Fahrradkette Ultraschallreinigung Anleitung

Die Fahrradkette gehört zu den wichtigsten beweglichen Teilen am Fahrrad. Die regelmäßige Pflege und Reinigung der Fahrradkette ist deshalb sehr wichtig. Als Bauteil mit vielen einzelnen Gliedern und Zwischenräumen zieht eine Fahrradkette den Dreck magisch an. Zusätzlich ist sie ständig der Witterung ausgesetzt.

Ohne Pflege dauert es nicht lange, bis sich der erste Rost an den Kettengliedern wiederfindet. Eine verrostete Kette versagt irgendwann den Dienst und geht kaputt. Damit du mit deinem Rad aber fahren kannst, brauchst du eine funktionstüchtige Kette. Sie überträgt die Tretkraft von den Pedalen auf das Hinterrad. Du kommst also nicht um die regelmäßige Reinigung und Pflege der Kette herum.

Die Antwort ist sehr einfach: Führe die Reinigung der Fahrradkette besser einmal zu häufig als einmal zu selten durch. Es kommt generell darauf an, wo du mit deinem Fahrrad unterwegs bist. Entsprechend ist dein Fahrrad mehr oder weniger Dreck und Schmutz ausgesetzt. Mit dem Mountainbike fährst du eher abseits von asphaltierten Straßen durch Wälder oder Geröll, so dass die Kette schneller mit Schmutz belegt ist.

Nach einer Fahrt durch Schlamm empfiehlt es sich, die Kette direkt nach der Tour sauber zu machen und sie von grobem Schmutz zu befreien. Wenn es bei der Fahrt geregnet hat, reicht es zu, mit einem trockenen Tuch schnell über die einzelnen Kettenglieder zu wischen, um sie zu trocknen und so Rost vorzubeugen. Bei alltäglichen Fahrten auf dem Fahrrad führst du eine richtige Reinigung am besten wöchentlich durch. Eine Sichtprüfung hilft, hier das passende Maß zu finden. Durch eine regelmäßige Pflege vermeidest du, dass die Kette immer rund läuft.

Die Fahrradkette reinigst du in der Regel immer zusammen mit dem kompletten Schaltwerk. Eine saubere Kette allein hilft nämlich nicht, wenn die Ritzel noch voller Dreck sind. Wenn du zum ersten Mal eine Fahrradkette reinigen musst, hilft dir unsere Anleitung, in kürzester Zeit die Kette zu säubern.

Reinigungsschritte der Fahrradkette

  1. Die Reinigung der Fahrradkette ist schneller und leichter erledigt, wenn du dein Fahrrad auf den Kopf stellst. Du kannst es auf dem Sattel und Lenker abstellen. Damit an den beiden Fahrradteilen keine Kratzer entstehen, verwende am besten eine alte Decke oder Pappe als Unterlage.
  2. Mit einer Ketten-Messlehre prüfst du unmittelbar vor der Reinigung, ob die Kette noch in Ordnung ist oder sich die Kettenglieder bereits verzogen haben. Du siehst das auch daran, wenn sie nicht mehr richtig auf die Ritzel passen und sich verhaken. In diesem Fall kannst du dir die Mühe sparen, die Fahrradkette zu reinigen.
  3. Das Reinigen der Fahrradkette beginnst du damit, den gröbsten Schmutz zu entfernen. Du kannst dafür eine Bürste nehmen. Für die Zwischenräume der Ritzel ist ein Zahnstocher sehr gut geeignet. Ein Tipp von uns: Ein Reiniger für die Bremsen, den du großzügig an den Ritzeln einsetzt, macht das Reinigen der Kette etwas leichter.
  4. Die Verschmutzungen an der Kette reinigst du mit einem sauberen, trockenen Lappen. Du kannst dafür auch einen alten Lappen nehmen, da durch das Schmiermittel das Tuch ohnehin stark verschmutzt wird. Ziehe die Kette mehrmals durch den Lappen und gib anschließend ein paar wenige Tropfen eines Bremsen- oder Kettenreinigers auf das Tuch. Auf keinen Fall darfst du bei der Kettenreinigung scharfe Reinigungsmittel, Hochdruckreiniger, Seifenlauge oder Ultraschall nehmen. Ein Ölbad über Nacht ist ebenfalls tabu. Diese Formen der Reinigung klingen verlockend, besonders bei hartnäckigem Schmutz, aber sie halten nicht das, was sie versprechen.
  5. Der Bremsreiniger hat im Schaltwerk das Öl entfernt. Deshalb muss nach jeder Reinigung das richtige Öl wieder neu geschmiert werden. Ohne Öl verschleißen die Einzelteile wie Kettenglieder oder Ritzel schneller. Beim Ölen gehst du folgendermaßen vor: Tränke einen sauberen Lappen mit wenig Fahrradkettenöl. Ziehe dann die Kette mehrmals durch den Lappen. Umschließe die Kette dabei locker mit der Hand und drehe die Pedale. Achte jedoch darauf, dass deine Hand nicht zwischen Kette und Ritzel gerät. Fertig eingeölt ist die Kette, wenn sie vollständig von Öl benetzt ist. Im Anschluss wiederholst du das Durchziehen mit einem trockenen Lappen.

Rost entfernen

Wer oft bei nassen Wetterverhältnissen auf seinem Rad unterwegs ist, muss damit rechnen, dass die Fahrradkette bei fehlender Pflege rosten kann. Im schlimmsten Fall nimmst die Schaden und du musst die Fahrradkette wechseln. Soweit darf es zwar eigentlich nicht kommen, aber ist der Rost einmal da, gibt es dafür auch Lösungen. Zunächst musst du mit einer Bürste grob die rostige Fahrradkette entrosten. Anschließend legst du sie eine Weile in einen speziellen Rostlöser. Wie lange das Mittel einwirken muss, bis der Rost sich löst, steht meist auf der Verpackung. Alternativ kannst du den Rostlöser auch auf die Kette sprühen. Den gelösten Rost wischst du mit einem sauberen Tuch weg. Danach setzt du die Arbeit mit der Reinigung und dem Ölen der Kette fort.

Denn nur dieser Schmierstoff ist auf den Einsatz beim Fahrrad abgestimmt. Das betrifft vor allem den Rostschutz, die Haftung und die Fähigkeit zur Schmierung. Eher weniger geeignet sind dagegen universale Öle, da sie Eigenschaften für eine breitgefächerte Anwendung besitzen und spezielle Schmierstoffe so fehlen. Dazu zählt auch das allseits bekannte und beliebte Öl WD-40.

Das Reinigen, Ölen und Schmieren der Fahrradkette sind grundsätzlich alles unterschiedliche Anwendungen bei der Pflege des Fahrrads. Die Wirkung hebt sich sogar auf, wenn die Reinigung erst nach dem Ölen der Kette erfolgt. Ist sie geölt, darf kein Mittel mehr aufgetragen werden, welches das Fett wieder löst und die pflegende Schmierung entfernt. Halte dich also an die richtige Reihenfolge der Aufgaben, sonst musst du zweimal ran. Auf der anderen Seite ist es wichtig, dass die Kette und das Schaltwerk vollständig sauber sind, bevor du neues Öl auftragen kannst.

Verwendung von Kettenwachs

Immer mehr Radfahrer, egal ob auf dem Rennrad, MTB oder Gravelbike, schwören auf die saubere und effiziente Alternative zu klassischem Kettenöl. Kettenwachs ist mehr als ein Trend - es ist die clevere Art, Deine Fahrradkette zu pflegen. Wenn Du einmal den Unterschied gespürt hast, willst Du nicht mehr zurück zum Öl.

Vorteile einer gewachsten Kette

  • Energiegewinn
  • Weniger Geräusche
  • Sauberer Antrieb
  • Verlängerte Lebensdauer von Kette, Kettenblatt und Ritzeln

Um eine Kette aber richtig zu wachsen, muss man sie zunächst einmal reinigen. Selbst wenn die Kette neu ist, ist sie in der Regel vom Hersteller mit Kettenfett vorbehandelt. Und da die Reibung in einer Kette zunächst einmal in den Nieten und Buchsen, also den Gelenken, entsteht, sind neue Ketten meistens bis in die Tiefe mit Kettenfett geschmiert. Das vermindert nicht nur Reibung, sondern schützt auch vor Korrosion. Solch eine Tiefenbehandlung ist aber leider sehr unproduktiv, wenn man eine Kette wachsen möchte.

Deshalb reinigen wir die Kette in den von Silca empfohlenen Schritten zunächst mit Waschbenzin, danach mit Kettenreiniger bzw. Spiritus:

Reinigungsschritte für Kettenwachs

  1. Reinigen mit Waschbenzin: Im ersten Schritt legt man die Kette in ein verschließbares Glas und füllt es mit Waschbenzin auf, bis die Kette vollständig bedeckt ist. Danach schwenkt man die Kette regelmäßig, indem man das Glas hin und her bewegt, so dass sich das Kettenfett in der Kette lösen kann. Das macht man am besten ein paarmal über den Tag verteilt. Handelsübliches Waschbenzin gibt es im Baumarkt bei den Lösungsmitteln und Verdünnern für ca. 5 € je Liter. Wer es etwas schneller mag, kann ein Ultraschall Reinigungsgerät benutzen, bei dem man zusätzlich etwas Temperatur (max. 60° Celsius) zuführen kann. Da Waschbenzin brennbar ist, bitte sehr vorsichtig mit den entstehenden Dämpfen sein. Das Fett löst sich im Ultraschallbad mit Temperatur schneller und man hat den Prozess auf ca. 30 Minuten reduziert.
  2. Reinigen mit Kettenreiniger: Die handelsüblichen Kettenreiniger und Entfetter sind auf Laugenbasis und werden i.d.R. in einem vom Hersteller angegebenen Verhältnis mit Wasser verdünnt. Wir empfehlen entsprechende umweltfreundliche Produkte, die kaum biologischen Spuren der Verschmutzung hinterlassen. Diese Entfetter sind ebenfalls in Baumärkten oder im Handel für Automobilpflege erhältlich. Auch hier ein weiteres Glas mit der Flüssigkeit aufgießen, bis die Kette vollständig bedeckt ist. Nach einigen Stunden und ausreichendem Schwenken kann die Kette mit klarem Wasser gespült werden. Dieser Schritt lässt sich ebenfalls mit dem Ultraschallbad beschleunigen.
  3. Finishing mit Spiritus: Jeder kennt Brennspiritus zum Grillanzünden oder Fensterputzen. Um wirklich den letzten Rest an Ölen oder Fetten zu beseitigen, wird die Kette noch einmal analog zu den ersten beiden Schritten in Brennspiritus eingelegt. Hier empfiehlt sich tatsächlich kein Ultraschallreiniger, da Spiritus extrem flüchtig ist. Ein bis zwei Stunden aufbewahren ab und zu schwenken reicht aus. Danach an die frische Luft mit der Kette, damit sie abtrocknen kann. Brennspiritus gibt es ebenfalls für ca. 5 € pro Liter im Baumarkt.

Das Schöne ist, dass man keine der drei Flüssigkeiten sofort entsorgen muss und sie für weitere Behandlungen neuer Ketten taugen.

Das richtige Wachsen der Kette

Man schüttet das Granulat des Silca Secret Chain Blend Wachs in einen kleinen Topf, den man auf einer Herdplatte bei mittlerer Hitze langsam heiß werden lässt. Das Granulat löst sich langsam auf, bis es vollständig flüssig ist. Dann die Herdplatte abschalten, die Kette hineingeben und schwenken, dass Lufteinschlüsse entweichen und die Kette sich vollständig mit dem flüssigen Silca Wachs tränkt. Das geht am besten, wenn man die Kette vorher auf einen alten Bremszug, einer Speiche oder einer Hanf- oder Baumwollschnur auffädelt. Hat sich die Kette mit Wachs vollgesaugt, legt man sie am besten in einen kleinen Karton, der überschüssiges Wachs aufsaugt und in dem man die Kette sauber auskühlen lassen kann.

Nach der Wachs-Behandlung ist die Kette etwas steif, aber durch Auf- und Abrollen wird sie schnell flexibel und kann gleich entweder mit einem Quick-Link Kettenschloss oder dem Kettennieter montiert werden. Vor der Montage stelle bitte sicher, dass auch die Kettenblätter, Ritzel und Schaltungsrädchen sauber sind. Die lassen sich hervorragend mit einem alten Baumwolllappen und ein paar Spritzern Waschbenzin reinigen. Es wäre doch schade, wenn Du Dir mit dem Reinigen der Kette solch eine Mühe gemacht hast und die Kette mit den schmutzigen Antriebsteilen verdreckst.

Alte Ritzel und Kettenblätter können oft eine Mischung sein, die nicht besonders gut zusammenpasst. Stelle bitte vorher sicher, dass die Ritzel Deiner Kassette nicht so stark abgenutzt sind, dass die Kette anfängt zu springen.

Die weitere Pflege der Kette

Die perfekte Ergänzung zum Silca Secret Chain Blend Kettenwachs ist das Silca Super Secret Chain Lube. Eine bereits gewachste Kette lässt sich mit dem Super Secret Chain Lube wie mit Kettenöl nachbehandeln. Nach der Ausfahrt die Kette durch ein trockenenes Tuch durchziehen und danach die Glieder mit dem Chain Lube beträufeln. Bis zur nächsten Ausfahrt trocknen lassen.

FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Thema Kettenwachs

Wie oft muss man Kettenwachs auftragen?

Das hängt von der Nutzungsintensität und den Bedingungen ab. Im Trockenen hält eine heißgewachste Kette oft bis zu 1.000 km, während Flüssigwachs ca. alle 200-300 km erneuert werden sollte. Bei Regen oder Schlamm solltest Du öfter nachwachsen.

Ist Kettenwachs sinnvoll?

Absolut! Es sorgt für einen sauberen Antrieb, weniger Reibung, eine längere Lebensdauer der Komponenten und schützt vor Schmutzablagerungen. Und das Beste: Kein Ölfilm, kein Schmutzmagnet - einfach sauber.

Wie trägt man Kettenwachs auf?

Flüssigwachs trägst Du tropfenweise auf die saubere, trockene Kette auf. Heißwachs funktioniert so: Kette in geschmolzenes Wachs tauchen, ca. 10 Minuten ziehen lassen, entnehmen, abkühlen lassen und leicht "ausklappern".

Was bringt Kettenwachs?

Kettenwachs reduziert Reibung, sorgt für einen leiseren Lauf, schützt vor Verschleiß und macht die Kette zu einem wartungsarmen Bauteil. Das spart langfristig Geld und erhöht die Effizienz beim Treten.

Wann sollte man Kettenwachs verwenden?

Wenn Du Wert auf einen sauberen Antrieb, leisen Lauf und geringe Wartung legst. Ideal bei trockenen Bedingungen, auf langen Touren und im sportlichen Einsatz.

Wie gut ist Kettenwachs für mein Fahrrad?

Sehr gut! Es eignet sich für alle Fahrradtypen - ob Rennrad, MTB, Gravel oder E-Bike. Besonders bei hochwertigen Antriebskomponenten spielt Kettenwachs seine Vorteile aus.

Wie gut ist Kettenwachs?

In zahlreichen Tests und Erfahrungsberichten schneidet es besser ab als herkömmliches Öl - besonders in Sachen Reibungsreduktion, Sauberkeit und Haltbarkeit.

Welche Nachteile hat Kettenwachs?

Der größte Nachteil ist der höhere Aufwand bei der Erstbehandlung. Außerdem muss die Kette gründlich entfettet werden - sonst haftet das Wachs nicht. Und: Die Anwendung erfordert ein wenig Geduld.

Ist Kettenwachs besser als Öl?

Für viele Anwendungen: Ja. Es ist sauberer, effizienter und schützt besser vor Schmutz und Verschleiß.

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