Fahrradkette knirscht: Ursachen und Lösungen

Macht Dein Fahrrad seltsame Geräusche, wenn Du damit fährst? Falls Dein Fahrrad andere Geräusche macht, ist das ein Anzeichen für Probleme. Viele dieser Probleme können in einem frühen Stadium leicht behoben werden, indem man nur eine Schraube festzieht. Wenn Du jedoch die Geräusche ignorierst kann das zu schweren Schäden an Teilen Deines Fahrrads führen. Möglicherweise strandest Du im Nirgendwo oder liegst verletzt im Graben, wenn das Problem plötzlich ernsthaft wird.

Geräusche am Laufrad

Die meisten Geräusche haben in irgendeiner Form eine Regelmäßigkeit. Bei neuen Fahrrädern (oder neuen Laufrädern) ist diese Unregelmäßigkeit möglicherweise Folge einer Unebenheit an der Stelle, wo die Felge zusammengeschweißt wurde, um einen Kreis zu bilden. Normalerweise sollte diese Problem nach wenigen hundert Kilometern von selbst verschwinden. Wenn das Problem sehr auffällig ist, spricht das allerdings meist für eine defekte Felge.

Falls dieses Problem bei Fahrrädern auftaucht, die vorher längere Zeit ohne Geräusche gefahren sind, spricht das zumeist für eine Beschädigung der Felge durch einen harten Aufschlag zum Beispiel in einem Schlagloch. Der Reifen bietet für diese Art von Beschädigungen den nötigen Schutz. Normalerweise wird eine Felgenbeschädigung durch Nachlässigkeit beim Einstellen des richtigen Luftdrucks hervorgerufen. Manchmal kann dieses Problem durch den vorsichtigen Einsatz eines Hammers oder dem Einsatz von speziellen Zangen für diesen Zweck behoben werden.

Wenn Du ein regelmäßiges Schleifgeräusch hörst, wenn Du das Rad rollen lässt, darfst Du auf keinen Fall weiter fahren, bis Du der Ursache auf den Grund gegangen bist. Manche dieser Probleme können evtl. Hebe jeweils ein Ende Deines Fahrrads an und bewege das angehobene Rad schnell vorwärts. Gewöhnlich entstehen diese Probleme, nachdem ein Laufrad aus- und wieder eingebaut wurde und das Laufrad nicht ordentlich in den Rahmen oder die Gabel eingesetzt wurde. Manchmal bauen Leute ein Laufrad schräg ein und stellen dann die Bremse nachträglich ein, um das zu kompensieren.

Der Beste Weg, zu kontrollieren, ob das Vorderrad korrekt eingebaut ist, ist es, einen Finger auf jeder Seite zwischen Reifen und Gabelscheide zu stecken. Wenn man den gleichen Finger bei jeder Hand benutzt und nicht allzu unterschiedlich große Hände hat, kann man erfühlen, ob sich der Reifen auf einer Seite näher an der Gabelscheide befindet als auf der anderen Seite. Eine nicht mittig sitzende Felge kann Folge von schlechtem Einbau sein oder durch eine verbogene Achse oder Gabel hervorgerufen werden. Zumeist ist jedoch das Laufrad nicht mehr richtig zentriert.

Wenn das Laufrad einen ganz leichten Seitenschlag hat, kann man das übergangsweise beheben, indem man das Laufrad etwas versetzt einbaut. Falls es ein schleifendes oder klickendes Geräusch gibt, wenn Du fährst und Du das Geräusch nicht mehr hörst, wenn Du das entsprechende Laufrad anhebst, dann ist dies meist ein Hinweis auf eine lose Speiche. Manchmal schleifen hörbar die losen Speichen an der Kreuzungsstelle an anderen Speichen. Das passiert nur dann, wenn das Fahrrad das Gewicht des Fahrers trägt.

Falls Du das laufradbezogene Schleifen nur hörst, wenn Du einem niedrigen Gang eingelegt hast und das Fahrrad rollen lässt, deutet das zumeist auf das Schleifen der Kette am Speichenschutz hin. Geräusche, die je Laufradumdrehung nur beim Pedalieren auftreten, sind meist auf den Freilauf oder die Freilaufnabe zurückzuführen. Versuche, die einzelnen Ritzel vor- und zurückzubewegen. Falls die Ritzel einer Kassette sich auf dem Freilaufkörper bewegen lassen, fehlt unter Umständen ein Spacer.

Die meisten Laufradbauer verlegen die nachlaufenden Speichen auf der Innenseite des Nabenflanschs. In manchen sehr seltenen Fällen werden Laufräder in entgegengesetzter Richtung gebaut. Das führt zu mysteriösen Schleifgeräuschen des Schaltwerks an den Speichen nur im kleinsten Gang, wenn man mit viel Kraft pedaliert.

Geräusche beim Pedalieren

Klicken, Knarzen und Quietschen, das sich einmal pro Pedalumdrehung bemerkbar macht kann mehrere verschiedene Ursachen haben. Das solltest Du als erstes kontrollieren. Die Pedale sollten fest in den Kurbeln verschraubt sein. Das linke Pedal hat ein Linksgewinde. Bei den typischen dreiteiligen Kurbelsätzen ist es absolut wichtig, dass die Kurbelschrauben, die die Kurbeln mit dem Innenlager verbinden, ordentlich festgezogen sind. Die Kettenblattschrauben sind die vier oder fünf Schrauben, die das Kettenblatt bzw. die Kettenblätter mit dem Spider der Kurbel verbinden. Das Gewinde und der Inbuskopf der Schrauben sollten mit Fett geschmiert werden. Vermeide jedoch unbedingt, dass Fett auf die Außenseite der Hülse kommt.

Typischerweise haben diese Hülsen zwei kleine Einkerbungen, die als Halterung für ein Werkzeug dienen und das Verdrehen der Hülse beim Festdrehen verhindern sollen. Eigene ErfahrungTypischerweise lockern sich diese Schrauben nicht abrupt sondern schleichend. Das heißt, dass das Knarzen aus dieser Richtung zumeist erst bei hoher Belastung auftritt und möglicherweise nur bei Belastung des rechten Kurbelarms. Wegen der Gewinderichtung von normalen Innenlagern ziehen sich die Innenlagerschalen bis zu einem bestimmten Punkt selbst fest. Das verleitet manchmal zu unvorsichtiger Montage. Insbesondere die rechte (feststehenden Lagerschale) Seite ist oft davon betroffen.

Falls die rechte Lagerschale nicht ganz fest ist, wird sie sich nicht unbedingt selbst lösen aber auch nicht selbständig festziehen. Das ist ein erstaunlich häufiger und oft übersehener Grund für ungewollte Geräusche. Im allgemeinen sollte man die oben genannten Punkte zuerst kontrollieren, weil es einfacher ist, diese Probleme zu beheben. Man kann nicht wirklich sicherstellen, dass man das Anzugsmoment der Lagerschalen in Erfahrung bringt, ohne die Kurbeln zu demontieren. Bewege die Kurbeln so, dass die linke Kurbel mit dem Sitzrohr eine Linie bildet, dann lege beide Hände um diese Kurbel und das Sitzrohr und drücke mit viel Kraft die Kurbel in Richtung Sitzrohr. Das ganze wiederhole mit der rechten Kurbel.

Falls die oberer Begrenzungsschraube des Umwerfers zu lose ist oder der Umwerfer nicht parallel zu den Kettenblättern montiert wurde, ist es möglich, dass der Käfig gegen die Innenseite der rechten Kurbel stößt.

Probleme mit der Kette

Dieser Art der Geräusche deuten auf Probleme mit der Kette hin. Möglicherweise kannst Du das Problem beheben. Wenn Du ein regelmäßigen sich wiederholenden Sprung oder Ruck spürst, der alle drei bis vier Pedalumdrehungen auftritt, deutet das auf ein steifes Kettenglied hin. Im allgemeinen ist das die Stelle, an der die Kette bei der Montage vernietet wurde. Wenn der Kettennieter den Nietstift durch die Kette treibt, tendiert dieser Nietstift dazu, die äußere Lasche mit sich nach innen zu ziehen. Der einfachste Weg, dieses Problem zu lösen, ist es, den Bereich der Kette in "Z"-Form zu formen, so dass das steife Glied im diagonalen Bereich liegt und dann die Kette hin und her zu biegen.

Wenn Deine Kette ein Kettenglied hat, das durch einen Kettenklemmer verbogen wurde, erzeugt das ähnliche Symptome wie oben beschrieben. Der einfachste Weg, diese steifen bzw. beschädigten Kettenglieder zu erkennen, ist es, in das kleinste Kettenblatt und das kleinste Ritzel zu schalten (der Gang, den man normalerweise nie benutzen sollte). Dabei ist die Kette am wenigsten gespannt und wird am weitesten gebogen. Bewege langsam die Pedale rückwärts und beobachte die Kette, wenn sie durch das Schaltwerk gezogen wird.

Weitere Ursachen und Lösungen

Das wird meist durch eine kleine Zacke oder Auswölbung hervorgerufen, die durch das Anstoßen an einen Stein, Durchfahren eines Schlaglochs oder andere Straßenunebenheiten entstehen. Eine kleine Zacke in der Felge kann durch sanftes Bearbeiten mit einem Hammer oder eine Zange behoben werden. Aber Achtung: Diese Zacken sind normalerweise nur ein einer sehr kleinen Stelle der Felge zu finden. Wenn diese Zacke großflächiger ist, deutet das meist darauf hin, dass die Felgenflanke nicht mehr genug "Fleisch" hat und langsam der Verschleiß Oberhand gewinnt. Fahre niemals mit einer solchen Felge weiter.

Eine leichte Unebenheit ist bei nagelneuen Felgen nicht unüblich. An der Stelle, wo die Felge zu einem Ring zusammengesetzt wird, gibt es meist diese leichte Unebenheit. Wenn die Bremszange nicht richtig fest mit Rahmen oder Gabel verschraubt ist, wird die erste Benutzung der Bremse zu einer Wippbewegung der Bremsarme führen und ein leichtes Knacken erzeugen. Falls der Steuersatz lose ist, sitzt der Steuersatz erst einmal richtig im Rahmen und die Gabel zeigt nach vorne. Der Steuersatz muss unbedingt eingestellt werden, um das Spiel zu beseitigen. Man kann das sehr leicht beim stehenden Fahrrad kontrollieren.

Betätigen die Vorderradbremse und bewege das Fahrrad vorwärts und rückwärts. Dabei beobachte, ob der Steuersatz wackelt. Lenkerbezogene Geräusche treten meist nur auf, wenn man hart pedaliert. Das kommt daher, dass man beim harten Pedalieren abwechselnd an der rechten und linken Seite des Lenkers zieht, um die Abwärtskräfte durch den Druck auf das Pedal auszugleichen. Diese Art Geräusch sollte niemals ignoriert werden, da es evtl. auf einen wachsenden Riss im Lenker oder Vorbau hindeutet. Das erste, was man kontrollieren sollte, ist es, ob die Vorbauklemmschrauben alle fest genug angezogen sind. Deren Gewinde und die Unterseiten der Schraubenköpfe sollten mit Fett oder Öl geschmiert werden.

Manche Lenker haben eine verstärkende Hülle am Mittelteil, die als eine Art Ausgleichshülse zur Montage in der Lenkerklemmung dient. Der Hauptteil des Lenkers kann manchmal in dieser Hülse bewegt werden. Sheldon Brown empfiehlt den Einsatz von Loctite ® zur Behebung dieses Problems. Dazu träufelt man ein paar Tropfen des Klebstoffs auf den Schlitz zwischen Lenker und Hülse und benutzt eine Druckluftpistole dazu, den Kleber in den Zwischenraum zu treiben. Zudem ist es ratsam gelegentlich den Vorbau vom Gabelschaft zu entfernen und ein wenig Fett (bei Gewindesteuersätzen) im Gabelschaft und am Klemmkeil aufzubringen.

Eine lose Mutter oder Schraube? Klappergeräusche treten typischerweise auf, wenn das Fahrrad aufgrund von Unebenheiten auf der Straße wackelt. Trockene Schaltröllchenlager? (quietschen auch, nachdem du die Kette geschmiert hast, und sind wahrscheinlich nach dem Fahren warm). Es erscheint etwas unintuitiv, dass man Schrauben und Muttern schmieren soll, damit sie sich nicht lösen. Nur der erste oben genannte Widerstand hält tatsächlich die Teile zusammen, denn nur hier entsteht eine in Längsrichtung der Schraube gerichtete Kraft. Wenn das Gewinde und der Schraubenkopf trocken sind, wird der Reibungswiderstand so groß, dass er die Kraft begrenzt, mit der man die Schraube festziehen kann. Wenn man die Gewinde und die Unterseite des Schraubenkopfs bzw.

Tipps zur Geräuschsuche und -behebung

Ein Fahrrad kann so einige ungewollte Geräusche entwickeln: Knacken, Knirschen, Klappern oder Quietschen. Die Gründe dafür sind manchmal schwierig zu lokalisieren. Tretlager, Pedale, Steuersatz, Lenker, Sattel, Stütze, Naben - das Knacken kann verschiedenste Gründe haben und hat viele schon fast um den Verstand gebracht. Dabei ist die Ursache der nervigen Geräusche oft recht einfach zu beheben. Wir helfen Dir, den „Casus Knaxus“ an Deinem Bike zu finden und das Problem zu beheben. Je besser Du Dein Rad pflegst, desto weniger Geräusche wird es machen und die Komponenten werden es Dir mit längerer Lebensdauer danken. Das heißt also: regelmäßig putzen, fetten und Schrauben kontrollieren, denn: DEIN BIKE BRAUCHT DAS!

Ursachensuche: Was knackt denn da?

Du kannst die Ursache des Geräuschs eingrenzen, wenn Du auf den Rhythmus achtest und darauf, wann es auftritt. Hier ein paar zentrale Fragen:

  • Knackt es im Rhythmus der Umdrehung der Räder oder der Kurbelgarnitur?
  • Ist das Geräusch noch da, wenn Du aufhörst zu treten?
  • Kommt es nur bei starkem Antritt?
  • Tritt das Geräusch nur auf, wenn Du dich auf den Sattel setzt? Oder wenn Du aufstehst? Oder beides?
  • Knackt es immer noch, wenn Du in den Wiegetritt gehst?
  • Hört es auf, wenn Du freihändig pedalierst?

So wirst Du grundsätzlich herausfinden, wo Du genauer suchen musst: im Antrieb (Tretlager, Kurbelgarnitur, Pedale, Kette, Schaltung), am Cockpit (Steuersatz, Lenker, Vorbau, Gabel) oder am Sattel bzw. der Sattelstütze.

Bevor Du jetzt anfängst zu schrauben, solltest Du Dein Bike erst einmal gründlich putzen. So kannst Du eventuelle Beschädigungen besser erkennen und hast einfach mehr Spaß beim Schrauben.

Allgemeine Hinweise:

  • Schraube nur an Deinem Rad, wenn Du Dir sicher bist, was Du tust. Bei Unsicherheiten kontaktiere gern unser Service-Team.
  • Das richtige Werkzeug ist Voraussetzung. Verwende einen Drehmomentschlüssel für alle Komponenten, die eine Drehmomentangabe haben (entweder aufgedruckt oder in der Anleitung des Herstellers zu finden).
  • Alle Gewinde sollten mit Montagepaste versehen werden. Bei Schrauben, die weniger als 5Nm Drehmoment bekommen, kannst Du stattdessen zur Sicherheit auch Schraubensicherung verwenden. Nimm für Schraubgewinde kein Fett! Die stark schmierende Wirkung reduziert die Reibung im Gewinde und am Schraubenkopf derart, dass das Drehmoment verfälscht wird. Im Extremfall kann eine gefettete Schraube vor Erreichen des Soll-Drehmoments abreißen.
  • Da Carbonteile mit relativ geringen Kräften geklemmt werden, empfehlen wir die Verwendung von Carbon-Montagepaste an den Kontaktflächen. Sie hat die Eigenschaft, die Reibung zwischen 2 Flächen zu erhöhen, statt wie Fett zu verringern.
  • Sieh Dir alle Teile, die Du demontierst, genau an! Deformationen oder Beschädigungen können die Passform beeinträchtigen und gehören natürlich ausgetauscht.

Checkliste für häufige Geräuschquellen

  1. Das Cockpit knackt? Prüfe zunächst Vorbau und Lenker. Beseitige den Schmutz an allen Kontaktflächen von Vorbau und Lenker. Vor der erneuten Montage kannst du Montagepaste auf die Kontaktflächen geben, aber keinesfalls Fett! Ziehe die Schrauben der Vorbau-Platte nach und nach über Kreuz an, um die Klemmkraft gleichmäßig zu verteilen.
    • Knacken der Lenkerklemmung im Vorbau: Demontiere dazu den Lenker, säubere die Kontaktpunkte und montiere ihn wieder. Du kannst ihn entweder sauber und "trocken" montieren oder etwas Montagepaste auf die Klemmflächen geben. Achte beim Festziehen der Klemmschrauben auf gleichmäßige Spaltmaße zwischen Vorbau-Klemmplatte und Vorbau sowie auf die angegebenen Drehmomente.
    • Knacken der Gabelschaftklemmung im Vorbau: Löse die Ahead-Kappe und danach die Vorbau-Klemmschrauben. Reinige sowohl den Gabelschaft als auch den Vorbau und die verbauten Spacer und montiere anschließend alles wieder. Ziehe die Vorbauklemmschrauben abwechselnd an, bis das erforderliche Drehmoment erreicht ist. Auch hier kannst Du etwas Montagepaste nutzen.

    Laufen die Lager Deines Steuersatzes reibungslos? Je nach Steuersatz und Rahmen benötigst Du zum Ein- und Ausbau spezielles Werkzeug. Dein Steuersatz läuft problemfrei? Prüfe, ob der Gabelkonus fest sitzt!

    • Knacken des Steuersatzes: Ein weiterer Knackpunkt können verschlissene, verschmutzte, lockere oder zu fest vorgespannte Lager bzw. Lagerschalen sein. Um an die Lager und deren Schalen zu gelangen, löse zuerst wieder die Ahead-Kappe und die Vorbauschrauben und nimm den Vorbau ab. Jetzt kannst Du die obere Steuersatzkappe (Top Cap) abnehmen und die Gabel vorsichtig nach unten herausziehen. Bei ausgebauter Gabel lässt sich das obere und untere Lager des Steuersatzes inspizieren: Laufen sie gleichmäßig und sauber? Dann sind sie offensichtlich in Ordnung. Laufen sie rau und "mahlen" bei Rotation? Dann sollten sie getauscht werden, denn die Geräusche können daher stammen. Prüfe auch, ob der Gabelkonus sauber und fest auf dem Gabelschaft sitzt. Hier sammelt sich gern Nässe und Dreck - nach dem Säubern kannst Du eine großzügige Fettpackung auf den Konus geben, ebenso auf die Lager selber, denn zwischen Lager und Lagerschale können auch feinste Luftspalte verbleiben, die minimales Spiel und somit Geräusche verursachen können. Wenn Du alles gereinigt und keine Beschädigungen bzw. erhöhten Verschleiß festgestellt hast, kannst Du Gabel, Steuersatz und Vorbau wieder montieren. Bei der Montage des Vorbaus muss das Lagerspiel des Steuersatzes neu eingestellt werden.

    Sonderfall Federgabel: Sollte das Knarzen nach Überprüfen dieser Teile noch immer nicht verschwunden sein, kann es auch sein, dass sich die Verpressung des Schafts in der Gabelkrone Deiner Federgabel minimal gelöst hat. Dies muss dann in jedem Fall professionell geprüft werden. Nimm dafür gern Kontakt mit unserem Service auf oder wende Dich direkt an den Hersteller der Gabel, denn dieses Problem kannst Du selber nicht lösen.

  2. Dein Rad knackt nur, wenn Du im Sattel sitzt? Checke zunächst die Sattelstützenklemmung. Nach dem Ausbau der Sattelstütze solltest Du sie und die Innenseite des Sitzrohrs gründlich reinigen und üppig mit Montagepaste bestreichen. Montagepaste sorgt grundsätzlich dafür, dass kleinste Luftspalte geschlossen werden - dies verhindert ein Knacken meist zuverlässig. Nutze einen Drehmomentschlüssel, um die angegebenen Drehmomente nicht zu überschreiten.
    • Knacken von der Sattelstütze oder vom Sattel: Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, wie ein Knacken entsteht. Typische Quellen sind die Verbindungen zwischen Klemmschelle und Rahmen oder zwischen Sattelstütze und Rahmen. In beiden Fällen ist oft Staub und Feuchtigkeit im Spiel, darum gilt auch hier: Erst säubern und dann neu montieren, am Besten mit Montagepaste.
    • Knacken an der Sattelklemmung: Auch der Klemmkopf der Sattelstütze kann Knack- und Knarzgeräusche von sich geben. Schraube den Klemmkopf auseinander und mach alles gründlich sauber. Auf die Sattelstreben kannst Du etwas Montagepaste auftragen, ebenso auf die Klemmschrauben. Achte auch hier genau auf die nötigen Drehmomente und ein gleichmäßiges Anziehen, wenn der Klemmkopf 2 Schrauben hat.
  3. Knackende Pedale: Die Pedale bekommen ebenfalls Dreck und Spritzwasser ab. Das Knacken vom Pedalgewinde in der Kurbel ist ein absoluter Klassiker. Meist reicht es schon, die Pedale einfach aus der Kurbel zu drehen, das Pedalgewinde und das Innengewinde im Kurbelarm zu säubern und beiden Gewinden etwas Montagepaste zu spendieren. Achte dringend auf die Gewinderichtung: Das linke Pedal hat ein Linksgewinde. Für einen sauberen Übergang zwischen Pedal und Kurbel-Stirnfläche nutze idealerweise Pedal-Unterlegscheiben. Überprüfe den festen Sitz des Cleats am Schuh.
    • Knackende Cleats: Bei Klickpedalen kann ein Knarzen von der Verbindung zwischen Schuh und Pedalplatten (Cleats) oder dem Klickmechanismus des Pedals kommen. Sitzt das Cleat nicht fest am Schuh, kann es sich dort bewegen. Meist muss es dann nur kurz nachgezogen werden. Sind die Cleats stark verschlissen, sitzen sie womöglich nicht mehr sicher im Pedal - dann können sie Geräusche machen, schlimmstenfalls sogar ungewollt aus dem Pedal springen. Spätestens dann sind neue fällig. Die beweglichen Teile der Klickpedale dürfen auch geölt werden, das beugt Geräuschen vor.
  4. Knackende Kettenblätter: Beim Pedalieren leitest Du viel Kraft in die Kettenblätter ein. Sind die Kettenblattschrauben oder Direct Mount-Schrauben nicht korrekt festgezogen, kann auch das der Grund für ein Knarzen sein. Auch hier hilft meist: Kettenblätter demontieren, Gewinde und Fassungen säubern und wieder mit Montagepaste montieren. Auch die Kurbelwelle muss sauber und mit einer kleinen Schicht Montagepaste oder Fett versehen sein.
  5. Knackendes Tretlager: Ein Tretlager knackt gerne mal aufgrund von nicht fest sitzenden Lagerschalen. Bau einfach die Kurbel aus und prüfe, ob die Schalen fest und mit Montagepaste im Rahmen sitzen. Bei geschraubten Innenlagern kannst Du einfach etwas nachziehen - ein Press Fit-Lager wirst Du austreiben müssen.
  6. Geräuschquelle Kassette: Eine Geräuschquelle kann auch eine nicht sauber sitzende Kassette sein. Ist sie ohne Fett oder mit zu wenig Drehmoment montiert, kann sie Spiel entwickeln, verkanten und so Geräusche hervorrufen. Oft hilft ein wenig Fett oder Montagepaste zwischen Freilauf und Kassette. Achte auch drauf, dass das Gewinde und die Klemmfläche des Verschlussrings frei von Verschmutzungen ist.
  7. Knackende Speichen: Ist im Hinterrad die Speichenspannung zu gering, können sich die Speichen an ihren Kreuzungen gegeneinander bewegen und ein helles Knarzen von sich geben. Zieh die Speichen entsprechend nach oder schau in der Werkstatt vorbei.
  8. Achsen und Naben: Auch die Nabe und ihre Achse kann Geräusche verursachen. Prüfe darum zuerst, ob die Schnellspanner, Schraub- oder Steckachsen fest sitzen. Hat das Rad bei korrekt angezogener Achse Spiel, sind wahrscheinlich die Nabenlager hinüber und müssen getauscht werden. Beachte auch hier die Drehmomente: eine zu fest angezogene Steckachse kann Rahmen oder Gabel stark verspannen.

Tipp zum Schluss: Überschüssiges Fett, das beispielsweise nach der Montage an den Rändern eines Schraubenkopfes hervorquillt, sollte immer gut abgewischt werden. Es ist sonst ein wahrer Staub- und Dreck-Magnet und sorgt wiederum für erneute Verschmutzungen.

Systematische Verortung der Störungsquelle

Schon eine leichte Gewichtsverlagerung im Sattel kann das Geräusch verursachen - oder verstummen lassen. Für die Ursachensuche kommt erschwerend hinzu, dass sich der Schall über den gesamten Rahmen ausbreitet und der Knacks nicht zwingend dort entsteht, wo man ihn zu hören glaubt. Unternehmen Sie deshalb eine systematische Fahndungsfahrt in ruhiger Umgebung. Mit unseren Tipps können Sie bestimmte Bauteile nacheinander ausschließen und anhand der Art des Geräuschs den Übeltäter finden. Verstummt das Geräusch beispielsweise schlagartig, wenn Sie freihändig fahren, liegt die Quelle womöglich im Bereich von Vorbau und Lenker. Haben Sie sich ergebnislos vorgearbeitet und verorten das Geräusch im Antrieb beziehungsweise Tretlager, dann sind Sie auf den Endgegner gestoßen. Aber auch der lässt sich mit systematischem Ansatz besiegen.

Auf Schleichfahrt: Lokalisierung des Geräuschs

So schließen Sie Bauteile nacheinander aus:

  • Treten Sie in unterschiedlichen Intensitäten, im Sitzen und im Wiegetritt, fahren Sie beherzte Schlangenlinien und lassen Sie das Rad zwischendurch auch rollen.
  • Verlagern Sie das Gewicht; be- und entlasten Sie nacheinander Lenker und Vorbau, den Sattel und die Pedale. Haben Sie eine Vermutung, belasten Sie das Bauteil auch im Stand, indem Sie zum Beispiel den Sattel kippen, sich auf den Lenker stemmen oder seitlich das Pedal belasten.
  • Suchen Sie sich ein unebenes Stück Straße und lassen Sie das Rad darüberrollen, um zu prüfen, ob lose Bauteile die Ursache sind. Lassen Sie im Stand das Rad mit Vorder- und Hinterrad aus einigen Zentimetern Höhe auf den Boden fallen, um das Klappern näher zu lokalisieren.

Zusammen mit der Art lässt sich häufig die Ursache der Geräusche am Rennrad ausmachen

  • Klappern (auf Holperstrecken): Bremsleitungen oder Zughüllen klappern im Rahmen; Bremshebel wird von der Bremse nicht stark genug zurückgezogen; Ventil klappert in der Felge. Flaschenhalter lose; Werkzeug rappelt im Satteltäschchen.
  • Klopfen (auf Holperstrecken): Lenkungslager lose.
  • Knacken (nur im Sitzen): Sattelstütze, Stützenklemmung oder Sattelklemmung benötigen Fett bzw. Montagepaste und das richtige Schraubenanzugsmoment.
  • Knacken (nur im Wiegetritt): Lenker und/oder Vorbau benötigen Fett bzw. Montagepaste und das richtige Schraubenanzugsmoment; Tretinnenlager, Kurbeln, Umwerfer am Rahmen, Pedalachse oder Ausfallende benötigen Fett und das richtige Schraubenanzugsmoment; Schnellspanner bzw. Steckachsen nicht fest genug angezogen.

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