Ohne eine gut geölte Kette läuft am Mountainbike buchstäblich nichts. Aber ist das teuerste Öl auch das beste?
Ähnlich verhält es sich auch mit Kettenöl für das Fahrrad. Die Preise variieren zum Teil ungewöhnlich stark. So kostet das preiswerteste Öl in diesem Test schmale 6 Euro mit 65 ml, das teuerste aber rund 32 Euro mit nur 50 ml - ob da doch flüssiges Gold drin ist?
Um die Wahl zu vereinfachen, haben wir 16 Fahrrad Kettenöle in Labor und Praxis getestet. Dabei entschieden wir uns für Kettenöle, die für nasse Bedingungen geeignet sind, insofern der jeweilige Hersteller diese im Programm führt. Ganz einfach, beim Mountainbiken sind Matsch und Nässe zumindest in unseren Gefilden einfach sehr häufig gegeben. Dünnflüssige Öle für trockenes Wetter sind eher für Rennradfahrer interessant.
Auch die Hersteller selber raten eher zu dickflüssigen Ölen. Wir testeten außerdem ausschließlich Tropfflaschen. Mit diesen gelingt die Dosierung besser und sie sind effektiver. Alle Ergebnisse aus dem Labor- und Praxistest findest du hier. Zudem haben wir das Preis-Leistungs-Verhältnis der Öle errechnet. Dabei gilt generell: Auch ein mittelprächtiges Öl ist immer noch viel besser als gar kein Öl. Eine regelmäßig und fachmännisch geölte Kette garantiert geringere Reibung, verbesserte Schaltperformance und vor allem viel geringeren Verschleiß.
So haben wir getestet: Kettenöl
Praxistest: Da es auf dem Trail schwer ist, vergleichbare Bedingungen herzustellen, haben wir den Praxistest auf die Handhabung beschränkt. Im Fokus: die Dosierbarkeit. Darunter verstehen wir, wie dünn oder dickflüssig das Öl ist, wie gut die Pipette der Flasche ist und wie sich der Flaschenkörper eindrücken lässt. Diese drei Faktoren findest du unter dem Faktor Handhabung.
Labortest: In unserem Auftrag testete das Labor der NOLD Hydraulik und Pneumatik GmbH in Bad Waldsee die 16 Kettenöle auf ihre Schmierfähigkeit und den Verschmutzungsgrad. Im ersten Schritt wurde die Schmierstoffprüfung nach Brugger (DIN 51347) durchgeführt. Dabei wird das Öl auf einen Prüfzylinder aufgetragen und mit Druck gegen einen rotierenden Prüfring gepresst. Anschließend werden die Schleifspuren auf dem Prüfzylinder automatisch ausgemessen und ein Belastungswert in N/mm² angegeben.
Beim Reinheitstest misst ein Laser die Verschmutzung, indem er die Anzahl der Kleinstpartikel im Öl zählt. Nach unterschiedlichen Größen werden die Partikel im Mikrometerbereich sortiert und nach ISO 4406:1999 in drei Reinheitsklassen klassifiziert.
Sowohl die Viskosität als auch die Pipette der Flaschen haben Ein&2;uss.
Unterschied Kettenöl für nasse und trockene Bedingungen
Nass-Kettenöle sind für den Einsatz bei schlechtem Wetter optimal. Ein dickeres Grundöl ist mit Haftvermittlern versehen. Die Kette wird mit einemSchutzmantel umgeben. Nachteil: Auch Schmutz haftet besser an der Kette.
Öl für trockenes Wetter (nicht zu verwechseln mit Trockenschmiermittel) ist dünner, dringt besser in die Laschen und Glieder ein. Es ist weniger sichtbar, wäscht sich aber auch schnell wieder ab.
Bewertungsmatrix: Die besten Kettenöle im Test
Anhand einer Auswertungstabelle wird die Punktezahl für jedes Öl errechnet und somit die Endnote bestimmt. Zum Endergebnis trägt die Schmierfähigkeitsprüfung zu 60 Prozent bei, der Reinheitstest zu 15 Prozent und die Handhabung zu 25 Prozent. Anhand der Punkte kannst du erkennen, wie weit entfernt das Produkt von der nächsten Note liegt.
Ein Tropfen Erdöl kann 600 bis 1000 Liter Wasser verunreinigen. Wir Biker sollten daher umdenken und umweltfreundliche Schmierstoffe für die Fahrradkette verwenden.
Wenn sich die Motorsäge durchs Unterholz frisst, wird ihre Kette dabei fast immer von umweltfreundlichem Öl geschmiert. Schon 2003 lag der Anteil biologischer Kettensägenöle im Markt bei über 80 Prozent. Wenn Biker durch den Wald fräsen, läuft ihre Kette zwar meist geschmeidiger und leiser, aber viel zu selten auf einem Schmierfilm aus biologischem Öl. Das Angebot an Öko-Fahrradkettenölen wächst zwar, doch nur langsam.
Test der umweltfreundlichen Fahrrad-Kettenöle
Der Begriff Bio ist dabei dehnbar wie Kaugummi und nicht in jedem Öl steckt ausreichend davon. Als biologisch leicht abbaubar - und das ist die Grundvoraussetzung, die ein modernes Bio-Schmiermittel erfüllen muss - gelten Produkte, die spätestens nach 28 Tagen zu mindestens 60 Prozent abgebaut sind.
Die Prüfnorm OECD 301 ist dabei auch wesentliche Grundlage für die Vergabe anerkannter Umweltzeichen wie das EU-Ecolabel oder der Blaue Engel. Nicht alle Produkte im Test entsprechen diesen Anforderungen. Die übrigen Kandidaten im Schmiermittel-Test setzen nicht nur auf umweltfreundliche Rohstoffe bei der Zusammensetzung, sondern verwenden zum Teil auch Recycling-Materialien für Tropffläschchen und Etiketten - ein großer Schritt in die richtige Richtung. Das wichtigste Argument für Biker aber, in Zukunft auf Bio-Schmierstoffe zu setzen, sind die Ergebnisse aus unserem aufwändigen Test: Die besten Bio-Produkte schmieren nämlich mindestens so gut wie die Gewinner aus unserem letzten Vergleich 2020 - und, kleiner Seitenhieb auf die Forst-Fraktion, auch deutlich besser als Kettensägenöl.
Was ist BIO?
Der Begriff Bio ist nicht geschützt. Nur, weil ein Produkt als umweltfreundlich angepriesen wird, ist es noch lange nicht unbedenklich.
Das sagt die Norm - OECD 301 (A-F)
Ein Schmierstoff ist für die Umwelt weniger gefährlich, wenn er sich bei Kontamination des Erdreichs in kurzer Zeit biologisch abbaut. Dafür muss der Schmierstoff durch Oxidation mit Sauerstoff unter Mithilfe von Wasser und Bakterien zu CO2, Wasser und Biomasse umgewandelt werden. Gemäß OECD 301 (A-F) muss der Schmierstoff innerhalb von 28 Tagen zu mindestens 60 Prozent abgebaut sein, um als leicht biologisch abbaubar zu gelten.
Die unterschiedlichen Basisöle
Bei den Grundölen unterscheidet man Mineralöle, synthetische Öle und Pflanzenöle. Wobei synthetische Öle sowohl auf Mineralölbasis als auch auf Pflanzenbasis erzeugt werden können. Synthetische Öle fossilen Ursprungs sind nach heutigem Stand der Technik NICHT leicht biologisch abbaubar. Mineralöle per se nicht.
Umweltfreundlich
Um das Siegel “Bio” zu verdienen, sollte ein Fahrrd-Kettenöl natürlich nach OECD 301 biologisch leicht abbaubar sein. Zudem sollte es keine Farb- und Duftstoffe enthalten und ungefährlich für die Natur sein. Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit sollten Verpackung und Label aus einem Rezyklat bestehen, also aus recyceltem Kunststoff. Nachfüllgebinde oder Nachfüllstationen bei Fahrradhändlern tragen ebenso zum Schutz der Umwelt und zur Vermeidung von Plastikmüll bei.
So testet BIKE
- Schmierfähigkeit: Im Labor von Bremer & Leguil, dem Hersteller von Antidot, haben wir alle Schmierstoffe auf einer Optimol-SRV5-Prüfmaschine testen lassen. Dabei werden Reibwert, Schmierungskoeffizient und Verschleiß in Anlehnung an DIN ermittelt. Eine Kugel oszilliert bei 30 °C unter 300 N Last 60 Minuten lang auf einer Prüfscheibe, auf der der Schmierstoff aufgetragen ist. Bei Abbruch (Schmierfilmriss) wurde der Vorgang wiederholt.
- Kriechfähigkeit: Eine definierte Menge Schmierstoff wird auf die Kante zweier entfetteter, leicht versetzt aufeinanderliegender Glasplatten aufgetragen. Durch Kapillarkraft wandert der Schmierstoff 15 Minuten lang zwischen die Platten. Die benetzten Flächen haben wir auf Papier von 95 g/m² übertragen und die Stücke gewogen.
- Korrosionsschutz: Im Labor von Bremer & Leguil wurden in Anlehnung an DIN ISO 7120 zylindrische Prüfkörper aus Stahl 24 Stunden lang in einem Gemisch aus 300 ml des zu prüfenden Öls und 30 ml 0,5-prozentiger NaCl-Lösung getaucht. Der entstandene Rost wurde abgewischt und die korrodierten Flächen per Augenschein klassifiziert.
- Handhabung der Schmierstoffe: Mehrere Testpersonen haben die praktische Handhabung beim Auftragen der Schmierstoffe bewertet. Die Mittel und Verpackungen unterscheiden sich dabei stark voneinander. Gute Urteile gab es für eine angepasste Viskosität, die die Tropfen stabil auf der Kette auftreffen und kontrolliert einsickern lässt, dünnwandige Flaschen, die gute Dosierbarkeit bei geringem Fingerdruck erlauben oder Tropfverschlüsse mit langer Tülle und kleiner Auslassöffnung, die die Tropfenabgabe fein kontrollierbar machen.
Interview mit Stefan Mitterer, Geschäftsleiter bei OELCHECK GmbH
BIKE: Sind Bio-Kettenöle völlig unbedenklich für die Umwelt?
Stefan Mitterer: Nein. Die offiziellen Tests zur Abbaubarkeit (z. B. OECD, CEC) sollen keinen Freischein darstellen. In Fällen wie Schlauchplatzern an Maschinen oder Verlustschmierung (Kette, Motorsäge) sind diese in der Umwelt besser abbaubar, sollten dennoch nicht in größerer Menge ins Erdreich oder Wasser gelangen. Sollte dies passieren, werden durchaus Gegenmaßnahmen, wie Ausheben des Erdreichs, durchgeführt. Aktuell werden Überlegungen in der Industrie angestellt, die Tests zur Abbaubarkeit von Schmierstoffen weiter zu verbessern.
BIKE: Sind Attribute wie “kennzeichnugsfrei” oder “frei von Gefahrstoffen” Merkmale eines Bio-Produkts?
Stefan Mitterer: Nein, frei von Gefahrstoffen bedeutet nicht automatisch unbedenklich für die Umwelt. Auch biologisch abbaubar bedeutet nicht gleich unbedenklich für die Umwelt oder Lebewesen. Kennzeichnungsfrei heißt lediglich, dass toxikologische Untersuchungen einen gewissen Schwellenwert nicht überschritten haben und deshalb kein Gefahrensymbol auf dem Produkt erforderlich ist.
BIKE: Manche Kettenöle bestehen nachweislich zu einem großen Teil aus Weißöl und werden trotzdem als Bio deklariert.
Stefan Mitterer: Da der Begriff Bio in diesem Zusammenhang nicht geschützt ist, sollte geprüft werden, ob die Auslobung “Bio” mit einem entsprechenden Test oder Erfüllung eines offiziellen Standards einhergeht (Prüfung des Etiketts, Datenblattes). Ansonsten kann man lediglich marketing-technische Gründe nicht ausschließen.
BIKE: Wie ist die biologische Abbaubarkeit der Polyalphaolefine (PAO) einzuschätzen?
Stefan Mitterer: Es gibt Schmierstoffe, welche PAO-basiert sind und Abbaubarkeitstests erfüllen. Doch auch hier gilt, dass dies nicht mit „unbedenklich für die Umwelt“ gleichzusetzen ist.
BIKE: Im Test schneiden viele der Bio-Produkte sehr gut ab. Gibt es auch Nachteile gegenüber mineralischen Ölen?
Stefan Mitterer: Je nach Aufbau des Schmierstoffs können sogenannte Bio-Schmiermittel eher zum Verharzen führen und sind in der Industrie oftmals teurer als klassische Mineralöle. Aufgrund des Aufbaus Richtung Umweltverträglichkeit sind die Öle tendenziell anfälliger für Abbaureaktionen. Diese können auch an der Kette ablaufen und dann zum Verharzen führen. Aber, wie in der Frage erwähnt, bieten die Bio-Schmierstoffe oft auch technische Vorteile.
Die Ergebnisse des großen Kettenöl-Tests
Antidot Kettenöl
Labor: Vorbildliche Schmierfähigkeit und passabler Korrosionsschutz, angenehme Viskosität, aber geringe Kriechfähigkeit.
Praxis: Fein dosierbar durch sämige Konsistenz. Die handliche, feste Flasche drückt sich etwas schwer. Kappe mit Kindersicherung. Keine Nachfülloption und relativ teuer.
Umweltfreundlichkeit nimmt seit Beginn der Geschichte von antidot. einen wichtigen Platz bei uns ein. Von den Wirkstoffen, über die Verpackung bis hin zu unserer Lieferkette ist es unser Anliegen, Produkte anzubieten, die gut fürs Fahrrad und die Natur sind. Dass Nachhaltigkeit und maximale Performance sich nicht widersprechen, sondern Hand in Hand gehen können, zeigen die Ergebnisse im Test von Kettenöl fürs Fahrrad. Das BIKE Magazin hat 15 Kettenöle im Test untersucht, die sich das „Bio“-Label mehr oder weniger prominent auf die Fahne schreiben.
Der Begriff „Bio“ ist nicht geschützt. Daher besteht bei „Bio“-Produkten immer die Möglichkeit, dass diese längst nicht so umweltfreundlich sind, wie angepriesen. Viele Unternehmen nutzen die Bezeichnung, um Greenwashing zu betreiben: Für den guten Ruf werden Produkte und Marken als nachhaltig ausgegeben. Das erhöht die Absatzzahlen und verbessert das Image.
Das antidot. kettenöl setzt nachweislich 100 % biologisch abbaubare Inhaltsstoffe ein. Es ist nach OECD geprüft, über 70 % der Inhaltsstoffe bauen sich nach 28 Tagen ab. In den folgenden Tagen bauen sich auch die übrigen Stoffe vollständig ab. Wir verzichten zudem komplett auf Farbstoffe, Duftstoffe, Konservierungsstoffe und Festschmierstoffanteile.
Atlantic Bio-Kettenöl
Labor: Mäßiger Verschleißschutz und geringer Korrosionsschutz, bei geringen Kräften solide und anhaltende Schmierleistung.
Praxis: Handliche Flasche mit feiner Tülle, leicht zu drücken und sauber punktuell aufbringbar. Etwas klebrig. Inzwischen mit recycelter Verpackung erhältlich.
Danico Biotech Ketten Kaiser
Labor: Schmierstoff auf Basis von Sonnenblumenöl. Bei Reibung und Verschleiß im Mittelfeld, überzeugend bei Korrosionsschutz. Hohe Viskosität mit mäßigem Kriechverhalten.
Praxis: Sehr fein aufzutragen und dabei nicht zu klebrig. Verpackung mit geringem Recycle-Anteil, beim Händler nachfüllbar.
Wer hätte gedacht, dass der Saft der Sonnenblume die Kette derart gut schmiert? An meinem Bike kommt jedenfalls kein Kettenöl auf Mineralöl-basis mehr zum Einsatz.
Dr. Wack F100 Bio Kettenöl
Labor: Durchgehend solider Reibwert und sehr guter Verschleißschutz. Schützt noch gut vor Korrosion, kriecht aber nur mäßig.
Praxis: Mit eine der besten Tropfflaschen im Vergleich, zudem zum großen Teil aus Recycling-Material. Dank mittlerer Viskosität auch ohne Tropfen leicht und sauber aufzutragen.
Dynamic Bio Allround Lube
Labor: Bei Schmierfähigkeit nur im hinteren Bereich, auch der Verschleiß ist eher hoch. Dafür schützt das Öl zuverlässig vor Korrosion. Kriecht trotz geringer Viskosität nur mäßig.
Praxis: Tropft schon beim Kippen leicht aus der Flasche, aufgrund der dünnflüssigen Konsistenz weniger sauber dosierbar.
Hanseline Bio MTB Oil
Labor: Der Reibwert ist sehr gut, doch die unruhige Messkurve deutet auf unharmonische Schmier-Performance hin. Mäßiger Verschleißschutz, dafür top Korrosionsschutz.
Praxis: Muss lange geschüttelt werden, damit sich die Graphen-Partikel ... Das BIKE Magazin hat gesprochen! In seiner aktuellen Ausgabe hat Europas größtes Mountainbike-Magazin insgesamt 15 Kettenöle unter die Lupe genommen. Dabei wurden nur Produkte ausgewählt, die als ökologisch oder biologisch abbaubar beschrieben werden. In diesem Fahrrad-Kettenöl Test ist das antidot. kettenöl als Testsieger hervorgegangen.
Für jedes Kriterium werden maximal 10 Punkte vergeben. Zudem sind die Bewertungskriterien unterschiedlich gewichtet. Mit insgesamt 51 Punkten dürfen wir uns über das BIKE-Urteil „sehr gut“ freuen.
Weitere Informationen zu Kettenölen
Eine Fahrradkette braucht Pflege, mit dem richtigen Kettenöl wird dies zum Kinderspiel. Damit die Kette lange hält und möglichst wenig verschleißt, sollte die Fahrradkette regelmäßig geölt werden.
Warum muss die Kette geölt werden?
Fahrradketten verschleißen und längen sich bei jedem gefahrenen Kilometer - das lässt sich nicht aufhalten. Dennoch kann der Verschleiß enorm reduziert werden, indem die Kette regelmäßig gereinigt und anschließend wieder geölt wird. Ist die Kette aber zu lang geworden oder aufgrund von mangelnder Schmierung versteift, leiden auch die Kettenblätter und Zahnkränze.
Letztlich führt eine gut geschmierte Kette dazu, dass weniger Kraft beim Pedalieren verloren geht - man fährt also leichter und schneller!
Vielfältige Schmiermittel
Möchten Radfahrer - weil sie die Sinnhaftigkeit des Kettenöls eingesehen haben - ein Fläschchen davon kaufen, werden sie von der Vielfalt geradezu erschlagen. Zum Beispiel gibt es Dry Lubes, die zwar sehr gut schmieren und wenig Schmutz anziehen, aber nur wenig resistent gegen Nässe sind und sich somit nur für Schönwetterbikes eignen.
Wet Lubes sind Öle für nasse Bedingungen. Sie lassen sich vom Regen nicht so einfach wegspülen und schützen besser vor Rost. Allroundöle versuchen, einen Kompromiss aus den beiden Ölgattungen zu bilden.
Kettenöle sind in Spray- und Tropfflaschenform erhältlich. Sprays haben den Nachteil, dass sie das Schmiermittel meist zu großflächig verteilen, sodass viel Öl auf dem Boden, auf den Kettenaußenseiten oder gar auf der Felge beziehungsweise Bremsscheibe landet. Letzteres beeinträchtigt die Bremsleistung sehr stark. Mit den fein zu dosierenden Tropfflaschen kann das nicht passieren.
Öl auftragen, aber wie?
Bevor Sie das Kettenöl auftragen, sollte die Kette vom gröbsten Dreck gereinigt werden, denn Sand wirkt wie Schmirgelpapier. Anschließend kann das Öl tröpfchenweise auf die Kette gegeben werden. Drehen Sie hierfür die Kurbel langsam rückwärts. Seien Sie mit dem Öl sparsam, da zu viel davon zu einer höheren Schmutzanhaftung führt. Drehen Sie die Kurbel nach dem Auftragen zur besseren Ölverteilung noch ein paar Umdrehungen weiter. Entfernen Sie anschließend mit einem Lappen das überschüssige Öl von den Kettenaußenseiten.
Das macht ein gutes Kettenöl aus
Wir haben elf Kettenöle im Labor von Bremer & Leguil getestet. Hierbei entschieden wir uns für Öle, die für den Allround-Einsatzzweck oder für nasse Bedingungen ausgelegt sind.
Ein gutes Kettenöl reduziert die Reibung und somit den Verschleiß. Es sorgt es dafür, dass die Kettenglieder beweglich bleiben und sich gut um die Zahnkränze legen. Fahrradkettenöle haben jedoch außerdem mit äußeren Einflüssen zu kämpfen. So müssen sich die Öle gegen Wasser behaupten.
Überdies sollen gute Öle natürlich möglichst wenig Schmutz anziehen und sich gut handhaben lassen - also beispielsweise nicht heruntertropfen.
Die Kettenöle im Überblick
Ein wichtiger Aspekt ist außerdem, dass die meisten Öle aus nicht abbaubarem Mineralöl bestehen und somit umweltschädlich sind. Doch es gibt auf dem Markt auch viele Bio-Öle. Anders sehe das beim Begriff „biologisch leicht abbaubar“ aus. Um diesen nutzen zu dürfen, müssen 60 Prozent der Inhaltsstoffe innerhalb von 28 Tagen abgebaut sein.
Damit das Kettenöl auch jede Stelle an der Kette erreicht, sollte es von der Viskosität leichtgängig sein und nicht „harzen“ oder kleben. Auch sollte darauf geachtet werden, dass das Fahrrad Kettenöl für niedrige Temperaturen geeignet ist. Öle neigen bei Minusgraden dazu zu verdicken.
Steht das Fahrrad noch auf dem Kopf oder ist es im Fahrrad Montageständer eingespannt, kann die Fahrradpedale wieder gedreht werden. Diesmal bitte langsam kurbeln, denn durch zu hohe Drehzahlen fliegt das frisch aufgetragene Öl sonst direkt wieder von der Kette. Dreht sich die Kette, kann das Öl im Bereich der Zahnräder auf die Kette gegeben werden.
Achtung: Es ist darauf zu achten, dass beim Einölen der Fahrradkette kein Schmiermittel (Fahrradöl) auf die Felgen oder Bremsbeläge gelangt.
Wirklich jeder Fahrradbesitzer sollte die Fahrradkette regelmäßig pflegen und daher etwas Fahrrad Kettenöl sein Eigen nennen. Die Anwendung ist wirklich einfach und der Nutzen ist sehr hoch.
Kettenöle im Vergleich
Im Folgenden werden einige Kettenöle verglichen, basierend auf den gesammelten Testinformationen und Nutzerbewertungen.
Liqui Moly Kettenspray: Geeignet für alle Fahrradtypen, bietet eine einfache Handhabung und präzise Ergebnisse. Besonders der große Inhalt und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis werden hervorgehoben.
Dr. Wack F100 Kettenöl: Kann bei allen Fahrradtypen verwendet werden und bietet eine trockene, flexible Schutzschicht, die schmutz- und wasserabweisend ist. Schützt Kette, Kettenblatt und Zahnkranz vor Verschleiß und Korrosion. Es wird eine gute Haftfähigkeit und wasserabweisende Eigenschaften gelobt.
WD-40 Specialist Fahrrad Kettenspray: Bietet eine unkomplizierte Anwendung und vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Es schmiert die Kette effektiv, verhindert Korrosion und Verschleiß und ermöglicht einen geschmeidigen Gangwechsel. Auch zur Pflege von Gabeln und Dämpfern geeignet.
TUNAP SPORTS Kettenöl Ultimate: Vielseitige Darreichungsformen (Spray, Dose, Tropfflasche) und verzichtet auf schädliche Lösungsmittel. Es eignet sich für jedes Wetter und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Dank Nadeltropfer ist eine punktgenaue Anwendung möglich.
BLUB Klettfett: Hat eine bemerkenswerte Beständigkeit und eignet sich für alle Arten von Fahrrädern. Besonders beeindruckend ist die schnelle Trocknung des Ketten-Öls, das Geräusche und Reibung effektiv reduziert. Minimiert Geräusche und Reibungen.
Kettenwixe Duraglide Kettenöl: Ist für alle Arten von Fahrrädern geeignet und bietet eine hohe Schmierung. Allerdings ist die Verteilung etwas schwieriger im Vergleich zu anderen Produkten.
Muc-Off Kettenöl: Das Kettenöl von Muc-off ist biologisch abbaubar und kann für nasse und schlammige Bedingungen genutzt werden. Es schützt vor Rost und ist für verschiedene Fahrradkomponenten geeignet.
Hanseline Chain Lube Kettenfett: Das Hanseline Chain Lube Kettenfett wird empfohlen für den Korrosionsschutz von Fahrradketten und anderen Metallteilen. Es sorgt für eine geschmeidige Funktion der Kette und beeindruckt mit seiner Fähigkeit, die Reibung effektiv zu reduzieren.
Die folgende Tabelle fasst einige der getesteten Kettenöle und ihre Bewertungen zusammen:
| Kettenöl | Preis pro 100 Milliliter | Note | Fazit |
|---|---|---|---|
| Antidot Kettenöl | 17,90 Euro | sehr gut | Schont die Umwelt und überzeugt mit einem besonders guten Schutz vor Verschleiß. |
| Brunox Top-Kett | 11,72 Euro | gut | Ein gutes Kettenöl, das lediglich im Punkt Handhabung größere Schwächen zeigt, ansonsten aber vollends überzeugt. |
| Dr. Wack F100 Kettenöl | 17,98 Euro | gut | Lässt sich gut auftragen und schützt gut vor Rost. Bei der Schmierfähigkeit besteht jedoch Verbesserungspotenzial. |
| Dynamic All Round Lube | 9,40 Euro | befriedigend | Das sehr dünnflüssige Dynamic All Round Lube konnte beim Verschleißschutz nicht überzeugen. Rost hat bei diesem Öl aber immerhin wenig Chancen. |
| Finish Line Cross Country Kettenöl | 6,66 Euro | gut | Überzeugt mit einem guten Verschleißschutz. Leichte Schwächen liegen beim Verhindern von Rost. |
| Hanseline MTB Kettenöl | 4,40 Euro | befriedigend | Lässt sich gut auftragen, weist aber keinen guten Verschleiß- und Korrosionsschutz auf. |
| Muc-Off Kettenöl für Nässe | 9,13 Euro | befriedigend | Schützt vor Korrosion. Besonders schmutzresistent ist es hingegen nicht. Der relativ hohe Verschleiß kostet im Test viele Punkte. |
| Shimano Wet Lube | 7,96 Euro | gut | Ist ein rundum gutes Öl, das kaum Schwächen zeigt und mit einer sehr guten Schmutzresistenz punktet. |
| SKS Lube your chain | 17,32 Euro | gut | Schützt sehr gut vor Rost, zieht jedoch andererseits extrem viel Dreck an. |
| WD-40 Bike Kettenöl Wet | 10,49 Euro | sehr gut | Ist beim Korrosionsschutz überragend. Außerdem reduzierte es den Verschleiß am zweitbesten. |
| Zéfal Extra Wet Chain lube | 8,29 Euro | gut | Ist ein gutes Kettenöl, das in unserem Test jedoch nicht bei Nässe überzeugen konnte. |
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