Eine regelmäßig gereinigte und gut geschmierte Kette verbessert die Laufleistung des Fahrrads. Außerdem erhalten Sie einen höheren Schalt- und Fahrkomfort. Sie sparen Kraft und die Kette läuft rund. Wenn die Kette Ihres Rads verschmutzt ist, müssen Kettenblätter & Co. gründlich gesäubert und neu mit Kettenschmierstoff behandelt werden. Wer seine Kette ordentlich pflegt, trägt zur Haltbarkeit, Funktionalität sowie Fahrtauglichkeit am eigenen Rad nachhaltig bei.
Warum die richtige Kettenpflege wichtig ist
Zwischen Kette und Ritzel entsteht während der Fahrt permanent Reibung, ebenso zwischen den Kettengliedern. Es kommt zum Spiel in diesem Gelenk, was sich in einer Längung bemerkbar macht. Wie oben beschrieben, besteht der Verschleiß aus dem Abschleifen der Verbindungsbolzen durch Schmutz. Besonders wichtig ist die Reinigung vor dem Schmieren, damit Sand und andere Schmutzpartikel erst gar nicht beim Auftragen des Schmierstoffes zu den Kettengelenken transportiert werden können.
Die richtige Vorbereitung
Das Wichtigste bei der Reinigung der Fahrradkette ist die richtige Vorbereitung. Wenn du alle Utensilien für die Reinigung und Pflege zur Hand hast, kann es losgehen! Tipp: Trage beim Reinigen der Fahrradkette Handschuhe, um schmutzige Hände zu vermeiden.
So reinigen Sie Ihre Kette richtig:
- Schalte vor dem Reinigen in einen mittleren Gang.
- Spanne dein Fahrrad in einen Montageständer.
- Lege gegebenenfalls den Boden mit Zeitungspapier oder einer Plane aus, um Ölflecken auf den Boden zu vermeiden. Am besten reinigst du dein Fahrrad an einem offiziellen Waschplatz, da dort spezielle Auffangbehälter vorhanden sind und das ölhaltige Wasser nicht ins Grundwasser gelangt.
- Entferne den groben Schmutz von der Kette trocken mit einer Kettenbürste.
- Bürste dazu locker über die Kette. Sitzt der Schmutz tiefer, kannst du diesen vorsichtig mit einem Zahnstocher entfernen. Vergiss dabei nicht die Schaltwerkröllchen.
- Löse nun mit einem trockenen Lappen die verbliebenen Verschmutzungen.
- Sprühe anschließend Kettenreiniger auf den Lappen und fahre nochmal über die Kette. Dadurch wird das Öl-Schmutzgemisch aufgeweicht und lässt sich leichter entfernen. Alternativ kannst du auch eine Zahnbürste und Wasser mit Spülmittel verwenden.
- Nachdem du den Schmutz entfernt hast, spülst du die Kette noch einmal mit klarem Wasser ab und trocknest sie anschließend gut ab.
Wenn du alle Verschmutzungen abgespült hast, musst du die Kette nur noch gut trocknen, denn erst dann kannst du sie schmieren, was sehr wichtig ist. Wenn du mit einer zu trockenen Kette fährst, erhöht sich die Reibung an den Zähnen der Antriebskomponenten und sie verschleißen schneller. Deshalb solltest du die Kette immer mit Schmiermittel benetzen, bevor du zur nächsten Tour aufbrichst. Auch die Kassette deines Fahrrads solltest du regelmäßig reinigen.
Die Wahl des richtigen Öls
Bevor es ans Eingemachte geht, stellt sich allerdings noch die Frage, welches Mittel sich am besten zum Ölen eignet? Normales Öl, mit PTFE, Wachs, vielleicht ein Spray oder doch das gute alte WD40?
Fahrradkette schmieren mit Kettenöl. Die erste Wahl zur Kettenpflege ist daher handelsübliches Kettenöl aus dem Fahrradgeschäft. Dieses gibt es in verschiedenen Varianten, z.B. für feuchtes Wetter mit PTFE, das die wasserabweisenden Eigenschaften verbessert.
Kettenöle im Test:
| Name / Hersteller | Bild | Preis pro l *) | Biologisch abbaubar | Eigenschaften | Bewertungen / Tests | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Rohloff - OIL OF ROHLOFF | 1,26 EUR / l | Ja | Testsieger im Magazin | 20,96 EUR | ||
| Dr.Wack - F100 Kettenöl | 1,18 EUR / l | Ja | Testsieger - Road Bike Magazin 10-2018 | 14,87 EUR | ||
| Pedros Ice Wax 2.0 | 1,72 EUR / l | Ja | - "gut" - Mountain Bike Magazin 06-2019 | 15,90 EUR | ||
| Ballistol BikeCer Keramik Kettenöl | 1,52 EUR / l | Ja | - "gut" - Mountain Bike Magazin 06-2019 | 3,53 EUR |
*: Preisangabe in Liter entspricht dem Preis des Produkts zum Zeitpunkt der Beitragsveröffentlichung
Schmierung von Fahrradketten
Schmiert eine Fahrradkette nur, nachdem Ihr den alten Ölfilm und den Dreck auf der Fahrradkette entfernt habt. Zusätzliches Ölen „on top“ auf das alte Öl führt häufig dazu, dass das überschüssige Öl Staub und Schmutz anzieht. Nur im Notfall sollte eine quietschende Kette geölt werden, ohne vorher gesäubert worden zu sein. Geölt werden muss vor allem der Bolzen und die Rolle zwischen den Laschen. Gebt also Öl möglichst auf die innere Seite (zwischen die Laschen auf die Rollen). Nicht von außen auf die Laschen an der Seite.
So wird die Kette richtig geölt:
- Merkt euch einen Startpunkt, zB. das Kettenschloss, um genau eine Runde zu durchlaufen.
- Das Öl sollte weder auf Ritzeln noch auf dem Kettenblatt landen. Empfehlenswert ist es das Hinterrad auszubauen und durch Montagerädchen zu ersetzen, falls man so etwas besitzt. Ganz vermeiden lässt sich nicht, dass der Antrieb etwas Öl abbekommt.
- Falls ihr ein Spray nutzt, dann unbedingt mit einem Papiertuch arbeiten. Das Öl darf nirgends außerhalb der Kette landen. Mit etwas Vorsicht ist das Spray eine Option, da es sehr feine Partikel sprüht und mit Übung sparsam und schnell eingesetzt werden kann.
- Öl zum Tropfen hat ebenfalls praktische Vorteile. Jeder Bolzen / Rolle muss mit einem Tropfen benetzt werden.
- Überschüssiges Öl abfangen. Nach kurzer Einwirkungszeit (5-10 Minuten) das überschüssige Öl abwischen. Das ist sehr wichtig! Schließlich gehört das Öl nur in die Kette und NICHT außen.
- Am besten die Kette schnell durchgleiten lassen und die Kette so lange abtrocknen bis keine Reste im Papier bleiben. Zum Schluss muss das Papiertuch sauber bleiben und es sollte kein Öl mehr an der Kette außen zu finden sein. Nur so bleibt die Kette langfristig sauber.
Nach dem Schmieren ein paar Kilometer fahren, hinterher die Kette von außen wieder trockenwischen.
Spray vs. Tropfen: Was ist besser?
Häufig werden im Fachhandel dem Laien schnell Kettensprays angedreht. Diese sind besonders einfach zu bedienen und es geht „ganz schnell“ laut Verkäufer. Wir empfehlen: Vorsicht bei solchen Aussagen! Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass auch Sprays ihre Daseinsberechtigung haben. Doch ihr solltet folgende Punkte unbedingt vorher abwägen. Umgekehrt könnte man auch sagen, dass ein Spray genau so gut eingesetzt werden kann wie Öl-Tropfen. Schließlich sprüht man sehr kleine Partikel statt großer fetter Tropfen. Mit etwas Übung kann man also auch mit einem Spray sehr effizient arbeiten. Dies ist aber nicht die Regel und die Risiken sind nicht zu übersehen.
Anwendung des Sprays
Es muss immer ein Lappen oder Papiertuch als Schutz vorgehalten werden. Diese Vorsichtsmaßnahme ist wesentlich. Jedoch verleitet das Spray leider immer wieder zum „Schnell mal drüber sprühen“. Die Reste kleben in der Natur, gelangen ins Grundwasser oder landen auf der Felge und können im schlimmsten Fall die Bremse untauglich machen.
Hier unsere Tipps zum richtigen Auftragen des Kettensprays:
- Sprays sind schnell - verleiten aber auch dazu sich schnell das Rad zu versauen.
- Falls ihr ein Spray nutzt, dann unbedingt mit einem Papiertuch arbeiten. Das Öl darf nirgends außerhalb der Kette landen.
- Mit etwas Vorsicht ist das Spray eine Option, da es sehr feine Partikel sprüht und mit Übung sparsam und schnell eingesetzt werden kann.
Vorteile des Kettensprays
- Mit etwas Übung kann das Spray eine sehr effiziente Art sein das Öl aufzutragen. Es werden nur kleine Partikel gesprüht und wenn die Kette sich dabei schnell bewegt verbraucht man tatsächlich weniger Öl, als mit dicken Tropfen jede einzelne Rolle zu benetzen. So hat man später weniger „Reste“ die abgewischt werden müssen.
- Schnelles Auftragen.
Nachteile des Kettensprays
- Gefährlich für andere Fahrradkomponenten, da das Spray ungewollt auf der Felge oder Rahmen landen kann.
- Verleitet zur unvorsichtigen Anwendung, weil es schnell und einfach geht.
- Kommt in einer Leichtmetaldose und hat evtl. ein Treibmittel; Beides hat keine gute Umweltbilanz.
Umweltverträglichkeit
Diverse Öle auf Mineralöl-Basis sind biologisch abbaubar. Das ist dringend zu empfehlen! Additive wie Silikone oder Mikroplastik/Nanopartikel hingegen solltet ihr vermeiden. Beworben wird die gute Umweltverträglichkeit oder benennt das Öl als „Green … „. Doch was genau hat es damit auf sich? Kann man dieses Öl dann bedenkenlos ins Grundwasser leiten, zB. wenn man die Kette reinigt und das Abwasser auskippen möchte?
Die OECD Norm „301F“ regelt die biologische Abbaufähigkeit von Schmiermitteln. Hier ist genau festgelegt, was als „leicht biologisch abbaubar“ bezeichnet werden kann und was nicht. Generell gelten folgende Regeln:
- Es wird geprüft, ob eine Substanz innerhalb von 28 Tagen vollständig abgebaut werden kann
- Dabei wird ein Prozentwert ermittelt, zu welchem Anteil dies geschehen ist
- Um die Bewertung leicht biologisch abbaubar zu erlangen, müssen dabei in den ersten 10 Tagen des Tests bereits 50% abgebaut worden sein, in den 4 Wochen die der Test insgesamt dauert müssen es wenigstens 60% sein
Wie oft muss ich eine Kette ölen?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Letztendlich kommt es darauf an, wie oft das Fahrrad benutzt wird und wie stark die Fahrradkette dem Schmutz ausgesetzt ist. So kann es sein, dass du deine Kette nach 100 km ölen musst, manchmal dauert es auch länger. Wer jeden Tag bei Wind und Wetter zur Arbeit fährt, sollte die Kette in kürzeren Abständen pflegen - am besten wöchentlich, mindestens aber einmal im Monat. Eines ist sicher: Sobald die Fahrradkette nicht mehr leise läuft und rasselt, solltest du sie dringend ölen.
Der starke Kettenreiniger von Ballistol entfernt selbstständig hartnäckige Schmiermittel-Rückstände. Dabei ist er besonders materialverträglich. Der Kettenreiniger verhält sich neutral auf lackierten Oberflächen, Chrom, Aluminium, Kunststoffen sowie auf Gummi und Carbon. Der Ballistol Kettenreiniger reinigt auch zuverlässig zwischen den Kettengliedern.
Die Ballistol-Story
Seit nunmehr 120 Jahren ist das unvergleichliche Ballistol Universalöl ein zuverlässiger Begleiter für Anwendungen in Hülle und Fülle. In diesem Zeitraum ist viel passiert und BALLISTOL hat sich von einem kleinen Unternehmen zu einem krisenfesten Mittelständler entwickelt, der heute in über 60 Länder exportiert. Konstant geblieben ist nur eines: das Ballistol Universalöl - es wird noch heute nach der unveränderten Originalrezeptur von 1904 hergestellt.
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