Die Fahrradkette als Antriebskomponente gehört zu den am stärksten beanspruchten Fahrradteilen am Bike und ist mitunter hohen Belastungen ausgesetzt. Je stärker die Beanspruchung der Kette ist, desto sorgfältiger sollte sie auch gepflegt werden. Da die Fahrradkette ein typischer Verschleißartikel ist, sollte aber auch eine weniger genutzte Kette von Zeit zu Zeit gewartet werden. Der Wartungsvorgang einer Fahrradkette besteht aus Reinigung sowie anschließender Pflege und dauert für gewöhnlich nur einige Minuten. Im Verhältnis zur aufgebrachten Arbeit ist der Nutzen der regelmäßigen Instandhaltung enorm.
Insbesondere bei der Verwendung von hochwertigen Fahrradbauteilen kann sich dieser geringe Aufwand schnell lohnen. Zumal die Kette nicht singulär betrachtet werden sollte, sondern als ein Einzelteil des gesamten Antriebs. Wenn auf Dauer mit einer verschmutzten Fahrradkette gefahren wird, wird nicht nur hier der Verschleiß extrem beschleunigt, sondern auch bei den angrenzenden Komponenten, wie zum Beispiel den Ritzeln. Im schlimmsten Fall müssen dann deutlich früher gleich mehrere Bauteile ausgetauscht werden. Ein weiterer Vorteil einer gepflegten Fahrradkette ist die verbesserte Zuverlässigkeit, sowie ein erhöhter Fahr- und Schaltkomfort.
Gründe für die regelmäßige Reinigung
Wenn es beim Radfahren knarzt und knirscht und knackt, ist meistens die Kette schuld. Aber nicht nur das störende Geräusch der ungepflegten Kette spricht dafür, diese regelmäßig mit einem speziellen Fahrradkettenreiniger zu reinigen. Auch die Sicherheit und die Kraftübertragung leiden unter einer verschmutzen oder gar verschlissenen Kette.
- Die Kraftübertragung von den Pedalen auf die Straße funktioniert mit einer gepflegten Kette besser als mit einer ungepflegten.
- Während im Sommer vor allem Staub deiner Kette zu schaffen macht, kommen im Winter Schneematsch, Feuchtigkeit und Streusalz hinzu.
Du solltest dem Thema Fahrradkette pflegen deshalb zwischen den Monaten Dezember und März besonders viel Aufmerksamkeit widmen. Häufiges Reinigen und Ölen sind Pflicht.
Vorbereitung zur Kettenreinigung
Das Wichtigste bei der Reinigung der Fahrradkette ist die richtige Vorbereitung. Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete - das gilt auch fürs Kette Reinigen. Bevor du dich ans Werk machst, solltest du einige Dinge bereithalten, die für eine intensive Kettenpflege nötig sind. Wenn du alle Utensilien für die Reinigung und Pflege zur Hand hast, kann es losgehen!
Lege gegebenenfalls den Boden mit Zeitungspapier oder einer Plane aus, um Ölflecken auf den Boden zu vermeiden. Am besten reinigst du dein Fahrrad an einem offiziellen Waschplatz da dort spezielle Auffangbehälter vorhanden sind und das ölhaltige Wasser nicht ins Grundwasser gelangt.
Tipp: Trage beim Reinigen der Fahrradkette Handschuhe, um schmutzige Hände zu vermeiden.
Reinigung der Fahrradkette: Schritt für Schritt
Bei der Reinigung der Kette solltest du möglichst sanft und vorsichtig arbeiten! Benutze keinen Hochdruckreiniger, da dieser die beweglichen Teile der Kette, Kassette und Co. schnell beschädigen kann. Gehe stattdessen wie folgt vor:
- Schalte vor dem Reinigen in einen mittleren Gang.
- Spanne dein Fahrrad in einen Montageständer.
- Entferne den groben Schmutz von der Kette trocken mit einer Kettenbürste. Bürste dazu locker über die Kette.
- Sitzt der Schmutz tiefer, kannst du diesen vorsichtig mit einem Zahnstocher entfernen. Vergiss dabei nicht die Schaltwerkröllchen.
- Löse nun mit einem trockenen Lappen die verbliebenen Verschmutzungen.
- Sprühe anschließend Kettenreiniger auf den Lappen und fahre nochmal über die Kette. Dadurch wird das Öl-Schmutzgemisch aufgeweicht und lässt sich leichter entfernen. Alternativ kannst du auch eine Zahnbürste und Wasser mit Spülmittel verwenden. Auch Geschirrspülmittel hat eine fettlösende Wirkung und kann zum Reinigen der Fahrradkette verwendet werden. Hierfür gibst du einfach ein paar Tropfen ins Wasser oder direkt auf das Tuch. Wenn du stattdessen Kettenreiniger verwendest, solltest du darauf achten, dass er biologisch abbaubar ist.
- Nachdem du den Schmutz entfernt hast, spülst du die Kette noch einmal mit klarem Wasser ab und trocknest sie anschließend gut ab. Wenn du alle Verschmutzungen abgespült hast, musst du die Kette nur noch gut trocknen, denn erst dann kannst du sie schmieren, was sehr wichtig ist.
Auch die Kassette deines Fahrrads solltest du regelmäßig reinigen. Hierfür drehst du die Bürste einfach mit dem Freilauf mit und bürstest den Schmutz weg.
Wenn du dir die Kettenpflege erleichtern willst, kannst du dir auch ein professionelles Kettenreinigungsgerät zulegen, das mit seinen kleinen Borsten auch die verborgensten Stellen deiner Kette gründlich reinigt.
WD-40: Ja oder Nein zur Kettenreinigung?
Um es gleich vorweg zu nehmen: WD-40 sollte man nie verwenden. Nun könnte man pauschal sagen, die Fahrradkette darf mit Kriechöl bzw. WD-40 gar nicht bearbeitet werden. Und das wäre die einfachste Empfehlung, denn es gehört grundsätzlich nicht dahin.
Als Kriechöl ist es viel dünnflüssiger als herkömmliches Kettenöl und verdrängt so mit der Zeit die „dickere“ Kettenschmierung. Der dünne Film von WD-40 reicht nicht aus, um die Kette ausreichend zu schmieren und kann im schlimmsten Fall zu erhöhtem Verschleiß führen. Das WD-40 hat eine zu geringe Schmierwirkung und sehr schnell wird eure Kette nach einem WD-40 Bad anfangen zu quietschen und sowohl den Antrieb als auch die Kette verschleißen.
Es gibt nun ein kleines „Aber“. Nur in dem Fall, dass man eine stark verrostete Kette hat, wäre WD-40 eine Option. So könnte man die Kette generell wieder in Gang bekommen und alle alten Überreste aus Rost, Dreck und Fett lösen. Nun ist es damit aber nicht getan. Das Kriechöl muss jetzt wieder entfernt werden (durch eine Fettlösende-Reinigung mit einem Reinigungsmittel), siehe Beitrag zum Reinigen der Fahrradkette.
Seid ihr mit WD-40 und dem Reinigen fertig, dann muss die Kette neu geölt werden. Und zwar mit einem dafür gedachten Mittel, einem der vielen Kettenöle. Am besten eines, welches zu eurem Rad und dem Anwendungsfall (Regen, Trockenheit, etc.) gut passt.
Wer kein Spezialprodukt zu Hause hat, kann WD-40 aber zum Reinigen verwenden, denn es entfettet und schützt die Kette vor Rost.
Fazit: WD-40 an der Fahrradkette ist nicht die schlimmste Option, wenn man sie denn richtig einsetzt. Nicht für eine dauerhafte Schmierung als viel mehr die Kette in Gang zu bekommen. Danach gründlich reinigen und richtig fetten.
Alternativen zu WD-40
Im Fachhandel und natürlich auch im Fahrradzubehör-Online-Shop erhalten Sie eine Vielzahl an verschiedenen Reinigungs- und Pflegemitteln. Der Hersteller WD-40 gehört, auch aufgrund seiner Vielseitigkeit, zu den beliebtesten Fabrikanten. Im nachfolgenden Abschnitt erklären wir Ihnen am Beispiel von WD-40, wie Sie Ihre Fahrradkette am besten säubern und pflegen können.
Diese Mittel solltest du vermeiden
- Hochdruckreiniger: Mit einem Hochdruckreiniger können die Teile beschädigt und Schmierfette aus den Lagern gespritzt werden. Bei Anwendung an der Kette kann zudem alter Schmutz in die Lager gelangen.
- Spülmittel: So dringt das Mittel nicht so tief in die Kettenglieder ein und ist deshalb für intensiv genutzte Bikes weniger geeignet. Nutzt du das Mittel dennoch, dann sollte die Kette nach der Reinigung sofort geölt werden.
- Bremsenreiniger: Seine sehr stark entfettende Wirkung führt dazu, dass die Kette nach einer Behandlung mit Bremsenreiniger sowohl außen, als auch innen komplett ungeschmiert ist und somit auch keinen Rostschutz mehr bietet. Deshalb musst du die Kette nach dem Säubern mit Bremsenreiniger unmittelbar schmieren - oder auf eine alternative Reinigungsmethode ausweichen.
- Diesel oder Benzin: Solltest du doch Benzin oder Diesel zum Reinigen deiner Fahrradkette nutzen, achte darauf, die Kette danach sofort wieder zu schmieren, da beide Stoffe stark entfettend wirken.
Das richtige Öl zur Schmierung
Du hast die Reinigung deiner Fahrradkette hinter dir und willst sie nun ölen? Bevor es ans Eingemachte geht, stellt sich allerdings noch die Frage, welches Mittel sich am besten zum Ölen eignet?
Die erste Wahl zur Kettenpflege ist daher handelsübliches Kettenöl aus dem Fahrradgeschäft. Dieses gibt es in verschiedenen Varianten, z.B. für feuchtes Wetter mit PTFE, das die wasserabweisenden Eigenschaften verbessert.
Kettenwachs nimmt eine Sonderstellung ein: Es trocknet auf der Kette und bildet so einen dauerhaften Schutz für das ursprüngliche Fett. Daher eignet es sich auch zum Einfetten einer neuen Kette. Zu beachten ist allerdings, dass sich das Wachs ohne chemische Entfetter kaum wieder entfernen lässt.
Wichtig: Pflanzenöl eignet sich dagegen nicht als Schmiermittel für die Fahrradkette, ebenso wenig wie Sprays für Autos. Diese sind in der Regel auf die Bedürfnisse von Autos abgestimmt.
Benutze am besten spezielles Kettenöl für das Fahrrad. Dieses ist im Handel zu günstigen Preisen verfügbar und eignet sich ideal für eine gute Schmierung der Kette.
Die WD-40 Bike Serie
Die WD-40 Bike Serie verhindert das Entstehen von Rost und beseitigt schon vorhandene Mängel an der Kette. Das WD-40 Multifunktionsprodukt dringt außerdem in eingeklemmte Elemente ein, kann die Feuchtigkeit dort verdrängen und alles an der Kette schmieren.
Der intelligente Sprühkopf “Smart Straw” wird punktgenau oder flächig eingesetzt, je nachdem, welche Leistung gefragt ist. Zum flächigen „Kette schmieren“ klappt man das Sprührohr gerade herunter. Beim gezielten „Kette schmieren“ einfach horizontal anordnen. Das 360 Grad Ventil ermöglicht, dass die Dose nicht nur aufrecht gehalten sprüht, sondern auch über Kopf.
Spezielle WD-40 Kettenöle
- WD-40 BIKE Kettenöl für feuchte Bedingungen: Es dringt beim Kette schmieren tief ein und sorgt dafür, dass Rost sich erst gar nicht ansetzen kann. Darüber hinaus ist es für eine dauerhafte Schmierung verantwortlich, die lange anhält; selbst unter extremen Voraussetzungen. Doch das ist noch nicht alles, denn auch Abnutzungen reduziert es und optimiert die Leistung der Kette.
- WD-40 BIKE Kettenöl für trockene Bedingungen: Es dringt beim Kette schmieren in jedes Glied tief ein und hinterlässt dort einen feinen aber trockenen Schmierfilm.
- WD-40 BIKE Kettenspray zur Allwetter Pflege: Das qualitativ hochwertige PFTE ermöglicht ein optimales Kette schmieren. Des Weiteren reduziert es die Abnutzung. Es dringt tief in das Innere der Mechanik ein. Dort sorgt es mit dem dauerhaften Schutzfilm in allen flexiblen Elementen für mehr Sicherheit. Es eignet sich auch, um vor Korrosion zu schützen und bietet so ein ungestörtes Vergnügen auf dem Rad.
Pflege der Fahrradkette
Du solltest deine Kette auf jeden Fall nach jeder Reinigung ölen. Die Reinigung findet im Idealfall nach jeder Ausfahrt, mindestens aber alle ein bis zwei Monate statt - bei Vielfahrern häufiger. Je nach Verschmutzungsgrad kannst du vor der nächsten Ausfahrt auch einfach neues Öl auf die Fahrradkette anbringen. Dabei solltest du es allerdings nicht übertreiben - zu viel dickflüssiges Öl zieht Schmutz geradezu magisch an.
Es ist nicht unbedingt notwendig, nach jeder Fahrt die Fahrrad Kette zu reinigen. Du solltest sie aber zumindest von grobem Schmutz befreien. Hierzu verwendest du am besten einen einfachen Reinigungslappen. Diesen kannst du zudem für die Trocknung der Kette nach einer Regenfahrt einsetzen.
Eine Schmierung sollte ausschließlich auf einer sauberen und trockenen Fahrradkette erfolgen. Verwenden Sie nur so viel Öl wie Sie auch wirklich benötigen und achten Sie darauf, dass Schmiermittel keinesfalls an Bremsscheiben, Felgen oder Bremsklötze gelangen dürfen, da diese sonst unbrauchbar werden. Überschüssiges Öl nehmen Sie mit einem Lappen auf.
Wie oft muss die Kette geölt werden?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Letztendlich kommt es darauf an, wie oft das Fahrrad benutzt wird und wie stark die Fahrradkette dem Schmutz ausgesetzt ist. So kann es sein, dass du deine Kette nach 100 km ölen musst, manchmal dauert es auch länger. Wer jeden Tag bei Wind und Wetter zur Arbeit fährt, sollte die Kette in kürzeren Abständen pflegen - am besten wöchentlich, mindestens aber einmal im Monat. Eines ist sicher: Sobald die Fahrradkette nicht mehr leise läuft und rasselt, solltest du sie dringend ölen. Wenn du mit einer zu trockenen Kette fährst, erhöht sich die Reibung an den Zähnen der Antriebskomponenten und sie verschleißen schneller. Deshalb solltest du die Kette immer mit Schmiermittel benetzen, bevor du zur nächsten Tour aufbrichst.
Kosten für ein gutes Kettenöl
Die gute Nachricht zum Schluss: Das Ganze ist gar nicht so teuer! Ein gutes Basisöl kostet meist keine 10€ und du kannst einige Zeit damit arbeiten, bevor es leer geht. Selbst die Spezial-Öle sind oft nicht viel teurer und auch Kettenreiniger sind für kleines Geld zu haben.
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