Die richtige Kettenspannung am Singlespeed-Fahrrad

Singlespeed- und Fixie-Bikes erfreuen sich als urbaner Trend großer Beliebtheit, da sie den puren Fahrspaß auf zwei Rädern in den Vordergrund stellen. Das Konzept ist einfach: Alles Komplizierte und unnötiger Ballast werden abgeworfen, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Rahmen, Laufräder, Antrieb, Sattel und Lenker. Maximal noch Bremsen, wobei Tollkühne im Starrgang auch ohne auskommen. Dieser Artikel befasst sich mit dem Aufbau eines solchen Rades und dem Fahrgefühl, das es vermittelt.

Wann ist es Zeit, die Fahrradkette zu spannen?

Wenn die Kette am Rad beim Fahren abspringt, beim Schalten nicht sauber umspringt oder das Treten in die Pedale durch zu hohe Spannung erschwert ist, sorgt das Einstellen der Kettenspannung für Besserung.

Bestandteile des Singlespeed-Antriebs

Der Antrieb eines Singlespeed-Bikes besteht aus Laufrädern, Kurbel und Tretlager, Kette und Ritzeln. Dabei ist die Übersetzung (ähnlich zur Entfaltung) am Eingang-Rad limitiert: ein Gang. Entsprechend muss dieser beim Losfahren an der Ampel als auch bei Bergab- und wichtiger Bergauffahrten passen. Es ist kein Fehler, sondern ein Feature, dass man nicht alle Bereiche perfekt abdecken kann. Man muss es nur zu schätzen wissen, was auch Teil der Fixie-Bewegung ist.

Die Wahl des richtigen Laufradsatzes

Ein Laufradsatz besteht kurz gesagt aus Felge, Speichen und Nabe. Gemeinsam ergibt das ein Rad, oder eben ein Laufrad. Nimmt man zwei, hat man einen Laufradsatz. Beim Singlespeed kann man prinzipiell jeden Laufradsatz zum Singlespeed-Laufrad konvertieren.

Einbaubreite beachten

Die Einbaubreite ist der Abstand zwischen den Ausfallenden links und rechts am Rahmen bzw. an der Gabel. Das Vorderrad ist seit Generationen für eine 100mm Einbaubreite konzipiert, egal ob bei Vintage-Stahlrahmen oder beim modernem Carbon-Rennrad. Hier kann man bei der Auswahl nichts falsch machen. Beim Hinterrad findet man hingegen zwischen 130mm, 135mm und 142mm am häufigsten diese drei Einbaubreiten. Alle modernen Räder haben 142mm. Ältere Stahlrahmen haben häufig 135mm. Nur selten findet man auch eine Einbaubreite von 130mm oder andere.

Bei einem Stahlrahmen kann man sogar +-5mm an Einbaubreite flexibel sein, denn die Ketten- und Sattelstreben flexen (geben nach) und man kann den Stahl minimal biegen (solange es eine nicht permanente Verformung bleibt). Niemals solltet ihr dies am Alu- oder Carbonrahmen machen - denn da ist kein Spielraum drin. Achtet also unbedingt auf die Einbaubreite am Hinterrad, dass das Laufrad zu eurem Rahmen passt. In meinem Fall war es ein Rahmen mit 142mm Einbaubreite (ein MTB-Alurahmen aus den 90ern).

Freilauf und Naben für Singlespeed und Fixie

Außerdem muss der Freilauf an der Nabe für Singlespeed / Fixie geeignet sein. Das ist aber bei allen modernen Naben mit Freilauf der Fall, falls man ein Singlespeed aufbaut. Bei einem Fixie benötigt man entsprechend eine Nabe, die fix mit dem Ritzel verbunden ist. Manchmal findet ihr auch sogenannte Flip-Flop-Naben, die ein Freilaufritzel auf einer Seite und ein fixes Ritzel auf der anderen haben. Das Rad kann man einfach umdrehen und wandelt im Handumdrehen das Rad von Singlespeed auf Fixie um. Und umgekehrt.

Bei Laufrädern am Hinterrad habt ihr also drei Optionen. Beim Singlespeed nimmt man in der Regel ein preiswertes Set für Rennräder und kauft ein passendes Ritzel und Spacer (oder direkt ein Singlespeed-Kit).

  • Laufrad mit Freilauf: Die gängigsten Laufräder am Markt. Klassiker ist der Shimano WH-r501 (Rennrad LRS), der ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis hat. Zum Umbau auf Singlespeed geeignet (dafür wird ein Umbaukit benötigt).
  • Fixie-Laufrad: Laufräder mit einem fixen Ritzel an der Nabe findet man in den meisten Onlineshops für diverse Einbaubreiten.
  • Flip-Flop-Nabe/Laufrad: Spezielle Laufräder, die je auf einer Seite ein fixiertes Ritzel und eines mit Freilauf haben.

Passende Ausfallenden am Hinterrad

Bei der Auswahl des Rahmens für euer Projekt müsst ihr unbedingt auf die Ausfallenden am Rahmen achten. Prinzipiell gibt es drei unterschiedliche Arten (moderne Steckachsen werden hier gezielt nicht genannt, da man solche Rahmen generell sehr selten für Singlespeed/Fixie verwendet):

  1. Ausfallende Typ A findet man an den meisten Räder.
  2. Typ B ist ein spezieller Standard bei Bahnrädern.
  3. Typ C findet man häufiger an modernen Rädern.

Am besten sind die Typen A und B, da diese etwas Spielraum beim Einbauen des Rads lassen. Hingegen solltet ihr Rahmen mit Typ C Ausfallenden meiden. Dann bleibt euch nichts anderes übrig, als mit einem Kettenspanner zu arbeiten oder auf euer Glück zu hoffen, dass die Kettenspannung zufällig passt. Die Ausfallenden an meinem Singlespeed-Projekt sind eher Typ-C zuzordnen. Wie ich die Kette trotzdem auf Spannung bekommen habe, lest ihr weiter unten.

Singlespeed-kompatible Kurbeln

Prinzipiell eignen sich alle Kurbeln (Kettenblatt+Welle+Kurbel+Pedale) für eine Singlespeed-Conversion. Es ist nicht unbedingt notwendig, eine 1xKurbel oder eine spezielle Kurbel für Fixies/Singlespeeds zu kaufen. Obgleich es Vorteile bringt, je nachdem wie perfektionistisch man ist und wie viel Risiko man eingehen möchte.

Besagtes Risiko bei einer umgebauten Kurbel (von 2x- oder 3x-fach auf 1x-fach) besteht nämlich darin, dass die Kette vom Kettenblatt abspringen kann. Passiert dies in der Fahrt (oder schlimmer noch im Wiegetritt) kann das zu einem schmerzhaften Unfall führen. Das wird bei speziellen Kettenblättern durch die Narrow-Wide-Bauweise unterbunden. Wer noch sicherer unterwegs sein möchte, kann einen Chainguide (Kettenführung) installieren.

Zur Kompatibilität bleibt noch zu sagen, dass ihr natürlich eine Kurbelgarnitur passend zum Tretlager kaufen müsst. In den meisten Fällen haben Vintage-Stahlrahmen ein Vierkant-Tretlager. Ansonsten sind gängige Standards das 24mm-Hollowtech-II von Shimano oder andere von SRAM, FSA, Campagnolo usw. im Umlauf.

Innenlager und Tretlager

Innenlager oder auch Tretlager am klassischen Rad - die Vierkant-Aufnahme an der Tretlagerwelle passt universell zu allen älteren und modernen Kurbeln, die bis heute noch hergestellt werden. In meinem Fall habe ich eine Shimano Acera Kurbelgarnitur (FC-M361) bestellt. Dies ist eine günstige Vierkant-Kurbel mit 3 Kettenblättern (3x-fach). Davon entferne ich einfach das kleinste und größte Kettenblatt. Mit entsprechenden Distanzringen kann ich dann die Kettenblattschrauben mit nur einem Kettenblatt nutzen.

Mit einer Schraube wird die Kurbel fest angezogen. Ein Drehmoment bis zu 40Nm ist erforderlich. Haltet euch unbedingt an die Angaben des Herstellers der Kurbel.

Singlespeed Ritzel und Übersetzung

Die Endgeschwindigkeit eures Rads ergibt sich aus eurer Kadenz (Tretgeschwindigkeit), der Größe des Kettenblatts (Anzahl Zähne) und der Größe des Ritzels (Anzahl Zähne). Somit müsst ihr bei der Auswahl aus Kettenblatt und Ritzel ein Gefühl dafür entwickeln, welche Entfaltung oder Übersetzung zu eurem Ziel passt. Der Umfang des Rads ist natürlich auch wichtig, jedoch kann man in der Regel von einem „standard“ Reifen von 28″ ausgehen.

Ritzel sind die kleinen Zahnräder mit 11 bis 46 und mehr Zähnen. Am Fixie findet man am häufigsten welche zwischen 11 und 20. Wollt ihr ein Rad für hohe Endgeschwindigkeiten (aber dafür jeden Berg hochschieben müssen) oder ein Rad das an der Ampel schnell weg kommt und mit dem Berge kein Problem sind (aber nicht besonders schnell wird auf geraden Strecken oder Bergab).

Mit der Übersetzung (Anzahl Zähne vorne / Anzahl Zähne hinten) habt ihr ein Verhältnis, welches ihr an einem vergleichbaren Rad testen könnt. Um ein Gefühl für diese Zahl zu bekommen nehmt ihr ein Rad mit Gangschaltung. Schau an diesem, wie viele Zähne die Ritzel und Kettenblätter haben. Dann könnt ihr diese durchschalten und auf gerader Strecke, am Berg und an der Ampel testen.

In der Regel hat man zB. 38 Zähne vorne (relativ kleines Kettenblatt) und ein 16er Ritzel hinten - das ergibt ein Übersetzungsverhältnis von 2,375 (38/16). Für mich persönlich eher „zu langsam“, aber auch hier gilt es für jeden individuell selbst herauszufinden, welches Verhältnis „passt“.

Ein Conversion-Kit für Singlespeed besteht aus einem oder mehreren Ritzeln und Spacern. Für meine Freilauf-Umwandlung habe ich ein 15er und 13er Ritel und zwei Distanzringe (Spacer), die auf den Freilauf aufgesetzt werden.

Kettenlinie

Die Kette verläuft im Ideal immer im gleichen Abstand zum symmetrischen Mittelpunkt des Rahmens. Läuft die Kette schräg, dann stimmt der Abstand vom Ritzel hinten (am Freilauf/Nabe) nicht überein mit dem Abstand vorne (am Kettenblatt). Dabei muss der ideale Abstand vom Ritzel (zur Mitte der Nabe) und am Kettenblatt vorne (zur Mitte des Innenlagers/Tretlagers) exakt gleich sein, damit die Kette an jedem Punkt ebenfalls den gleichen Abstand hält und nicht schräg läuft. Nachteile einer schräg laufenden Kette sind Effizienzverluste und erhöhter Verschleiß. Dem wirkt ihr entgegen, indem ihr die Spacer am Freilauf/Nabe entsprechend einstellt.

Kettenspannung am Singlespeed und Kettenspanner

Durchhängende Ketten sind ein No-Go - da viel zu hohes Risiko. Springt die Kette ab, dann verletzt ihr euch schnell. Habt ihr den Laufradsatz, die Kurbel und Ritzel ausgewählt und eure Wunschübersetzung gefunden? Dann wird es Zeit das ganze einzubauen. Hier stoßen aber die meisten auf eine unbedachte Herausforderung. Der Abstand zwischen Tretlager und Ausfallenden ist am Rahmen fix und für jeden Rahmen unterschiedlich. Passt die Kette nicht zufällig auf wenige Millimeter genau, dann wird es jetzt eng.

Häufig kann man sich noch durch waagrechte Ausfallenden behelfen, wenn man das Laufrad minimal versetzt einbauen kann. Doch was, wenn das eben nicht passt? Die Option, die Kette hängen zu lassen, solltet ihr schnell begraben. Denn dann springt die Kette im ungünstigsten Moment ab und ihr verletzt euch.

Alternativen sind spezielle Kettenspanner, die wie eine Schaltung montiert werden und ähnlich aussehen. Ein kleines Zahnrad läuft dann mit und spannt die Kette. Solche Produkte findet ihr am schnellsten Online, denn nicht viele Fahrrad-Fachhändler haben so etwas Spezielles vorrätig.

Optional könnt ihr auch versuchen durch unterschiedlich große Ritzel und Kettenblätter eine Kombination zu finden, die genau zu eurem Rahmen passt. In meinem Fall war genau das möglich. Zuerst hatte ich ein 34er Kettenblatt mit einem 15er Ritzel probiert. Die Übersetzung von 2,266 wäre zwar (für meine Verhältnisse) niedrig, aber für ein Offroad-Gravel-Singlespeed durchaus geeignet. Jedoch hing die Kette durch. Also habe ich ein 14er Ritzel probiert - und welch Zufall, es passt genau. Mit der Übersetzung bin ich auch noch zufrieden und kann so ohne viel Drumherum mein Projekt fertigstellen.

Die Fahrradkette

Die Fahrradkette ist dafür verantwortlich, die Zugkraft von den Pedalen zum Hinterrad zu übertragen. Bei Santafixie gibt es verschiedene Arten von Fahrradketten und die richtige Wahl hängt von Aspekten wie deren Abmessungen oder ihrer Kompatibilität mit dem Bereich der Zahnräder und Kettenblätter ab.

Auswahl nach Abmessungen

Wenn du die Fahrradkette nach ihren Abmessungen auswählst, musst du besonders auf die folgenden Aspekte achten:

  • Der Bolzenabstand der Fahrradkette ist ein Standardmaß. Es ist ein Aspekt, der bei allen modernen Fahrradketten zu finden ist und bezieht sich auf den Abstand zwischen einem Bolzen und dem nächsten.
  • Wenn du eine neue Kette kaufst, muss sie 1/2″ sein, gemessen von der Mitte zu Mitte der Bolzen.
  • Wenn du ein Fahrrad mit einer einzigen Geschwindigkeit oder mit internen Gängen hast, wird die Kette 1/8″ in der Innenbreite sein.
  • Wenn du ein Fahrrad mit einem Umwerfer hast, von 2 bis 11 Ritzeln, benötigst du Ketten von 3/32″.

Du solltest immer die Breite deiner Fahrradkette in Abhängigkeit von der Anzahl der Ritzel auswählen, da der Platz zwischen der Nabe und den Streben begrenzt ist. Es ist wichtig, dass du vor dem Kauf einer Kette die Anzahl der Glieder zählst, um so die ordnungsgemäße Funktion des Fahrrads zu gewährleisten. Die richtige Länge der Kette für dein Fahrrad ist diejenige, die es dem hinteren Umwerfer ermöglicht, seine Funktion mit einem optimalen Spannungsbereich auszuführen. Dafür muss die Kette sowohl über das größte Kettenblatt als auch das größte Ritzel laufen können, ohne den Umwerfer kaum zu spannen.

Verschleiß und Wartung

Wenn die Kette deines Fahrrads verschleißt, wird der Verschleiß deiner Ritzel und Kettenblätter beschleunigt. Unabhängig von der Art der Kette, die du wählst, ist die regelmäßige Pflege und Wartung der Kette wichtig, um ihre Lebensdauer zu verlängern und eine optimale Leistung zu gewährleisten. Es ist ratsam, die Kette regelmäßig zu reinigen und zu schmieren, um Rost und Verschleiß zu verhindern.

Kettenspanner - Warum?

Jedes zusätzliche Peripheriegerät am Fixie bedeutet optionalen Ballast, den es weg zu optimieren gilt. Wenn sich die Räder auch ohne jenes Gerät drehen, weshalb das Zusatzgewicht? Deswegen ist es Gang und Gäbe, dass alles, was man am Fixie befestigt, eine spezielle Rechtfertigung hat. Ganz einfach ausgedrückt: Die Kette muss gespannt sein. Sie sollte nicht durchhängen. Eine lose Kette läuft ineffizient und fällt bei der kleinsten Belastung ab und das ist lästig.

Nun stehen dem Singlespeedler mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, die Kettenspannung zu beeinflussen.

Kette kürzen

Um die Kette zu spannen, kürzt man die Kette meistens erst mal um ein paar Glieder. Gewöhnlich muss man aber immer zwei Kettenglieder auf einmal entfernen, da bei einer normalen Fahrradkette immer ein dünnes Glied auf ein breites Glied folgt. Eine spezielle Halflink-Kette erlaubt hingegen schon mehr Präzision - hier lässt sich jedes Kettenglied einzeln entfernen. Auch kann man sich mit speziellen Kröpfgliedern aushelfen wie dem Connex Kröpfglied. Dabei handelt es sich um ein halbes Kettenglied, das man an die gekürzte Kette anhängt, um eine exaktere Kettenlänge hinzubekommen.

Kettenspanner bei horizontalen Ausfallenden

Horizontale Ausfallenden ermöglichen die Kettenspannung durch verschieben der Nabe zu erhöhen; Verschiedene Tools helfen dabei die Spannung zu behalten und optimal auszurichten.

Die meisten Fixie-Rahmen haben speziell aus diesem Grund beim Hinterrad horizontale Ausfallenden, die nach hinten geöffnet sind. Dadurch lässt sich die Position des Hinterrads sehr präzise einstellen. Indem man das Hinterrad nach hinten verschiebt, lässt sich die Kette in Spannung bringen. Es kann aber schon eine ordentliche Herausforderung sein, als einzelner Fahrradbastler mit nur zwei Händen das Hinterrad mit der perfekten Kettenspannung zu montieren und es gleichzeitig auch hinzubekommen, dass das Hinterrad perfekt zentriert sitzt, also links und rechts die exakt gleiche Position in den Ausfallenden hat.

Theoretisch ist das aber möglich und man braucht hier nichts weiter, um die Kette zu spannen. Trotzdem findet man spezielle „Kettenspanner“ für horizontale Ausfallenden, die sich aber von den konventionellen Kettenspannern stark unterscheiden, die man bei der Kettenschaltung findet. Anstelle dass man die Kette durch eine Rolle führt, hat dieser Kettenspanner meistens die Form von einem Paar Schrauben mit runden Köpfen. Man schraubt diese Schrauben mit der Hand durch zwei Gewinde, die sich direkt vor den horizontalen Ausfallenden befinden, und so drücken sie das Hinterrad in die richtige Position.

Einerseits helfen diese Schrauben beim Positionieren des Hinterrads. Andererseits verhindern diese Schrauben aber auch, dass das Vorderrad beim Fahren verrutscht. Gerade, wenn man kräftig in die Pedale tritt, um zu beschleunigen, kann es vorkommen, dass das Vorderrad durch die Belastung nach vorne rutscht und die Kettenspannung sich mit einem Mal auflöst. Dieses Problem kann von Fixie zu Fixie unterschiedlich schlimm sein.

Kettenspanner bei vertikalen Ausfallenden

Bei den Rahmen, die unglücklicherweise vertikale Ausfallenden für das Hinterrad haben, sehen die Kettenspanner sehr viel weniger hipp aus. Statt Daumenschrauben und Flaschenöffnern muss man sich hier mit einer Rollen-Konstruktion aushelfen, die an Kettenschaltung erinnert. Doch bei vertikalen Ausfallenden ist der Kettenspanner unausweichlich. Durch die vertikale Verschiebung des Hinterrads lässt sich die Kettenspannung nur minimal anpassen. Sonst muss man zur kostspieligen Exzenternabe greifen.

Alternativen zum Kettenspanner

Eine kostspielige, aber elegante Alternative zu all diesen Kettenspannungs-Geschichten liegt in der Exzenternabe. Dabei handelt es sich um ein exzentrisches Innenlager (oder „Exzentriker Innenlager“), das in der vorderen Nabe verbaut wird. Das Besondere an der Exzenternabe: Die Tretlagerachse liegt hier nicht zwangsweise mittig, sondern kann innerhalb der Nabe nach hinten oder vorne verschoben werden. Ähnlich den horizontalen Ausfallenden kann man so die Distanz vom Hinterrad zum Tretlager und damit die Kettenspannung erhöhen. Damit bleibt die jungfräuliche Optik des Minimalrads unbesudelt.

Kompatibilität - Vorsicht vor dem Kauf

Fahrradteile sind selten standardisiert, nicht jeder Bremsgriff passt an jeden Lenker. Nicht jeder Lenker an jeden Vorbau. Deshalb unsere Tipps zu Kettenspanner - darauf musst Du achten:

  • Jeder Kettenspanner wird anders montiert und hat unterschiedliche Kompatibilitätshinweise.
  • Beachte die Montage- und Kompatibilitätshinweise in unserer Produktübersicht zu jedem Kettenspanner.
  • Zu manchen Kettenspannern findet man außerdem auf den Webseiten der Hersteller zusätzliche Hinweise und Anleitungen zur Montage.

FAQ zu Kettenspannern

Wie kann man die Kettenspannung prüfen?

Ob Dein Kettenspanner auch seinen Zweck erfüllt, erfährst Du, indem Du die Kettenspannung misst. Dabei hilft eine spezielle Kettenlehre für die Fahrradkette oder die gewöhnliche Schieblehre aus der Werkstatt.

Wie funktioniert der Kettenspanner?

Jedem Kettenspanner ist gemein: Er erhöht die Spannung der Kette, indem er die Kette strammzieht. Das tut er entweder dadurch, dass er die Kette kürzt, oder indem er die Position von Hinterradachse oder Tretlagerachse verschiebt und fixiert. Damit sitzt die Kette immer gespannt auf den Ritzeln und fällt nicht so oft ab.

Wo sitzt der Kettenspanner?

Es gibt verschiedene Kettenspanner mit unterschiedlichen Anbaumöglichkeiten. Der klassische Kettenspanner, ähnlich der Kettenschaltung, wird an ein Schaltauge befestigt. Fahrradrahmen mit horizontalem Ausfallende lassen aber gewöhnlich kein Schaltauge befestigen. Hier bedient man sich verschiedener Schraubkonstruktionen, die die Position des Hinterrads fixieren. Eine weitere Form von Kettenspanner ist die Exzenternabe, die die Position des Tretlagers verschiebt.

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