkeren Rollenverschleiß auf. Die teurere Edelstahlkette längt sich dabei etwas weniger als die einfacheren Modelle. Auch bei SRAM ist die teurere PC 1071 deutlich haltbarer als die billige PC 1031.
Unterm Strich lernen wir, dass das Attribut „E-Bike-tauglich“ keine Qualitätsaussage ist. Auch der Preis gibt nur bedingt Auskunft über die Qualität einer Kette. Durch die Bank glänzend sind die Ergebnisse der Shimano-Ketten. Auch die günstigste, die HG 54, schneidet sehr gut ab. Punktabzug gibt es nur durch das umständliche Handling mit dem Verschlussbolzen. Den Testsieg holt sich KMC mit der günstigen X10, die mit einem Kettenschloss montiert wird.
Regelmäßig gereinigte und geölte Ketten halten deutlich länger als verschmutzte.
Kettenverschleiß - So wurde getestet
Den Verschleiß der Ketten haben wir auf einer Prüfmaschine bestimmt. Dazu wurden je sieben Kettenabschnitte zu einer Prüfkette zusammengesetzt, die auf dem Prüfstand verspannt wurde. 80 Stunden lang wurde die Kette mit 300 N Spannung und 75 U/min bewegt. Weitere 30 Stunden mit einer auf 750 N erhöhten Last, wie sie fürs E-Biken repräsentativer ist. Alle 20 Stunden wurde feiner, aggressiver Quarzsand auf die Kette gerieselt, die mit einfachem Motoröl geschmiert wurde. Am Ende jedes Zyklus wurde die Längung der Gelenke mit Messschiebern unter Vorlast ermittelt. Zusätzlich haben wir den Rollenverschleiß erfasst und mit einer Kettenmesslehre überprüft, ob ein Austausch anstünde.
Die Grafik zeigt, wie sehr sich die Kettengelenke im Zuge der Prüfung durch Verschleiß gelängt haben. Ketten unter 0,02 Millimeter Längung pro Gelenk sind nach der Prüfung mit Kettenlehre, die auch den Rollenverschleiß erfasst, noch nicht austauschpflichtig.
Die 13 Ketten im Verschleißtest
KMC E10
- Preis: 52,95 Euro
- Gewicht: 285 Gramm
- Glieder: 122
- Gewicht pro Kettenglied: 2,34 Gramm
- Breite: 5,99 Millimeter
- Verschleiß: 0,078 Millimeter
- Fazit: Spezifische E-Bike-Kette. Fällt im Test durch ausgesprochen schwache Haltbarkeit auf.
- MYBIKE-Testurteil: BEFRIEDIGEND
KMC X10
- Preis: 33,90 Euro
- Gewicht: 264 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,32 Gramm
- Breite: 5,88 Millimeter
- Verschleiß: 0,017 Millimeter
- Fazit: Die günstige Kette zeigt, dass Shimano-Zulieferer KMC auch unter eigener Flagge extrem haltbare Ketten anbietet.
- MYBIKE-Testurteil: SEHR GUT (Testsieger 3/2019)
KMC X10 EL Gold
- Preis: 54,90 Euro
- Gewicht: 259 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,27 Gramm
- Breite: 5,89 Millimeter
- Verschleiß: 0,054 Millimeter
- Fazit: Goldig glänzend durch Titan-Nitrit-Beschichtung. Sehr leicht durch durchbrochene Laschen, aber in der Haltbarkeit nicht toll.
- Testurteil: GUT
Miché E-Bike
- Preis: 48,38 Euro
- Gewicht: 337 Gramm
- Glieder: 138
- Gewicht pro Kettenglied: 2,44 Gramm
- Breite: 5,94 Millimeter
- Verschleiß: 0,111 Millimeter
- Fazit: Die E-Bike-Kette von Miché enttäuscht. Die Kette verschleißt von Beginn an schnell. Schlusslicht in der Haltbarkeitswertung.
- Testurteil: AUSREICHEND
Miché 10 Speed
- Preis: 36,50 Euro
- Gewicht: 279 Gramm
- Glieder: 116
- Gewicht pro Kettenglied: 2,41 Gramm
- Breite: 5,86 Millimeter
- Verschleiß: 0,035 Millimeter
- Fazit: Die vernickelte Kette mit durchbrochenen Laschen zeigt, dass Miché gute Ketten machen kann.
- Testurteil: GUT
Shimano CNE 6090
- Preis: 42,95 Euro
- Gewicht: 303 Gramm
- Glieder: 126
- Gewicht pro Kettenglied: 2,40 Gramm
- Breite: 5,81 Millimeter
- Verschleiß: 0,017 Millimeter
- Fazit: Extralange E-Bike-Kette mit geräuschmindernder Siltec-Beschichtung für Einfach-Antriebe. Hervorragende Haltbarkeit.
- Testurteil: SEHR GUT
Shimano Deore HG 54
- Preis: 29,95 Euro
- Gewicht: 276 Gramm
- Glieder: 116
- Gewicht pro Kettenglied: 2,38 Gramm
- Breite: 5,94 Millimeter
- Verschleiß: 0,016 Millimeter
- Fazit: Laufrichtungsgebundene Kette für Shimano Deore/XT/SLX. Etwas schlichte Optik, aber Top-Haltbarkeit. Günstig.
- Testurteil: SEHR GUT
Shimano HG 95
- Preis: 32,95 Euro
- Gewicht: 277 Gramm
- Glieder: 116
- Gewicht pro Kettenglied: 2,39 Gramm
- Breite: 5,8 Millimeter
- Verschleiß: 0,016 Millimeter
- Fazit: Laufrichtungsgebundene Kette für Shimano Deore/XT/SLX. Beschichtete Laschen. Hervorragende Haltbarkeit.
- Testurteil: SEHR GUT
SRAM PC 1031
- Preis: 22,00 Euro
- Gewicht: 272 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,39 Gramm
- Breite: 6,01 Millimeter
- Verschleiß: 0,102 Millimeter
- Fazit: Die günstige Kette der Amerikaner fällt stark ab gegenüber dem teureren Schwestermodell. Die Haltbarkeit ist schwach.
- Testurteil: AUSREICHEND
SRAM PC 1071
- Preis: 48,90 Euro
- Gewicht: 260 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,28 Gramm
- Breite: 6,05 Millimeter
- Verschleiß: 0,026 Millimeter
- Fazit: Hohlbolzen drücken das Gewicht, die vernickelten Außenlaschen sorgen für Glanz. Gute Haltbarkeit.
- Testurteil: SEHR GUT
Wippermann 10 S1
- Preis: 67,50 Euro
- Gewicht: 256 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,25 Gramm
- Breite: 5,93 Millimeter
- Verschleiß: 0,023 Millimeter
- Fazit: Komplett aus Edelstahl gefertigt. Das treibt den Preis, bedeutet aber hohen Rostschutz. Gute Haltbarkeit. Super Schloss.
- Testurteil: SEHR GUT
Wippermann 10 SE
- Preis: 57,90 Euro
- Gewicht: 286 Gramm
- Glieder: 124
- Gewicht pro Kettenglied: 2,31 Gramm
- Breite: 5,85 Millimeter
- Verschleiß: 0,024 Millimeter
- Fazit: E-Bike-Modell mit Innenglied aus Edelstahl. Gute Haltbarkeit der Gelenke, hoher Rollenverschleiß. Genialer Verschluss.
- Testurteil: SEHR GUT
Wippermann 10 SO
- Preis: 34,90 Euro
- Gewicht: 264 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,32 Gramm
- Breite: 5,85 Millimeter
- Verschleiß: 0,028 Millimeter
- Fazit: Auch die günstigste Kette von Wippermann schlägt sich wacker. Toll ist der leicht zu öffnende Verschluss.
- Testurteil: SEHR GUT
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