Fahrradkette gerissen: Reparatur und Kosten

Ein Kettenriss gehört zu den unangenehmeren Erlebnissen in einem Radlerleben. Doch mit dem richtigen Werkzeug und der entsprechenden Fingerfertigkeit ist eine gerissene Kette schnell repariert. Im Grunde sind zwei Gründe ausschlaggebend, dass du die Kette am Fahrrad wechseln musst: Die Fahrradkette ist entweder gerissen oder so verschlissen, dass es nicht mehr lange dauert, bis ein Kettenglied den Geist aufgibt.

Was tun bei einem Kettenriss?

Bei einem klassischen Kettenriss hat man die Kette entweder verloren oder sie hat sich um Kassette oder Kurbel gewickelt. Vor dem Zusammennieten muss man sie daher zunächst wieder durch das Schaltwerk und den Umwerfer fädeln. Dazu Schaltwerk als auch Umwerfer auf das jeweils kleinste Blatt schalten und die Kette anschließend durchfädeln. Bitte dabei auch die Laufrichtung der Kette beachten.

Werkzeug und Material

Für die Reparatur einer gerissenen Kette benötigst du folgendes Werkzeug und Material:

  • Kettennieter
  • Kettenspanner (optional)
  • Lumpen für saubere Hände
  • Steckglied bzw. Kettenschloss (optional)

Reparaturanleitung

  1. Kette wieder auflegen: Kette vor dem Zusammennieten durch Schaltwerk und Umwerfer fädeln - Laufrichtung der Kette beachten.
  2. Defektes Kettenglied entfernen: Zu entfernendes Kettenglied in den Kettennieter einlegen, diesen drehen, bis die Nietspindel am Nietstift ansteht - Stift fast, nicht ganz, herausdrücken.
  3. Kette verschließen:
    • a) Kette zusammennieten: Defektes Kettenglied entfernen - Ketten-Enden zusammenführen und ineinander drücken - Kettennieter aufsetzen und Nietstift zurück ins Kettenglied drücken.
    • b) Steckglied einsetzen: Defektes Kettenglied gegen Steckglied austauschen.
    • c) Zum Verschließen des Steckgliedes muss sich dieses oben befinden. Durch festhalten des Hinterrades und gleichzeitigen Ruck am Pedal wird die Kette gespannt und das Steckglied verschießt sich.
  4. Kettenglied gängig machen: Prüfen, ob sich das Kettenglied leicht bewegen lässt - falls ein Knick erkennbar ist oder sich die Kette nur zäh bewegen lässt, Kette an der Nietstelle hin- und herbiegen, bis es wieder leicht geht.

Detaillierte Schritte

  1. Damit man den Nietstift mit dem Kettennieter herausdrücken kann, lege das zu entfernende Glied in den Kettennieter ein und drehe am Nieter, bis der Stift des Werkzeugs am Nietstift ansteht. Achtung: Den Nietstift nicht vollständig herausdrücken.
  2. Hierfür die beiden Enden zusammenführen und ineinanderdrücken. Dadurch, dass ihr den Nietstift nicht vollständig aus der Außenlasche herausgedrückt habt, sollte die Kette von alleine zusammenhalten. In ein gut ausgestattetes Reparaturset gehört jedoch auch ein Kettenspanner, der die beiden Enden der Kette während des Nietvorgangs zusammenhält - er kann einem die „Nietarbeit“ deutlich erleichtern. Jetzt setzt Du den Kettennieter wieder auf und drückst den Nietstift wieder zurück in das Kettenglied, bis er vollständig verschwindet. Achtung: Achte darauf, den Nietstift nicht zu weit in die Außenlasche hineinzudrücken.
  3. Das Steckglied bzw. das Kettenschloss verbindet die Kette, ohne diese vernieten zu müssen. Um die Kette damit zu verbinden, müssen jeweils die beiden inneren Kettenglieder verwendet werden, also genau anders als es beim Kette zusammennieten. Die Steckglieder bestehen aus zwei Teilen. Jedes davon hat einen Stift sowie ein Teil des äußeren Kettengliedes. Die Stifte werden jetzt einmal von vorne und einmal von hinten durch die Fahrradkette und ineinandergesteckt. Dabei ist auf die Laufrichtung zu achten. Durch leichten Zug an der Kette verschließen sich die beiden Teile des Steckgliedes schon einmal leicht. Kontrolliere hier unbedingt, ob diese auch sauber anliegen. Zum finalen Verschließen wird das Hinterrad mit einer Hand festgehalten. Durch gleichzeitigen Druck auf die Pedale wird die Kette gespannt und das Steckglied verschließt sich zur Gänze mit einem kleinen Klick. Achtung: Unbedingt darauf achten, dass das Steckglied bzw.
  4. Nach dem Nieten sollten sich die Glieder wieder leichtgängig bewegen lassen. Bei gespannter Kette sollte kein Knick in der Kettenlinie erkennbar sein, wenn man die Kette zur Probe durch das Schaltwerk laufen lässt, sollte das Schaltwerk nicht durch die Kette mitgezogen werden.

Wann die Kette wechseln?

Manche Fahrradfahrer tauschen die Kette erst dann aus, wenn sie kaputt ist und nur noch eine Reparatur hilft. Der regelmäßige Wechsel der Fahrradkette bringt den Vorteil mit sich, dass auch Ritzel und Kettenblatt länger halten. Eine verschlissene Kette beansprucht andere Fahrradteile und zieht sie in Mitleidenschaft. Wenn du darauf nicht achtest, musst du im schlimmsten Fall gleich mehrere Bauteile tauschen. Wechselst du die Fahrradkette erst, wenn sie reißt, brauchst du eine Ersatzkette, die du an Ort und Stelle montierst. Mit etwas Glück reicht eventuell auch eine Reparatur aus, weil du nur ein Kettenglied ersetzen musst.

Empfohlene Intervalle

Der Zeitpunkt, wann du deine Fahrradkette wechseln solltest, hängt von verschiedenen Faktoren ab.Generell lässt sich sagen: Ab 1500 bis 2000 Kilometern sollte der Verschleiß der Kette bei Fahrrädern, die hauptsächlich auf der Straße fahren, mit einer Kettenlehre überprüft werden. Hier empfiehlt es sich, die Kette an mehreren Stellen zu überprüfen. Ist eine der gemessenen Stellen länger als der vorgegebene Toleranzbereich, sollte die Kette gewechselt werden.

Bei Mountainbikes oder E-MTBs ist es notwendig die Kette schon nach 500 Kilometern zu überprüfen. Der Grund hierfür ist eine höhere Anzahl von Umdrehungen im Verhältnis zu den gefahrenen Kilometern. Die Kette verdreckt stärker und es entsteht hierdurch mehr Abrieb zwischen den Kettengliedern und Zahnrädern.

Kettenverschleiß prüfen

Eine weitere Option, die Funktionsfähigkeit deiner Kette zu prüfen, ist die Anwendung einer Ketten-Messlehre. Sie kostet etwa 20 Euro und wird einfach auf die Fahrradkette gelegt. Wenn die Lehre mit beiden spitzen tief einsinkt, weist die Kette einen Verschleiß auf.

Hier sind einige Anzeichen für eine abgenutzte oder defekte Fahrradkette:

  • Die Kette springt beim Schalten nicht mehr richtig auf das nächste Ritzel.
  • Die Kette vibriert beim Treten.
  • Es ist ein lautes Knacken zu hören, wenn du stärker in die Pedale trittst.

Kosten

Was kostet eine Fahrradkette / E-Bike-Kette? Der Preis einer Fahrradkette liegt bei den meisten Antrieben 10 und 40 Euro für die meisten Antriebe. Es gibt aber auch Ketten, die bis zu 90 Euro kosten. Diese sind aber nur für entsprechende Antriebe und bei maximaler Performance sinnvoll. Je nachdem ob ein Glied der Kette ersetzt werden muß oder nur die Verbindung (Kettenschloß) ersetzt wird kostet das Material 5-10 Euro. Wenn man es machen läßt kommen noch mal 10-20 Euro dazu.

Kettenpflege

Gute Pflege verlängert die Haltbarkeit der Fahrradkette. Außerdem empfehlen wir die regelmäßige Reinigung der Fahrradkette. Das macht zwar hin und wieder etwas Arbeit, dafür sparst du die zeitaufwändige Reparaturen am Fahrrad und unnötige Kosten.

Folgeschäden bei zu spätem Wechsel

Eine alte Fahrradkette kann bei Belastung reißen. Wer seine Kette zu spät wechselt, riskiert außerdem kostspielige Folgeschäden. Eine unsauber laufende Kette beansprucht auch die Ritzel. Dann kann es passieren, dass nicht nur die Kette, sondern auch die Zahnräder gewechselt werden müssen.

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