Ein ätzendes Schleifgeräusch aus der Richtung der Laufräder kann einem die Freude an einer Fahrradtour schnell verderben. Oftmals stellt man fest, dass das Schutzblech schleift. Doch nicht nur das Schutzblech kann die Ursache sein. Auch eine schleifende Fahrradkette kann zu unangenehmen Geräuschen und Problemen führen.
Ursachen für eine schleifende Fahrradkette
Es gibt verschiedene Gründe, warum eine Fahrradkette schleifen kann:
- Falsche Einstellung des Umwerfers: Wenn die Kette beim Fahren schleift oder nicht zuverlässig zwischen den Kettenblättern wechselt, kann das an einer fehlerhaften Einstellung des vorderen Schaltwerks liegen.
- Verschleiß der Kette: Der Verschleiß der Fahrradkette ist in der Regel die häufigste Ursache für eine springende Kette. Die Kette schleift sich also die Zähne der Kassette „passend“ ab, ähnlich wie Schleifpapier.
- Versteifte Kettenglieder: Ist die Kette nicht voll funktionstüchtig, weil sich ein Kettenglied versteift hat, dann äußert sich dieses durch ein Klackern, wenn das betroffene feste Kettenglied über die Ritzel läuft. Oft genug ist nur eine hartnäckige Verschmutzung durch Dreck, Sand oder Erde in den Laschen Schuld an der Versteifung der Kette. Es kann allerdings auch sein, dass z.B. durch einen Sturz mit dem Bike eine oder mehrere Kettenglieder verbogen sind.
- Falsche Montage der Kette: Tritt das "Steifwerden" der Kettenglieder direkt nach dem Aufziehen einer neuen Fahrradkette auf, dann liegt das meist daran, dass die Kette beim Kürzen und Wiederverschließen falsch vernietet wurde.
- Beschädigung des Rahmens oder der Aufhängung: Gut möglich, das hier nur das Hinterrad evtl. falsch eingespeicht wurde. Aber ebenso, dass der Rahmen oder die HR-Aufhängung fehlerhaft ist.
Die Rolle des Umwerfers
Der Umwerfer ist ein zentrales Element der Gangschaltung am vorderen Teil des Fahrrads. Er arbeitet eng mit den Kettenblättern zusammen, die je nach Modell einfach oder mehrfach vorhanden sein können. Wenn beim Fahren der Schalthebel betätigt wird, sorgt der Umwerfer dafür, dass die Kette von einem Kettenblatt auf das nächste springt - entweder auf ein kleineres oder ein größeres. Die technische Grundlage bildet ein Parallelogramm-Mechanismus, der eine präzise Bewegung des Bauteils ermöglicht. Umgeben ist dieser von einem Umwerferkäfig, durch den die Kette geführt wird.
Einstellung des Umwerfers
Das Justieren des vorderen Schaltwerks wirkt zunächst kompliziert, lässt sich aber mit etwas Ruhe und Sorgfalt schnell umsetzen. Damit die Gangschaltung sauber und zuverlässig funktioniert, ist eine präzise Ausrichtung dieses Bauteils entscheidend. Der Umwerfer gehört zu den Bauteilen, die im Laufe der Zeit ersetzt oder neu eingestellt werden müssen - besonders dann, wenn die Schaltvorgänge nicht mehr reibungslos funktionieren. Bevor du mit dem Einstellen beginnst, sollte geprüft werden, ob der Umwerfer beschädigt oder verschlissen ist. Nur in seltenen Fällen muss der Umwerfer komplett ausgetauscht werden.
Benötigtes Werkzeug:
- Kreuzschlitz-Schraubendreher
- Inbusschlüssel (5er)
Einstellvorgang:
- Sobald der Umwerfer korrekt angebracht ist, geht es ans Feintuning.
- H steht für High (oberer Anschlag), L für Low (unterer Anschlag). Beide Schrauben definieren die äußersten Schaltpositionen.
- Ein häufiger Patzer: An den Schrauben wird gedreht, ohne zuvor die äußersten Schaltpositionen zu kontrollieren. Der Ablauf: Erst auf das kleinste Kettenblatt schalten, dann ganz nach oben aufs größte.
- Jetzt wird das hintere Schaltwerk auf das größte Ritzel und vorne auf das kleinste Kettenblatt geschaltet.
- Nun schaltest du vorne auf das größte Blatt, hinten auf das kleinste Ritzel.
- Drehst du die H-Schraube im Uhrzeigersinn, bewegt sich der Umwerfer näher an den Rahmen heran. Die L-Schraube funktioniert genau entgegengesetzt.
- Zum Schluss wird die Zugspannung reguliert. Ein zu lockerer Zug sorgt dafür, dass der Umwerfer nicht weit genug bewegt.
- Nach dem Einstellen der Schrauben wird oft vergessen, auch die Spannung des Schaltzugs zu prüfen. Um das zu testen, sollte durch alle Kettenblätter geschaltet werden.
Wichtig ist, systematisch vorzugehen: Kleine Korrekturen an den Einstellschrauben, die richtige Position zum Kettenblatt und die passende Zugspannung entscheiden über eine reibungslose Gangschaltung. Selbst kleine Abweichungen können dazu führen, dass die Kette nicht sauber läuft.
Verschleiß der Kette erkennen und beheben
Die Fahrradkette ist vielen unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt und somit ein Verschleißteil. Die Lebensdauer einer Kette hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Qualität der Kette, dem Schaltverhalten, der Pflege und dem Druck auf das Pedal. Es empfiehlt sich, die Kette spätestens nach etwa 3.000 km zu wechseln, da sich mit der Zeit die Bolzen der Kettenglieder ausdehnen und biegen, wodurch die Kette insgesamt länger wird. Dies führt dazu, dass das Zusammenspiel zwischen den Zähnen der Kassette und den Kettengliedern nicht mehr funktioniert.
Verschleißgrenzen:
- Empfohlene Verschleißgrenze für Aluminiumritzel: 0,075 mm pro Gelenk
- Empfohlene Verschleißgrenze für Stahlritzel: 0,1 mm pro Gelenk
- Länge einer neuen Kette: 119,5 mm
Prüfung des Verschleißes:
Eine Möglichkeit, um den Verschleiß der Fahrradkette rechtzeitig zu verhindern, ist die Verwendung einer Kettenmesslehre. Dieses Werkzeug wird an einem Kettenglied angelegt und man testet, ob die andere Seite der Messlehre durch ein anderes Kettenglied hindurchpasst. Falls die Spitze hindurchpasst, sollte die Kette schnellstmöglich gewechselt werden, da der Abstand zwischen den Gliedern bereits gedehnt ist. Legen Sie die Kettenlehre mit der Vertiefung auf eine am Fahrrad montierte Kette auf. Eine gelängte Kette wird von der Kettenmesslehre tiefer eingeführt als eine neue, weniger verschlissene Kette.
Versteifte Kettenglieder beheben
Tritt dieses Problem bei Ihnen auf, dann drehen Sie im Stand die Fahrradkette mit den Pedalen durch und beobachten, an welcher Stelle der Kette diese einen kleinen Hüpfer macht, wenn Sie über das Kettenblatt (vorne) oder die Kassette (hinten) läuft. Oft genug ist nur eine hartnäckige Verschmutzung durch Dreck, Sand oder Erde in den Laschen Schuld an der Versteifung der Kette. Diese kann man gegen die defekten austauschen. Tritt das "Steifwerden" der Kettenglieder direkt nach dem Aufziehen einer neuen Fahrradkette auf, dann liegt das meist daran, dass die Kette beim Kürzen und Wiederverschließen falsch vernietet wurde.
Vorbeugende Maßnahmen und Pflege
Mit der richtigen Pflege werden Sie lange viel Freude an Ihrem Fahrrad haben. Dies gilt insbesondere für die etwas anfälligeren Verschleißteile. Wer zudem auf hochwertige Komponenten achtet und regelmäßig prüft, ob der Umwerfer noch korrekt arbeitet, verlängert die Lebensdauer der gesamten Schaltanlage - und fährt entspannter, sicherer und mit mehr Freude. Ein Check alle paar Monate oder nach starker Beanspruchung (z. B.
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