Fahrradkette rutscht durch: Ursachen und Lösungen

Wenn die Fahrradkette unter Belastung durchrutscht, kann das verschiedene Ursachen haben. Hier werden die häufigsten Gründe und mögliche Lösungen erläutert.

Mögliche Ursachen für das Durchrutschen der Kette

  • Verschleiß der Kette: Eine gelängte Kette passt nicht mehr optimal auf die Ritzel und Kettenblätter.
  • Verschleiß der Ritzel und Kettenblätter: Abgenutzte Zähne bieten der Kette weniger Halt.
  • Falsche Schaltzugspannung: Eine nicht korrekt eingestellte Spannung kann zu unsauberen Schaltvorgängen und Kettensprüngen führen.
  • Schwergängige Kettenglieder: Einzelne Glieder, die sich nicht frei bewegen, können das reibungslose Laufen der Kette beeinträchtigen.
  • Falsche Kettenlänge: Eine zu lange oder zu kurze Kette kann Schaltprobleme verursachen.
  • Inkompatibilität der Komponenten: Nicht alle Ketten sind mit allen Schaltungen und Ritzelpaketen kompatibel.

Detaillierte Betrachtung der Ursachen

Verschleiß der Kette

Eine gelängte Kette ist eine häufige Ursache für das Durchrutschen. Die alte Shimanokette war etwa vier Glieder länger mit der hatte ich kein Problem ausser dass die sich langgemacht hat. War die die ganzen 10Mm drauf? Bei 4 Gliedern Längung und vermutlich ca. 100 Gliedern Gesamtlänge wärst du bei gigantischen 4% Längung. Ein Wunder, dass die Schaltung noch irgendwie funktioniert hat, die Ritzel und Kettenblätter nicht schon jedem Haifisch Konkurrenz machen und die Kette nicht gerissen ist.

Tausch das Zeug aus und besorg dir eine Kettenverschleißlehre! Wenn du die Kette ab 1% Längung (~3000km) wechselst verschleißen Ritzel und Kettenblätter langsamer und das Schaltverhalten bleibt in Ordnung.

Die Kettenmesserei wirklich korrekt zu machen, das ist ja - wie ich schon häufiger gelesen u. gehört habe - eh nicht so einfach, wie man das gern meint. Da vertut man sich schnell mal.

Verschleiß der Ritzel und Kettenblätter

Hallo Christian, nur die Kette zu wechseln bei relativ alten Ritzeln ist oft ein Problem, da die neue Kette nicht mehr auf die von der alten Kette verformten Ritzel passt und es dann zum Durchrutschen kommen kann.

Bei mir hat da immer nur ein Wechsel der Ritzel/Kettenblätter geholfen. Bei den Kettenblättern kann man schauen, ob man alle oder nur das oft meistbenutzte mittlere Blatt wechseln muss. Das hat bei mir neulich ausgereicht.

Meines Erachtens ein schlechter Ratschlag. Er sollte auf jeden Fall die Kasette und das abgefahrene Kettenblatt wechseln. Selbst wenn nach einigen hundert km die Kette nicht mehr überspringen sollte, heißt das nichts anderes als das sie sich gelängt hat. Die Lebensdauer der Kette wird so extrem verkürzt. 10000 km für den ganzen Antriebskrams ist u.U. (je nach Qualität und Belastung der Teile) eh genug.

Das Kettenblatt würde ich auch wechseln - wenn es tatsächlich abgefahren ist. Allerdings würde ich das nicht prophylaktisch machen, sondern dann wenn es soweit ist. (Wenn nicht gerade eine sehr lange Tour ansteht, in dem Falle würde ich zusehen, daß mein Rad in bestmöglichem Zustand ist, aber die neuen Komponenten bereits mindestens 2-300km gelaufen sind).

Falsche Schaltzugspannung

Oftmals ist eine falsch eingestellte Schaltzugspannung schuld an der springenden Kette. In den meisten Fällen springt die Kette am hinteren Schaltwerk, die vorderen Kettenblätter stehen für gewöhnlich zu weit auseinander.

Springt die Kette über das erste oder letzte Ritzel muss zunächst der Schaltbereich am Schaltwerk eingestellt werden. Springt die Kette weiterhin muss wahrscheinlich die Zugspannung eingestellt werden.

Durch das Drehen an der Schraube wird die Spannung erhöht bzw. gelöst. An dieser Stelle ist Fingerspitzengefühl und vor allem Geduld gefragt. Um die richtige und saubere Einstellung zu finden, sollten Sie die Schraube jeweils um ¼ Drehung bewegen und anschließend alle Gänge durchtesten.

Lösungsansätze

  • Kette wechseln: Überprüfen Sie den Verschleiß der Kette mit einer Kettenverschleißlehre. Wenn die Kette verschlissen ist, tauschen Sie sie aus.
  • Ritzel und Kettenblätter prüfen: Untersuchen Sie die Zähne auf Abnutzung. Ersetzen Sie verschlissene Teile.
  • Schaltzugspannung einstellen: Justieren Sie die Schaltzugspannung, um saubere Schaltvorgänge zu gewährleisten.
  • Kette reinigen und schmieren: Eine saubere und gut geölte Kette läuft reibungsloser und verschleißt weniger schnell.
  • Kettenglieder überprüfen: Stellen Sie sicher, dass alle Glieder frei beweglich sind. Ölen Sie gegebenenfalls schwergängige Glieder.
  • Korrekte Kettenlänge: Überprüfen Sie, ob die Kette die richtige Länge für Ihr Fahrrad hat.

Wann sollte man die Komponenten wechseln?

Hallo Christian, wie gesagt, ich warte einfach so lange, bis der Antrieb von selbst schlapp macht, also in einem Gang durchrutscht bei stärkerem Pedaldruck. Dann weiß ich, dass Kette+Ritzel und ggf. Kettenblatt/blätter erneuert werden müssen.

Danach hab ich wieder elends lange Ruhe und keinen Kettenmess- u. Wechselstress. Und alle ca. 15000 Kilometer (etwa so lange hält mein Antrieb am MTB jetzt, wobei ich jederzeit damit rechne, dass er fällig ist) mal 70-100 Euro in einen neuen Antrieb zu investieren, wenn mans selber machen kann, das ist denke ich nicht zuviel.

Alternative: Getriebenabe

Vielleicht hol ich mir doch irgendwann eine Getriebenabe. Auf die Dauer kommt man da vielleicht günstiger weg?

Ob günstiger oder nicht hängt sehr stark von den Einsatzbedingen ab. Bei Schönwetterstraßenfahrern lohnt es sich wohl nie, wer fast jeden Tag fährt und das oft auch auf Wald- Feldwegen und im Urlaub auf Pisten, bei dem schon.

Ich fahre seit 2003 und für mich hat sich das gelohnt, viel weniger Heckmeck. Kundendienst ist bei Rohloff nicht nötig.

Tabelle: Mögliche Ursachen und Lösungen

Ursache Lösung
Verschlissene Kette Kette wechseln
Verschlissene Ritzel/Kettenblätter Ritzel/Kettenblätter wechseln
Falsche Schaltzugspannung Schaltzugspannung einstellen
Schwergängige Kettenglieder Kettenglieder ölen und beweglich machen

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