Fahrradkette rasselt: Ursachen und Lösungen

Fahrradfahren macht unter anderem durch das fast geräuschlose Fortbewegen so viel Spaß. Umso störender ist es, wenn diese Ruhe durch Knacken, Knistern oder Quietschen unterbrochen wird.

Wie alle anderen Gebrauchsgegenstände unterliegt auch das Fahrrad gewissen negativen Einflüssen, wie zum Beispiel Verschleiß oder aber auch einfach nur „dem Zahn der Zeit“.

Dabei kommt es nicht immer darauf an, ob Sie Viel- oder Gelegenheitsfahrer sind. In vielen Fällen können Geräusche am Fahrrad mit geringem Aufwand beseitigt werden. Dafür muss jedoch erst einmal der Ursprung gefunden werden.

Ursachenforschung: Warum rasselt die Kette?

Im Falle einer springenden Fahrradkette ist ebenfalls der erste Schritt, sich auf die Suche nach der Ursache zu begeben.

Oftmals ist eine falsch eingestellte Schaltzugspannung schuld an der springenden Kette. In den meisten Fällen springt die Kette am hinteren Schaltwerk, die vorderen Kettenblätter stehen für gewöhnlich zu weit auseinander.

Das Thema scheint im Forum ein Dauerbrenner.

Hier sind einige mögliche Ursachen für eine rasselnde Fahrradkette:

  • Falsche Kette: Die Fahrradketten haben nicht nur unterschiedliche Längen, sondern auch unterschiedliche Breiten. Ist die Kette zu breit, wird sie beim Fahren stets von einem der benachbarten Zahnräder "mitgenommen", dh es finden "spontane" Gangwechsel statt, die aber alsbald wieder von der Spannung des Schaltwerks rückgängig gemacht werden.
  • Verschleiß: Wie alle anderen Gebrauchsgegenstände unterliegt auch das Fahrrad gewissen negativen Einflüssen, wie zum Beispiel Verschleiß oder aber auch einfach nur „dem Zahn der Zeit“.
  • Schaltauge verbogen: Wenn das Schaltauge verbogen ist, helfen die oben genannten Maßnahmen nicht weiter. In dem Fall muss das Schaltwerk abmontiert werden und das Schaltauge mittels eines Spezialwerkzeugs gerichtet werden.
  • Schaltwerk / Schaltkäfig verbogen: Eine weitere mögliche Ursache: das Schaltwerk / der Schaltkäfig ist verbogen durch einen Sturz oder harten Geländekontakt.
  • Falsche Laufrichtung der Kette: Macht es eigentlich etwas aus wenn man die vorgegebene Laufrichtung der Kette falsch rum einbaut?
  • Kette über Steg im Kettenkäfig verlegt: Was mir mal passiert ist: bei einem Kettenwechsel unter Stress - ich musste gleich nachher zum Zug - habe ich die Kette über die Aussenseite des Steges im Kettenkäfig verlegt. Damit meine ich das Teil mit den 2 kleinen Zahnrädern, das unterhalb des Schaltwerks hängt und je nach Gangwahl die Kette straff hält. Infolgedessen hat es ständig gerattert und ich habe 2 Tage gebraucht, um diesen - einigermaßen saublöden - Fehler zu lokalisieren.

Lösungsansätze und Fehlerbehebung

Die Suche nach der Ursache ist immer der erste Schritt zur Lösung. Im zweiten Schritt empfehlen wir meist den Versuch zu unternehmen, das Problem selbst zu lösen. Je besser Sie Ihr Bike kennen, desto einfacher ist es.

Zuviel Respekt vor der Technik hält gerade Hobbybiker oftmals ab, selbst Hand anzulegen. Dabei lohnt sich ein genauer Blick um festzustellen, dass ein Problem mit etwas Einsatz und der nötigen Geduld manchmal gar nicht so unlösbar ist wie es scheint. Mit unseren Ratgebern und Anleitungen versuchen wir, Sie dabei bestmöglich zu unterstützen.

1. Spannung des Schaltzuges anpassen

Die Spannung des Schaltzuges lässt mit der Zeit nach und muss neu eingestellt werden. Dazu kann man mittels der Einstellschraube des Schaltwerks die Spannung wieder erhöhen.

Einfach gegen den Uhrzeigersinn drehen, bis die Kette wieder ruhig auf dem Ritzel läuft. Eine weitere Möglichkeit ist die Einstellschraube am Bremshebel, auch hier kann die Spannung des Zuges eingestellt werden.

Achtung: es kann natürlich sein, dass die Spannung zu hoch ist und die Kette deswegen springt.

  • Stellen Sie im Anschluss den letzten sauber schaltbaren Gang vor dem Kettensprung ein.
  • Springt die Kette über das erste oder letzte Ritzel muss zunächst der Schaltbereich am Schaltwerk eingestellt werden.
  • Springt die Kette weiterhin muss wahrscheinlich die Zugspannung eingestellt werden.
  • Die Einstellschrauben für diesen Vorgang befinden sich für gewöhnlich am Lenker, direkt am Schalthebel.
  • Durch das Drehen an der Schraube wird die Spannung erhöht bzw. gelöst. An dieser Stelle ist Fingerspitzengefühl und vor allem Geduld gefragt.
  • Um die richtige und saubere Einstellung zu finden, sollten Sie die Schraube jeweils um ¼ Drehung bewegen und anschließend alle Gänge durchtesten.

2. Schaltwerk und Schaltauge überprüfen

Wenn das Schaltauge verbogen ist, helfen die oben genannten Maßnahmen nicht weiter. In dem Fall muss das Schaltwerk abmontiert werden und das Schaltauge mittels eines Spezialwerkzeugs gerichtet werden.

Eine weitere mögliche Ursache: das Schaltwerk / der Schaltkäfig ist verbogen durch einen Sturz oder harten Geländekontakt.

Schaltwerk und Umwerfer kann man normalerweise ohne Spezialwerkzeug montieren und justieren.

3. Kettenverschleiß kontrollieren und Kette gegebenenfalls tauschen

Wenn ich nun fahre rattert es. Kann es sein dass die Schaltung neu eingestellt werden muss?

Habe meine Kette am E-Bike (Ghost Teru) meiner Mutter gewechselt. Die Kassette oder Ähnliches ist nicht verschlissen, die Kette war einfach zu weit gedehnt. Wenn ich nun fahre rattert es.

Kurz Vorab: ja, ich habe die Kette gekürzt auf die selbe Länge. Kann es sein dass die Schaltung neu eingestellt werden muss?

An der mittlereren Schraube habe ich schon rumgespielt um die Kette anders zu spannen. Ich habe das Gefühl es kommt aus dem vorderen Bereich bei der Kurbel, bin mir allerdings nicht sicher.

Generelle Regel: bei Kettentausch bei verschlissener Kette, auch Kranz und Ritzel wechseln.

4. Zusätzliche Tipps zur Geräuschsuche am Fahrrad

Klar: Dass eine quietschende Kette Öl braucht, weiß jedes Kind. Darüber hinaus die Ursachen von Geräuschen am Rad zu finden, gestaltet sich jedoch häufig etwas schwerer. Denn sie entstehen nur unter bestimmten Bedingungen während der Fahrt und lassen sich, im Sattel sitzend, oft nur schwer verorten.

Selten verursacht dabei ein echter Materialdefekt den Lärm; meistens sind es zwei oder mehrere Bauteile, die sich unter Last minimal verformen und aneinander reiben. Fehlt Fett oder ist Dreck in die Fugen geraten, neigen die Verbindungen dazu, Geräusche zu verursachen.

Für die Kleinstbewegungen kommen nahezu alle Teile am Rad infrage: Rahmen, Sattel, Stütze, Lenker, Schalthebel, Vorbau, Kurbeln, Pedale oder sogar die Schnellspanner beziehungsweise Steckachsen der Laufräder.

Schritt für Schritt: So kannst du Geräusche finden

  • Komponenten nacheinander ausschließen
  • Tritt in unterschiedlichen Intensitäten, im Sitzen und im Wiegetritt, fahr beherzte Schlangenlinien und lass das Rad zwischendurch auch rollen.
  • Verlagere das Gewicht; be- und entlaste nacheinander Lenker und Vorbau, den Sattel und die Pedale. Hast du eine Vermutung, belaste das Bauteil auch im Stand, indem du zum Beispiel den Sattel kippst, dich auf den Lenker stemmst oder seitlich das Pedal belastest.
  • Such dir ein unebenes Stück Straße und lass das Rad darüberrollen, um zu prüfen, ob lose Bauteile die Ursache sind.
  • Lass im Stand das Rad mit Vorder- und Hinterrad aus einigen Zentimetern Höhe auf den Boden fallen, um das Klappern näher zu lokalisieren.

Geräusche am Fahrrad & mögliche Ursachen

  • Klappern (auf Holperstrecken): Bremsleitungen oder Zughüllen klappern im Rahmen; Bremshebel wird von der Bremse nicht stark genug zurückgezogen; Ventil klappert in der Felge. Flaschenhalter lose; Werkzeug rappelt im Satteltäschchen.
  • Klopfen (auf Holperstrecken): Lenkungslager lose.
  • Knacken (nur im Sitzen): Sattelstütze, Stützenklemmung oder Sattelklemmung benötigen Fett bzw. Montagepaste und das richtige Schraubenanzugsmoment.
  • Knacken (nur im Wiegetritt): Lenker und/oder Vorbau benötigen Fett bzw. Montagepaste und das richtige Schraubenanzugsmoment; Tretinnenlager, Kurbeln, Umwerfer am Rahmen, Pedalachse oder Ausfallende benötigen Fett und das richtige Schraubenanzugsmoment; Schnellspanner bzw. Steckachsen sitzen nicht fest.
  • Knarzen: Pedalplatte benötigt Fett oder ist verschlissen; Zahnkranzkassette oder Umwerfer benötigen Fett oder das richtige Anzugsmoment; Sattelgestell knarrt in der -decke.
  • Kratzen beim Treten: Kette schleift am Umwerfer.
  • Kratzen beim Bremsen: Bremsbeläge sind verschlissen.
  • Quietschen im Antrieb: Kette oder Schaltwerksrollen laufen trocken; beim Bremsen: Schrauben von Scheibe und Sattel benötigen das richtige Anzugsmoment; Beläge verunreinigt.
  • Klimpern: Speichen setzen sich oder benötigen die richtige Speichenspannung.
  • Zing: Bremsscheibe schleift an den Belägen

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